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Kategorie: Empfehlungen (Seite 35 von 111)

Buch: Galaxy Tunes von Rob Reid

 

Der erste Satz von Galaxy Tunes:

Aliens sind richtig schlecht in Musik.

Und damit geht auch schon der Inhalt des Buches los. Weil Aliens so schlecht in Musik sind, begannen sie irgendwann damit, Musik von der Erde zu holen. Ohne Lizenzgebühren zu zahlen. Und als sie irgendwann herausfinden, dass die Erde etwas namens Copyright haben, sind die Straf- und Lizenzgebühren – Wortspiel –  astronomisch hoch. Also soll die Erde mitsamt all ihrer Bewohner zerstört werden. Kurz bevor das passiert, wird Nick Carter, der Anwalt, nicht der Backstreetboy, dazugeholt, um die Vernichtung vielleicht aufhalten zu können.

Rob Reid, eigentlich Sachbuchautor und Gründer des in Deutschland keine Rolle spielenden Musikstreamingdienstes Rhapsody, legt mit Galaxy Tunes ein unterhaltsames, interessantes und lustiges Belletristikdebüt vor. Das Thema um Raubkopien und Copyright schneidet auch #Incommunicado an. Und in all den Zeiten von Creative Commons und freien Lizenzen passt der Roman da ganz gut rein. Er greift dieses aktuelle Thema auf, überspitzt es, würzt es mit einer guten Prise Douglas Adams und lässt einen mit einer schnell lesbaren und unterhaltsamen Geschichte zurück. Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Aber das ist jetzt schon wieder ein paar Wochen her und so wirklich etwas geblieben ist nicht. Deshalb: Galaxy Tunes ist eine gute Komödie, ein besserer Zeitvertreib als vieles, was im Internet kommt, aber es hat keinen nachhaltigen Effekt auf Körper und Seele. Schade. Dennoch: Aliens, Musik und gute Worte. Daumen hoch!

Galaxy Tunes von Rob Reid erschien bei Heyne und wurde übersetzt von Bernhard Kempen.

Vortrag: Tim Minchin und seine neun Lebensweisheiten.

Tim Minchin ist Musiker, Comedian und Lebemann, Wikipedia sagt über ihn:

Er tritt stets barfuß, mit wildem Haar und starkem Augen-Make-up auf.

Was so ziemlich genau auf ihn zutrifft. Er studierte damals an der University of Western Australia – er ist australisch-britischer Herkunft – und dort durfte er kürzlich eine Rede halten. Die gesamte hörenswerte Rede über das Leben ist oben auf englisch, für alle, die dieser Sprache nicht mächtig sind, hier sind seine neun Lebensweisheiten in Kurzform:

  1. Du musst keinen Traum haben. Wenn du einen hast, ist das okay, aber wenn nicht, auch. Setze dir kurze und gut erreichbare Träume. Sei vorsichtig beim Jagen zu großer Träume, denn wenn du immer dem großen Traum hinterherrennst, könntest du all die kleinen Träume am Wegesrand verpassen.
  2. Strebe nicht nach deinem Glück. Glück ist wie ein Orgasmus. Wenn du zuviel darüber nachdenkst, verschwindet es. Mach andere glücklich und wahrscheinlich wirst du nebenbei auch selbst glücklich.
  3. Denke daran, es ist alles ein Zufall. Wenn du dir darüber bewusst bist, dass es nur ein Zufall ist, wer du bist, dann bist du leidenschaftlicher bei deinem Tun.
  4. Trainiere. Pass auf deinen Körper auf. Du hast ein langes Leben. Du brauchst ihn.
  5. Überprüfe deine Meinung. Untersuche immer wieder, ob deine Einstellung und deine Lebensweisheiten immer noch stimmen.
  6. Sei ein Lehrer. Gib dein Wissen weiter. Verteile deine Ideen. Nehme Bildung nicht als selbstverständlich.
  7. Definiere dich darüber, was du liebst. Wir sind es gewohnt, uns durch Abgrenzung zu anderen Sachen zu definieren. Aber es geht auch anders herum.
  8. Respektiere Menschen, die weniger Macht haben, als du.
  9. Keine Eile! Die meisten Menschen, die mit 20 wissen, was ihr Lebensplan ist, haben eine Midlifecrisis. Hier ist meine Idee von Romantik: Du wirst bald tot sein. Das Leben wird lang und hart und ermüdend sein. Manchmal bist froh, manchmal bist du traurig und irgendwann bist du alt und irgendwann tot. Es gibt nur eine Möglichkeit, mit diesem leeren Sein etwas anzufangen. Fülle es. Und meiner aktuellen Meinung nach damit:  Lerne soviel wie möglich über soviel wie möglich, sei stolz bei allem, was du tust, sei leidenschaftlich, gib deine Ideen weiter. Laufe! Sei Enthusiastisch. Und dann gibt’s da noch Liebe, Reisen, Wein, Sex, Kunst, Weitergeben und Bergsteigen, aber das wusstet ihr ja schon.

Es ist ein unglaublich spannendes Ding, dieses lange sinnlose Leben von dir. Viel Erfolg.

(via, Danke Lukas!)

Am 22. März 2014 ist Indiebookday!

Auch in diesem Jahr gibt es einen Indiebookday!

Was ist der Indiebookday?

Ihr liebt schöne Bücher.

Am Indiebookday könnt Ihr das allen zeigen. Es geht ganz einfach:

Geht am 22.03.2014 in einen Buchladen Eurer Wahl und kauft Euch ein Buch. Irgendeines, das Ihr sowieso gerade haben möchtet. Wichtig ist nur: Es sollte aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag stammen (Was Indie-Verlage sind, wird z.B. hier erklärt).

Danach postet Ihr ein Foto des Covers, des Buches, oder Euch mit dem Buch (oder wie Ihr möchtet) in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Twitter, Google+) oder einem Blog Eurer Wahl mit „#Indiebookday“. Wenn Ihr die Aktion gut findet, erzählt davon.

Der erste Indiebookday 2013 bekam in den deutschsprachigen Ländern große Aufmerksamkeit. 2014 wird der Indiebookday international.

Zum Hintergrund

Es gibt viele kleine tolle Verlage, die mit viel Herzblut und Leidenschaft schöne Bücher machen. Aber nicht immer finden die Bücher ihren Weg zu den Lesern. Der Indiebookday kann da für ein bisschen Aufmerksamkeit sorgen.

Ich mag das sehr, besonders, weil ich ja selbst Indie-Autor bin. Ich werde euch beizeiten nochmal daran erinnern.

Doku: SLAM 2012 – Der Film

Eine Dokumentation über die 16. deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam in Heidelberg & Mannheim. Für alle, die dabei waren, eine großartige Erinnerung. Für alle, die nicht dabei waren, ein kleiner Ersatz.

Viel Spaß!

Buch: Todesengel von Andreas Eschbach

Der erste Satz aus Todesengel:

Wir Menschen sind sensibler, als die meisten von uns ahnen.

Andreas Eschbach schreibt mit diesem Roman eine Geschichte über Selbstjustiz, menschliche Helden, die Liebe und das tägliche Unglück. Da ist also in Deutschland plötzlich dieser Engel, der immer zur richtigen Zeit auftaucht, wenn es jemanden mit Zivilcourage braucht. Wenn also ein alter Mann in der U-Bahn von Jugendlichen verprügelt wird. Oder wenn ein Punker in die Finger dreier Nazis kommt. Dann steht da plötzlich dieser Engel im weißen Licht und erschießt die Gewalttätigen. Und wie es dann weitergeht, das erzählt Eschbach anhand der Leben mehrerer verstrickter Personen.

Gute Story, man will wissen, wie es weitergeht, was passiert. Es werden Fragen aufgeworfen, mit denen man sich dann beschäftigen muss. Eine realistische Geschichte, abseits von Herr aller Dinge oder Der Letzte seiner Art. Und ein unglaublich schönes und passendes Cover! Soweit so gut.

Aber da sind auch ganz komische Dinge in diesem Roman. Beispielsweise die Eigenart, unwichtigen Figuren einen Vor-und Zunamen zu geben. Beispielsweise den Nazis, die in der Szene, in der sie eingeführt werden, auch gleich erschossen werden. Gepaart mit einem sehr schnellen Wechsel von Szenen und zu vielen roten Fäden führt das im ersten Drittel des Buches zu einer kompletten Verwirrung, was denn nun wichtig ist und was nicht. Und dann die plumpe Art, wichtige Sachen einzuführen! Damit entscheidende Dinge nicht einfach durch die Hand Gottes in einer Geschichte geschehen, werden diese ja unauffällig lange vorher eingeführt. Doch in diesem Roman gelingt Eschbach das nicht unauffällig. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass hier ein alter längst geschriebener Roman aus der Schublade genommen, überarbeitet und veröffentlicht wurde.

Nicht falsch verstehen, ich mochte das Buch, besonders die Geschichte. Aber da waren meiner Meinung nach echt große Patzer drin, das reicht bei weitem nicht an seine vorherigen Science-Fiction Romane ran. Ich freue mich hier auf den nächsten davon.

Todesengel von Andreas Eschbach erschien bei Bastei Lübbe.