Wenn uns jemand fragt, sagen wir, er ist ein Freund. Aber eigentlich muss man sagen, er ist nur da.
Er kommt oft, hat manchmal was zu essen oder knabbern dabei und immer wieder eine kleine neue Anekdote. Dann steht oder sitzt er neben einem und erzählt und fragt nach dem eigenen Befinden. Manchmal hilft er, was er so kann. Aber größtenteils ist er einfach nur da. Jetzt, beispielsweise, sind wir mitten im Renovieren der neuen Wohnung. Er kommt, der erste Besucher überhaupt, bringt Brötchen und Geschichten, und sagt irgendwann, kann ich mich auf die Couch setzen? Und wir sagen, klar, fühl dich wie zuhause.
Dann sitzt er auf der Couch, ein Überbleibsel des Vormieters, dreckig und perfekt, um uns in der Renovierungsphase als Sitzmöglichkeit zu dienen. Hat sein Smartphone in der Hand und regiert die Welt auf 4 Zoll. Manchmal döst er eine Weile dort oder wechselt ein paar Worte mit jemandem, der sich zu ihm gesellt. Aber im Großen und Ganzen ist er nur da.
Ich stelle mir vor, im Zeitraffer, wie wir um ihn herum streichen, den Boden erneuern und die neuen Möbel reinbringen, ihn vielleicht einmal auf die neue Couch versetzen müssen, und er als Ruhepol mittendrin sitzt.
Und dann frage ich mich, ob das nicht der kleinste gemeinsame Nenner von Freundschaft ist. Einfach nur da zu sein.

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