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Mal kurz die sexuelle Orientierung überdenken.

Ich bin unterwegs und lande irgendwo in einer WG auf einer Party. Musik, ein paar bekannte Gesichter, viele unbekannte Leute. Ein paar sagen Hallo, wir nennen unsere Namen und vergessen den des Gegenübers gleich wieder. Und dann steht da dieser Kerl und nennt seinen Namen. Nennen wir ihn für heute mal Tom. Wir schütteln die Hände und ich denke, wow, das ist wirklich ein schöner Mensch.

Ich denke und sage das öfter, besonders von Frauen, manchmal auch von Männern, aber Tom wirft mich um. So eien Art von Ausstrahlung und dadurch Anziehungskraft habe ich bei einem Mann noch nie erlebt.

Wir haben an dem Abend nichts mehr miteinander zu tun, sitzen in verschiedenen Gruppen und ich unterhalte mich gut. Aber ich schaue mir Tom den ganzen Abend über immer wieder an. Und für die kommenden zwei Tage und besonders die Nächte hängt er mir in den Erinnerungen und in den Gedanken nach. Noch nichtmal er als direkte Person, aber er als Türöffner der Möglichkeit einer anderen sexuellen Orientierung. Also verbringe ich zwei Nächte damit, mich ernsthaft zu fragen, ob ich sexuelle Interaktionen mit einem anderen Mann erregend und befriedigend finden könnte.

Leider ist das nicht so leicht, denn da ist eine Hälfte eines Seins, der sich vehement gegen diese Frage wehrt und sie kategorisch ablehnt. Klassischer innerer Kampf gegen sich selbst. Mit jedem Aber und über die eigenen Gedanken fahren. Mit der Angst, ein 28 Jahre lang aufgebautes Weltbild zu zerstören. So geht das zwei Nächte ohne Schlaf und eindeutiger Entscheidung, falls es letzteres in dieses Sache überhaupt gibt.

Das ist nun ein paar Wochen her und meine alltäglichen Gedanken und körperlichen Reaktionen sagen mir, dass ich Frauen immer noch noch als das schönere Geschlecht ansehe, auch ganz losgelöst von Traditionen und Konventionen. Vor kurzem habe ich Tom nochmal gesehen. Immer noch ein sehr schöner Mann. Und ich bin ihm dankbar dafür, mir dieses Erlebnis mit den Folgen beschafft zu haben: Einfach mal so vorurteilsfrei wie möglich die sexuelle Orientierung zu überdenken.

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