Was ist Geduld?

Sieht aus wie in einem Gefängnis? Ist so im Haus meiner Eltern zu finden.

Vor ein bisschen mehr als sechs Jahren hat meine Familie ein Haus gebaut (Von dem der Telefonterror noch nichts weiß). Jedenfalls, beim Hausbau wurde (natürlich!) auch ein FI-Schalter eingebaut. Ein Auszug aus der Wikipedia:

Ein Fehlerstromschutzschalter schützt gegen das Bestehenbleiben, nicht das Entstehen, eines unzulässig hohen Berührungsstroms (…). Er ist ein effizientes Mittel zur Vermeidung von gefährlichen (zum Teil tödlichen) Verletzungen bei Stromunfällen (Erdschluss über den menschlichen Körper) und dient zusätzlich der Brandverhütung.

Das heißt in etwa: Der Schalter misst den Stromdurchlauf innerhalb eines Hauses. Wenn also beispielsweise Strom durch Kontakt mit Wasser falsch abgeleitet wird, merkt das der Schalter und schaltet den Strom ab. Ein gänzlich nützliches Gerät also und seit 1984 in Deutschland Pflicht bei Neubauten. Soviel zum Hintergrundwissen. Jetzt also die Geschichte:

Während der Bauzeit hing der Baukran der Firma am Stromnetz des Hauses, welches schon damals mit einem FI-Schalter ausgestattet war. Es hatte geregnet und irgendwie muss irgendwo eine Leitung mit Wasser in Kontakt gekommen sein.

Es ist ein früher Morgen an einem Wochentag, ein Bauarbeiter will den Kran in Betrieb nehmen. Er schaltet den Kran ein, aber der FI-Schalter merkt den Stromschwund und schaltet den Strom ab.

Der Bauarbeiter schaltet den Kran ab, geht ins Haus, macht Strich Nummer 1 an die Wand, legt den FI-Schalter wieder um und geht wieder raus. Er schaltet den Kran ein, aber der FI-Schalter merkt den Stromschwund und schaltet den Strom ab.

Der Bauarbeiter schaltet den Kran ab, geht ins Haus, macht Strich Nummer 2 an die Wand, legt den FI-Schalter wieder um und geht wieder raus. Er schaltet den Kran ein, aber der FI-Schalter merkt den Stromschwund und schaltet den Strom ab

undsoweiterundsofort, wir überspringen den Absatz 95 mal und kommen zum Ende:

Der Bauarbeiter schaltet den Kran ab, geht ins Haus, macht Strich Nummer 98 an die Wand, aber diesmal legt er den FI-Schalter nicht wieder um, sondern baut ihn aus! Und geht wieder raus.

Er schaltet den Kran ein und macht seine Arbeit.

Ihr glaubt mir nicht?

Ist aber kein Witz! Ist wirklich passiert! Sonst wäre dieser Artikel als Text gezeichnet. Jedenfalls muss ich jedesmal lachen, wenn ich die Striche sehe und dann denke ich mir jedesmal:

Das ist Geduld.

Denkt an die Striche, wenn ihr mal ungeduldig seid, lächelt, macht euch einen guten Tee und wartet noch ein bisschen ab.

Spread the smile – faby

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4 Gedanken zu „Was ist Geduld?“

  1. vielleicht hat er die striche auch gefakt, wollte geschichte schreiben, in die zeitung kommen oder so und hat viel mehr striche gemalt als es de facto schalterumlegungen waren…
    vielleicht hat er auch seine pinkel und raucherpausen mitgezählt?????

    desweiteren: wenn es denn tatsächlich 98 mal schalter umlegen war…
    stellt sich die frage nach dem „wie oft in der stunde ist denn der schalter wieder raus“
    wenn der schalter umlegt zum kran geht und sich nach 5 sekunden der schalter umlegt, reißt der geduldsfaden wohl schneller als wenn der schalter sich in einem jahr 98 mal umknipst.
    ..
    naja.. auf jeden fall… coole striche habt ihr am haus.
    sehr inspirierenden zu heiteren geschichten

    grüßle
    böni

  2. Boeni, klar kann es sein, dass er mehr Striche gemacht hat als Schalterumlegungen. Aber warum?

    Zu der Frage nach dem “wie oft in der Stunde ist denn der Schalter wieder raus”: Der Schalter geht direkt nach anschalten des Krans aus! Sofort! Es soll ja vermieden werden, dass ein Mensch einen Stromschlag bekommt.

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