Test: Beyerdynamic Custom One Pro vs. Custom Street

Dann testen wir mal, was die Custom Serie von Beyerdynamic so kann. #headphones #customonepro #customstreet

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Seit einiger Zeit mache ich mir Gedanken über das beste Equipment für’s Unterwegs sein. Hier sind meine bisherigen Erfahrungen, was Kopfhörer angeht.

Kopfhörer sind so eine Sache. Manchmal nutze ich monatelang keine, weil ich meine Zeit unterwegs mit lesen, schreiben, kommunizieren und denken fülle. Dann fällt mir ein Hörbuch oder ein Podcast in die Hände und dann laufe ich wieder mit den Dingern durch die Gegend. Lange Zeit hatte ich die AKG K518 LE, mehrmals und in verschiedenen Farben. Einerseits waren die Kopfhörer extrem gut, was die Soundqualität für den Preis anging. Andererseits waren es On Ear-Kopfhörer, die sich extrem eng an den Kopf gelegt haben und daher nach ein paar Stunden extrem weh getan haben. Und sie hatten eine Sollbruchstelle am Klinkenstecker, zweimal habe ich sie deshalb zurückgeschickt und neue bekommen, beim dritten Mal war ich knapp hinter der Garantiezeit und AKG kennt keine Kulanz, selbst bei diesem offensichtlich bekanntem Konstruktionsfehler. Also mussten neue Kopfhörer her. Mit In Ear Kopfhörern kann ich nichts anfangen, ich will welche, die meine Ohren umschließen. Nach den alten Erfahrungen wollte ich welche mit austauschbarem Kabel und warum nicht diesmal welche von einer deutschen Firma. Schnell war ich bei Beyerdynamic. Die Firma hat jahrzehntelange Erfahrung mit Mikrofonen und Kopfhörern, die größtenteils immer noch in Süddeutschland produziert werden.

Den Schritt von Studiokopfhörern zu portablen Kopfhörern hat die Firma erst vor kurzem vollzogen und in Sachen Stil holt sie gerade in großen Schritten auf, wobei sie einen gewissen Retrocharme beibehält.  Dafür ist fast jedes Teil der Kopfhörer nachbestellbar, hier geht es immer noch darum, nachhaltige Produkte zu produzieren.

Relativ neu ist die Custom-Serie, die auf die urbane, sehr auf das Aussehen bedachte Zielgruppe abzielt. Nun aber die Frage, will ich die On Ear „Street“ oder die Over Ear „One Pro“? Musste ich probieren.

Die One Pro sind Ohrensofas, die sich um die Ohren legen und die Außenwelt auf Distanz halten. Sie haben einen warmen Klang und eine mechanische Bassregulierung, die ich kaum verwende, weil fast nur Sprache darauf höre. Die Kopfhörer sind extrem bequem, mittlerweile benutze ich sie auch beim Radio und auch auf dem Heimweg und meine Ohren werden nicht eingeklemmt oder schmerzen. Das schaffen auch nicht die Sennheiser, die ich sonst verwende.
Aber die Größe ist auch das Manko. Wenn die Kopfhörer um den Hals liegen, kann ich den Kopf kaum drehen, weil sie so groß sind. Im Rucksack nehmen sie extrem viel Platz weg, faltbar sind sie auch nicht.

Die Custom Street sind für die Straße gedacht: Faltbar, mit beigeliefertem Case und der Möglichkeit, an die Kopfhörer per Klinkenstecker einen weiteren Kopfhörer anzustecken. Klangmäßig sind sie nicht ganz so warm wie der große Bruder, aber immer noch sehr gut. Dafür halten sie die Umwelt nicht ganz so ab.

Aber nach ein paar Tagen mit diesen muss ich sagen: Obwohl sie genau das eine Manko der One Pro ausgleichen und flexibler sind, ist mir der große Bruder lieber. Unter anderem spielt eine Rolle, dass die One Pro in Deutschland produziert werden und die Street in China.

Aber am besten testet ihr selbst aus, was euch lieber ist und welche euch mehr taugen. Beides sind gute Kopfhörer, die in vorbildlichen Kartonverpackungen kommen und für ihre Qualität preislich sehr fair sind. Ich nehme die Größe in Kauf, wenn ich dafür den Komfort bekomme. Achja, der Unterschied zwischen den Custom One Pro und den Custom One Pro Plus ist nur, dass bei letzterem mehr Zubehör dabei ist, hauptsächlich Individualisierungsmaterial.

Beyerdynamic hat mir für den Test die Custom Street leihweise zur Verfügung gestellt.

Roman und Hörbuch: Sophia, der Tod und ich von Thees Uhlmann

Und jetzt: Thees Uhlmann und der Tod.

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Der erste Satz aus Sophia, der Tod und ich:

Es klingelte an der Tür und im Treppenhaus roch es nach frisch gebrühtem Kaffee.

Ich hatte die Lesung mit Thees gefeiert und war danach gespannt, wie das Buch weitergeht. Und weil die Lesung so gut funktioniert hat, habe ich mir die Lesung angehört. Wer bei Spotify angemeldet ist, kann das dort tun. Was ich bei der Lesung gesagt habe, gilt immer noch:

Er ist kein perfekter Sprecher, aber ein großartiger Performer. Und das zieht er durch. Es macht Spaß, ihm zuzuhören. Aber auch die Geschichte funktioniert. Ich weiß, dass Thees Uhlmann unterhaltsam ist. Aber in diesem Roman schafft er euch eine Tiefe, die ich nicht erwartet hatte.

Natürlich habe ich jetzt auch immer seine Stimme im Kopf, wenn ich im Roman lese. Deshalb kann ich nicht sagen, ob das Buch auch ohne diese Stimme im Kopf so gut ist. Schlecht ist es auf keinen Fall. Für dieses hatte Uhlmann 12 Jahre gebraucht. Ich hoffe, das nächste kommt schneller.

Sophia, der Tod und ich von Thees Uhlmann erschien als Roman bei KiWi und als Hörbuch bei Grand Hotel van Cleef.

Roman: Fahrenheit 451 von Ray Bradbury

Alter Lesestoff: Fahrenheit 451 von Ray Bradbury. Noch nie gelesen. Wird Zeit.

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Der erste Satz aus Fahrenheit 451:

Es war eine Lust, Feuer zu legen.

Eines der Bücher, die ich immer als „das sollte ich irgendwann noch lesen“ abgespeichert hatte, aber nie dazu gekommen bin. Dann auf einer der Fahrten, die länger dauern, als gedacht, war das Buch, das ich eigentlich dabei hatte, ausgelesen und in einem Bücherschrank fand ich dieses.

Also setzte ich mich in die Bahn und las es durch, in einem Zug. Haha.

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Mehr als 50 Jahre alt, aber der Sog beginnt auf der ersten Seite und hört nicht mehr auf. Bradbury konnte schreiben, konnte in Worten die Faszination, die Begierde, die Probleme seiner Charaktere einfangen.

Heute würden wir die Geschichte anders bauen, manche Ereignisse verändern, um die Geschichte noch spannender zu bauen, wahrscheinlich auch das Ende eindeutiger machen.

Aber das ist nicht wichtig, die Geschichte ist auch so gut genug und die Sprache bleibt es sowieso. Ich bin, froh, es endlich gelesen zu haben. Ich sollte noch mehr alten Lesestoff konsumieren.

Fahrenheit 451 von Ray Bradbury, wurde übersetzt von Fritz Güttinger und erschien bei Heyne.

 

Die besten Freunde

Ein Nachbar zieht um, nach sieben Jahren. Ans andere Ende der Stadt, näher an den Arbeitsplatz, näher an den Kindergarten. Für die Kleine ist es der erste Umzug.

Seit Wochen räumen sie den Keller aus, verschenken und verkaufen Sachen und fahren quer durch die Stadt. Immer, wenn ich im Treppenhaus bin, treffe ich ihn und wir reden über das Loslassen und das Sammeln und natürlich auch über das Wetter. In dieser Zeit haben wir mehr geredet, als in der ganzen Zeit zuvor.

Gestern dann ist alles fertig. Das Türschild ist abgeschraubt, Schlüssel sind abgegeben und der letzte Karton steht vor dem Auto. Die Kleine kommt vom Spielplatz hinterm Haus, mit ein paar Blättern und Zweigen in der Hand, durch die Bäume hören und sehen wir noch andere Kinder an den Schaukeln.

Die Kleine sagt, „So, ich habe mich von meinen besten Freunden verabschiedet.“

Der Vater geht in die Knie, um den letzten Karton hochzuwuchten und fragt, „Ja? Und wer ist das?“

Und die Kleine sieht ihn verwundert an und sagt ganz verständnislos, „Die Bäume und die Sträucher.“

Roman: Red Rising von Pierce Brown

Lesestoff: Red Rising von Pierce Brown. Geiles Cover, schlechter Klappentext. Aber wer glaubt schon Klappentexten…

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Der erste Absatz aus Red Rising:

Ich hätte in Frieden leben können. Aber meine Feinde brachten mir den Krieg.

Darrow lebt unter der Oberfläche des Mars, er weiß, sein Volk muss in den Minen leben und sterben, damit der Mars irgendwann bewohnbar ist. Ein Dienst an die Menschheit. Bis er bemerkt, dass der Mars schon längst erschlossen ist und sein Volk, die Roten, durch diese Lüge unterdrückt gehalten werden. Darrows Auftrag wird es, die Oberschicht zu infiltrieren und eine Revolution anzuzetteln.

Red Rising steht in der Tradition zu den Hunger Games und der Divergent Serie, diesmal geht es um ganze Planeten und die Unterscheidungen werden über Farben getroffen. Dazu kommt eine gut geplottete Story, die aber leider extrem plump erzählt wird. Dafür finde ich auch die Schreibe nicht gut genug, um das zu überdecken. Zu offensichtlich gibt es die Stellen, die die Story legitimieren und vorantreiben. Der Roman ist ja knapp 600 Seiten lang und diese habe ich relativ schnell gelesen. Aber die beiden Fortsetzungen werde ich nicht mehr lesen.

Dann lese ich lieber nochmal die Sten-Chroniken, die sich um Sten drehen, der zu einem ausgebeuteten Volk gehört und ausgewählt wurde, um eine Revolution anzuzetteln … Ist schon mehr als 10 Jahre her, dass ich diese Reihe gelesen habe, ich musste sehr oft daran denken und zumindest in meiner Erinnerung war diese Reihe besser.

Red Rising von Pierce Brown wurde übersetzt von Bernhard Kempen und erschien bei Heyne. Der Verlag hat mir ein Rezensionsverlag zur Verfügung gestellt.

Konzert: Florian Ostertag & Nasim auf Gartentour

Florian Ostertag und Nasim in den Weinbergen über Stuttgart.

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Schon vor Wochen hatte ein Freund uns angesprochen und gefragt, ob wir Lust haben auf Florian Ostertag und Nasim, sie spielen irgendwo in einem Garten in Stuttgart, Teilnahme nur mit Anmeldung.

Ich kenne kaum Lieder der beiden, aber hej, wieso nicht? Dann ist es gestern soweit. Aber es regnet nicht nur, es schüttet. So sehr, dass wir die Aufnahmen für #incommunicado unterbrechen müssen, weil der Regen so laut ist. Nach Stunden im Studio bin ich auch nicht so motiviert, irgendwo ein Konzert zweier Musiker zu sehen, die ich kaum kenne, und ohne ein Dach über dem Kopf. Meine Begleiter aber sind motiviert genug, um mich mitzuziehen. Glücklicherweise.

Die Location stellt sich als die Bühne über Stuttgart heraus, ein Garten mit Natürbühne und Platz für etwa 100 Gäste. Wir sitzen mit Decken, holen und bezahlen Getränke auf Vertrauensbasis und beobachten Florian und Nasim, wie sie vor uns den Soundcheck machen. Langsam füllen sich die Reihen und obwohl wir uns nicht kennen, sind wir alle Teil dieser kleinen Veranstaltung, Teil einer exklusiven Gruppe. Und dann geht es los.

Florian und Nasim sind sympathisch, wissen, wie sie ihre Geschichten erzählen müssen. Sie sind nah und persönlich. Und sie machen gute Musik. Es ist egal, ob ich sie davor kenne. Sie setzt sich im Ohr und Herz fest und alle sind gut drauf.

Es ist ein großartiger Abend. In Decken eingemümmelt hören wir gute Musik und haben Stuttgart im Hintergrund. Sie singen auf Deutsch und Englisch und auf der Bühne stehen nicht nur Gitarren, ein Piano und ein Akkordeon, sondern auch ein alter Fernseher, ein Tonbandgerät und eine Schreibmaschine. Die beiden machen mit allem Musik, die sich trotz aller Elektronik handgemacht anfühlt.

Natürlich ist es viel zu schnell vorbei. Dann laufen die letzten Lieder und als der Hut rumgeht, bemerken wir, dass Philipp Poisel in der letzten Reihe sitzt, so dass man ihn kaum bemerkt. Florian war mit ihm auf Tour und jetzt kommt er vorbei, um sich ein gutes Konzert anzusehen und eine großartige Zeit zu haben. Genau wie wir.

Noch knapp eine Woche touren sie durch Deutschlands Gärten.  Wie gesagt, ihr braucht die beiden nicht kennen. Schaut sie euch einfach an. Es lohnt sich, versprochen.

Die #incommunicado-Kampagne ist erfolgreich!

Phew! Nur wenige Tage vor Ablauf der Crowdfundingaktion haben wir die 1500 Euro zusammenbekommen. Das ist wunderschön! Das heißt, das all die Arbeit und das Bangen in den zwei Monaten nicht umsonst waren und wir jetzt das Hörbuch produzieren können!

Wir sind schon in der Vorbereitung: Das Studio ist bereit, Dennis Kröger, der mitsprechen wird, weiß Bescheid und ich lese mir nochmal den Roman durch, bevor wir kommende Woche ins Studio gehen.

Mittlerweile haben wir die benötigte Summe nicht nur erreicht, sondern überschritten, was mich überrascht. Ich hatte gedacht, bei einem Produkt, welches bei Veröffentlichung sowieso für alle kostenlos verfügbar sein wird, wird die Unterstützung –  wenn überhaupt – gerade so für die Realisierung ausreichen. Aber vielleicht gibt es noch ein paar unter euch, die das Hörbuch sofort haben wollen und nicht auf den Podcast warten wollen. Oder die eines der extrem wenigen Druckfassungen des Romans haben wollen, signiert natürlich. All diese Sachen gibt es noch als Dankeschöns und sind bis Ende des Monats noch für euch verfügbar.

Wir gehen also ab Montag ins Studio und halten euch, aber vor allem die Unterstützer auf dem Laufenden.

Danke und Lächeln, Fabian.

Film: BFG – Big Friendly Giant

Seit Donnerstag läuft Big Friendly Giant im Kino. Ich mochte das Buch und der Trailer sah gut aus, nach an den originalen Illustrationen von Quentin Blake. Also sind wir gestern ins Kino.

Es gibt tatsächlich viele schöne Sachen an und in diesem Film. Mark Rylance spielt einen großartigen Riesen und tatsächlich sieht ein Großteil des Films aus wie eine in Bewegtbild umgewandelte Version der Zeichnungen. Auch die Sprache ist wunderbar. Wunderbar nah an der grandiosen Übersetzung von Adam Quidam und wunderbar lustig in ihrem Gebrauch.

Trotzdem konnte mich der Film über weite Strecken hinweg nicht bannen. Ich war dabei, ja. Aber ich war nicht drin. Aus mehreren Gründen. Zuerst die Kamerafahrt, zu viele Szenen sehen so aus, als seien sie gedreht damit man zeigen kann, wie toll der 3D-Effekt ist. Solange die Filmemacher das 3D-Feature nicht als natürlichen Teil ihrer Werkzeugkiste sehen, sondern es noch immer als den neuen heißen Scheiß sehen, den sie ausstellen müssen, möchte ich solche Szenen nicht sehen.

Dann die Darstellerin der Sophie, Ruby Barnhill. Sie sieht aus, wie die Sophie im Buch. Und sie verhält sich auch so. Aber es tut mir leid, ich kaufe ihr ihr Spiel einfach nicht ab. In keinem Moment fühle ich mit ihr oder kann ihre Wandel mitempfinden. Das kann am schauspielerischen Talent liegen oder an der Synchronisation, das kann ich noch nicht einschätzen. Dafür müsste ich die originale Fassung nochmal sehen.

Zuletzt die Geschichte. Während Dahl im Roman eine eindeutige Linie fährt und Sophie(chen) und der Riese die Mission haben, die anderen bösen Riesen vom Menschen fressen abzuhalten, verstärkt Steven Spielberg das im Roman schwächer ausgesprägte Thema der Einsamkeit des Riesen und Sophie. Dadurch wird der Film emotionaler und ernster, aber er verliert auch an Stringenz, weil wir als Zuschauer schnell zwischen diesen Themen wechseln müssen und dadurch beide Themen ihre Kraft verlieren.

Ich wollte den Film mögen und habe mich auf ihn gefreut. Ich fand ihn auch nicht schlecht. Aber leider auch nicht gut.

Anleitung: Wie man auf Startnext spendet.

Seit anderthalb Monaten läuft meine Startnext-Kampagne für das #incommunicado-Hörbuch. Bei allem positiven Feedback sind solche Kampagnen auch extrem zermürbend.

Eine Sache, die ich in diesen sechs Wochen oft gehört habe, ist, wie kompliziert es ist, auf Startnext zu spenden.

Ja, ein Projekt auf einer Crowdfundingseite zu unterstützen ist nicht so einfach, wie bei Amazon mit einem Klick etwas zu bestellen. Aus gutem Grund, Startnext steht dafür gerade, dass die Projekte, aber auch die Unterstützer abgesichert sind. Projekte hätten ein Problem, wenn jemand erstmal eine große Summe bereitstellt, diese aber dann plötzlich zurückzieht. Unterstützer wollen ihre Bankdaten nicht jedem geben. Damit all das gewährleistet ist, gibt es dieses System.

Damit ihr trotzdem die Projekte, die euch am Herzen liegen, unterstützen könnt, habe ich diese Anleitung geschrieben:

  1. Auf Startnext registrieren
    Am oberen rechten Rand befindet sich der Button zur Registrierung.
    Bei einem verfügbaren Facebook oder Google+ Account könnt ihr euch damit anmelden. Oder ihr macht es ganz klassisch per Mailadresse, Name und Passwort (Wenn ihr euch bei einem guten Passwort schwer tut, nehmt eine Passphrase). Dann müsst ihr noch eure Mailadresse bestätigen. Dafür geht ihr in euren Mailaccount und findet diese Nachricht. Dort müsst ihr auf den Link klicken, damit Startnext weiß, dass das wirklich eure Mailadresse ist.
    Damit habt ihr ein Profil auf Startnext. Gratulation! Ihr könnt das noch mit Bild und mehr Infos versehen, ist aber nicht notwendig. Jetzt geht ihr zu dem Projekt, das ihr unterstützen wollt.
  2. Unterstützung aussuchen

    Auf jeder Projektseite gibt es rechts neben dem Projektvideo die Auflistung der Dankeschöns (auf anderen Plattformen werden sie auch „Rewards“ genannt). Ihr habt hier zwei Möglichkeiten, entweder unterstützt ihr mit einem freien Betrag, oder ihr sucht euch eines (oder mehrere) der Dankeschöns aus.
    Wenn ihr sie ausgewählt habt, kommt ihr in sowas wie den Kassenbereich.
  3. Bezahlen
    Hier seht ihr die Übersicht eurer gewählten Dankeschöns (a). Dann entscheidet ihr die Bezahlmethode (b). Bedenkt, dass Geld wird immer erst dann abgebucht, wenn das Projekt wirklich erfolgreich finanziert ist. Deshalb ist eine Crowdfundingseite auch komplexer aufgebaut, als ein einfaches Spendenformular.
    Dann werdet ihr im gelben Bereich dazu aufgefordert, Startnext selbst zu unterstützen (c). Ob ihr das macht, sei euch überlassen. Dann seht ihr den Gesamtbetrag (d), der sich aus euren Dankeschöns und euren Beitrag für Startnext zusammensetzt. Den Haken für den Newsletter müsst ihr nicht setzen, aber den Nutzungsbedingungen müsst ihr zustimmen, sonst geht es nicht weiter. Dann müsst ihr nur noch auf den grünen Button (f) klicken. Daraufhin öffnet sich ein Fenster, bei der ihr je nach gewählter Bezahlmethode eure Daten eingeben müsst, damit das Geld bei erfolgreicher Finanzierung abgebucht werden kann.

Das war’s! Ihr seht, mit ein wenig Geduld kriegt man auch das hin. Wenn ihr euch gleich mal ausprobieren wollt, schaut euch mein Hörbuch an, ich freue mich, wenn wir das zusammen hinbekommen.

Kinderbuch: Sophiechen und der Riese von Roald Dahl (mit Gewinnspiel!)

Der erste Satz aus Sophiechen und der Riese:

Sophiechen konnte nicht einschlafen.

Ich hatte den Namen Roald Dahl schon gehört, aber ich hatte noch nie etwas von ihm gelesen oder genau gewusst, wer er war. Autor nämlich, von verfilmten Werken wie Mathilda, der fantastische Mr. Fox und Charlie und die Schokoladenfabrik. Und eben auch Sophiechen und der Riese.

Kommenden Donnerstag (21. Juli) kommt der Film unter dem englischen Orginaltitel BFG – BIG FRIENDLY GIANT ins Kino, höchste Zeit, davor das Buch zu lesen.

Sophiechen ist Waisenkind und mir reichen die ersten beiden Seiten, um zu verstehen, dass das kein gutes Waisenhaus ist, in dem Sophiechen ist. Wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob es jemals ein gutes Waisenhaus gegeben hat. Aber schon einen kurzen Moment, nachdem wir Sophiechen und das Waisenhaus kennengelernt haben, kommt der Riese am Fenster vorbei und entführt sie. In die Welt der Riesen, die Menschen fressen und böse sind. Nur ihr Riese macht das nicht, denn er ist der Gute Riese, der GuRie. Er sammelt Träume und verteilt sie an Kinder und er muss sich gegen die bösen Riesen zur Wehr setzen. Eine Sache, bei der Sophiechen helfen wird.

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Ja, eine Kindergeschichte, ein Erzähler, der für Kinder erzählt. Aber Roald Dahl eben erzählt hat, immer mit einer guten Prise schwarzem Humor und Derbheit. Es ist kein „Es war einmal Märchen“. Es ist eine phantastische Geschichte, mit sterbenden Menschen und Flüchen und einer klaren Sicht auf die schlechten Seiten des Lebens. Trotzdem bleibt ein Happy End.

Sophiechen und der Riese kam in Deutschland erstmals 1984 auf den Markt und erhielt ein Jahr später den deutschen Jugendliteraturpeis.  Zu Recht. Die Geschichte und die Erzählart haben bis heute nichts von der Faszination eingebüßt. Im Gegenteil, selbst die damalige Übersetzung von Adam Quidam (ein Pseudonym des Lektors Hermann Gieselbusch) strahlt bis heute. Da der Riese nie wirklich in der Schule war, hat er ein einzigartiges Vokabular, das auch im Deutschen extrem viel Spaß macht. Die Zeit schrieb in ihrer Rezension damals:

Wer käme auf Besseres als „menschliche Leberwesen“ für „human beans“ (= human beings) oder als „Spanier schmecken nach Spanferkel“ für „Turks from Turkey ist tasting of turkey“? Da es nicht immer möglich ist, Entsprechungen zu finden, hat sich der Übersetzer vorgenommen, „daß auf jeder Seite ungefähr derselbe Humorpegel erreicht wird.

Dieser Humorpegel hat sich bis heute gehalten. Sophiechen und der Riese ist ein Buch, für das man kein Kind mehr sein muss, um es grandios finden zu können. Es ist witzig und derb und brutal und voller Herz.

Und die in diesem Jahr erschienene neue Auflage des Buches bei Rowohlt ist extrem schön gestaltet, inklusive der originalen Illustrationen von Quentin Blake, an denen sich wiederum der Film orientiert hat.

Gewinnspiel:

Ich verlose 2 mal 2 Freikarten für den zugehörigen Kinofilm. Schreibt mir eine Mail mit eurer Adresse und sagt mir, welches Kinderbuch ihr erst nach eurer Kindheit kennen und lieben gelernt habt. Der Zufall entscheidet dann. Einsendeschluss ist Mittwoch, der 20 Juli, 12 Uhr. Dann gehen die Karten direkt raus. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg!

Sophiechen und der Riese von Roald Dahl wurde übersetzt von Adam Quidam und erschien bei Rowohlt. Das Rezensionsexemplar und die Freikarten wurden mir zur Verfügung gestellt.

Was übrig bleibt: „Was ich meine und was ich sage, sind zwei verschiedene Dinge”, verkündete der GuRie stolz….“

““Was ich meine und was ich sage, sind zwei verschiedene Dinge”, verkündete der GuRie stolz. “Und jetzt zeige ich dir eine Kotzgurke.””

Sophiechen und der Riese – Roald Dahl

Originalpost auf „was übrig bleibt“

„was übrig bleibt“ ist eine Sammlung, sind unterstrichene Sätze, gefundene Worte & liegengebliebene Gedanken aus Büchern, die wir lesen und lieben.

Roman: Worauf du dich verlassen kannst von Kate Tempest

Der erste Absatz aus Worauf du dich verlassen kannst:

Es kriecht dir in die Knochen. Du merkst es nicht mal. Erst, wenn du daran entlangfährst, das immer schon Vertraute vorbeigleiten und zurückbleiben siehst.

Plötzlich war Kate Tempest auf meinem Radar. Der Name führte über einen Spoken Word Text zu diesem Roman. Bevor wir über den Inhalt reden, erstmal die Form. Die ist nämlich unglaublich geil. Okay, ich verstehe den Dinosaurier auch nach dem Lesen nicht, aber das minimale Cover ohne Schutzumschlag, das Gefühl, dieses Buch in der Hand zu halten und es aufzuschlagen, ich liebe es. Das Buch hat eine Fadenbindung und einen geraden Buchrücken und wenn ich es aufschlage, liegt es flach auf dem Tisch. Ich bin total begeistert.

Was in der Form beginnt, geht im Inhalt weiter. Das Intro liest sich wie ein Spoken Word Text, ein Rap in Prosaform und die Beats springen mir entgegen, was mir erstmal schwerfällt und mich verwirrt. Danach wird es besser, entweder sind die Beats schwächer oder ich habe mich an sie gewöhnt.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/146548331174/leon-sah-dass-das-leben-mal-abscheulich-und-mal

Kate Tempest erzählt einen Ausschnitt aus dem Leben in London, mit vielen Geschichten und Ereignissen und Menschen, deren Wege irgendwann immer zusammenfinden. Sie erzählt mit einem detaillierten auktorialen Erzähler, der extrem nah an den Figuren ist. Ich lese nicht nur abwechselnd die Gedanken und Gefühle der vier Protagonisten, ich kenne ihre Familie bis zu den Großeltern, ich weiß, warum die Eltern sich wie verhalten haben und verstehe, warum sich die Protagonisten verhalten, wie sie es tun. Ich muss es nicht akzeptieren oder gar gut heißen, aber ich kann es nachvollziehen.

Mehr noch, ich will es verfolgen. Obwohl es verwirrend und anstrengend ist und Kate Tempest von Person zu Person, von Gefühl zu Gegengefühl springt, will ich dabei sein. Obwohl ich mein Problem mit Geschichten über Drogen habe und sie meist als Attitüde und Lebensstil lese, der nicht meiner ist, geht es mir hier anders.

Ich brauche eine ganze Weile, bis ich die Geschichten verstehe und wer wie zusammengehört. Aber dann folge ich ihnen und will mehr wissen, selbst, als das Buch zu Ende ist. Dann sitze ich enttäuscht da. Lese den Anfang nochmal. Schade, dass es nicht weitergeht. Aber hej, genau das ist es, ein Ausschnitt aus dem Leben. Es gäbe keinen guten Punkt, um auszusteigen.

Und wir steigen auch nicht wirklich aus, denn Kate Tempest verschränkt ihre Künste. Das heißt, die Geschichten ihrer Protagonisten gehen in ihren Liedern und Gedichten weiter. Und vielleicht, hoffentlich, irgendwann in einem neuen Roman.

Worauf du dich verlassen kannst ist ein dichter, intensiver Roman, in dem man sich erst zurechtfinden muss und dann nicht mehr raus will. Gerne mehr davon.

Worauf du dich verlassen kannst (Originaltitel: The Bricks that Built the Houses) von Kate Tempest wurde übersetzt von Karl und Stella Umlaut und erschien bei rowohlt. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.