Bericht: #D17, #Deutschlandspricht, ein Experiment von Zeit Online

Auf dem Z2X-Festival in Stuttgart unterhielt ich mich eine kurze Zeit mit Jochen Wegner, Chefredakteur von Zeit Online. Dabei erzählte er von diesem Experiment, bei dem sie versuchen wollten, Menschen mit verschiedenen Einstellungen zusammenzubringen. Kurz darauf erschien der erste Aufruf zu #D17, Deutschland spricht.

Warum wir #D17 starten

Zeit Online rief auf, sich am gestrigen Sonntag ein paar Stunden Zeit zu nehmen, ein paar Fragen mit Ja oder Nein zu beantworten (Hat Deutschland zu viele Flüchtlinge aufgenommen? Soll Deutschland zur D-Mark zurückkehren? Sollen homosexuelle Paare heiraten dürfen? War der Ausstieg aus der Atomenergie richtig? Geht der Westen fair mit Russland um?) und dann den Willen und die Offenheit zu haben, sich mit jemandem zu unterhalten, der in mindestens einer Frage anderer Meinung ist.

Natürlich machte ich mit. Ich klickte Nein und Ja und bestätigte nach ein paar Wochen meine Bereitschaft, mich mit Jan zu treffen und traf ihn dann. Unsere Differenz war die Russlandfrage. Die einzige Frage, die ich nicht ohne zu zögern beantworten konnte und dann, auch in Erinnerungen an meine Erfahrungen in Polen vor zwei Jahren, mit einer guten Prise Polemik mit Nein beantwortete. Jan offensichtlich mit Ja. Ich freute mich auf das Treffen, aber ich ahnte, dass wir uns nun keine hitzige Diskussion liefern würden. Waren wir uns doch bei den meisten Fragen einig. Und die Frage, bei der nicht, war ich nicht so standfest, wie bei den anderen. In der Mail an die ZeitOnline-Redaktion schrieb Jan:

Denn eine hitzige Diskussion hatten wir nicht. Nachdem wir uns im Smalltak über Beruf und Hintergründe des jeweils anderen ausgetauscht hatten, gingen wir zum möglichen Spannungsfeld der Diskussion über: Der Umgang mit Russland.

Recht schnell merkten wir, dass es weniger um gegensätzliche Meinungen als eher um einen Erfahrungsaustausch der jüngeren deutschen Geschichte und der Rolle, die Russland dabei spielte, ging. 

Unsere unterschiedlichen Biographien, sowohl geographisch, als auch im Alter, brachten so manch kleine Anekdote zu tage und verschaffte dem jeweils anderen eine weiteres Puzzleteil zu dieser Thematik.

Besser kann ich es nicht formulieren. Im Nachklapp sah ich auf den Ergebnisseiten der Zeit, dass ich mit meinen Antworten auch immer zur Mehrheit derer gehöre, die mitgemacht haben. Wäre also schwer gewesen, jemanden zu finden, der bei kontroverseren Fragen anderer Meinung ist. Und zumindest hatten sich 12.000 Menschen registriert.

Trotz eines sehr harmonischen Treffens mag ich diese Idee und bin gespannt, was daraus in den Folgejahren wird. Und, ich kenne jemand Neuen. Wenn es das nicht wert war. In diesem Sinne: Danke. Und: Gerne wieder.

 

Die Leipziger Buchmesse 2017 in Blitzlichtern.

  • Ich komme Mittwoch Abend in Leipzig an und freue mich, meine Gasteltern wiederzutreffen. Ich bin ziemlich froh, dass ich mittlerweile in vielen Städten Menschen habe, bei denen ich unkompliziert unterkommen kann. Was auch heißt, dass meine Besuche in Städten immer Besuche bei Menschen sind, die ich gerne sehe.

Buchmesse, Tag 1 am Morgen. So voll ist es. #lbm17

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  • Es ist Donnerstag, kurz nach Zehn und schon jetzt sind die Hallen gut gefüllt. Klar, es wird bis Samstag noch voller und am Ende ist es ein Besucherrekord, aber ich bin am Donnerstag doch erstmal überrascht.

  • Donnerstag Mittag bin ich mit Wolfgang auf der Bühne, meine erste „Verpflichtung„: Besser vorlesen. Die Bühne ist klein und umrandet von Ständen, aber die Stühle füllen sich schnell und selbst auf dem Gang bleiben Leute stehen. Ich mache zusammen mit Wolfgang den Podcast des Literaturcafé und wir wissen, wie wir miteinander umgehen können und wie wir miteinander funktionieren. Es macht Spaß, Menschen von Sprechkunst zu erzählen und zu erklären, wie man vorliest. Nach der viel zu kurzen halben Stunde beantworte ich einer Traube von Menschen noch Fragen zum Vorlesen und bis zum Ende der Buchmesse werde ich immer wieder auf das Vorlesen und die halbe Stunde angesprochen. Wie schön, dass sich so viele Menschen für das Vorlesen interessieren. Weil es immer noch eine Kunst ist, die nicht ausgeschöpft wird.
  • Ich habe sehr wenig feste Termine die Buchmesse über. Größtenteils treibe ich durch die Massen, treffe Menschen, lerne neue kennen und knüpfe Bande enger. Ich verpasse wohl sehr viele schöne Dinge. Aber ich erlebe auch sehr viele schöne Dinge, für die ich sonst wohl keine Zeit gehabt hätte.
  • Donnerstagabend verbringe ich beim Bloggeressen von Klett-Cotta. Der Verlag residiert 500 Meter von meiner Wohnung entfernt, immer mal wieder habe ich mit ihm und den Menschen, die dort arbeiten, zu tun. Ich mag die Art, wie wir miteinander umgehen. Deshalb gibt es an diesem Abendessen nicht nur Essen und Gespräche zwischen Bloggern, Verlagsmitarbeitern und anwesenden Autorinnen und Autoren, sondern neben einer kurzen Lesung von Kristina Pfister aus „Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten“ auch einen kurzen Vortrag von mir. Das ist schon zu viel gesagt. Ich habe ein bisschen aus meiner Sicht als Literaturblogger erzählt, ganz subjektiv und nur für mich sprechend. Womit aus einer Werbeveranstaltung ein Miteinander wird. Danach gehts weiter auf die Tropenparty. Lesung von Arno Frank aus „So, und jetzt kommst du„, danach noch mehr mit Menschen reden.

https://www.instagram.com/p/BSBb5M9FuGr/

  • Freitag. Kommilitonen aus Hildesheim sind da. Wir schlendern über die Messe. Also noch mehr Menschen, mehr Kommunikation.

Buchmesse, Tag 3. Der Tag beginnt mit Dietmar Wunder und Uve Teschner im Interview. #lbm17

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  • Samstag. Jetzt ist es richtig voll. Schon in den Bahnen, sodass ich fast zu spät komme zu meinem ersten Termin am Tag: Ein Interview mit Dietmar Wunder und Uve Teschner. Dietmar habe ich vor ein paar Jahren bei einer Lesung mit Karin Slaughter kennengelernt, mit Uve hatte ich Kontakt, nachdem ich das großartige Hörbuch zu „Am Ende aller Zeiten“ gehört hatte. Audible hatte mit den beiden ein Sprecherfrühstück veranstaltet, danach konnte ich mit ihnen reden.20 tolle Minuten über das Sprechen und die Buchmesse und Kunst allgemein, die es demnächst im Podcast des Literaturcafé zu hören gibt. Eines meiner Highlights der Messe.https://www.instagram.com/p/BSGGS6BFubx/
  • Sonntag ist Tag der Bloggersessions. Wieder tolle Menschen, gute Inhalte und am Ende über Geld reden. Nachzuhören hier.
  • Sonntagabend geht es nach Hause. Nachts bin ich da und ohne Pause geht der Alltag los. So nahtlos, dass ich mich anstrengen muss, dies hier nochmal zusammenzufassen. Ich bin ziemlich froh, all das machen zu können. Danke an alle, die das möglich machen und Teil davon sind.

#incommunicado, TEDx und ein Agenturvertrag. Mein 2016.

Ganz schön viel krasser Scheiß, der dieses Jahr passiert ist. Ich kann und will gar nicht auf Alles eingehen. Im Gegenteil, ich will drei Dinge hervorheben, von denen ich vor einem Jahr nicht gedacht hätte, dass sie mir 2016 passieren könnten.

#incommunicado, das neue Hörbuch.

Teaser: Nächsten Monat geht es los! #incommunicado #hörbuch #creativecommons #crowdfunding #startnext

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Seit 2012 arbeite ich an diesem Hörbuch, mit vielen Pausen und demotivierenden Momenten und obwohl ich das Projekt sehr wichtig finde, war ich mir nicht immer sicher, ob ich das Hörbuch jemals beenden werde. Nach mehreren Telefonaten mit Michel Reimon und seiner Mitarbeiterin Inge Chen, einer ganz schön aufreibenden Crowdfundingaktion und einer Woche im Aufnahmestudio gibt es seit drei Wochen und für die kommenden 13 Wochen das Hörbuch als Podcast! Die größte Arbeit ist vorbei, das Veröffentlichen ist nun ernten der Mühen. Ich bin unglaublich froh und erleichtert, dass dieses Hörbuch nun komplett veröffentlicht werden kann und ich ein Projekt abgeschlossen habe. Das heißt, mehr Zeit für neue Projekte.

Die Maybe-Ära: Unverbindlichkeit im Alltag. Mein TEDx-Talk.

Hier die Story dazu. Ich bin extrem froh, diesen Talk gehalten zu haben und freue mich jedes Mal, wenn jemand mir erzählt, dass er ihn gesehen hat. Schön, dass ich einen Nerv getroffen habe.

Vertreten durch die Literaturagentur AVA International.

Ich habe Markus Michalek auf der Leipziger Buchmesse dieses Jahr kennengelernt, am letzten Tag, eine Stunde vor Messeschluss. Unzählige Mails, Telefonate und ein halbes Jahr später habe ich meinen Agenturvertrag unterschrieben und werde nun durch die AVA International vertreten, für alle folgenden Buchprojekte. Dafür habe ich zusammen mit Markus mein aktuelles Romanprojekt überarbeitet und vor ein paar Tagen abgeschlossen.

Ich bin sehr gespannt auf das nächste Jahr, was es bringen wird, was wir bewegen können. 2016 war in vielen Dingen schon mehr, als ich mir vorstellen konnte.

In diesem Sinne, Lächeln und Liebe, Fabian.

Konzert: Jeremy Loops im LKA Longhorn in Stuttgart am 13.11.16

#jeremyloops #concert #stuttgart #lka

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Mein Lieblingsmensch war im Sommer auf dem Summers Tale Festival und kommt mit viel neuer Musik nach Hause, unter anderem Jeremy Loops. Der Mann aus Südafrika ist nicht nur mit Band, sondern auch mit Loop Station auf der Bühne und er macht extrem gute Laune.

Vor kurzem sagt sie dann, Loops kommt nach Stuttgart. Wir also hin, zum LKA Longhorn, ein Konzertschuppen in Stuttgart-Wangen, zwischen Bundesstraße und Industriegebiet. Wir kommen dort an, eine Minute, bevor der Einlass offiziell losgeht und schon dann müssen wir uns in eine vielleicht 40 Meter lange Schlange stellen. Bis der Einlass dann wirklich losgeht, ist die Schlange geschätzte 200 Meter lang und verschwindet hinter der Kurve. Dann geht ein Ruck durch die Menge und wir gehen rein.

Die Stimmung ist gut und locker, Support Act Mat McHugh trägt seinen Teil dazu bei und dann geht es los. Jeremy Loops und die Band rocken für rund zwei Stunden das LKA Longhorn. Die Musik auf Platte zu hören, war schon geil, aber live strahlt die Band eine krasse Energie aus, baut eine Verbindung zum Publikum auf, Jeremy erzählt Geschichten und es macht so viel Spaß, dort zu sein. Alle tanzen und sind gut drauf und singen mit und als es vorbei ist, bleibt die Stimmung.

Am Tag drauf ist die Stimme rau, aber sobald hier Jeremy Loops läuft, tanzen wir durch die Wohnung. Großer Tipp also: Hört euch Jeremy Loops an. Die Deutschlandtour ist vorbei, aber wenn ihr mal die Chance habt, versucht, ihn live zu sehen.

 

 

Nachtrag: Der Z2X-Fragebogen und meine Antworten.

Das Team des Z2X-Festival hatte angekündigt, bald einen Fragebogen herumzuschicken. Ich hatte ihn in meinen Bericht mit einbinden wollen, zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht da. Nun ist er das. Hier sind meine Antworten. Teil 2 des Fragebogens habe ich nicht mit angehängt, da geht es Zeit Online und nicht mehr um das Festival. Und natürlich geht der Fragebogen bei ihnen anonym ein, sehr löblich. In diesem Fall entscheide ich mich bewusst dafür, dies zu veröffentlichen.

Bericht: Z2X-Festival 2016 in Berlin #jungevisionäre

https://www.instagram.com/p/BJ4oK1pAy4j/

Vor ein paar Monaten poppte plötzlich das Z2X-Festival auf meinem Radar auf, ein Festival der Zeit Online. Für Menschen, die die Welt besser machen wollen, für Menschen, die visionär denken. Für Menschen zwischen 20 und 29.

Ich bin seit diesem Jahr nicht mehr 2X, aber zum Visionär sein gehört, Regeln zu brechen. Also bewerbe ich mich und werde eingeladen, einer von 500 aus mehr als 5000 Bewerbungen. Zusätzlich kann jeder Teilnehmer Vorträge, Workshops und Fragerunden anbieten, zu seinen Themen. Das Festival-Team nimmt noch ein paar externe Speaker und Workshopleiter dazu und generiert daraus den Inhalt des Festivals. Ein großes Fest auf Augenhöhe, bei dem jeder seinen Beitrag leisten kann.

Letztes Wochenende war es dann soweit. Ich also zum ersten Mal seit Jahren wieder in Berlin, ich komme früher an und gehe später, sodass ich noch Zeit mit Freunden in Berlin verbringen kann.

Samstag dann das Festival, los geht es mit der Schlange vor der Registrierung, weiter geht es mit der Schlange für den Kaffee, an der ich vorbeilaufe und direkt zu den Croissants komme. Es fängt aber schon in der Schlange an. Wir sind schon ganz schön viele und verschiedene Menschen. Aber wir sind ausgewählt worden und wir haben einen gemeinsamen Nenner: Wir wollen die Welt verbessern, auf die ein oder die andere Weise. Deshalb kommen wir schon in der Schlange ins Gespräch, wer bist du und wo kommst du her? Zusätzlich ist auch Andi da, den ich schon viel zu lange nicht gesehen habe. Und Imre, den ich noch länger nicht gesehen habe.

Festival passt nicht ganz. Als ich meiner Mutter davon erzähle und Festival sage, fragt sie, und was für Bands kommen da? Es ist mehr ein Kongress. Es gibt fünfminütige Blitzvorträge, von unterschiedlichsten Menschen wie Ronja von Rönne, Julia Reda und Orna Donath. Danach gibt es Workshops, 16 parallel. Nachmittags geht es weiter mit Fragerunden (FMA – Frag mich alles) und noch mehr Workshops. So viele Themen und Ideen, so viele Menschen und Motivation. Irgendwann lerne ich Martin und Ini kennen und wir beschließen, die letzten Workshops sein zu lassen und uns lieber kennenzulernen.

Sonntag geht es weiter, wie es Samstag aufgehört hat. Und dann ist es viel zu schnell vorbei. Es ist ein großartiges Format, ein tolles Treffen, aber es ist zu viel und gleichzeitig zu wenig. Ich habe so viel mitgenommen und trotzdem das Gefühl, einige tolle Workshops und Menschen verpasst zu haben.

Bei der Verabschiedung heißt es, nächstes Jahr wieder. Ja, bitte! Vielleicht einen Tag länger? Oder gar eine Woche? Es muss gar nicht mehr Inhalt sein. Aber Zeit, diesen nachhallen zu lassen und zu verdauen. Ich werde dann 31 sein. Mal sehen, ob ich nochmal hin darf. Ich will.

Andi schrieb seine Erinnerungen. Die Festivalseite selbst hat einige Fotos, die eine Ahnung geben.

#WarumIchLese

Sandro sammelt Geschichten von Literaturbloggern darüber, warum wir lesen. Das ist meine.

Ich kann nicht den einen Grund dafür benennen, warum ich lese. Aber ich habe die folgenden Erinnerungen im Kopf, die eine unvollständige, aber erklärende Antwort ergeben:

  1. Auf dem Weg von der Schule nach Hause kam ich, mit leichtem Umweg, an einem Zeitschriftenladen vorbei. Mittwochs erschien die Mickey Maus. Also kaufte ich mir jeden Mittwoch das Heft. Aber bis ich den Rest des Weges nach Hause zurückgelegt hatte, hatte ich das Heft auch schon durchgelesen. Mein Vater kaufte mir irgendwann eine Handvoll Lustiger Taschenbücher, die Comics aus Entenhausen, die damals monatlich erschienen. Ich erinnere mich daran, mein Vater stand auf dem Balkon im ersten Stock und sah zu mir herunter, ich stand im Garten und er fragte mich nach den Comics und ich antwortete, die Geschichten seien mir zu groß. Zu lang. Ich konnte sie nicht fassen. Zumindest für eine Zeitlang.
    Danach sammelte ich mir auf Flohmärkten die alten Ausgaben zusammen und hatte auch das Abo der LTB. Ich habe drei jüngere Geschwister, das Abo wurde von Kind zu zu Kind weitergegeben. Bis heute bekommen meine Eltern die Lustigen Taschenbücher nach Hause geschickt. Ich habe leider schon viel zu lange nicht mehr darin gelesen.
    Im Nachhinein ist mir aber aufgefallen, wie ich durch Bearbeitung bekannter Stoffe und die Verwandlung Comicgeschichten mit einer gewissen Art von Vorwissen an „echte“ Literatur herangegangen bin.
  2. Als ich 12 war, ist unser Fernseher kaputtgegangen. Wir hatten nur drei Programme, aber eines davon reichte, um mich stundenlang davor zu setzen. Dann entschieden meine Eltern aber, dass es keinen neuen Fernseher geben würde. Nach einer gefühlten Ewigkeit der Langeweile, alle Comics, die ich hatte, hatte ich durchgelesen, rang ich mich dann doch durch, ein Buch ohne bunte Bilder in die Hand zu nehmen. Vielleicht nicht das erste, aber eines der ersten war Michael Endes „Unendliche Geschichte“, in der Hardcoverversion im roten Seidenumschlag, eingeprägtem Auryn und natürlich der zweifarbigen Schrift.
    Ich habe dieses Buch überall mitgenommen und gelesen. Manchmal auch irgendwo vergessen, einmal auch auf dem Balkon im Regen. Bis heute ist das Buch gewellt. Und geliebt.
  3. Danach habe ich überall gelesen. Was ich heute mit dem Smartphone mache, habe ich früher mit Büchern gemacht, ich hatte immer eines vor der Nase. Im Zug, in den Pausen in der Schule, beim laufen. Selbst beim Fahrradfahren habe ich mir ein Buch in die Lenkertasche gestopft. Da hin, wo normalerweise die Straßenkarten kommen. Selbst, wenn ich mit Freunden unterwegs war, hatte ich ein Buch dabei. Als Kind war ich oft allein, aber niemals einsam.
  4. Wie sehr mich Bücher bannen können: Ich lag auf dem Sofa im Wohnzimmer und las „Das Jesusvideo“ von Andreas Eschbach, eine Verfolgungsszene durch die israelische Wüste und ich war dort. Ich spürte die Hitze und den Sand und den Fahrtwind. Das Adrenalin und den salzigen Geschmack auf den Lippen. Meine Eltern mussten mich mehrmals rufen, um mich aus dieser Welt zurückholen zu können.

Natürlich, je länger ich darüber nachdenke, desto mehr solcher Momente fallen mir ein. Aber dies sind die ersten. Ich bin aufgewachsen in einem Haushalt, in dem es schon immer Bücher gab. Was nicht unbedingt heißt, dass man auch viel liest. Bei mir hat es geklappt. Ich bin ziemlich froh drum. Bis heute sind Geschichten der größte Teil meines Lebens. Ich konsumiere sie, ich produziere sie, ich liebe sie.

Bericht: Die Leipziger Buchmesse 2016

Das Problem bei einer Sache wie die Buchmesse ist, dass zu viel passiert. Philips Artikel über die Buchmesse ist fünf Seiten lang. Verständlich, weil, BAM., einfach zu viel. Mein Bericht über meine letzte Buchmesse in Leipzig ist nie online gegangen, weil es nichtmal geschafft habe, den ersten Tag zu beschreiben, bevor das wieder passiert, hier also sowas wie ein Blitzlichtgewitter an Erinnerungsschnipsel dieser vier Tage in Leipzig.

  • Die Tage in einem Wort, das wäre wohl „Augenhöhe“. Ich komme Mittwoch Abend in Leipzig und bei meinen Messe-Eltern an und ab Donnerstag früh bin ich auf der Messe. Begrüße mir bekannte Menschen und mache aus Kontakten aus Mail und dem Internet echte Bekanntschaften. Ich schlendere durch die Hallen, die schon am ersten Tag gut gefüllt sind und frage mich, warum man als reiner Leser auf die Buchmesse geht.

Meine erste Buchmesse war 1998 und in Frankfurt. Ich war 12 Jahre alt. NuvoMedia stellte das Rocket eBook vor, einen der ersten eReader überhaupt. Mitarbeiter fuhren Wägelchen voller Bücher durch die Gänge und man konnte sich einfach bedienen. Und es gab Massen von Büchern. Die Massen an Bücher sind immer noch da. Die großen Verlage zeigen, was sie haben, legen den Penis auf den Tisch. Die kleinen Verlage versuchen zu zeigen, dass sie überhaupt da sind. Die meisten Leute sind aber bei den Ständen der bekannten Verlage zu finden. Klar, hier ist mehr Auswahl, aber eigentlich findet man deren Programm auch in jeder Buchhandlung. Dafür muss ich nicht auf die Buchmesse.

Ich als irgendwie gearteter Teil dieser Branche laviere durch die Hallen und freue mich mehr über die Menschen, als über die Bücher. Die Bücher machen mir manchmal Angst. So viele von ihnen. So viele potentiell gute Geschichten, die man niemals alle lesen kann.

  • Und die Cosplayer!

Seit meinem letzten Mal hier sind extrem viel mehr dazugekommen. Ein signifikanter Teil der Besucher, die sogar eine eigene Halle bekommen und zum Großteil wahrscheinlich nicht sehr viel mit den restlichen vier Hallen anfangen können. Aber hej, das sind junge Menschen, die sich auf ihre Art und voller Herzblut mit Büchern beschäftigen.

  • In Halle 2, zwischen den Buchdruckern und der Hörspielarena steht ein angekratzter verdreckter blauer Lada Niva. So wie der aus Tschick, denke ich. Und dann erfahre ich, dass es tatsächlich der Filmwagen aus im September erscheinenden Film ist! Da schlägt mein Auto- und Buchherz um einiges höher.

  • Vieles dreht sich diesmal um Blogger. Es gibt eine Bloggerlounge, mehrere Vorträge und Diskussionsrunden „Blogger vs. echten Journalismus“ und Bloggerveranstaltungen von Verlagen. Diese sind ganz schön unterschiedlich. Am Donnerstagabend geht zum Bloggeressen von Klett-Cotta. Eine kleine Runde von vielleicht 25 Leuten, Blogger, Verlagsmenschen und Autoren an zwei Tischen in einem Restaurant in Leipzig. Zwischen den Gängen stellen die Autoren ihre Bücher vor und lesen ein bisschen vor. Während der Gänge essen wir alle und unterhalten uns und es ist egal, ob du Verlagschef oder Blogger bist, du unterhältst dich auf Augenhöhe. Geil.

Einen Tag später ist #blogntalk von Random House. Leider habe ich hier viel mehr das Gefühl von Gefälle, hier werden die Blogger eher wie Fans behandelt und verhalten sich aber größtenteils auch genauso. Also sage ich Sebastian, dem Pressemann von Random House genau das, was er mir glücklicherweise nicht übel nimmt, danach habe ich ein ziemlich gutes Gespräch mit Stephanie Grimm, die ein Sachbuch übers Schlafen geschrieben hat. Hier ist dann wieder Augenhöhe angesagt, ein Zustand bei Kommunikation, den ich immer mehr zu schätzen weiß.

  • Schon vor drei Jahren krass, wie Sebastian Fitzek seinen eigenen Stand neben dem von Droemer Knaur hat und eine Riesenschlange quer durch die Halle geht. Diesmal nur noch krasser.

 

  • Klar, durch das Studium in Hildesheim lernt man relativ viele Menschen aus der Bucbranche kennen, als Blogger dann nochmal mehr. Die Tage sind sind voller Kennenlernen und Wiedersehen. Höhepunke dabei sind der Donnerstag und der Sonntag. Freitag und Samstag sind viel zu viele Menschen da. Trotzdem ist es ganz gut, die ganzen Tage dazusein. Sonntag ist man dann schon krass übermüdet und in einem Tunnelblick, aber man entdeckt immer noch neue krasse Stände. Das ist wie wenn man eben nicht nur ein Wochenende in einer neuen Stadt verbringt, sondern gleich einen Monat. Dann klappert man erst die Touri-Hotspots ab und gegen Ende lernt man dann die eigenen Lieblingsplätze kennen. Buchmesse funktioniert ebenso. Und danach gehts zurück nach Hause mit viel zu vielen Visitenkarten und Eindrücken und Dingen, die alle nicht in trockenen Tüchern sind. Ich bin gespannt, was davon fruchtet, welche Kontakte halten und welche Projekte und Ideen verwirklicht werden. Nächstes Jahr gerne wieder.

Bericht: Lesung von Thees Uhlmann am 23.3. im Wizemann in Stuttgart

Bis letzten Sonntag war ich auf der Buchmesse in Leipzig (Bericht folgt) und Markus Naegele, Verlagsleiter von Heyne Core, erzählte im Interview mit Wolfgang Tischer vom Literaturcafé.de Lesungen sollten Rock’n’Roll sein.

Gestern sitze ich in der ersten Reihe bei Lesung von Thees Uhlmann mit seinem ersten Roman Sophia, der Tod und ich und er macht genau das. Klar, Uhlmann ist seit mehr als 20 Jahren mit seiner Band Tomte und solo als Musiker unterwegs und diese Bühnenerfahrung merkt man ihm an. Mit seiner leichten Out-of-Bed-Frisur, dem Weinglas und seinem abgegriffenem Leseexemplar seines Buches kommt er auf die Bühne im Wizemann, in deren Mitte nur ein kleiner schwarzer Tisch und das Mikro stehen.

Mein Gott ist eine Frau mit einem unglaublich kurzem Rock, die an der Bar sitzt und sich betrinkt und sagt, es gibt keinen Gott.

Thees Uhlmann

Er wartet ab, bis das Publikum den ersten Applaus abebben lässt und erzählt angesichts der Ereignisse in Brüssel am gestrigen Tag, dass er eigentlich ein unpolitischer Künstler ist, aber trotzdem etwas über seinen Gott loswerden will. Dann beginnt er mit dem eigentlichen Abend.

Sind wir ehrlich, wir kommen nicht auf eine Lesung, weil wir das Buch vorgelesen bekommen wollen. Dafür könnten wir uns auch das Hörbuch holen. Wir wollen eine Show erleben, Anekdoten hören und eine gemeinsame Erinnerung schaffen. Uhlmann ist Profi drin.
Die Lesepassagen behandelt er wie Songs, er liest das Buch nicht vor, er performt es. Er überspitzt die Figuren und die Stimmen, macht Sachen, die man als Sprecher nie machen würde, aber Thees auf der Bühne lebt das einfach und es macht unglaublich Spaß, ihm zuzusehen.
Zwischen den Lesestücken erzählt er. Kleine Geschichten, die ihm scheinbar spontan einfallen, aber auch, wie es überhaupt zu dem Buch gekommen ist und wie die gesamte Lesetour war. Stuttgart ist nämlich Abschluss einer wochenlangen Lesereise und Uhlmann lässt es extra krachen.

Insgesamt performt Uhlmann rund zweieinhalb Stunden mit einer kleinen Pause dazwischen, erzählt, liest, trinkt und hat Spaß. Im Laufe der Zeit wird immer klarer, wie professionell Uhlmann ist. Er weiß, wie er die Geschichten erzählen muss und er baut einen Bogen über den ganzen Abend und natürlich wurde keine Geschichte einfach so erzählt. Am Ende führen alle Fäden zusammen, was die Show umso größer macht. Gleichzeitig ist Uhlmann das beste Beispiel eines 12-jährigen im Körper eines knapp 42-jährigen. Er ist ein Lausbub, er freut sich, wenn wir uns freuen und er reagiert geil auf das Publikum.

Aber in wenigen Momenten überspannt er den Bogen. Nach der Pause kommt er mit der ganzen Weinflasche auf die Bühne und leert sie fast provokativ. Ich habe, wenn überhaupt, ein distanziertes Verhältnis zu Alkohol, aber wenn jemand trinken will, darf er das gerne tun. Problematisch wird es, wenn Menschen sich für ihr Verhalten verteidigen.

Als Uhlmann sich gerade wieder kräftig einschenkt, sieht er ins Publikum und blafft uns an, „bei Bukowski habt ihrs doch auch gefeiert!“ Ähnlich gab es Momente, in denen er seine Ausschweifungen verteidigt. Wir sitzen da und haben alle Spaß, wenn Thees Uhlmann auf der Bühne Spaß hat, aber in dem Moment, in dem er sagt, „vielleicht sabbel ich gerade ein bisschen viel, aber ich mache das heute Abend nur für mich!“, wird uns als Publikum eine Bewertung, eine Abwertung ihm gegenüber aufgedrückt, die wir davor nicht gehabt haben müssen.

Wie ähnlich der Abend einem Konzert ist, wird am Ende nochmal klar, weil sich keiner wundert, warum Thees Uhlmann keine Fragen beantwortet hat, sondern wir traurig waren, dass es keine Zugabe gab.

Thees Uhlmann macht aus einer Lesung eine Ein-Mann-Performance, einen geilen Abend, bei dem er in manchen Momenten leider ein wenig überdreht. Aber vielleicht gehört das auch zu einem geilen Abend.

PS: Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber ich ahne, dass das Hörbuch in diesem Fall die bessere Wahl ist, weil Thees Uhlmann das Werk durch seine Leseperformance um ein wichtige Ebene erweitert. Aber entscheidet selbst.

Sophia, der Tod und ich von Thees Uhlmann erschien bei KiWi, das Hörbuch  erschien bei Grand Hotel van Cleef. Danke an Chimperator Live für die Gästeliste. 

Und plötzlich ist alles gut.

Ich mache mir nichts aus Aussehen, aber viel aus Bequemlichkeit, was besonders bei Schuhen wichtig ist. Deshalb habe ich mir vor 5 Jahren, nachdem ich diese Schuhe echt bequem fand und sie damals supergünstig waren, 4 Paar geholt. Bundeswehrhallenschuhe, die damals noch von Adidas gefertigt worden sind. Quasi Sambas, die ein bisschen anders aussehen.

Heute, fünf Jahre später, gibt es diese Schuhe nicht mehr, nur noch „Nachfolger“ einer anderen Herstellers, die auch mehr als doppelt so teuer sind. Und offensichtlich scheinen sie nun ganz trendy zu sein, denn selbst die gebrauchten Versionen der Originale sind im Preis gestiegen. Schade, weil ich mir dann heute das wohl letzte Paar aus dem Karton geholt und angezogen habe.

Kennt ihr das Gefühl, wenn man am ersten Tag des Urlaubs bedauert, dass es in zwei Wochen wieder heim geht? So geht es mir mit den Schuhen. Wieder eine Art Abschnitt vorbei. Also, absehbar. Schade. Cool. Öfter mal was Neues.

Achja, und jedesmal, wenn ich neue Schuhe anziehe:

 

Das Lenovo Engage-Event bei Übergizmo #Goodweird

Übergizmo ist ein online Technikmagazin, das über den neuen heißen Scheiß im digitalen und technischen Bereich. Tests von neuen Smartphones, Tablets und Laptops, neue Gadgets und Ideen und Nachrichten aus der Welt von Google, Facebook und Co.

Lenovo macht jedes Jahr in den Redaktionsräumen von Übergizmo ein Engage-Event. Ein Abend, in dem einer kleinen Gruppe an Technik-Bloggern und -Youtubern die neuesten Geräte von Lenovo gezeigt werden, dieses Jahr in das Lenovo Yoga 900 Notebook und das Lenovo Yoga Tab 3 Pro Tablet.

Ein Abend lang, dieser steht unter dem Motto #Goodweird, können diese Geräte getestet werden, Leute von Lenovo beantworten alle Fragen, die man hat. Klar, irgendwo einfach nur ein Presseevent, aber ein ganz cooles. Normalerweise kommt man dort auch nur hin, wenn man eingeladen wird, und das wird man nur, wenn man irgendwie werbetechnisch auch wichtig ist für Lenovo. Aber Übergizmo läd darüber hinaus auch immer ein paar „normale“ Leser ein. Diesmal fünf an der Zahl und für diese Plätze muss man sich bewerben, weil es ja immer noch ein kleines Event ist und es Essen gibt und coole Leute und für jeden eine „Überraschung“. Ich habe mich beworben, das heißt, einen Text geschrieben, warum ich #Goodweird bin, und durfte also letzten Freitag dort hin, als VIP.

Übergizmo hat coole Räume in München und die sind also auf Lenovo getrimmt. Vielleicht 30 Leute, mehrere Kameras, gutes Essen und ziemlich gute Stimmung. Und dann überall diese Geräte. Und ja, das Lenovo Yoga 900 ist ein krasses Gerät. Ich habe den Vorvorvorgänger, das Lenovo Yoga 11, bald erzähle ich dazu nochmal mehr.

Damals war das das erste seiner Art, bei dem man den Bildschirm komplett umklappen kann und einen Touchscreen hat. Das hat ein paar Jahre auf dem Buckel und Lenovo hat seitdem einige Schritte in die richtige Richtung gemacht. Das Ladegerät ist viel kleiner, ich habe mir das extra zeigen lassen, weil ich damit so meine Probleme habe. Und generell wurde der Rechner einfach nochmal schlanker und schöner. Geht aber auch  bei 1500 Euro los. Da überlegt man sich, welches gerät man in dieser Preisklasse haben will.

Auch das Tabelt hat seine Reize. Es ist nicht nur ein solides Tablet, sondern hat diesen fancy Standfuß. Und: Einen eingebauten Beamer. Kein Scheiß! Das ist echt krass. Es ist nicht der beste Beamer, aber um mal einen Film auf einer bisschen größeren Fläche zu sehen, reicht er. Auch hier sind das halt 500 Euro, was für ein Android-Tablet relativ viel Geld ist.

Beides also schöne Geräte, dazu gab’s Essen und ich habe mich gut unterhalten, hauptsächlich mit den anderen VIPs. Und trotzdem würde ich, wäre ich Lenovo, ein paar Sachen anders machen. Stellt sich nämlich irgendwann raus, dass zwar das zwar die PR-Firma von Lenovo da ist, und das Social Media-Team, aber niemand von Lenovo selbst. Die machen ihre Sache super,sind freundlich und machen alles spannend, aber können eben einige Fragen nicht beantworten. Warum heißt das Lenovo Yoga nicht, wie es seiner Vorgänger wegen sinnvoll wäre, Lenovo Yoga 4? Wofür steht die 900? Und warum läuft auf dem Tab Android und nicht Windows 10? Und warum wurden da nicht die neuesten USB Type-C Anschlüsse verbaut? Und wir sind die Normalos, die Technikversierten kommen mit nochmal ganz anderen Fragen um die Ecke.

Auf viele Fragen keine Antwort zu bekommen, hinterlässt ein schales Gefühl. Schade eigentlich, denn in vielen Momenten war der Abend schön. Und am Ende geht jeder mit seiner Überraschung nach Hause, einem Lenovo Yoga Tab 3 Pro. War toll bei Übergizmo, und ich habe mich gefreut, ein paar Menschen hinter den Texten kennenzulernen, aber es war nicht so konsequent und durchdacht, wie ich mir solch ein Event wünsche. So habe ich zu sehr das Gefühl einer Werbeveranstaltung dabei. Ich weiß, das ist es, aber es hätte sich anders anfühlen können.

Gizmodo hat natürlich auch einen Bericht, samt Video und Bildern von den Geräten, vom Essen und den Leuten. Wer mich findet, darf mich behalten.

Bericht: Die Stuttgarter Buchwochen, Mark Watson und das Hotel Alpha

Da lebe ich seit rund 8 Jahren in Stuttgart, aber diese Buchwochen sind immer an mir vorbei gegangen, beziehungsweise, bis ich in den Bahnstationen die passenden Plakate gesehen habe, war es immer wieder schon zu spät. Dieses Jahr nicht. Wolfgang Tischer vom literaturcafé.de ist an manchen Abenden als Moderator von Lesungen dabei und sagt mir Bescheid, dass unter anderem Mark Watson da sein wird, um aus seinem neuen Roman Hotel Alpha zu lesen. Und dann sagt mir mein ehemaliger Dozent an der Musikhochschule, Götz Schneyder,  dass er bei Mark Watson die deutschen Passagen aus dem Roman liest. Freunde und Literatur, was braucht man mehr.

Im Haus der Wirtschaft sind also die Buchwochen zu finden. Der Eintrittspreis ist mit zwei Euro eher symbolisch. Dafür kommt man in mehrere Säle voller Bücherreihen. Hauptsächlich präsentieren sich baden-württembergische Verlage und natürlich ist man erschlagen von den Büchern. Alle paar Meter fotografiere ich ein Cover, das mich anspricht. Ein Stockwerk drüber wird die Graphic-Novel Sonderabteilung angepriesen, die sich leider als kleines Eckchen erweist. Dann gibt es ein paar Jugendbuchpreisecken und Bildbandreihen und dann kommt man in den Saal des Gastlandes Großbritannien. Britische Persönlichkeiten, britische Rockbands, britische Küche, britische Bücher auf deutsch und englisch, alles vorhanden. Und mittendrin die kleine Bühne. Alles in allem ist die Ausstellung schon interessant, aber nicht mehr, als eine ausführlichere Buchhandlung, in der man, meines Wissens, nichtmal Bücher kaufen kann. So richtig interessant sind also die Veranstaltungen um die Ausstellung herum, wie beispielsweise Mark Watson, er läutet eine ganze Reihe an Veranstaltungen ein.

Ich muss sagen ich kenne Mark Watson bis zu dem Zeitpunkt nicht. Hotel Alpha liegt zwar hier, aber ich habe auch noch nicht die Zeit gefunden, es zu lesen. Hält mich nicht davon ab, die Lesung zu besuchen. Da sitzen also diese drei Männer,  Mark Watson, Wolfgang Tischer und Götz Schneyder. Götz und Wolfgang relativ seriös in schwarzem Hemd und dunkler Hose. Watson in Shirt und Jeans, die er beim Schritt auf die Bühne hochziehen muss. Watson kann ziemlich gut deutsch, in der Schul gelernt und es reicht, um einige Antworten auf Deutsch zu geben. Sie reden über das Schreiben und oft spricht mit Watson aus der Seele. Immer wieder schön, wenn man mitbekommt, dass man nicht allein ist mit seinen Problemen. In diesem Fall, was das Schreiben betrifft.

Dann kommt die Lesung, Deutsch und Englisch, und sie macht Spaß. Lust auf dieses Buch über dieses Hotel. Wir schmunzeln und Lachen und Nicken und nach rund anderthalb Stunden ist es vorbei. Watson signiert die Romanexemplare, die ihm vorgelegt werden und ich unterhalte mich mit Götz und Wolfgang. Und plötzlich heißt es, hej wir gehen noch was trinken, kommst du mit. Und ich, klar!

Also sitzen wir in dieser Kneipe, Watson, sein deutscher Lektor, Götz, Wolfgang und ich. Essen, trinken, reden und diskutieren und ich hatte wirklich nicht gedacht, den Abend so lange werden zu lassen. Aber hej, eine Nacht mit genügend Schlaf ist doch nur eine weitere, an die du dich nicht erinnern wirst.

Dies wird nicht mein letzte Veranstaltung bei den Buchwochen gewesen sein. Spätestens zu Jasper Fforde am 26.11 bin ich wieder dabei.

Ist dieser Rand eine Einschränkung meiner Wirklichkeit? Post von meinem jüngeren Ich.

 

Philipp Scheuer hat auf Medium 10 Ratschläge an sein jüngeres Ich verfasst. Nicht revolutionär, aber schön zu lesen. Und es erinnerte mich an einen Brief, den ich daraufhin hervorgeholt habe, aus einer Schublade voller Erinnerungen.

2006 oder 2007 war ich eine Woche lang mit Jugendlichen unterwegs und habe sie zu Teamern ausgebildet, sodass sie Jugendfreizeiten begleiten konnten. Tolle Woche, war eine schöne Zeit, in gewisser Weise ähnlich zu meinem Trip nach Polen dieses Jahr, nur eben lokaler. Viele der Aufgaben, die eigentlich für die Jugendlichen gedacht waren, haben wir Leiter mitgemacht. Unter anderem gab es dort die Aufgabe, seinem zukünftigen Ich einen Brief zu schreiben. Mit Wünschen und Vorstellungen und Zielen. Diese wurden eingesammelt und ein Jahr später an uns geschickt.

Ein Jahr später kam also mein Brief an, mein Name, den ich geschrieben hatte. Und am Rand:

Ist dieser Rand eine Einschränkung meiner Wirklichkeit? Wenn ja, brauche ich ihn? Wenn nicht, warum?

Damals freute ich mich über den Brief, aber hej, ein Jahr. Ich konnte noch ziemlich genau sagen, was drin stand. Also pinnte ich ihn an eine Pinnwand in meinem damaligen Zimmer und vergas ihn. Machte meine Ausbildung, zog um, wurde gefeuert, selbstständig und Student. Und kürzlich entdeckte ich diesen Brief an der Pinnwand, auf dem Dachboden meiner Eltern. Immer noch ungeöffnet. Ich weiß nicht mehr was ich dort vor acht oder neun Jahren geschrieben habe. Aber ich ahne es noch. Deshalb habe ich den Brief abgenommen und in diese Schublade voller Erinnerungen gesteckt.

Und damit das Ganze noch spannender wird, habe ich gerade noch einen Brief geschrieben. Ein Statusbericht der jetzigen Situation. Und die aktuellen Wünsche, Vorstellungen und Ziele. Und ihn dazugelegt.

Noch ein paar Jahre können sie dort liegen. Und dann mal sehen, was ich damals, mit knapp 18 Jahren und mit knapp 30 Jahren, an Wünschen und Vorstellungen und Ziele hatte.

 

Meine Rucksackhistorie

Eigentlich sollte die Auflistung meiner Rucksäcke bisher lediglich die EInleitung für einen Testbericht werden, für das beste Equipment für’s Unterwegs sein. Aber allein Der Teil ist so lang geworden, dass ich daraus einen eigenen Beitrag mache. Der Testbericht folgt.

Ich kann meine Rucksäcke, die ich bisher hatte, an einer Hand abzählen. Los ging’s natürlich mit den obligatorischen McNeill und Scout Schulrucksäcken, da hatte ich noch keine eigene Entscheidungsgewalt, worin ich meine Schulbücher transportieren durfte.

Als dann aber alle Eastpack trugen, habe ich mich für einen Tatonka entschieden, Der war schon ganz cool, aber irgendwann brauchte ich mehr Platz, die Funktionalität wurde wichtig. Also wurde es ein Vans-Rucksack, mit Checkerboard-Design.

Ich finde  in diesem Internet kein Bild dieses bestimmten Rucksacks, aber das geniale an diesem Rucksack war, dass man ihn öffnen konnte, wie einen Koffer. Man konnte ihn auf den Rücken legen und die gesamte Vorderseite aufklappen, die Reisverschlüsse gingen bis zum Boden. Und ich hatte so viel Platz! Ich nannte den Rucksack immer Fallschirm, weil er so riesig war. Ich hatte ihn jahrelang in Benutzung, bis irgendwann die Reisverschlüsse nicht mehr funktioniert haben und bei zu hohem Druck aufgingen. Ich mochte ihn sehr, aber er hatte auch seine Mankos. Natürlich konnte man gut von oben alles reinlegen und finden, aber wenn man beispielsweise einen Laptop ganz unten am Rückenpolster hatte, musste man richtig graben, bevor man da rankam. Weil der Reisverluss ja eher vorne, als oben saß. Und im Laufe der Zeit wurde der Laptop immer wichtiger.

Vor ein paar Jahren habe ich ihn eingetauscht gegen einen Jansport Watchtower. Eigentlich genau das Gegenteil des Vans, weil man ihn, ähnlich wie einen Seesack, nur von oben öffnen kann. Was aber diesmal hieß, ich kam perfekt an den Laptop und die Unterlagen ran, die am Rückenpolster lagen. Auf der anderen Seite kam ich aber nicht mehr so gut an den Rest des Inhalts. Das heißt, wenn ich dann irgendwas gesucht habe, wie ein Ladegerät, musste ich immer tief graben. Auch diesen Rucksack mag ich sehr, einerseits gibt Jansport eine 30-jährige Garantie, die ich schon zweimal in Anspruch genommen habe. (Was nun für Jansport oder gegen die Qualität des Rucksacks sprechen kann.)

Andererseits ist er ziemlich durchdacht und hat, als erster meiner Rucksäcke, ein seitliches Trinkflaschenfach, welches ich nie wieder missen möchte. Aber gleichzeitig ist er nicht wasserdicht, was das zusätzliche herumschleppen eines Regencapes bedeutet, habe ich doch schon 10% meines Notizbuchinhalts an Wasserschäden verloren und würde den Rest gern behalten. Und er lässt sich eben nur von oben öffnen. Auf Dauer so große Mankos, dass ich ziemlich schnell dann doch wieder auf der Suche nach dem nächsten Rucksack war. Ein Rucksack, der viel Platz hat und der vor allem von seiner Öffnung her sehr durchdacht sein musste. Und er sollte ein Fach für die Wasserflasche haben. Und wasserdicht sein. Und all das auch können, was der Jansport konnte und ich es gar nicht vermisste, weil es ja noch da war.

Und dann sehe ich bei einer Freundin einen pinqponq Cubiq Large DLX und es ist sowas wie Liebe auf den ersten Blick. Was ist das denn für eine geil durchdachte Art, wie man den Rucksack öffnen kann? Und dann dachte ich, da muss es einen Haken geben. Also habe ich das ziemlich nette Team dieser Kölner Rucksackschmiede namens pinqponq angeschrieben und einen Rucksack zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen. Das habe ich nun in den letzten Monaten ausführlich gemacht. Der Bericht dazu kommt!

Was habt ihr für Rucksäcke? Was ist wichtig bei einem Rucksack?

Und plötzlich werden die Probleme in der Ukraine persönlich.

Ein Bericht über COOLture Bridge, ein Treffen von jungen Erwachsenen aus der Ukraine, Polen, Weißrussland und Deutschland.

Es sind die unauffälligen, kleinen Dinge, die die größten Überraschungen bereithalten. Dieses Mal dieser Aufruf in einem sozialen Netzwerk. Eine Freundin schreibt, „Lust auf kostenlosen Urlaub in den Bergen in Polen?“ Nicht ganz die Wahrheit, aber eine Überschrift, die mich weiterlesen lässt.

Es geht um ein Treffen junger Menschen, aus der Ukraine, Polen, Belarus und Deutschland. Für rund 10 Tage sollen sie in einer Jugendherberge in der Nähe von Krakau zusammenkommen und sich über die jeweiligen Länder austauschen, Vorurteile bekämpfen und Freundschaften schließen. Und ich dachte, naja, das ist kein Urlaub, aber das könnte trotzdem witzig werden.

Bis es losgeht, gibt es einige Probleme. Andauernd wechseln die Teilnehmer der deutschen Gruppe. Eigentlich hätte es ein Vortreffen in Deutschland geben sollen, dazu kommt es aber nicht, weil bis zum letzten Tag vor der Abfahrt nicht klar ist, wer genau mitkommt. Die Gründe sind vielfältig, besonders ironisch ist dieser: Eine Teilnehmerin ist türkischer Herkunft und ohne deutschen Pass und die Ausländerbehörde lässt sie zu einer Zusammenkunft internationaler Kulturen nicht ausreisen.

Trotzdem müssen einige Sachen geklärt werden: Was stellen wir vor, wenn wir an der Reihe sind? Wer hat eine deutsche Flagge zuhause? Was sind traditionelle deutsche Tänze? Und was gilt als deutsches Essen?

Trotz aller Widrigkeiten sitze ich iergendwann mit einem Alex in einem Auto und wir fahren los. Damals kennen Alex und ich uns nur flüchtig. Aber er kommt auch dem Süden Deutschlands und ein Roadtrip nach Polen könnte ein guter Auftakt für diese Reise werden. Also fahren wir in zwei Tagen mehr als 1000 Kilometer, reden, erzählen, fragen, und freunden uns an und irgendwann sagen wir, selbst wenn alle anderen Leute auf diesem Cool-tur Austausch nur Nerds und komische Menschen sind, die sich nur über Politik unterhalten wollen, dann haben wir wenigstens uns. Aber dann.

33 Menschen, im Alter von 17 bis 33 Jahren, aus vier Nationen. Am ersten Abend sitzen wir noch an einzelnen Tischen, Alex und ich am Vegetarier-Tisch. Doch schon am nächsten Morgen ist aus den Tischen eine große Tafel geworden. Natürlich ist es da schwerer, an die hinten Plätze zu kommen, aber wir sitzen alle zusammen. Vielleicht ist das das deutlichste Zeichen, wie schnell aus einzelnen Menschen, vier Delegationen europäischer Länder, eine Gemeinschaft geworden ist.

Wir haben acht ganze Tage miteinander und jeder Tag ist voll mit Programm. Vier Tage sind jeweils einem Land gewidmet, samt traditionellem Frühstück, Trachten, Tänzen und Liedern. Nachmittags wird dann gemeinsam ein Nationalgericht aus dem Land gekocht. Und wir Deutschen merken, dass es sowas gar nicht gibt, ein traditionelles Gericht, welches überall in Deutschland gegessen wird. Also machen wir am deutschen Tag Linsen mit Spätzle und Würstchen. Und ironischerweise bin ich selbst in der deutschen Gruppe der Einzige, der das schonmal gegessen hat. Aber ich greife vor. Der erste Tag gehört den Menschen aus der Ukraine. Und er sitzt.

Wir hatten einen tollen Start, alle kennen sich und wir sind die ganze Zeit am Lachen und Scherze machen. Und dann, nachdem wir gemeinsam ukrainisch gekocht haben, geht es abends an die Präsentation des Landes. Und spätestens jetzt ist klar, dass die Menschen nicht den gleichen Alltag haben, den wir haben. Sie haben Krieg. Also kriegen wir aus erster Hand erzählt, wir es ist, als junger Mann in der Ukraine in fünf Tagen für die Armee ausgebildet zu werden. In einem Land, dass komplett zerrissen ist. Da sind auf der einen Seite die Generationen, für die die Zeit in der Sowejtunion eine glanzvolle Erinnerung ist und die sich sicher sind, dass alle Länder im Westen der Ukraine etwas Böses wollen und in Deutschland alle Nazis sind. Und dann gibt es aber auch die Leute, besonders die jüngeren, die sich gerne an den Westen annähern wollen. Leute, die sich nicht alles erzählen und sagen lassen wollen, sondern es selbst erleben wollen. Sich selbst ein Bild machen wollen. Und diese beiden Seiten prallen in der Ukraine aufeinander, jeweils unterstützt von Russland und der EU. Da ist der Kerl, der nur vier Jahre älter ist, als ich. Und er erzählt, wie russische Panzer in ukrainische Städte schießen und die Einwohner der festen Überzeugung sind, dass das nicht die Russen sind. Er zeigt uns Bilder und erzählt uns, wie er selbst bei den Schlachten dabei war.

Wir diskutieren bis spät in die Nacht, versuchen zu verstehen und sind mehr als einmal sprachlos. Und denken daran, dass wir am nächsten Tag Deutschland zeigen wollen, mit Knoppers und Oktoberfest und Haribo. Wie kann das noch wichtig sein, nachdem wir diese Dinge aus der Ukraine gehört haben?

Aber das ist die andere Seite dieses Austausches. Jeder ist hier, nicht nur, um von seinem Land, seiner Situation, seiner Lebenslage zu erzählen, sondern auch, um zu lernen, wie es den anderen geht, wie andere leben, was die Probleme der anderen sind. Und das haben wir gemacht.

Acht Tage lang haben wir gemeinsam gelebt, gelernt, gelacht und diskutiert. Getanzt, gelaufen, gespielt und geweint. Wir haben alle wenig geschlafen, denn das können wir zuhause wieder tun. Wir haben lieber kommuniziert. Brücken gebaut, Bande geknüpft, und Freundschaften geschlossen.

Und klar, auf der einen Seite sind wir alle anders. Unsere Kulturen haben viele Ähnlichkeiten, aber auch einige Unterschiede. Und ich als alkoholfreier Vegetarier bin sowieso nochmal anders. Aber auf der anderen, der viel größeren und wichtigeren Seite sind wir alles Menschen. Mit den gleichen Sorgen und Problemen. Mit dem gleichen Humor und dem gleichen Drang, glücklich sein. Für manche Menschen in der Gruppe ist dieser Austausch das erste Mal, dass sie ihr Heimatland verlassen. Verlassen können. Und obwohl sie ihre Heimat lieben, heißt das auch, zurückzukehren in ein Land, dass nicht die gleichen Freiheiten bietet, wie es beispielsweise Deutschland tut.

Dann sind die Tage vorbei, viel zu schnell, natürlich. Wir verabschieden uns, tränenreich und voller Umarmungen, mit vielen Versprechen und Wünschen und Zielen. Jeder geht in sein Land zurück, seinen Alltag. Und jeder lacht und weint dabei. Weil wir uns natürlich freuen und gleichzeitig die anderen vermissen werden und auch wissen, wie die anderen leben.

Alex und ich sitzen im Auto, wir verlassen Krakau in strömendem Regen, die Straße halb überschwemmt. Vor uns liegen noch anderthalb Tage Fahrt. Ziemlich viel Zeit davon verbringen wir schweigend. Wie wenn man langsam aus einem Traum erwacht, den man erst abspeichern muss und irgendwie auch verstehen muss, dass es jetzt zurück geht in die Realität. Und wir sprechen es nicht nochmal an, aber unsere Befürchtungen von der Hinfahrt haben sich definitiv nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, wir entfernen uns von einer Zeit voller schöner und intelligenter Menschen, die in kürzester Zeit Freunde geworden sind und mit denen wir, neben vielen anderen Sachen, auch extrem gern und viel über Politik geredet haben.

Jetzt sind wir wieder zuhause und sofort überlagert der Alltag die Erinnerung und was uns für an diesen Tage wichtig war, gerät in die Gefahr, in den Schlagzeilen des Alltags unterzugehen. Wir gehen arbeiten und klinken uns wieder ein in die Geschwindigkeit, die unser Leben davor hatte. Machen uns Gedanken über Flüchtlinge. Aber auch darüber, dass die Bahn mal wieder zu spät kommt und was wir heute Abend zu essen machen könnten.

Aber gleichzeitig sind wir aufmerksam, denn unsere Freundesliste ist nicht nur auf Facebook um rund 30 Leute gewachsen. Wir halten Kontakt in Länder, von denen wir zuvor nicht mehr als den Namen kannten. Zu Menschen, die wir hoffen, wiederzusehen. Wir lesen Nachrichten aus Polen, Belarus und der Ukraine aufmerksamer. Und wir reden mit unseren Freunden über die Probleme in anderen Ländern. Denn jetzt sind die Probleme persönlich geworden.

Dieser Ausflug hat sich gelohnt und sein Ziel erreicht. Genau für solche Ergebnisse und Ereignisse ist Erasmus+ da. Um Menschen zu vernetzen und uns weiter zusammenwachsen zu lassen. Wenn ich die Möglichkeit habe, bin ich sofort wieder dabei. Und ich rate euch, tut das Gleiche.


In Deutschland gibt es einige Organisationen, die Austausche und ähnliches ermöglichen, hier sind ein paar davon aufgelistet. Wenn Wichtiges fehlt, einfach Bescheid geben.

Nachrichten aus der Ukraine gibt es in englischer Sprache auf Censor.net und UNIAN News.