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Suchergebnisse: „john niven“ (Seite 1 von 2)

Roman: Alte Freunde von John Niven

Der erste Satz aus Alte Freunde:

Alan Grainger durchforstete seinen Wortschatz nach einem anderen Begriff für ‚Unverschämtheit‘, als er von Covent Garden kommend die Charing Cross Road überquerte.

John Niven hat mit Coma und Gott bewahre Bücher abgeliefert, derb und so unterhaltsam, dass ich vielen Menschen davon erzählt habe. Straight White Male lag mir zu sehr an Californication, aber war trotzdem ein gutes Buch.

Gute Freunde fängt mit dem Zusammentreffen alter Freunde nach mehr als 25 Jahren an, in denen sich alles geändert hat: Der ehemalige Rockstar lebt seit Jahren obdachlos und der langweilige Mitläufer von früher ist glücklich verheiratet und wohlverdienend. Natürlich nimmt Alan seinen alten Freund Craig auf und versucht, ihm wieder auf die Beine zu helfen. Dabei scheint Craig anderes im Sinn zu haben.

Die Prämisse ist mir erstmal egal, ich lese, weil ich weiß, dass ich etwas von Niven lese und er es schon größtmöglich knallen lassen wird. Macht er leider nicht. Im Gegenteil, es fühlt sich an, wie ein Manuskript, das in der Schublade lag und nun ein bisschen entstaubt wurde für die Veröffentlichung.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/173057788297/die-entscheidenden-weichen-des-lebens-winzige

Es gibt tolle Gedankengänge und Sätze drin, schöne Bilder und witzige Stellen. Aber oft wirkt es plump und hölzern, erklärend und inkonsistent in der Erzählweise. Da Stephan Glietsch schon die anderen Romane von John Niven ins Deutsche übertragen hat, schiebe ich dies dem Autor zu, nicht dem Übersetzer.

Es ist ein okayes Buch. Aber niemals das von Niven, welches ich empfehlen würde.

Alte Freunde von John Niven wurde übersetzt von Stephan Glietsch und erschien bei Heyne Hardcore. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Roman: Straight White Male von John Niven

Der erste Satz aus Straight White Male:

Bequem in den Clubsessel gelehnt, schlug Kennedy Marr die Beine übereinander und starrte aus dem deckenhohen Fenster, als müsse er die Frage überdenken.

Kennedy Marr ist ehemals erfolgreicher Autor, der viel trinkt und gerne fickt, einem Charles Bukowski nicht unähnlich. Mittlerweile in L.A. angekommen, versucht er irgendwie über die Runden zu kommen und das Verhältnis zu seiner Tochter einigermaßen gut zu halten. Aus finanzieller Verzweiflung nimmt er Dozentenstelle an einer Universität an, um jungen Menschen das schreiben beizubringen. Umgeben von vielen jungen Frauen nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Ich habe den Roman gerne gelesen. Er ist gut und flüssig geschrieben und hat seine tiefen Momente. Aber leider zieht er bei jedem Vergleich ganz knapp den kürzeren:

Straight White Male vs. Californication

Wer die Serie Californication kennt, erkennt hier große Ähnlichkeiten, und das ändert sich auch bei der Lektüre des Romanes nicht: Straight White Male ist die Romanversion von Californication. Ja, die Hauptpersonen heißen anders und nicht beide kommen aus Irland, aber das war es dann auch mit den großen Unterschieden. Was aber überhaupt nicht schlimm ist. Ich kenne und lese John Niven schon seit einigen Büchern und mag seine derbe und extreme Schreibweise. Zusammen mit dem Thema versprach das ein großer Spaß zu werden. Ist es auch. Es ist derb, extrem, skurril und lustig, wie seine anderen Bücher auch. Und es ist sehr nah an Californication. Das tut dem Lesevergnügen erstmal keinen Abbruch, aber mit der Serie hat das Buch einen ebenso derben und guten Konkurrenten. Und natürlich vergleicht man andauernd, wenn man beides kennt. Dabei kommt raus: Die Serie ist krasser, hat die größeren Ausschläge und komischen Momente. Aber der Roman ist menschlicher. Hank Moody aus Californication ist ein geiler Typ, keine Frage. Aber man will nicht mit ihm tauschen. Kennedy Marr dagegen macht auch extreme Sachen, aber hat eine große menschliche, zweifelnde Seite, er ist nicht ganz so abgebrüht, wie Moody. Und das lässt das Buch glänzen und gibt ihm seine guten Momente. Von der Story her aber ist die Serie größer.

Straight White Male vs. die anderen Bücher von John Niven

Wie gesagt, der Roman liest sich super und macht unglaublich Spaß, meiner Meinung nach hat John Niven aber mit Gott bewahre und Coma bessere Bücher geschrieben. Ich habe diesen hier gern gelesen. Aber ich freue mich auf neue, stärkere Bücher.

Straight White Male von John Niven wurde übersetzt von Stephan Glietsch und erschien bei Heyne Hardcore.

Buch: Gott bewahre von John Niven

Gott bewahre bei Amazon

John Niven kennen wir ja mittlerweile von Coma. Gott bewahre ist der neue Roman. Und der ist geil. Mal abgesehen vom Cover und vom deutschen Titel. Aber das ist ja nicht zum ersten Mal so. Es gibt immer wieder schlechte Titel und Cover. Dafür ist der Inhalt umso geiler.

Gott war im Urlaub. 400 Jahre. Und als er zurückkommt, ist es 2011 und die Menschheit geht ziemlich krass den Bach runter. Also schickt er Jesus nochmal auf die Erde, um die einzig wichtige Botschaft zu verbreiten: Seid Lieb.

Ich will gar nicht weit vorgreifen. Das Buch ist auf gesunde Weise genauso derb, wie man es von Niven gewohnt ist und es enthält alles was man für ein gutes Buch braucht: Einen Helden (Jesus. Einen cooleren Helden gibt es wohl nicht), gute Musik, einen Roadtrip und ein geniales Finale.

Wie gesagt, lasst euch nicht vom schlechten Titel und schlechtem Cover ablenken, kauft euch das Buch, spätestens als Taschenbuch.

 

Gott bewahre von John Niven wurde übersetzt von Stephan Glietsch und Jörn Ingwersen und erschien bei Heyne Hardcore. Der Originaltitel lautet The second coming.

Buch: Coma – John Niven

Eigentlich habe ich das Buch schon ein paar Monate hier liegen und ich habe es auch schon vor längerem gelesen. Aber ich hatte es an mehrere Menschen ausgeliehen und gestern erst wieder bekommen. Ein perfekter Zeitpunkt, eine Empfehlung zu schreiben. Weiterlesen

Roman: All die verdammt perfekten Tage von Jennifer Niven

Der erste Satz aus All die verdammt perfekten Tage:

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?

Finch überlegt sich jeden Tag, ob er heute sterben will. Violet versucht, den Tod ihrer Schwester zu verarbeiten. Sie treffen sich auf dem Glockenturm der Schule, als beide versuchen, sich umzubringen. Dieses gemeinsame Geheimnis bringt die beiden zusammen und Violet lernt wieder, zu leben, von diesem Jungen, der eigentlich sterben will.

Der Anfang liest sich, wie „A long way down“ von Nick Hornby. Das Buch ist aber nicht so. Nicht wirklich zumindest. Aber es geht auch um Selbstmord und wie damit umzugehen. Jennifer Niven (soweit ich weiß, nicht verwandt mit John Niven) schreibt leicht lesbar und spannend, ich hatte das Buch in zwei Tagen durch, wobei ich mit den ersten Seiten wirklich zu kämpfen hatte. Den Charakter von Finch konnte ich kaum greifen, bis ich verstanden habe, dass er sich selbst nicht greifen kann. All die verdammt perfekten Tage schwimmt im Fahrwasser von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, erinnert in vielen Momenten daran, aber im Laufe der Geschichte auch an „Elizabethtown„, mit verdrehten Rollen.

Es ist eine gute Geschichte, mal ein lustiger, mal ein trauriger Roman. Manchmal habe ich die Tränen hinter den Auge gespürt, manchmal musste ich lachen. Man kann ihn sehr gerne lesen, wenn man auf die Geschichte von Leben und Tod, von Liebe und Jugend, auf Road-Trip und auch auf eine gute Art von Kitsch steht.

Wer es nicht lesen will, kann noch eine Weile warten und den Film sehen, der bald gedreht wird.

Eigentlich hat es nicht mit dem Buch zu tun, aber wie Jennifer Niven das Buch mit anderen Medien verknüpft, kommt sehr nah daran, was ich mit meinen Büchern machen will. Das Buch hat einen Instgram-Account, mehrere Playlists, passende Webseiten, gibt die Möglichkeit, die Orte des Buches auch zu besuchen und Niven hat sogar ihre Traumbesetzung für die Verfilmung gesetzt. Das ist ganz schön großartig!

All die verdammt perfekten Tage von Jenniver Niven wurde übersetzt von Alexandra Ernst und erschien bei Limes. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.