#WarumIchLese

Sandro sammelt Geschichten von Literaturbloggern darüber, warum wir lesen. Das ist meine.

Ich kann nicht den einen Grund dafür benennen, warum ich lese. Aber ich habe die folgenden Erinnerungen im Kopf, die eine unvollständige, aber erklärende Antwort ergeben:

  1. Auf dem Weg von der Schule nach Hause kam ich, mit leichtem Umweg, an einem Zeitschriftenladen vorbei. Mittwochs erschien die Mickey Maus. Also kaufte ich mir jeden Mittwoch das Heft. Aber bis ich den Rest des Weges nach Hause zurückgelegt hatte, hatte ich das Heft auch schon durchgelesen. Mein Vater kaufte mir irgendwann eine Handvoll Lustiger Taschenbücher, die Comics aus Entenhausen, die damals monatlich erschienen. Ich erinnere mich daran, mein Vater stand auf dem Balkon im ersten Stock und sah zu mir herunter, ich stand im Garten und er fragte mich nach den Comics und ich antwortete, die Geschichten seien mir zu groß. Zu lang. Ich konnte sie nicht fassen. Zumindest für eine Zeitlang.
    Danach sammelte ich mir auf Flohmärkten die alten Ausgaben zusammen und hatte auch das Abo der LTB. Ich habe drei jüngere Geschwister, das Abo wurde von Kind zu zu Kind weitergegeben. Bis heute bekommen meine Eltern die Lustigen Taschenbücher nach Hause geschickt. Ich habe leider schon viel zu lange nicht mehr darin gelesen.
    Im Nachhinein ist mir aber aufgefallen, wie ich durch Bearbeitung bekannter Stoffe und die Verwandlung Comicgeschichten mit einer gewissen Art von Vorwissen an „echte“ Literatur herangegangen bin.
  2. Als ich 12 war, ist unser Fernseher kaputtgegangen. Wir hatten nur drei Programme, aber eines davon reichte, um mich stundenlang davor zu setzen. Dann entschieden meine Eltern aber, dass es keinen neuen Fernseher geben würde. Nach einer gefühlten Ewigkeit der Langeweile, alle Comics, die ich hatte, hatte ich durchgelesen, rang ich mich dann doch durch, ein Buch ohne bunte Bilder in die Hand zu nehmen. Vielleicht nicht das erste, aber eines der ersten war Michael Endes „Unendliche Geschichte“, in der Hardcoverversion im roten Seidenumschlag, eingeprägtem Auryn und natürlich der zweifarbigen Schrift.
    Ich habe dieses Buch überall mitgenommen und gelesen. Manchmal auch irgendwo vergessen, einmal auch auf dem Balkon im Regen. Bis heute ist das Buch gewellt. Und geliebt.
  3. Danach habe ich überall gelesen. Was ich heute mit dem Smartphone mache, habe ich früher mit Büchern gemacht, ich hatte immer eines vor der Nase. Im Zug, in den Pausen in der Schule, beim laufen. Selbst beim Fahrradfahren habe ich mir ein Buch in die Lenkertasche gestopft. Da hin, wo normalerweise die Straßenkarten kommen. Selbst, wenn ich mit Freunden unterwegs war, hatte ich ein Buch dabei. Als Kind war ich oft allein, aber niemals einsam.
  4. Wie sehr mich Bücher bannen können: Ich lag auf dem Sofa im Wohnzimmer und las „Das Jesusvideo“ von Andreas Eschbach, eine Verfolgungsszene durch die israelische Wüste und ich war dort. Ich spürte die Hitze und den Sand und den Fahrtwind. Das Adrenalin und den salzigen Geschmack auf den Lippen. Meine Eltern mussten mich mehrmals rufen, um mich aus dieser Welt zurückholen zu können.

Natürlich, je länger ich darüber nachdenke, desto mehr solcher Momente fallen mir ein. Aber dies sind die ersten. Ich bin aufgewachsen in einem Haushalt, in dem es schon immer Bücher gab. Was nicht unbedingt heißt, dass man auch viel liest. Bei mir hat es geklappt. Ich bin ziemlich froh drum. Bis heute sind Geschichten der größte Teil meines Lebens. Ich konsumiere sie, ich produziere sie, ich liebe sie.

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