Du drehst den Kopf, ich dreh den Kopf. Ein Abend mit Finn-Ole Heinrich und Hannes Wittmer (fka Spaceman Spiff) am 15. Juni im JES Stuttgart

Ab dem 4. Juli spielt das Junge Ensemble Stuttgart (JES) ‚Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt‚, nach den Romanen von Finn-Ole Heinrich. Vielleicht deshalb, vielleicht einfach so sind Finn-Ole Heinrich und Hannes Wittmer (fka Spaceman Spiff) mit ihrem Programm ‚Du drehst den Kopf, ich dreh den Kopf‘ im Foyer des JES.

Eine kleine Bühne, zwei Stühle, ein Laptop, ein Looper und Instrumente. Und die Bitte, keine Fotos zu machen. Wittmer und Heinrich sind seit acht Jahren gemeinsam auf der Bühne und ihr Programm ist eine lose Folge einzelner Teile, eine Mischung aus Konzert und Lesung, aus Filmschnipseln und Soundtrack. Das heißt, weder wir im Publikum, noch die beiden auf der Bühne wissen, was genau passieren wird. Deshalb schauen wir eher Künstlern dabei zu, wie sie Dinge tun und Spaß haben.

Letztendlich ist der namengebende Teil des Abends nur ein Ausschnitt, darum liegen Geschichten, Anekdoten, Songs und Stille und gerade das Spontane, die Fehlerbehaftetheit und die Intimität der Beiden macht es zu warmen Stunden voller Herz und Lachen und Melancholie. Es macht einfach Spaß, den Beiden zuzusehen.

Ich kannte beide bisher nur vom Namen. Jetzt muss ich mehr lesen, mehr hören. Danke dafür.

Die Leipziger Buchmesse 2018 in meinen Highlights und Lowlights. #lbm18

Der Besuch der Buchmesse in Leipzig ist mittlerweile so selbstverständlich wie Zähneputzen. Ich trage den Termin ein und fahre hin. Ganz klar. Und immer über alle Tage. Mit sehr wenigen fixen Terminen. Es nichts besseres gegen die Fear of missing out, als so eine Messe: Es gibt so viel Gutes zu sehen, dass ich auf jeden Fall irgendetwas verpassen werde. Also sehe ich mir gar nicht an, was ich alles verpassen könnte. Sondern laviere vier Tage über die Messe, treffe Menschen, Bücher Bund Geschichten, die ich wiedersehen will, die ich kennenlernen will und die ich ganz zufällig entdecke. Und dazwischen gibts ein paar wenige Termine, weil nicht alle ganz so flexibel unterwegs sein können.

Auf der Hinfahrt verschlinge ich ‚Jack‘ von Anthony McCarten. Wie gut es ist, steht hier. Auf der Buchmesse ist es schon ab Donnerstag irgendwie voll und ich freue mich, mich immer wieder zurückziehen zu können.

Die Ecke von Wolfgang Tischer und literaturcafé.de ist meine Homebase. Ein guter Ort, um mit Menschen zu reden und den Massen zu entfliehen.

Vier Tage auf der Messe zu sein, ist wie im Zug zu sitzen und nur eine Zeitschrift dabeizuhaben. Erst gucke ich mir an, was mich wirklich interessiert. Dann laufe ich rum und gucke nach den Sachen, die auch ganz spannend sein könnten. Und erst dann habe ich die Aufmerksamkeit, mir die kleinen Wunder anzusehen, die ich bei den vorigen Malen übersehen habe.

Den ersten Abend verbringe ich mit anderen Bloggern bei Klett-Cotta. Gutes Essen, gute Gespräche.

Mein Coverhighlight finde ich gleich am Donnerstag. Haymon ist der Verlag von Selim Özdogan und vor einem halben Jahr habe ich einen Abend mit ihm und ein paar Leuten des Verlages verbracht. Also schlendere ich dort vorbei und sehe ‚Die Unversehrten‚ von Tanja Paar. Die Lesung verpasse ich zwar, aber das Buch will ich mitnehmen, auch wenn ich noch nicht weiß, ob mich das Buch interessieren wird.

Dann kommt der Samstag und der Schnee macht alles anders, nur die Anzahl der Besucher gefühlt nicht weniger. Aber weil einige Leute nicht nach Leipzig kommen, da die Bahn nicht mehr bis hierher fährt, springe ich für Uve Teschner ein, der mit Wolfgang über das Sprechen und Hörbücher reden sollte. Die Bahn will Uve nicht bringen, also reden Wolfgang und ich über gutes Vorlesen. Wir funktionieren ganz gut zusammen, die halbe Stunde macht Spaß und geht schnell rum. Direkt danach mache ich gleich zweimal hintereinander den Intensivkurs ‚Sprechtraining für Lesungen, Interviews und Liveevents‚ bei der Autorenrunde.

Krass, wie gerne ich Menschen etwas beibringe, wenn sie etwas lernen wollen. Auch wenn es viel zu wenig Zeit für diesen Inhalt ist.

Der Sonntag plätschert dann aus, lässt mich ein letztes Mal durch alle Hallen gehen und dann irgendwann nach Hause fahren.

Dazwischen ganz viele schöne Momente und Gespräche, viel über Literatur, über die Branche und natürlich auch den ganzen Rest.

Die Buchmesse in Leipzig fühlt sich für mich immer wie die familiärere Messe an. Die kleinere, weniger geschäftliche Messe. Dieses Mal aber war ich manchmal irritiert, weil die Stände der Verlage sehr spezielle Zielgruppe anspricht, anstatt ihr Verlagsprogramm komplett zu präsentieren. Einige der größeren Verlage haben ihren Stand – ganz polemisch gesagt – auf rosarote Liebesgeschichten für 14jährige Mädchen ausgelegt und alle anderen Bücher des Verlages auf ein Regal in der hinteren Ecke verbannt, wenn überhaupt.

Tatsächlich richtig nervig waren die Sicherheitskontrollen. Erstmal: Weder ich noch sonstjemand kann deren Wirksamkeit bestätigen. Dann kommt die Art der Kontrollen extrem willkürlich vor. Ich habe online nirgends gefunden, nach was genau und wie kontrolliert wurde. Einmal heißt es ‚stichprobenartig‚, andererseits heißt es, dass nach ‚gefährlichen Gegenständen‚ gesucht wird.

Am zweiten Tag – nachdem ich am Tag zuvor einfach durch die Kontrollen gekommen bin – darf ich mit meiner Trinkflasche nicht rein. Ich strebe danach, nachhaltig zu leben und Plastik zu meiden, deshalb ist meine Flasche aus Glas. Glasflaschen dürfen nicht aber nicht auf die Messe.

Auf der Messe wimmelt es von Glas, Glasflaschen werden auf der Messe verkauft und es geht auch nicht nicht um Getränke, denn Plastikflaschen darf man einfach mitnehmen. Warum also darf ich keine Glasflasche mit aufs Gelände nehmen? Ansage von oben, mehr kann mir kein Sicherheitsmann sagen. Ich habe die Messe selbst gefragt, wenn ich Antwort bekomme, kommt sie hierher.

Nachtrag 16.04.19: Ich habe eine Antwort von der Messe auf die Frage nach dem Glas bekommen. Scheinbar war das ein Problem beim Briefing, denn grundsätzlich sind Glasflaschen erlaubt. Nächstes Jahr werde ich vehement standhaft bleiben.

Abgesehen von diesen Dingen bin ich mit einem warmen Gefühl von der Messe gekommen und ich freue mich auf das nächste Mal.

 

 

Lesung: Kevin Kuhn am 06.02.18 in der Stadtbibliothek Stuttgart

Kevin Kuhn legt mit Liv seinen zweiten Roman vor, ich habe ihn nicht gelesen, aber Kevin war einer meiner Dozenten in Hildesheim. Grund genug, zu seiner Lesung in der Stadtbibliothek zu kommen, im Café Lesbar im obersten Stock, mit Blick in die Bibliothek.

In der Reihe Secondo | Lesung und Gespräch dürfen AutorInnen ihren Zweitling und ihre Herausforderungen damit vorstellen. Moderator diesmal: Björn Springorum.

Manchmal lenkt mich das Geschehen hinter den beiden ab, besonders, wenn jemand auf der gleichen Etage vorbeiläuft. Aber größtenteils bildet der Strudel an Büchern mit den Menschen, die sich daran bedienen, die optimal meditative Kulisse für das Gespräch.

Kevin erzählt und liest und antwortet auf eine zurückgenommene, ruhige Art, eine ganz andere Art als beispielsweise Tad Williams. Björn übernimmt den energiegeladenen Part, stellt interessiert Fragen und baut Bezüge auf. Er ist selbst Autor, was den Abend weniger zu einem Interview als zu einem Kollegengespräch macht, in dem es gar nicht so sehr um die Geschichte, sondern mehr um Kevin, seine Art zu Schreiben und das Handwerk selbst.

Ein Abend voller Einsichten und Ideen und Geschichten. Gerne wieder.

Jahr 33, Tag 2: Danke sagen

Gestern bin ich 32 geworden. Innerlich immer noch Kind, das auf einer Mauer sitzt.

Gestern habe ich getanzt geküsst und umarmt. Ich habe geschrieben und gelesen, erzählt, gelacht, Aufmerksamkeit gegeben und bekommen. Ein sehr guter erster Tag für ein neues Lebensjahr. Weil es viele Menschen gibt, die ihn mir so schön gemacht haben.

Danke dafür. Lächeln und Liebe, Fabian.

Lesung: Patricia Hempel bei der zwischen/miete in Stuttgart am 23.11.17

Die zwischen/miete ist ein Projekt des Stuttgarter Literaturhauses, dabei laden Stuttgarter Wohnungen und Wohngemeinschaften ein, um in ihren Räumen junge AutorInnen lesen zu lassen. Dabei gehts tatsächlich nicht so sehr um die Autoren, als um das Happening. In irgendeiner fremden WG zusammenkommen, auf dem Boden sitzen, über das Interieur schnacken und Bier und Brezel genießen. Achja, und einer Lesung beiwohnen. Macht tatsächlich ziemlich Spaß, auch wenn man die AutorInnen und die Bücher vielleicht noch nicht kennt.

Diesmal ist es für mich ein wenig anders, Patricia Hempel hat mit mit „Literarisches Schreiben“ in Hildesheim studiert und ist die erste aus dem Jahrgang, die ihren Roman veröffentlicht. Metrofolklore, ein Roman über eine lesbische Archäologiestudentin, die versucht, an das schönste Mädchen der Universität ranzukommen. Rezension folgt.

Die Wohnung ist voll, als wir ankommen. In allen Zimmern sitzen Menschen auf den Boden, die Lesung wird vom Wohnzimmer aus in die anderen Räume gestreamt.

Patricia sitzt neben Tim Philippi, der durch den Abend moderiert, er langsam und geordnet, sie chaotisch und polternd, ein skurriles Paar. Die Fragen wurden im Vorfeld abgeklärt, was bedeutet, dass Patricia einige Antworten vorwegnimmt und die Gespräche zwischen den beiden absurde Situationen ergeben.

Patricia hat gut ausgesuchte Stellen und weiß, wie sie Reaktionen im Publikum weckt, und vor allem Neugierde, wie der Roman weitergeht.

Obwohl die Lesung einigermaßen kurz ausfällt, bin ich froh, als es der Fall ist.  Nicht der Lesung wegen, sondern weil es auf Dauer doch ziemlich unbequem ist, so gedrängt auf dem Boden zu sitzen. Auch, wenn er gepolstert ist. Aber der Abend ist nicht mit der Lesung vorbei, er wird zu einem netten Happening mit viel Unterhaltung, guten Gesprächen und Brezeln. Das sehr gerne wieder, nur dann mit besserem Platz. Und gerne wieder eine Lesung von Patricia Hempel. Auch diese mit besserem Platz.

Metrofolklore von Patricia Hempel erschien bei Klett-Cotta.

 

Lesung: T.C. Boyle bei der LesArt in Esslingen am 22.11.17

Und nun: TC Boyle bei der #LesArt in #Esslingen. #amlistening #tcboyle

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T.C: Boyle wird dieses Jahr 69 und ich habe ihn zwar schon im Februar in Stuttgart gesehen, aber wer weiß, wie lange er noch Lesungen machen wird? Also bin ich gestern nach Esslingen auf die LesART, einem eigentlich eher kleinerem Literaturfestival, welches durch glückliche Umstände dazukommt, Boyle zu Besuch zu haben. Zusammen mit knapp 1000 weiteren komme ich also ins Neckar Forum, einer riesigen bestuhlten Halle. Ich komme kurz vor Veranstaltungsbeginn und bin so frech, mir den letzten freien Platz in der dritten Reihe zu nehmen. Zwischen der Sanitäterin und dem einen, der aussieht, als ob er beschlossen hat, heute Abend keinen Spaß zu haben. Diese Leute finde ich auf jeder Veranstaltung.

Aber wir reden von T.C. Boyle, der tatsächlich auch diesen Mann zum lachen bringt. Boyle macht sein Ding. Vor vielen Jahren sagte er mal, dass Lesungen wie Konzerte sein müssen, sie müssen unterhalten und Spaß machen. Genau das macht er bei seinen Lesungen. Natürlich wieder in roten Chucks und schwarzem Anzug und geilen Antworten auf jede Frage unterhält er viel zu kurze 90 Minuten. Was mir besonders auffällt, er zwar wieder mit Die Terranauten da, aber er macht anderes Programm, liest eine andere Stelle, erzählt ein paar andere Geschichten, beispielsweise von seinem Kurzgeschichtenband The Relive Box, der gerade in den Staaten veröffentlicht wurde und von seinem Roman über Albert Hofmann und LSD, den er im Februar erwähnt und mittlerweile beendet hat. Also keine reine Wiederholung dessen, was ich schon kenne. Guter Mann. Krasser Kopf, der extrem fit ist und sehr viele Details zur Sprache bringt, was mich immer wieder überrascht. Und jedes Mal eine Freude ist, dabei zuzusehen. Kurz, Boyle war geil. Aber.

Die Lesung auf Deutsch übernimmt Lea Ruckpaul, Schauspielerin am Stuttgarter Staatstheater mit einer eindrücklichen kratzigen Stimme. Sie liest den Text fehlerfrei vor. Aber sie kommt nicht in die Haltungen. Wie jemand, der gerade schalten lernt, ruckelten wir durch den Text, mal zu schnell, mal irritierend langsam. Verständlich, ja, aber nicht so, dass sie es dem Zuhörer leicht gemacht hat, mitzukommen.

Und moderiert wurde der Abend von Günter Keil, der geübt darin ist, Lesungen zu moderieren und für Publikum aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Ich kenne ihn bisher nicht, aber er scheint ein netter Kerl zu sein, der sich von Boyle auch nicht einschüchtern lässt. Aber Boyle ist auch nicht der Typ der einschüchtert. Gerade mit dem Wissen um Keils Erfahrungen und Referenzen bin ich erschüttert von der Moderation und den Übersetzungen. Die Aufgabe des Moderators ist, durch den Abend zu leiten, bei einer Fremdsprache dafür zu sorgen, dass sich niemand zurückgelassen fühlt und im Auftrag des Publikums alle Fragen zu stellen, die sich das Publikum stellen könnte.

Gestern aber schafft Keil eben das nicht. Viel zu oft greift Boyle ein und lenkt das Gespräch in die Richtung in, in die es gehen sollte. So erzählt er beispielsweise, wie er kurz vor dem Abflug auf die Lesereise den neuen Roman beendet hat, Keil übersetzt und stellt eine vollkommen andere Frage. Woraufhin Boyle sagt, ‚Das Publikum fragt sich wahrscheinlich, worum gehts im neuen Buch.‘ Alle Applaudieren und Boyle erzählt also von LSD und Hofmann und so. Solche Korrekturen passieren ein paar Mal. Ich glaube nicht, dass T.C. Boyle irgendjemanden auflaufen lassen will, aber es gab ein paar Situationen, in denen er Keil auflaufen lassen musste, weil wichtige Dinge sonst nicht zur Sprache gekommen wären. Weiterhin hat Keil frappierende Übersetzungsfehler gemacht.

Es ist keine leichte Aufgabe, ausschweifende Antworten und Pointen so ins Deutsche zu übertragen, dass sie funktionieren und nicht für den Großteil des Publikums redundant sind. Ich verstehe, dass man als jemand, der kein Englisch spricht, viel leider nicht mitbekommt und es auch leider nicht wirklich anders geht. Zumindest nicht ohne größeren Aufwand. Aber Keil hat gestern regelmäßig falsch übersetzt. Er spricht ihn ganz am Anfang auf die roten Chucks an und Boyle antwortet: ‚Frau Boyle told me to wear them, so I do, for 20 years now.‘ (Frau Boyle, hat mir gesagt, ich soll sie anziehen, als tue ich das. Mittlerweile seit 20 Jahren.) Keil übersetzt: „Er hat sich die Sachen in einem Laden ausgeliehen und trägt sie deshalb.“

Wie gesagt, der Job des Moderators ist kein leichter und ich verstehe auch, dass man nicht immer alles so schnell verstehen und übersetzen kann, wie man sollte. Aber das blieb kein Einzelfall, sondern zog sich durch durch den gesamten Abend. All das wäre sogar noch okay, wenn nur mir das mit geschultem Ohr auffallen würde. Aber wenn selbst die Sanitäterin, die nur halb zuhört, weil berufsmäßig da ist, von der Moderation und den (Fehl-)Übersetzungen irritiert ist, dann – so leid es mir tut – ist das ein Problem.

Schade. Aber dennoch, T.C. Boyle zu sehen, lohnt sich jedes Mal. Und ich hoffe auch noch viele weitere Male.

So war meine Frankfurter Buchmesse 2017 #fbm17

Hej #fbm17. Du und ich. Bis Sonntag. Wird geil! #mixtvision #buchmesse

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Ich wollte das schon viel früher geschrieben haben, aber ich bin aus der Buchmesse fast ungebremst in Stuttgart liest ein Buch gerutscht und brauchte danach ein paar Tage, um wieder klar zu kommen.

Meine Buchmessenbesuche sind fest eingeplant. Und natürlich habe ich dort auch ein paar Termine. Aber ansonsten versuche ich sie freizuhalten, ich gucke mir keine Programme an und gehe auf sehr wenige Bloggertreffen oder Events. Und wenn mich Leute fragen, ob ich ‚beruflich‘ auf der Messe bin, dass weiß ich nie, was ich genau antworten soll. Weil, natürlich bin ich auch als Autor dort, und als Sprecher und als Journalist. Deshalb habe ich dort auch Termine. Aber vornehmlich bin ich dort, weil sowohl in Frankfurt, als auch in Leipzig ganz schön viele Menschen aus dieser Branche zusammenkommen, die ich sonst sehr selten sehe.

Also mache ich tagelang genau das: Ich laufe durch die Messehallen, treffe Menschen, die ich kenne, treffe Menschen, die ich bisher nur übers Netz kenne und lerne ganz neue Menschen kennen. Ich spanne mein Netz in dieser Branche enger. Weil aber Frankfurt eine Fachmesse ist, auf der sehr viele Deals gemacht werden, klappt dieses spontane Treffen von Menschen immer nur mehr oder weniger gut, weil manche Leute ihre Termine schon Monate vorher ausgecheckt haben. Und natürlich verpasse ich unglaublich viele tolle Termine und Menschen, weil ich eben nicht vorher plane. Aber so ist das, das ist Teil des Spiels.

Nach zwei Tagen fange ich dann an, mir Bücher und Stände anzusehen, aber ehrlich gesagt, ich bin jedes Mal neu überfordert, neu demotiviert und neu irritiert, wie eine Branche, die so viel darüber jammert, wie schlecht es ihr geht, so viel Inhalte produzieren kann. Geht mir ja schon in einem Buchladen so, ich bin hart überfordert davon, wie viele Bücher es gibt. Und erst auf der Buchmesse!

Besonders der Schriftsteller in mir hatte dieses Jahr gut zu zweifeln an diesem ganzen Konzept des „vom Geschichten erzählen leben“. Aber die Messe liefert auch das Gegenmittel, durch Menschen, die einen wieder stärken, durch Ex-Kommilitonen und Freunden aus Hildesheim, von denen natürlich viele auch auf der Messe sind, aber auch durch kleine Momente und Überraschung, die ich dann doch nicht erwartet habe.

Buchmesse, Tag 3. Langsam kommen sie, die Menschen. #fbm17

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Was mich ebenso überrascht, einerseits positiv, wie viele Besucher da sind. Es geht ja noch ganz gut los, aber spätestens am Freitag Nachmittag wurde es so voll, dass es irgendwann keinen Spaß mehr macht, durch die Hallen zu traben. Samstag Nachmittag war’s mir dann zu krass und habe meine Zeit in Frankfurt für beendet erklärt. Es freut mich wirklich, dass sich so viele Menschen für Bücher und Geschichten interessieren, aber es muss doch einen Weg geben, die Messe dann so zu konzipieren, dass immer noch alle Spaß daran haben.

Nebenbei, es sind so viele Menschen, die sich für Geschichten interessieren, dass andere Sparten der Unterhaltungsbranche da ein paar abgreifen wollen. Netflix hat sich einfach einen Stand gemietet, das Set der ersten deutschen Eigenproduktion Dark – eine Zeitreisemysterieserie –  aufgebaut, eine Hostess samt großem Monitor daneben gestellt und nichts anderes gemacht, als den Trailer in Endlosschleife zu zeigen.

Krasser, frecher, aber geiler Move. Und eben genau das, ein Beweis, dass sich auf einer Buchmesse genug Menschen tummeln, die das interessieren könnte.

Meine wirklich bedenkliche Überraschung, dass ich das Gefühl habe, dass diese gesamte Branche vor Angst erstarrt und versucht, genauso Bücher zu verkaufen, wie sie es vor 20 Jahren gemacht haben. Ich ahne, dass diese Industrie die gleichen Fehler machen will, wie die Musik- und die Filmindustrie. Vor zwei Jahren habe ich 5 Dinge aufgeschrieben, die Verlage heutzutage besser machen könnten. Die Tage auf der Messe dieses Jahr haben mich oft an diese Dinge denken lassen. Ich glaube, Verlage müssen extrem umdenken, um nicht gnadenlos gegen die Wand zu rennen.

Trotz all dem, – und auch trotz der gesamten Problematik mit den Neuen Rechten, die ich nicht persönlich mitbekommen habe – bin ich erschöpft, aber zufrieden zu Hause angekommen und freue mich auf das kommende Jahr, auf Leipzig und Frankfurt. Immer wieder gern.

Ciao #Buchmesse. Hallo Realität. #fbm17

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Lesung: Tad Williams am 19.10.17 in der Stadtbibliothek Stuttgart

Stuttgart liest die Tage nicht nur ein Buch, sondern feiert auch die Dragon Days, ein Crossmedia-Fantastikfestival, organisiert von Tobias Wengert. Seit 2012 zieht der Mann ziemlich geilen Scheiß nach Stuttgart, unter anderem regelmäßig Tad Williams.  Neben all seinen Fantasyromanen hat er die Otherworld-Reihe geschrieben, die mich vor vielen Jahren sehr lange gefesselt hat. Nun ist sein neuester Fantasyroman draußen, Die Hexenholzkrone. Ich habe den Roman noch nicht gelesen, kenne auch nicht die anderen der Osten Ard Reihe. Aber nachdem er bereits zum dritten Mal in Stuttgart war und er mittlerweile 60 ist, musste ich ihn endlich mal sehen.

Der Max-Bense-Saal im Untergeschoss der Bibliothek ist gut gefüllt und in fast allen Händen oder Taschen liegen dicke Bücher. Und weil das hier die Dragon Days sind, ist das auch keine normale Lesung. Zuerst wird der Gewinner des Kurzgeschichtenwettbewerbs verkündet und seine Geschichte wird von Barbara Stoll vorgetragen, tatsächlich ganz schöne Geschichte. Erst dann springt Tad Williams auf die Bühne.

Er springt tatsächlich. Wenn man nicht wüsste, dass er 60 ist, könnte man ihn auf 12 schätzen. Während seiner Lesung gestikuliert er, lümmelt in seinem Sessel, wenn er zuhört, und wenn er Antworten gibt und Anekdoten erzählt, springt er auf der Bühne herum. Er hat offensichtlich Spaß, er weiß, wir man Menschen unterhält und begeistert. Björn Springorum ist der Moderator, Fragensteller und Spielpartner auf der Bühne. Ich musste auf die nüchterne, manchmal leicht entrückte Art von Björn erstmal klarkommen, aber sehr schnell war klar, dass Björn – selbst Fantasyautor – nicht nur zum Fragen stellen daneben sitzt, sondern sie sich auf Augenhöhe unterhalten. Und das sind die schönsten Interviews.

Tad erzählt und kommentiert, macht Witze und liest vor. Klar ist er geübt in all dem, aber trotzdem ist es keine Routine, die er abspult. Es macht extrem viel Spaß, auch wenn man die Welten, von denen er redet, nicht kennt. Die Lesung ist relativ kurz und das ist vollkommen in Ordnung. Es geht mir mehr darum, ihn zu erleben. Und das ist ein großartiges Erlebnis. Die deutsche Lesung von Barbara Stoll ist auch gut, aber nicht ganz so großartig, wie ich es mir erwünscht hätte. Und ja, ich bin traurig, den „Stammsprecher“ Andreas Fröhlich nicht zu erleben.

Mitten in der Veranstaltung kommt er musikalische Überraschungsgast. Sebastian Barwinek ist Folksänger und hat unter anderem ein paar Songtexte, die Tad Williams in seine Bücher geschrieben hat – jedes große Fantasywerk braucht eigene Songs, die die Helden singen – vertont. Zwei trägt er vor. Und tatsächlich funktioniert das extrem gut. Zieht uns noch viel weiter in diese andere Welt.

Ich bin ja dafür, dass es zu den Büchern ab jetzt immer einen Soundtrack gibt.

Ich war frech an diesem Abend. Schnappte mit den letzten Stuhl in der ersten Reihe, stelle die erste Publikumsfrage, stellte mich ganz nach vorne, was das Signieren anging. Ich musste manchmal an TC Boyle denken, dessen Lesungen ähnlich viel Spaß machen. Boyle ist zehn Jahre älter. Hoffentlich ist Williams mindestens genauso lange fit und kommt immer wieder vorbei. Ich freue mich sehr drauf.

Danke an Klett-Cotta für die Möglichkeit. Und wer es nachgucken will, Lovelybooks hat einen Livestream aufgezeichnet. Leider mit verschobenem Ton, aber es lohn sich dennoch! Jetzt gefixed!

 

 

Bericht: #Z2x17 – Das Festival von Zeit Online

#Z2X heißt Schlange stehen und fotografiert werden. Guten Morgen!

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Letztes Jahr war Z2x zum ersten Mal und ich war begeistert. Dann kam die Tour, die unter anderem in Stuttgart hielt und auf der ich über Unverbindlichkeit sprechen konnte. Die letzten beiden Tage fand die große Version in Berlin also zum zweiten Mal statt. Mit mehr Menschen und mehr Programm und vielen verbesserten Punkten, beispielsweise mehr Zeit zwischen den Veranstaltungen, zum reden und essen und sich kennenlernen. Für letzteres bin ich da, der Menschen wegen.

Mittlerweile fühlt sich Z2x für mich wie ein Familienfest an, bei dem man immer wieder ein paar bekannte Menschen trifft, die meisten von ihnen auch nur dort. Dazu lerne ich ein paar Menschen kennen, die ich bisher nur digital kannte. Und dann lerne ich auch ganz neue Menschen kennen. Und klar, nehme auch noch extrem viele Eindrücke, Information, Motivation und Hoffnung mit.

In diesem Sinne: Danke. Gerne wieder.

Dann bitte mit einem Eisstand und mindestens einem Workshop für Holzlöffelschnitzen. Oder Pizzabacken.

 

Bericht: #D17, #Deutschlandspricht, ein Experiment von Zeit Online

Auf dem Z2X-Festival in Stuttgart unterhielt ich mich eine kurze Zeit mit Jochen Wegner, Chefredakteur von Zeit Online. Dabei erzählte er von diesem Experiment, bei dem sie versuchen wollten, Menschen mit verschiedenen Einstellungen zusammenzubringen. Kurz darauf erschien der erste Aufruf zu #D17, Deutschland spricht.

Warum wir #D17 starten

Zeit Online rief auf, sich am gestrigen Sonntag ein paar Stunden Zeit zu nehmen, ein paar Fragen mit Ja oder Nein zu beantworten (Hat Deutschland zu viele Flüchtlinge aufgenommen? Soll Deutschland zur D-Mark zurückkehren? Sollen homosexuelle Paare heiraten dürfen? War der Ausstieg aus der Atomenergie richtig? Geht der Westen fair mit Russland um?) und dann den Willen und die Offenheit zu haben, sich mit jemandem zu unterhalten, der in mindestens einer Frage anderer Meinung ist.

Natürlich machte ich mit. Ich klickte Nein und Ja und bestätigte nach ein paar Wochen meine Bereitschaft, mich mit Jan zu treffen und traf ihn dann. Unsere Differenz war die Russlandfrage. Die einzige Frage, die ich nicht ohne zu zögern beantworten konnte und dann, auch in Erinnerungen an meine Erfahrungen in Polen vor zwei Jahren, mit einer guten Prise Polemik mit Nein beantwortete. Jan offensichtlich mit Ja. Ich freute mich auf das Treffen, aber ich ahnte, dass wir uns nun keine hitzige Diskussion liefern würden. Waren wir uns doch bei den meisten Fragen einig. Und die Frage, bei der nicht, war ich nicht so standfest, wie bei den anderen. In der Mail an die ZeitOnline-Redaktion schrieb Jan:

Denn eine hitzige Diskussion hatten wir nicht. Nachdem wir uns im Smalltak über Beruf und Hintergründe des jeweils anderen ausgetauscht hatten, gingen wir zum möglichen Spannungsfeld der Diskussion über: Der Umgang mit Russland.

Recht schnell merkten wir, dass es weniger um gegensätzliche Meinungen als eher um einen Erfahrungsaustausch der jüngeren deutschen Geschichte und der Rolle, die Russland dabei spielte, ging. 

Unsere unterschiedlichen Biographien, sowohl geographisch, als auch im Alter, brachten so manch kleine Anekdote zu tage und verschaffte dem jeweils anderen eine weiteres Puzzleteil zu dieser Thematik.

Besser kann ich es nicht formulieren. Im Nachklapp sah ich auf den Ergebnisseiten der Zeit, dass ich mit meinen Antworten auch immer zur Mehrheit derer gehöre, die mitgemacht haben. Wäre also schwer gewesen, jemanden zu finden, der bei kontroverseren Fragen anderer Meinung ist. Und zumindest hatten sich 12.000 Menschen registriert.

Trotz eines sehr harmonischen Treffens mag ich diese Idee und bin gespannt, was daraus in den Folgejahren wird. Und, ich kenne jemand Neuen. Wenn es das nicht wert war. In diesem Sinne: Danke. Und: Gerne wieder.

 

Die Leipziger Buchmesse 2017 in Blitzlichtern.

  • Ich komme Mittwoch Abend in Leipzig an und freue mich, meine Gasteltern wiederzutreffen. Ich bin ziemlich froh, dass ich mittlerweile in vielen Städten Menschen habe, bei denen ich unkompliziert unterkommen kann. Was auch heißt, dass meine Besuche in Städten immer Besuche bei Menschen sind, die ich gerne sehe.

Buchmesse, Tag 1 am Morgen. So voll ist es. #lbm17

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  • Es ist Donnerstag, kurz nach Zehn und schon jetzt sind die Hallen gut gefüllt. Klar, es wird bis Samstag noch voller und am Ende ist es ein Besucherrekord, aber ich bin am Donnerstag doch erstmal überrascht.

  • Donnerstag Mittag bin ich mit Wolfgang auf der Bühne, meine erste „Verpflichtung„: Besser vorlesen. Die Bühne ist klein und umrandet von Ständen, aber die Stühle füllen sich schnell und selbst auf dem Gang bleiben Leute stehen. Ich mache zusammen mit Wolfgang den Podcast des Literaturcafé und wir wissen, wie wir miteinander umgehen können und wie wir miteinander funktionieren. Es macht Spaß, Menschen von Sprechkunst zu erzählen und zu erklären, wie man vorliest. Nach der viel zu kurzen halben Stunde beantworte ich einer Traube von Menschen noch Fragen zum Vorlesen und bis zum Ende der Buchmesse werde ich immer wieder auf das Vorlesen und die halbe Stunde angesprochen. Wie schön, dass sich so viele Menschen für das Vorlesen interessieren. Weil es immer noch eine Kunst ist, die nicht ausgeschöpft wird.
  • Ich habe sehr wenig feste Termine die Buchmesse über. Größtenteils treibe ich durch die Massen, treffe Menschen, lerne neue kennen und knüpfe Bande enger. Ich verpasse wohl sehr viele schöne Dinge. Aber ich erlebe auch sehr viele schöne Dinge, für die ich sonst wohl keine Zeit gehabt hätte.
  • Donnerstagabend verbringe ich beim Bloggeressen von Klett-Cotta. Der Verlag residiert 500 Meter von meiner Wohnung entfernt, immer mal wieder habe ich mit ihm und den Menschen, die dort arbeiten, zu tun. Ich mag die Art, wie wir miteinander umgehen. Deshalb gibt es an diesem Abendessen nicht nur Essen und Gespräche zwischen Bloggern, Verlagsmitarbeitern und anwesenden Autorinnen und Autoren, sondern neben einer kurzen Lesung von Kristina Pfister aus „Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten“ auch einen kurzen Vortrag von mir. Das ist schon zu viel gesagt. Ich habe ein bisschen aus meiner Sicht als Literaturblogger erzählt, ganz subjektiv und nur für mich sprechend. Womit aus einer Werbeveranstaltung ein Miteinander wird. Danach gehts weiter auf die Tropenparty. Lesung von Arno Frank aus „So, und jetzt kommst du„, danach noch mehr mit Menschen reden.

https://www.instagram.com/p/BSBb5M9FuGr/

  • Freitag. Kommilitonen aus Hildesheim sind da. Wir schlendern über die Messe. Also noch mehr Menschen, mehr Kommunikation.

Buchmesse, Tag 3. Der Tag beginnt mit Dietmar Wunder und Uve Teschner im Interview. #lbm17

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  • Samstag. Jetzt ist es richtig voll. Schon in den Bahnen, sodass ich fast zu spät komme zu meinem ersten Termin am Tag: Ein Interview mit Dietmar Wunder und Uve Teschner. Dietmar habe ich vor ein paar Jahren bei einer Lesung mit Karin Slaughter kennengelernt, mit Uve hatte ich Kontakt, nachdem ich das großartige Hörbuch zu „Am Ende aller Zeiten“ gehört hatte. Audible hatte mit den beiden ein Sprecherfrühstück veranstaltet, danach konnte ich mit ihnen reden.20 tolle Minuten über das Sprechen und die Buchmesse und Kunst allgemein, die es demnächst im Podcast des Literaturcafé zu hören gibt. Eines meiner Highlights der Messe.https://www.instagram.com/p/BSGGS6BFubx/
  • Sonntag ist Tag der Bloggersessions. Wieder tolle Menschen, gute Inhalte und am Ende über Geld reden. Nachzuhören hier.
  • Sonntagabend geht es nach Hause. Nachts bin ich da und ohne Pause geht der Alltag los. So nahtlos, dass ich mich anstrengen muss, dies hier nochmal zusammenzufassen. Ich bin ziemlich froh, all das machen zu können. Danke an alle, die das möglich machen und Teil davon sind.

#incommunicado, TEDx und ein Agenturvertrag. Mein 2016.

Ganz schön viel krasser Scheiß, der dieses Jahr passiert ist. Ich kann und will gar nicht auf Alles eingehen. Im Gegenteil, ich will drei Dinge hervorheben, von denen ich vor einem Jahr nicht gedacht hätte, dass sie mir 2016 passieren könnten.

#incommunicado, das neue Hörbuch.

Teaser: Nächsten Monat geht es los! #incommunicado #hörbuch #creativecommons #crowdfunding #startnext

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Seit 2012 arbeite ich an diesem Hörbuch, mit vielen Pausen und demotivierenden Momenten und obwohl ich das Projekt sehr wichtig finde, war ich mir nicht immer sicher, ob ich das Hörbuch jemals beenden werde. Nach mehreren Telefonaten mit Michel Reimon und seiner Mitarbeiterin Inge Chen, einer ganz schön aufreibenden Crowdfundingaktion und einer Woche im Aufnahmestudio gibt es seit drei Wochen und für die kommenden 13 Wochen das Hörbuch als Podcast! Die größte Arbeit ist vorbei, das Veröffentlichen ist nun ernten der Mühen. Ich bin unglaublich froh und erleichtert, dass dieses Hörbuch nun komplett veröffentlicht werden kann und ich ein Projekt abgeschlossen habe. Das heißt, mehr Zeit für neue Projekte.

Die Maybe-Ära: Unverbindlichkeit im Alltag. Mein TEDx-Talk.

Hier die Story dazu. Ich bin extrem froh, diesen Talk gehalten zu haben und freue mich jedes Mal, wenn jemand mir erzählt, dass er ihn gesehen hat. Schön, dass ich einen Nerv getroffen habe.

Vertreten durch die Literaturagentur AVA International.

Ich habe Markus Michalek auf der Leipziger Buchmesse dieses Jahr kennengelernt, am letzten Tag, eine Stunde vor Messeschluss. Unzählige Mails, Telefonate und ein halbes Jahr später habe ich meinen Agenturvertrag unterschrieben und werde nun durch die AVA International vertreten, für alle folgenden Buchprojekte. Dafür habe ich zusammen mit Markus mein aktuelles Romanprojekt überarbeitet und vor ein paar Tagen abgeschlossen.

Ich bin sehr gespannt auf das nächste Jahr, was es bringen wird, was wir bewegen können. 2016 war in vielen Dingen schon mehr, als ich mir vorstellen konnte.

In diesem Sinne, Lächeln und Liebe, Fabian.

Konzert: Jeremy Loops im LKA Longhorn in Stuttgart am 13.11.16

#jeremyloops #concert #stuttgart #lka

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Mein Lieblingsmensch war im Sommer auf dem Summers Tale Festival und kommt mit viel neuer Musik nach Hause, unter anderem Jeremy Loops. Der Mann aus Südafrika ist nicht nur mit Band, sondern auch mit Loop Station auf der Bühne und er macht extrem gute Laune.

Vor kurzem sagt sie dann, Loops kommt nach Stuttgart. Wir also hin, zum LKA Longhorn, ein Konzertschuppen in Stuttgart-Wangen, zwischen Bundesstraße und Industriegebiet. Wir kommen dort an, eine Minute, bevor der Einlass offiziell losgeht und schon dann müssen wir uns in eine vielleicht 40 Meter lange Schlange stellen. Bis der Einlass dann wirklich losgeht, ist die Schlange geschätzte 200 Meter lang und verschwindet hinter der Kurve. Dann geht ein Ruck durch die Menge und wir gehen rein.

Die Stimmung ist gut und locker, Support Act Mat McHugh trägt seinen Teil dazu bei und dann geht es los. Jeremy Loops und die Band rocken für rund zwei Stunden das LKA Longhorn. Die Musik auf Platte zu hören, war schon geil, aber live strahlt die Band eine krasse Energie aus, baut eine Verbindung zum Publikum auf, Jeremy erzählt Geschichten und es macht so viel Spaß, dort zu sein. Alle tanzen und sind gut drauf und singen mit und als es vorbei ist, bleibt die Stimmung.

Am Tag drauf ist die Stimme rau, aber sobald hier Jeremy Loops läuft, tanzen wir durch die Wohnung. Großer Tipp also: Hört euch Jeremy Loops an. Die Deutschlandtour ist vorbei, aber wenn ihr mal die Chance habt, versucht, ihn live zu sehen.

 

 

Nachtrag: Der Z2X-Fragebogen und meine Antworten.

Das Team des Z2X-Festival hatte angekündigt, bald einen Fragebogen herumzuschicken. Ich hatte ihn in meinen Bericht mit einbinden wollen, zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht da. Nun ist er das. Hier sind meine Antworten. Teil 2 des Fragebogens habe ich nicht mit angehängt, da geht es Zeit Online und nicht mehr um das Festival. Und natürlich geht der Fragebogen bei ihnen anonym ein, sehr löblich. In diesem Fall entscheide ich mich bewusst dafür, dies zu veröffentlichen.

Bericht: Z2X-Festival 2016 in Berlin #jungevisionäre

https://www.instagram.com/p/BJ4oK1pAy4j/

Vor ein paar Monaten poppte plötzlich das Z2X-Festival auf meinem Radar auf, ein Festival der Zeit Online. Für Menschen, die die Welt besser machen wollen, für Menschen, die visionär denken. Für Menschen zwischen 20 und 29.

Ich bin seit diesem Jahr nicht mehr 2X, aber zum Visionär sein gehört, Regeln zu brechen. Also bewerbe ich mich und werde eingeladen, einer von 500 aus mehr als 5000 Bewerbungen. Zusätzlich kann jeder Teilnehmer Vorträge, Workshops und Fragerunden anbieten, zu seinen Themen. Das Festival-Team nimmt noch ein paar externe Speaker und Workshopleiter dazu und generiert daraus den Inhalt des Festivals. Ein großes Fest auf Augenhöhe, bei dem jeder seinen Beitrag leisten kann.

Letztes Wochenende war es dann soweit. Ich also zum ersten Mal seit Jahren wieder in Berlin, ich komme früher an und gehe später, sodass ich noch Zeit mit Freunden in Berlin verbringen kann.

Samstag dann das Festival, los geht es mit der Schlange vor der Registrierung, weiter geht es mit der Schlange für den Kaffee, an der ich vorbeilaufe und direkt zu den Croissants komme. Es fängt aber schon in der Schlange an. Wir sind schon ganz schön viele und verschiedene Menschen. Aber wir sind ausgewählt worden und wir haben einen gemeinsamen Nenner: Wir wollen die Welt verbessern, auf die ein oder die andere Weise. Deshalb kommen wir schon in der Schlange ins Gespräch, wer bist du und wo kommst du her? Zusätzlich ist auch Andi da, den ich schon viel zu lange nicht gesehen habe. Und Imre, den ich noch länger nicht gesehen habe.

Festival passt nicht ganz. Als ich meiner Mutter davon erzähle und Festival sage, fragt sie, und was für Bands kommen da? Es ist mehr ein Kongress. Es gibt fünfminütige Blitzvorträge, von unterschiedlichsten Menschen wie Ronja von Rönne, Julia Reda und Orna Donath. Danach gibt es Workshops, 16 parallel. Nachmittags geht es weiter mit Fragerunden (FMA – Frag mich alles) und noch mehr Workshops. So viele Themen und Ideen, so viele Menschen und Motivation. Irgendwann lerne ich Martin und Ini kennen und wir beschließen, die letzten Workshops sein zu lassen und uns lieber kennenzulernen.

Sonntag geht es weiter, wie es Samstag aufgehört hat. Und dann ist es viel zu schnell vorbei. Es ist ein großartiges Format, ein tolles Treffen, aber es ist zu viel und gleichzeitig zu wenig. Ich habe so viel mitgenommen und trotzdem das Gefühl, einige tolle Workshops und Menschen verpasst zu haben.

Bei der Verabschiedung heißt es, nächstes Jahr wieder. Ja, bitte! Vielleicht einen Tag länger? Oder gar eine Woche? Es muss gar nicht mehr Inhalt sein. Aber Zeit, diesen nachhallen zu lassen und zu verdauen. Ich werde dann 31 sein. Mal sehen, ob ich nochmal hin darf. Ich will.

Andi schrieb seine Erinnerungen. Die Festivalseite selbst hat einige Fotos, die eine Ahnung geben.