Straßenpoesie: ungenutztes Potential

Der Aufprall ist ohrenbetäubend. Obwohl die Frau versuchte zu bremsen, erwischt sie die Kuh frontal. In Irland ist es ja normal, dass Kühe und Schafe die Straße kreuzen. Deshalb fährt die Frau auch einen dieser Geländewagen, die für genau solche Begegnungen gemacht sind. Trotzdem sollte man langsam durch die Dörfer fahren. Dieser Fehler und die Tatsache, dass die Kuh echt schnell hinter dem Haus hervorkam, machten den Unfall zwingend. Die Frau fegte sich die langen Haare aus dem Gesicht, fluchte so laut, dass man es durch die geschlossenen Türen hindurch konnte und stieg aus dem Jeep. Bis auf ein bisschen Fleisch, Fell und Blut war dieser unversehrt. Die Kuh dagegen atmete zwar noch, würde aber bald selbst dafür zu wenig Blut im Körper haben. Nachdem die Frau sich sicher war, dass dem Wagen nichts passiert war, wischte sie sich die blutigen Hände an einer Stelle der Kuh, die noch sauber war, am Fell ab und zog ihren überdimensionierten Geldbeutel aus der Tasche. Dann pinnte sie 250 Euro an das linke Horn der Kuh, die jetzt nur noch flach atmete. Sie kratzte sich kurz am Kopf, sah auf die Uhr, erschrak, stieg in den Jeep und fuhr davon. Peter kam aus dem Dunkel geschlurft, steckte die Kohle ein und erweckte wieder zum Leben. Dann versteckte er sich wieder und wartete auf das nächste Auto.

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