Roman: Am Ende schmeißen wir mit Gold von Fabian Hischmann

Der erste Satz aus Am Ende schmeißen wir mit Gold:

Ich gebe Gas.

Fabian Hischmann beginnt seinen Debütroman mit dem Blut und Drama des Schlusses, nur um dann wieder vorne zu beginnen. Er erzählt die Geschichte von Max, Lehrer in einer seiner ersten Sommerferien, der in das Dorf seiner Kindheit zurückkehrt, um auf das Haus der Eltern und den Hund aufzupassen. Dort wird er aber auch mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

Die Stärke dieser Geschichte liegt in ihrer Identifikationsfähigkeit. Ganz viele Sachen lassen einen lächeln und sagen, ja, das kenne ich auch noch. Sei es Bum Bum, dieses rote Eis mit dem Kaugummigriff oder bestimmte Kinderserien, die heute nicht mehr laufen, der Roman ist voll von solchen Sachen, die vielleicht gerade meine Generation kennt. Vielleicht wird das auch dadurch verstärkt, dass der Hauptteil des Romanes im Süden Deutschlands, meiner Heimat, spielt. Dazu kommt der Junge-trifft-alte-Liebe-Teil, den wahrscheinlich auch jeder kennt und man trotzdem gespannt ist, wie es diesmal ausgeht. Und schließlich muss ich sagen, hat Hischmann einige Satzperlen drin, die mich immer wieder stehenbleiben und geniessen liessen.

Auf der anderen Seite nutzt Hischmann manchmal auch eine sehr sperrige Sprache. Sätze, die ich mehrmals lesen muss, bis ich sie verstehe. Weil sie so verdichtet sind oder weil sie zu große Interpretationsfreiräume lassen. Und irgendwo ist die Geschichte, selbst das große, dramatische Ende – welches ja am Anfang als Aufhänger taugt – dann doch zu banal. Es ist schön zu lesen, weil man fast alles irgendwie kennt und mitfühlen kann. Aber fast durchgehend dachte ich dabei, was will er denn im nächsten Roman schreiben?

Alles in allem ist Am Ende schmeißen wir mit Gold eine schöne und relativ schnell lesbare Geschichte, die aber an keine Tiefen rührt. Wie ein gut gemachter Film, der mich unterhält, aber nicht nachhallt.

Am Ende schmeißen wir mit Gold von Fabian Hischmann erschien beim Berlin Verlag.

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