Hörbuch: Schachnovelle von Stefan Zweig, gesprochen von Christoph Maria Herbst

Ich habe die Schachnovelle irgendwann zwischen 16 und 18 gelesen, in der Zeit in der ich auch vieles andere las, was ‚man gelesen haben sollte‘. Im Nachhinein war das für vieles ein paar Jahre zu früh.

Diesmal habe ich mir auf Rat von Tobias ‚Buchrevier‘ Nazemi die Hörbuchfassung von Christoph Maria Herbst angehört. Ich habe ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Herrn Herbst und bin immer etwas irritiert, wenn das, was er macht nicht witzig sein soll.

Die Schachnovelle ist ein schmales Bändchen, mittlerweile auch kostenlos online verfügbar (Gemeinfreiheit, yeai!), die Hörbuchfassungen dauern alle etwa Zweieinhalb Stunden. Auch diesmal brauche ich eine Weile, bis mit der Ernsthaftigkeit klar komme, aber dann hat die Erzählweise, sowohl von Zweig, als auch von Herbst vollkommen.

Ich glaube, heute würde das Büchlein anders redigiert, die Geschichte ein wenig anders erzählt werden, ein paar Erklärsätze gestrichen, aber in ihrer Gesamtheit ist sie auch mehr als 75 Jahre nach ihrem Erscheinen extrem eindringlich und veranschaulicht nicht nur das schachliche Wesen, sondern auch, wie schwer Monotonie zu ertragen ist und wie schön man sich an den alltäglichen Dingen erfreuen kann, wenn man sie eine Zeitlang nicht erleben durfte.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/169612454057/ich-aber-lauschte-nur-auf-ihre-stimme-war-das

Christoph Maria Herbst ist beim Erzähler nicht ganz so stark, wie in den Figuren, aber das Buch lebt von den Monologen der Protagonisten und die macht er wunderbar. Immer noch eine krasse, berührende Geschichte, geil vorgelesen. Sehr sehr empfehlenswert.

Dank der Gemeinfreiheit gibts nicht nur das Buch, sondern auch vielfache Hörbuchversionen online. Ich habe in die Reclam Ausgabe mit Hans Sigl reingehört, ist zwar österreichischer, aber bringt zumindest beim Stichhören nicht die gleiche Intensität.

Die Schachnovelle von Stefan Zeig, gesprochen von Christoph Maria Herbst, erschien beim Argon Verlag.

Das Debüt 2017: Meine Juryentscheidung

Schon im letzten Jahr habe ich als Juryblogger die fünf Romane gelesen, dies Jahr also wieder. Allein das Erstellen der Shortlist, die vom Team von Das Debüt ausgefuchst wird, ist eine langwierige und mutige Aufgabe, danach liegt es in den Händen von uns Bloggern, über das Beste zu entscheiden. 17 Menschen mit eigener Meinung und Leseempfinden.

Ich strebe nach Geschichten. Ich will wissen, was passiert. Sprache ist Transportmittel der Geschichte. Im besten Fall fällt sie durch ihre Form auf, wenn sie es dem Leser besonders einfach macht, zu verstehen, was passiert. Meist ist sie unauffällig. Wenn sie zu Wichtig wird, wenn es mehr darum geht, wie erzählt wird, anstatt, was erzählt wird, dann bin ich draußen. So mein Normalfall. Meine persönliche Gewinnerin letztes Jahr – Blauschmuck von Katharina Winkler – war eine strahlende Ausnahme. Dieses Jahr hat es mir die Shortlist besonders schwer gemacht.

Platz 3: Immer ist alles schön von Julia Weber, erschienen im Limmat Verlag.

Diese Geschichte eines Geschwisterpaares, die ihre Mutter vor dem Alkohol und vor den Männern zu bewahren suchen hat mich interessiert, ganz schockiert von dieser Welt und diesem Gefühl der Hilflosigkeit. Mit der Sprache dagegen musste ich kämpfen. Mir zu gewollt poetisch, voller Leerstellen und Andeutungen, sie ließ mich oft eher verwirrt als angereichert zurück. Ich glaube, das kann für viele Leser funktionieren, für mich leider nicht so, wie ich es gern gehabt hätte. Dabei war die Entscheidung zwischen diesem und Platz 2 ziemlich knapp, hätte auch anders ausfallen können.

Platz 2: Oder Florida von Christian Bangel, erschienen im Piper Verlag.

Ende der 90er in Frankfurt an der Oder, Matthias ist Anfang 20 und eher links, weiß noch nichts mit seinem Leben anzufangen, als er plötzlich Pressesprecher eines Baumillionärs wird, der Bürgermeister werden will. Bangel erzählt schnell und fast zu leicht, baut 90er Atmosphäre auf und bleibt für mein Gefühl zu sehr darin hängen. Da bräuchte es mehr Geschichte, um mich länger interessiert zu halten.

Platz 1: Das Genie von Klaus Cäsar Zehrer, erschienen bei Diogenes.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/168711491677/er-mochte-es-nicht-wenn-eine-geschichte-nicht-zu

Ich hatte das Buch gesehen und wusste, dass ich es nicht mögen würde. Mochte das Cover nicht, mochte den Klappentext nicht und mochte auch die Geschichte nicht. Die Lebensgeschichte des Wunderkindes William James Sidis kann ich auch auf Wikipedia nachlesen. Dachte ich. Fing zu lesen an und blieb drin hängen. Wollte nicht mehr die lexikalische Kurzform, sondern wollte diesen Erzähler, der mich vom Vater und seine Erziehungsmethode zum Sohn brachte, beide nicht sympathisch, aber so faszinierend. Zehrer hat es geschafft, mich zu unterhalten, mit einer skurrilen Geschichte, einer eigenen Sprache, hat mich darüber hinaus dazu gebracht, über mein eigenes Leben und sein nachzudenken. Im Interview sagt Zehrer auf die Frage, welche Autoren sein Schreiben beeinflusst haben:

Alle Autoren, denen es gelingt, gleichzeitig leicht und gescheit zu schreiben. Und die die Mühe auf sich nehmen, sich verständlich auszudrücken.

Das hat Zehrer mit diesem Roman bei mir geschafft. Dafür hat er meinen ersten Platz verdient. Ich hätte alle fünf Romane ohne diesen Preis nicht gelesen. Es war nicht immer einfach, aber ich bin froh, dabei zu sein.

Lesung: Patricia Hempel bei der zwischen/miete in Stuttgart am 23.11.17

Die zwischen/miete ist ein Projekt des Stuttgarter Literaturhauses, dabei laden Stuttgarter Wohnungen und Wohngemeinschaften ein, um in ihren Räumen junge AutorInnen lesen zu lassen. Dabei gehts tatsächlich nicht so sehr um die Autoren, als um das Happening. In irgendeiner fremden WG zusammenkommen, auf dem Boden sitzen, über das Interieur schnacken und Bier und Brezel genießen. Achja, und einer Lesung beiwohnen. Macht tatsächlich ziemlich Spaß, auch wenn man die AutorInnen und die Bücher vielleicht noch nicht kennt.

Diesmal ist es für mich ein wenig anders, Patricia Hempel hat mit mit „Literarisches Schreiben“ in Hildesheim studiert und ist die erste aus dem Jahrgang, die ihren Roman veröffentlicht. Metrofolklore, ein Roman über eine lesbische Archäologiestudentin, die versucht, an das schönste Mädchen der Universität ranzukommen. Rezension folgt.

Die Wohnung ist voll, als wir ankommen. In allen Zimmern sitzen Menschen auf den Boden, die Lesung wird vom Wohnzimmer aus in die anderen Räume gestreamt.

Patricia sitzt neben Tim Philippi, der durch den Abend moderiert, er langsam und geordnet, sie chaotisch und polternd, ein skurriles Paar. Die Fragen wurden im Vorfeld abgeklärt, was bedeutet, dass Patricia einige Antworten vorwegnimmt und die Gespräche zwischen den beiden absurde Situationen ergeben.

Patricia hat gut ausgesuchte Stellen und weiß, wie sie Reaktionen im Publikum weckt, und vor allem Neugierde, wie der Roman weitergeht.

Obwohl die Lesung einigermaßen kurz ausfällt, bin ich froh, als es der Fall ist.  Nicht der Lesung wegen, sondern weil es auf Dauer doch ziemlich unbequem ist, so gedrängt auf dem Boden zu sitzen. Auch, wenn er gepolstert ist. Aber der Abend ist nicht mit der Lesung vorbei, er wird zu einem netten Happening mit viel Unterhaltung, guten Gesprächen und Brezeln. Das sehr gerne wieder, nur dann mit besserem Platz. Und gerne wieder eine Lesung von Patricia Hempel. Auch diese mit besserem Platz.

Metrofolklore von Patricia Hempel erschien bei Klett-Cotta.

 

Lesung: T.C. Boyle bei der LesArt in Esslingen am 22.11.17

Und nun: TC Boyle bei der #LesArt in #Esslingen. #amlistening #tcboyle

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

T.C: Boyle wird dieses Jahr 69 und ich habe ihn zwar schon im Februar in Stuttgart gesehen, aber wer weiß, wie lange er noch Lesungen machen wird? Also bin ich gestern nach Esslingen auf die LesART, einem eigentlich eher kleinerem Literaturfestival, welches durch glückliche Umstände dazukommt, Boyle zu Besuch zu haben. Zusammen mit knapp 1000 weiteren komme ich also ins Neckar Forum, einer riesigen bestuhlten Halle. Ich komme kurz vor Veranstaltungsbeginn und bin so frech, mir den letzten freien Platz in der dritten Reihe zu nehmen. Zwischen der Sanitäterin und dem einen, der aussieht, als ob er beschlossen hat, heute Abend keinen Spaß zu haben. Diese Leute finde ich auf jeder Veranstaltung.

Aber wir reden von T.C. Boyle, der tatsächlich auch diesen Mann zum lachen bringt. Boyle macht sein Ding. Vor vielen Jahren sagte er mal, dass Lesungen wie Konzerte sein müssen, sie müssen unterhalten und Spaß machen. Genau das macht er bei seinen Lesungen. Natürlich wieder in roten Chucks und schwarzem Anzug und geilen Antworten auf jede Frage unterhält er viel zu kurze 90 Minuten. Was mir besonders auffällt, er zwar wieder mit Die Terranauten da, aber er macht anderes Programm, liest eine andere Stelle, erzählt ein paar andere Geschichten, beispielsweise von seinem Kurzgeschichtenband The Relive Box, der gerade in den Staaten veröffentlicht wurde und von seinem Roman über Albert Hofmann und LSD, den er im Februar erwähnt und mittlerweile beendet hat. Also keine reine Wiederholung dessen, was ich schon kenne. Guter Mann. Krasser Kopf, der extrem fit ist und sehr viele Details zur Sprache bringt, was mich immer wieder überrascht. Und jedes Mal eine Freude ist, dabei zuzusehen. Kurz, Boyle war geil. Aber.

Die Lesung auf Deutsch übernimmt Lea Ruckpaul, Schauspielerin am Stuttgarter Staatstheater mit einer eindrücklichen kratzigen Stimme. Sie liest den Text fehlerfrei vor. Aber sie kommt nicht in die Haltungen. Wie jemand, der gerade schalten lernt, ruckelten wir durch den Text, mal zu schnell, mal irritierend langsam. Verständlich, ja, aber nicht so, dass sie es dem Zuhörer leicht gemacht hat, mitzukommen.

Und moderiert wurde der Abend von Günter Keil, der geübt darin ist, Lesungen zu moderieren und für Publikum aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Ich kenne ihn bisher nicht, aber er scheint ein netter Kerl zu sein, der sich von Boyle auch nicht einschüchtern lässt. Aber Boyle ist auch nicht der Typ der einschüchtert. Gerade mit dem Wissen um Keils Erfahrungen und Referenzen bin ich erschüttert von der Moderation und den Übersetzungen. Die Aufgabe des Moderators ist, durch den Abend zu leiten, bei einer Fremdsprache dafür zu sorgen, dass sich niemand zurückgelassen fühlt und im Auftrag des Publikums alle Fragen zu stellen, die sich das Publikum stellen könnte.

Gestern aber schafft Keil eben das nicht. Viel zu oft greift Boyle ein und lenkt das Gespräch in die Richtung in, in die es gehen sollte. So erzählt er beispielsweise, wie er kurz vor dem Abflug auf die Lesereise den neuen Roman beendet hat, Keil übersetzt und stellt eine vollkommen andere Frage. Woraufhin Boyle sagt, ‚Das Publikum fragt sich wahrscheinlich, worum gehts im neuen Buch.‘ Alle Applaudieren und Boyle erzählt also von LSD und Hofmann und so. Solche Korrekturen passieren ein paar Mal. Ich glaube nicht, dass T.C. Boyle irgendjemanden auflaufen lassen will, aber es gab ein paar Situationen, in denen er Keil auflaufen lassen musste, weil wichtige Dinge sonst nicht zur Sprache gekommen wären. Weiterhin hat Keil frappierende Übersetzungsfehler gemacht.

Es ist keine leichte Aufgabe, ausschweifende Antworten und Pointen so ins Deutsche zu übertragen, dass sie funktionieren und nicht für den Großteil des Publikums redundant sind. Ich verstehe, dass man als jemand, der kein Englisch spricht, viel leider nicht mitbekommt und es auch leider nicht wirklich anders geht. Zumindest nicht ohne größeren Aufwand. Aber Keil hat gestern regelmäßig falsch übersetzt. Er spricht ihn ganz am Anfang auf die roten Chucks an und Boyle antwortet: ‚Frau Boyle told me to wear them, so I do, for 20 years now.‘ (Frau Boyle, hat mir gesagt, ich soll sie anziehen, als tue ich das. Mittlerweile seit 20 Jahren.) Keil übersetzt: „Er hat sich die Sachen in einem Laden ausgeliehen und trägt sie deshalb.“

Wie gesagt, der Job des Moderators ist kein leichter und ich verstehe auch, dass man nicht immer alles so schnell verstehen und übersetzen kann, wie man sollte. Aber das blieb kein Einzelfall, sondern zog sich durch durch den gesamten Abend. All das wäre sogar noch okay, wenn nur mir das mit geschultem Ohr auffallen würde. Aber wenn selbst die Sanitäterin, die nur halb zuhört, weil berufsmäßig da ist, von der Moderation und den (Fehl-)Übersetzungen irritiert ist, dann – so leid es mir tut – ist das ein Problem.

Schade. Aber dennoch, T.C. Boyle zu sehen, lohnt sich jedes Mal. Und ich hoffe auch noch viele weitere Male.

Film: Das Spiel, ‚Gerald’s Game‘, nach einem Roman von Stephen King

Um das Liebesleben und die Beziehung wieder in Fahrt zu bringen, wollen Jessie und Gerald das Wochenende alleine auf ihrer Hütte verbringen. Dann erleidet Gerald einen Herzinfarkt, während Jessie ans Bett gekettet ist.

Vor etwa 15 Jahren hatte ich Stephen King für mich entdeckt und schon durch einige Romane gelesen, als ich Das Spiel in der englischen Ausgabe bekam. Ich fing auch an zu lesen, kam auch an den Punkt, an dem Gerald stirbt (übrigens stirbt er im Roman nochmal ein bisschen anders und tatsächlich in einer bestechenderen Version), aber mit 15 war mein English nicht sicher genug, um durch den Roman zu kommen. Und es gibt auch immer viel anderes zu lesen. Seit kurzem ist der Film verfügbar.

Ein Kammerspiel, der Großteil des Films spielt im Schlafzimmer, in dem Jessie am Bett hängt und, ja auch mit realen Bedrohungen wie einem eindringenden Wolfshund und Wassermangel, aber viel schlimmer noch, mit ihren Ängsten und ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Gerald stirbt zwar am Anfang des Films, aber er ist dank Jessies Fantasie bis zum Ende dabei.

Ein wirklich beängstigender Psychothriller, der am Ende auch in Richtungen geht, die ich nicht erwartet hätte und ihn auch sehr aktuell macht. Man braucht starke Nerven, weil mindestens eine Szene extrem explizit wird, so sehr, dass mir schlecht geworden ist. Ein Film, der mich beeindruckt hat und mir Lust macht, jetzt doch noch den Roman zu lesen.

Das Spiel, nach einem Roman von Stephen King, mit Carla Gugino und Bruce Greenwood ist auf Netflix verfügbar. Dort gibt es auch einen deutschen Trailer, den ich leider nicht einbinden kann.

Franzobel, Miguel de Cervantes & die Stuttgarter Buchwochen #buwo17

Seit 2015 bin ich regelmäßig auf den Stuttgarter Buchwochen. Einerseits eine Kleinstvariante einer Buchmesse: Verlage stellen dort ihre Bücher aus. Viel weniger Verlage und minimalere Darbietung. Aber weil es viel weniger Besucher sind, kann man sich wirklich Zeit lassen und intensiv die Bücher ansehen. Andererseits Veranstaltungen, größtenteils gekoppelt mit dem Gastland, diesmal Spanien.

Mittlerweile eine Tradition ist die Blind-Date-Lesung von einem AutorIn der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Problem bei Blind Dates ist, Leute kommen nicht, weil es ja schlecht sein könnte. Schade für Franzobel, der dann vor relativ wenig Publikum saß und aus Das Floß der Medusa las und erzählte. Davor saßen ein paar Buchblogger mit Franzobel zusammen, wir haben gegessen und getrunken und mit ihm über das Schreiben gesprochen. Das war ganz schön. Und interessant. Und aufschlussreich.

Danach eben seine Lesung, eine Mischung von Geschichtsstunde über das reale Floß der Medusa und dem dazugehörigem Bild und der Lesung von ein paar Stellen aus dem Roman, gelesen mit einer guten Portion österreichischem Akzent. Was den Roman angeht, bin ich zwiegespalten.

Einerseits spielt Franzobel ziemlich schön mit der Erzählfigur, macht witzige Kommentare und sehr ausführliche Beschreibungen. Andererseits weiß ich nicht, ob ich davon knapp 600 Seiten lesen muss.

Das Gefühl kenne ich. Miguel de Cervantes auf den Stuttgarter Buchwochen. #buwo17 #cervantes

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Wenn man über Literatur in Spanien redet, muss man natürlich über Miguel de Cervantes sprechen. Diesmal ganz schön, die Biografie von Cervantes wird in einer Graphic Novel erzählt, deren Bilder großformatig ausgestellt sind. Auftakt der ganzen Buchwochem machte auch eine Lesung aus der neuen Übersetzung von Susanne Lange aus Don Quijote, gelesen von Wolfgang Tischer und Lilian Wilfart.

Noch bis 3. Dezember gibts spanisch angehauchtes Programm, von Filmen über Sprachkurse und Graphic Novel Werkstatt ist alles dabei. Schaut es euch an. Lohnt sich.

Film & Verlosung: Paddington 2

Als 2014 Paddington gesehen habe, war ich sehr überrascht, weil ich nicht gedacht hätte, dass mich ein Film über einen Bären in London so unterhalten könnte. Ich habe ihn unter anderem gesehen, weil David Heyman ihn produziert hat, er hat ein gutes Händchen für Stoffe, so hat er sich damals die Filmrechte für Harry Potter gesichert und alle acht Filme produziert. Und dann eben auch Paddington.

Damals habe ich mir vorgenommen, danach endlich die Bücher zu lesen, was ich bis heute nicht geschafft habe. Dafür steht der neue Film an!

Mittlerweile lebt Paddington also in London und will seiner Bärentante Lucy zum 100. Geburtstag ein altes Pop-Up-Buch aus einem Antiquariat kaufen. Doch kurz bevor er das Geld dafür zusammen hat, wird genau dieses Buch gestohlen und Paddington wird verdächtigt. Was natürlich niemand auf sich sitzen lässt.

Ich musste im Film öfter mal den Erwachsenen in mir abschalten, der dachte, Aber das geht doch nicht. Weil es eben doch ein Kinderfilm ist.

Aber wenn man sich darauf einlässt, dann wird man knapp zwei Stunden extrem gut unterhalten. Kein Aufguss des ersten Films, sondern ein warmer, freundlicher und überraschend actionreicher Film, der nicht nur Slapsticknummern hat, sondern auch immer wieder intelligenten Humor zeigt. Wie es eben gute Kinderfilme können müssen: Man lacht oft dann, wenn Kinder lachen, und schmunzelt an vielen weiteren Stellen, die man als Kind noch übersieht.

Ein schöner Film, der Lust auf einen weiteren macht. Ein Glück ist dieser schon angekündigt. Bis dahin, erstmal diesen sehen.

Paddington 2 läuft ab dem 23. November im Kino.

Verlosung: 

Studiocanal hat mir ein Paket zur Verfügung gestellt, zu gewinnen gibt es zwei Freikarten, das Stickeralbum und das Bilderbuch zum Film.

Schreibt mir eine Mail (oder einen Kommentar) mit eurer Adresse und sagt mir, welchen Kinderfilm hättet ihr gern schon als Kind gesehen?

Der Zufall entscheidet dann. Einsendeschluss ist Dienstag, der 21. November, 12 Uhr. Dann geht das Paket direkt raus und ihr könnt zum Filmstart am 23. im Kino sitzen. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg!

Ab jetzt: Die Literatur-Ausgabe des Trott-war mit einem Text von mir.

Trott-war ist die Straßenzeitung in Stuttgart und Umgebung, die von Straßenhändlern verkauft wird und die dafür die Hälfte des Verkaufspreises einbehalten dürfen. Aktuell gibt es die Literatur-Sonderausgabe und in ihr bin auch ich vertreten, zwar mit falsch geschriebenem Nachnamen, aber mit einer Fassung des Textes „Der richtige Zeitpunkt, um mit dem Helfen aufzuhören

Wenn ihr die Verkäuferinnen und Verkäufer seht, kauft ihnen gern ein Exemplar ab.

Ab heute: Das Literaturfestival „Stuttgart liest ein Buch“ #sleb17

Am Dienstag geht es los: Stuttgart liest ein Buch #sleb17 #stuttgart #shidabazyar

A post shared by Wolfgang Tischer (@literaturcafe.de) on

Knapp ein Jahr haben wir nun in die Organisation von „Stuttgart liest ein Buch“ gesteckt und jetzt geht es endlich los. Rund um den Roman „Nachts ist es leise in Teheran“ von Shida Bazyar gibt es in den nächsten zehn Tagen 36 Veranstaltungen: Lesungen, Werkstattgespräche, Workshops zum Augenbrauenfadenzupfen, Filmvoführungen und so viel mehr. Ein ganzes dickes Heft davon.

Es ist viel tolles dabei und es ist so viel, dass man gar nicht überall teilnehmen kann. Ich kann nur empfehlen, alle Veranstaltungen durchzugucken und komme nicht umhin, auf die beiden Dinge, herauszuheben, an denen ich hauptsächlich beteiligt war.

Mixed Martial Ausländer, eine Literaturintervention im Gerber

Die Stadt wird bereichert von dem, was uns Shida Bazyar zu sagen hat. Aber was sagt die Art, wie wir sie betrachten über uns? Um gar nicht erst in Gefahr zu kommen, die Herkunft der Autorin als Sensation für gelangweilte, schönwetter-liberale Hipster misszuverstehen, starten drei deutsche Ausländer eine literarische Intervention im Gerber.

Der Stuttgarter Alibirusse und Poetry Slam Macher Nikita Gorbunov und der Münchner halb-japanische. halb-deutsche Bühnenpoet Andivalent treffen auf die Slammerin und Schauspielerin Fatima Talalini aus Dortmund, die mit Ihrem Doppelmigrationshintergrund Halb-Polin-Halb-Syrerin alles zervielfaltet, was sich ihr in den Weg stellt.

Zusammen präsentieren die drei einen Borschtsch der Wortkunst. Das Programm enthält rasante Bühnenprosa, innige Poesie und Scharfsinn mit extra Scharf. Garniert mit Publikumsfragerunden und einer Eroberung des öffentlichen Raums über die Stadtkaufhaus-Sprechanlage, halten die Mixed Martial Ausländer sich selbst und den Zuschauenden etliche Spiegel vor. Und sie können gut Deutsch. Und SIE können auch gut Deutsch. Alle können gut Deutsch. Und haben Spaß daran.

Dienstag, 24. Oktober im Gerber, um 16:00 Uhr und um 18:00 Uhr jeweils eine Stunde. Eintritt frei.

Die Laden-Lese-Tour: Der gesamte Roman in neun Stunden an neun Tagen an neun Orten.

Omid-Paul Eftekhari, Johanna Maria Zehendner, Chantal Busse und ich lesen den kompletten Roman an neun verschiedenen Orten für jeweils eine Stunde. Wer will, kann sich das ganze Buch an neun Tagen vorlesen lassen, nebenbei einen Laden kennenlernen und mit anderen ZuhörerInnen ins Gespräch kommen. Wir haben es mit dieser Aktion auf die Shortlist des Orbanism Awards geschafft und wollen nun euch von diesem Buch begeistert. Die Tourdaten gibt es hier.

Was immer euch interessiert, ich hoffe euch in den kommenden Tagen bei Stuttgart liest ein Buch zu sehen. Mit Buch.

 

Hörbuch: Hier bin ich von Jonathan Safran Foer, gesprochen von Christoph Maria Herbst

Hörstoff: Hier bin ich bin Jonathan Safran Foer, gelesen von Christoph Maria Herbst. #amlistening #hoerbuch #argon

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Der erste Satz aus Hier bin ich:

Zu Beginn der Zerstörung Israels überlegte Isaac Bloch, ob er sich umbringen oder ins jüdische Seniorenheim gehen sollte.

Jacob und Julia haben drei Kinder, sich aber sonst ziemlich weit auseinandergelebt. Jacob schreibt für eine Fernsehserie, die er scheiße findet und scheitert an seinem Herzensprojekt und an seiner Ehe. Und dann kommt dieses Erdbeben und zerstört Israel.

Ähnlich konfus wie diese Inhaltsangabe ist auch der Roman selbst. Während ich in der ersten Hälfte der langsamen Demontage der Ehe von Jacob und Julia zugucke, die zwar besonders in den Dialogen mit sehr viel Feinheit gezeigt wird, mit aber generell viel zu lange dauert, geschieht in der zweiten Hälfte des Romanes so viel, dass ich kaum hinterher komme.

Für mich versucht Jonathan Safran Foer, zwei Geschichten in eine zu packen. Zwei Geschichten, die so unterschiedlich sind, weil die erste Atmosphäre und Gedankenwelt erzählt und die zweite so viel Plot hat, dass er kaum unterkommt in seiner zugeteilten Hälfte des Romanes. Während ich im ersten Teil wohl aufgehört hätte, wenn ich nicht das Hörbuch auf den Ohren gehabt hätte, hätte ich den zweiten Teil gerne ausführlicher gehabt. Als Einheit lässt mich der Roman einigermaßen verwirrt zurück.

Christoph Maria Herbst als Sprecher verstärkt dieses Gefühl leider. Weil Christoph Maria Herbst für mich nicht nur Stromberg, sondern auch der Hörbuchsprecher von Tommy Jaud ist. Wenn ich ihn sehe oder höre, dann erwarte ich Comedy. Dann grinse ich in freudiger Erwartung, selbst, wenn ich wie in diesem Fall weiß, dass das Buch nicht primär lustig ist. Dann warte, warte, warte ich und bin irritiert, weil eben nicht der große Witz kommt.

Was Christoph Maria Herbst extrem gut kann, sind die Dialoge. Das, was Jonathan Safran Foer vorschreibt, setzt Herbst so genau und genial um, dass ich ihm sehr gerne zuhöre. Wenn es dann in die Gedankenwelt von Jacob geht, ermüdet mein Interesse.

Vielleicht muss ich mich sowohl an Jonathan Safran Foer als unkonventionellen Autoren, als auch an Christoph Maria Herbst als Sprecher seriöser Romane gewöhnen. Nicht falsch verstehen. Ich mochte das Buch und den Sprecher irgendwie. Aber beide lassen mich einigermaßen verwirrt zurück.

Hier bin ich von Jonathan Safran Foer wurde übersetzt von Henning Ahrens, das Hörbuch wurde gesprochen von Christoph Maria Herbst und erschien bei Argon. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Verlosung: Sieben Minuten nach Mitternacht, ab 19. Oktober für zuhause.

Ist doch schön, wenn man DVD gucken als arbeiten vorschieben kann #presseexemplar #studiocanal #siebenminutennachmitternacht

A post shared by Anette Leister (@anette1809.katzemitbuch) on

Als Sieben Minuten nach Mitternacht ins Kino kam, war ich ziemlich positiv überrascht von dieser Geschichte über Conor, den Jungen, der irgendwie mit der Krebserkrankung seiner Mutter klarzukommen versucht.

Guter Film, gutes Buch auch, aber darüber rede ich ein ander Mal. Aber nicht nur der Geschichte wegen, Sieben Minuten nach Mitternacht ist ein gut gespielter und gut gemachter Film, eine würdige Interpretation des Romanes. Nun gibts den Film für zuhause, ab 19. Oktober als DVD, Blu-ray und digital. Studiocanal hat mir ein Rezensionsexemplar der DVD zur Verfügung gestellt.

Ist schon eine ganze Weile her, dass ich eine DVD eingelegt habe. Ich weiß nichtmal, wann ich das letzte Mal das DVD-Laufwerk meines Rechners benutzt habe. Und ich habe echt vergessen, wie das damals war, wie lange ich mir Trailer und Vorspanne und animierte Menüs ansehen muss, bevor ich den Film ansehen kann. Streaming hat in der Hinsicht sehr viel einfacher gemacht.

Was aber aber in noch keinem Streamingdienst vorhanden ist, sind die Audiokommentare. Ich weiß nicht, warum, weil es ja genauso einfach einzubinden wäre, wie die unterschiedlichen Sprachen. Aber solande das nicht so ist, machen Bonusfeatures und eben diese Kommentare DVD und Blu-ray für mich bis heute so essentiell. In diesem Fall gibt es gleich zwei Audiokommentare, einmal von Patrick Ness, dem Autor des Buches und des Drehbuches und von Regisseur J.A. Bayona. Ich denke, sie haben nicht einen Kommentar zusammen aufgenommen, weil Bayona spanisch und Ness englisch sprechen, beide jeweils deutsch untertitelt. Während Ness mehr auf die Entstehungsgeschichte eingeht und Anekdoten vom Dreh erzählt, ist Bayona mehr der Professor, der die Metaebene erklärt und erläutert. Im besten Fall schaut man sich den Film also dreimal an. Lohnt sich!

Sieben Minuten nach Mitternacht gibts ab 19. Oktober als DVD, Blu-ray und digital.

Verlosung:

Studiocanal hat mir eine DVD, eine Blu-ray, das Hörbuch zum Film (gesprochen von Maria Furtwängler) sowie drei Filmplakate zur Verfügung gestellt. Es gibt also drei Pakete.

Schreibt mir eine Mail (oder einen Kommentar) mit eurer Adresse und sagt mir, was ihr am liebsten hättet (ohne Garantie) und: Kauft ihr noch DVDs oder Blu-ray? Und warum?

Der Zufall entscheidet. Einsendeschluss ist Donnerstag, 19. Oktober, 12 Uhr. Dann gehen die Pakete direkt raus. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg!

Buch: Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman

Lesestoff: Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman. #amreading #eichborn

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Sich zwischen den vielen Mythen aus aller Welt zu entscheiden ist nicht weniger schwer, als zwischen verschiedenen Küchen der Welt zu wählen.

Ich lese gerne Romane von Gaiman, mag seine ebenso seine Vorlesungen und seine Ansichten. Dennoch gibt es Bücher von ihm, die ich nicht lese, weil mich das Thema nicht interessiert. Bei diesem war ich kurz davor, die Finger davon zu lassen. Ich habe früher gerne und viele Mythen und Sagen gelesen und mag neuere Geschichten mehr. Aber ich weiß, wie gerne Gaiman mit den Mythen arbeitet, wie ganze Romane auf ihnen basieren. Und dachte, was soll’s, probieren wir es.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/164172351527/ich-stellte-mir-lange-winternächte-vor-vielleicht

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/164172351527/ich-stellte-mir-lange-winternächte-vor-vielleicht

Diese Geschichtensammlung ist kein ein literarisches Meisterwerk und vor allem keine Geschichte, die wir nicht schon auf die ein oder andere Art gehört haben. Dennoch habe ich das Buch sehr gern gelesen. Es wärmt die Seele und hat mich daran erinnert, warum ich so gerne Geschichten erlebe und selber erzähle.

Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman wurde übersetzt von André Mumot und erschien bei Eichborn. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.09

Roman: Das Auge des Zoltars von Jasper Fforde

Lesestoff: Das Auge des Zoltars von Jasper Fforde. #amreading #one #jenniferstrange

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Der erste Satz in Das Auge des Zoltars:

Zunächst mussten wir den Trafalmosauraus einfangen.

Jennifer Strange ist wieder da. Wieder ein Jahr älter, immer noch bei Kazam und natürlich gibt es neue Probleme. Aber hej, deshalb sind sind wir ja hier. Deshalb lesen wir die Bücher. Jasper Fforde nimmt uns mal wieder mit in diese absurde Welt, die mich immer wieder an Terry Pratchett und Neil Gaiman erinnern.

Ganz egal, was die Geschichte ist, es bereitet mir gute und kluge Unterhaltung, Jennifer Strange bei ihren Abenteuern zu begleiten. Es ist nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Deshalb: Gerne wieder.

Wer Pratchett und Gaiman mag, wird auch hier seine Freude haben, egal welchen Alters. Aber ich würde beim ersten Band einsteigen. Und noch eine gute Nachricht: Entgegen früherer Behauptungen ist das hier nicht der letzte Teil. Fforde schreibt, dass es mindestens vier Teile geben wird. Derzeit soll danach dann Schluss sein. Mal sehen.

Das Auge des Zoltars von Jasper Fforde wurde übersetzt von Katharina Schmidt und Barbara Neeb und erschien bei One. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

 

 

literaturcafe.de-Podcast: Bücher, Buchpreis, Filme und zu preisende Hörbücher

Mein letztes Gespräch über Bücher mit Wolfgang Tischer ist von Mai. Zeit, sich mal wieder zusammenzusetzen, und zu reden. Diesmal über den Deutschen Buchpreis und zwei Bücher der Longlist: »Nach Onkalo« von Kerstin Preiwuß und »Wiener Straße« von Sven Regener, über die Verfilmung von »The Circle« und »Wunder« und über Hörbücher von Selim Özdoğan (»Capsaicin«) und Margaret Atwood (»Oryx und Crake«). Und dazwischen natürlich über alles andere. Hier könnt ihr einfach auf Play drücken, drüben bei literaturcafé.de gibts sogar Kapiteleinteilungen und alle Links. Viel Spaß!

Roman: Wiener Straße von Sven Regener

Lesestoff: Wiener Straße von Sven Regener. #amreading #galiani

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Der erste Satz aus Wiener Straße:

Die Tür fiel zu und es war zappenduster.

Ich kenne Sven Regener als Musiker, ich höre und sehe immer gern Element of Crime und ich glaube, dass unsere Meinungen über das Urheberrecht auseinandergehen. Was seine Bücher angeht, bin ich draußen.

Ich habe damals Herr Lehmann als Film gesehen und weiß, dass es die Lehmann-Trilogie gibt. Das war’s. Dazu kommt, dass ich zu jung und zu weit weg von der Wiener Straße in den 1980ern bin. Für mich ist das ein Straßenname ohne weitere Konnotation. Mit diesem Vorwissen bin ich an den Roman gegangen.

Zuerst funktioniert es super. Regener zieht mich in seine Welt, in die Gedanken, Gefühle und Dialoge seiner Figuren und schafft eine Atmosphäre, der ich gerne zusehe. Es ist absurd und skurril und trotzdem in so vielen kleinen Momenten so nah an meinen Gefühlen, dass ich das erste Drittel des Romanes oft grinsend dabei bin. Aber dabei bleibt es dann. Weil ich dann ahne, was sich am Ende bewahrheitet: Es gibt keine nennenswerte Story. Es gibt diese Atmosphäre, es gibt Dialoge, die mich immer wieder zum lachen bringen, aber nicht ändert sich. Nicht wird weitergeführt, sondern alles verharrt. Anfang und Ende sind lose gewählt und ich erhalte diesen kleinen Einblick in die Welt. Der ist am Anfang ganz witzig, aber dieser Witz trägt nicht bis zum Ende und vor allem nicht darüber hinaus.

Die Leute, die Regener besser kennen, sagen, dass es bei den anderen Romanen nicht anders ist. Das heißt für mich, Wiener Straße war ganz nett, aber ich muss keinen weiteren Ausflug in diese Welt machen.

Wiener Straße von Sven Regener erschien bei Galiani Berlin