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Kategorie: Empfehlungen (Seite 36 von 111)

Buch: Abbey Road Murder Song von William Shaw

Der erste Satz aus Abbey Road Murder Song:

Warum bist du nicht gegangen, als ich’s dir gesagt habe?

Der Roman arbeitet tatsächlich die Struktur eines Krimi ab: Es beginnt mit dem Auffinden der Leiche, geht weiter mit der Einführung der Ermittler und wird dann zu einem spannenden Stück der sechziger Jahre in London. Ich war beim lesen sehr fasziniert, wie Shaw einen guten Einblick in die Welt des Umbruchs in der 60ern des letzten Jahrtausends gibt. Wie Frauen in Hosen noch eine Seltenheit sind, farbige Menschen auch. Wie die Polizei viel weniger Möglichkeiten hat, als heute. Und wie egal in welcher Epoche das Zwischenmenschliche das Spannendste ist.

Das Problem an diesem Roman – wie bei vielen anderen – sind die Versprechen, die der Klappentext macht. Ja, irgendwie haben die Beatles was damit zu tun. Aber hallo, wir reden von Anfang der 60er in London, wie sollte man da eine Geschichte erzählen, die nicht irgendwie was mit den Beatles zu tun hat. Und ja, es ist ein guter Krimi und ein noch besserer Roman. Aber definitiv kein Thriller. Und tatsächlich lässt einen der Klappentext am Ende des Buches mit einem „Hä?“ zurück. Was aber nur ein weiterer Grund ist, auch den nächsten Roman von William Shaw zu lesen.

Abbey Road Murder Song von William Shaw wurde übersetzt von Conny Lösch und erschien bei suhrkamp nova. Das Hörbuch wurde von Simon Jäger gesprochen.

Buch: Fragen Sie nach Fritz von Husch Josten

Der erste Satz aus Fragen Sie nach Fritz:

P.S.: Ich habe Fritz getroffen.

Nach zwei Romanen liefert Husch Josten einen Kurzgeschichtenband nach. 10 Geschichten, die alle in irgendeiner Weise darum gehen, die verschiedenen Wahrheiten zu finden. Und tatsächlich sind sie alle Kurzgeschichten im ursprünglichen Sinne: Ein abrupter Beginn, ein plötzliches Ende und ein kurzer Ausschnitt aus den skurrilen Eigenheiten, die man in jedem Leben finden kann. Ich habe die Geschichten gern gelesen, aber leider ging es mir wie bei vielen Kurzgeschichten, ich war immer traurig, wenn sie so schnell vorbei sind und mich mit zu viel Interpretationsmöglichkeiten lassen. Deshalb waren das zwar schöne Worte, die da aneinandergereiht waren, aber ich freue mich dann doch wieder mehr auf einen Roman. Und laut meinem Interview mit Frau Josten kommt dieser auch als nächstes.

Fragen Sie nach Fritz von Husch Josten erschien bei Berlin University Press 

Buchmesse, Ironbuchblogger und mein Vortrag über Creative Commons

 

Dieses Jahr ist also ein gutes Buchmessenjahr. Ich war in Leipzig auf der Messe und werde morgen auf die Buchmesse nach Frankfurt fahren. Einerseits bin ich da einfach interessierter Besucher, kleines Kind mit riesigen Augen und offenem Mund. Aber ich werde auch versuchen, ein paar mittlerweile bekannten Menschen aus der Bücherwelt Hallo zu sagen, allen voran Christian Wöhrl, mit dem ich eine fast liebevolle Geschäftsbeziehung per Mail führe. Eine Frucht dieser Arbeit werde ich nach dem Wochenende auch verkünden dürfen.

Aber ich bin auch auf der Messe, weil ich seit letztem Monat Ironbuchblogger bin, wie ihr vielleicht an dem Banner in der Seitenleiste gesehen habt. Das ist quasi nichts anderes als ein Verbund von bloggenden Büchermenschen. Und diese treffen sich morgen auf der Buchmesse.

Und zuletzt werde ich am Sonntag in Gelnhausen bei Frankfurt sein. Dort findet das Hauptseminar des Bundesverbandes junger Autoren statt und ich darf dort einen Vortrag über Creative Commons halten. Der Titel ist „Creative Commons: Traditionen und neue Möglichkeiten verbinden.“ und wahrscheinlich wird es um das Urheberrecht, Remixes und das Schreiben gehen. Mit einigen Beispielen aus der Geschichte. Einen ähnlichen aber viel kürzeren Vortrag habe ich schon bei den Jugenmedientagen in Karlsruhe gehalten, diesmal haben wir aber wirklich genug Zeit für alle möglicherweise aufkommenden Fragen. Voll schön.

Zwischen all diesen Terminen habe ich aber immer wieder Zeit für ein Treffen, wenn jemand mag. Und wahrscheinlich habe ich auch ein paar Exemplare meines Buches dabei. Also, meldet euch, ich freue euch. Und das meine ich, wie es hier steht 😉

Kurzfilm: Record / Play

Tolle elf Minuten von Jesse Altas. Es geht um Kassetten und Liebe und Zeitreisen. Und alte Geräte. Erinnerungen. Etwas mit den Händen schaffen. Viel Spaß beim angucken.

via kfmw

Buch: Zoo City von Lauen Beukes

Der erste Satz aus Zoo City:

In Zoo City, it’s impolite to ask.

Zoo City ist ein Viertel im Johannesburg der Alternativwelt, in der dieses Buch spielt. In dieser Welt bekommt jeder, der ein Kapitalverbrechen wie Mord begeht, von Mutter Natur ein Tier an seine Seite gestellt. Als wäre ein Teil der Seele ausgelagert, kann der Mensch dann nicht mehr ohne das Tier. Und jeder Außenstehende weiß sofort: Das ist ein Verbrecher. Zinzi December ist eine der „Getierten“ und hat ein Faultier an ihrer Seite. Neben all den negativen Sachen bringt jedes Tier seinem Besitzer auch eine Fähigkeit mit, in Zinzis Fall kann sie verlorenene Dinge sehr leicht wieder aufspüren. Als sie aber große Geldsorgen hat, lässt sie sich darauf ein, dass sie eine vermisste Person sucht. Und hier setzt Zoo City an.

Das Buch erzählt eine Episode aus Zinzis Leben im Slum von Johannesburg, welches sich wahrscheinlich nicht so sehr vom echten Johannesburg unterscheidet. Gewalt, Drogen und Morde sind an der Tagesordnung. Und in dieser Welt eben auch Tiere. Manchmal erinnert das Konzept der Seelen in de n Tieren ein wenig an „Der goldene Kompass“, nur ist die Welt hier härter und realer. Faszinierend, wie das Konzept der Getierten innerhalb des Buches aufgeht und Lauren Beukes mit diesem Gedankenspiel viele Ecken der Gesellschaft auslotet. Bisher gibt es den Roma nur auf englisch und ich musste einige Absätze mehrmals lesen, bin aber grundsätzlich ganz gut durch das Buch durchgekommen. ich bi gespannt auf die anderen Romane dieser Schriftstellerin aus Johannesburg.

Zoo City von Lauren Beukes erschien bei Angry Robot