Hörbuch: Armada von Ernest Cline, gelesen von Gerrit Schmidt-Foß

Neues auf die Ohren: Armada von Ernest Cline, gelesen von Gerrit Schmidt-Foß. #argon #amlistening #hoerbuch

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Der erste Satz aus Armada:

Ich starrte gerade aus dem Fenster des Klassenraums und träumte von Abenteuern, als ich die fliegende Untertasse entdeckte.

Zack Lightman ist der 0815-Nerd, der ohne Vater aufwuchs und sehr gern sein Lieblingscomputerspiel „Armada“ zockt, bis er bemerkt, dass „Armada“ zwar auch ein gutes Spiel ist, bei dem man hilft, die Erde vor den Angriffen der Außerirdischen zu schützen, aber in erster Linie dazu dient, Computerspieler zu trainieren und die besten Spieler herauszusuchen.

Sowohl in seinem Film „Fanboys“, als auch im ersten Roman „Ready Player One“ arbeitet Ernest Cline mit extrem vielen Popkulturreferenzen. Einerseits finde ich das gut. Wie oft frage ich mich bei Zombiefilmen/-serien/-romanen, wieso es in der jeweiligen Realität noch nie einen anderen Zombieroman/-film/-serie gibt, noch nichtmal das Wort „Zombie“ existiert. Bei Cline wissen die Leute in seinen Geschichten, was wir wissen. Wenn wir es wissen. Und das ist der feine Grat zwischen „die Anspielung habe ich gerade verstanden“ und „da gehts um irgendwas, was ich nicht kenne“. Hier packt mir Cline zu viel rein, zu viele Anspielungen, zu viele Selbstverständlichkeiten, von denen ich irgendwann auch denke, dass sie die eigene Geschichte mehr verdecken, als sie zu bereichern.

Die eigene Geschichte ist gut, lehnt an reale Ereignisse an (der Bradley Trainer oder America’s Army) und ich habe großen Spaß sie zu hören und will wissen, wie es weiter und ausgeht. Sie unterhält sehr, ich höre mir die 12 Stunden in drei Tagen an, wie eine Serie, die man durchguckt, nur dass ich nebenher unterwegs sein kann. Aber leider ist mir an vielen Stellen zu plump erzählt. Viele Andeutungen sind zu offensichtlich, viele Momente nicht gut genug in der Geschichte verwebt, sodass mir viele Wendungen in der Geschichte klar sind, bevor sie passieren, weil es eben doch nicht nur Andeutungen sind. Das fand ich in Ready Player One konsistenter. Trotzdem, ich habs mir sehr gern angehört. Natürlich auch wegen Gerrit Schmidt-Foß.

Ich kenne ihn schon lange als Synchronsprecher- vor allem von Leonardo DiCaprio und Jim „Sheldon Cooper“ Parsons – aber habe ihn nie als Hörbuchsprecher gehört. Anfangs fällt es mir schwer, seine Stimme als die eines Jugendlichen anzunehmen, aber nach der Eingewöhnungszeit war ich voll drin. 12 Stunden sehr gut unterhalten gewesen.

Kein Nachhall, kein tagelanges Grübeln über die Moral. Aber Unterhaltung. In diesem Fall reichte es vollkommen. Gerne wieder.

Armada von Ernest Cline wurde gesprochen Gerrit Schmidt-Foß und übersetzt von Sara Riffel. Das Buch erschien bei Fischer-Tor, das Hörbuch bei Argon. Argon hat mir ein Exemplar zur Verfügung gestellt.

PS: Schön: Fischer-Tor hat sich auch die Rechte für Ready Player One geholt, sodass die Bücher beim selben Verlag und mit einem einheitlichen Design kommen. Nicht so schön: Ich mag die Cover überhaupt nicht. Sorry.

Fundstück: Neulich, am Grab von Hilde Domin.

Das Grab von Hilde Domin in Heidelberg. "Wir setzten den Fuß in die Luft und die trug."

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Folgenden Text habe ich auf dem Grab von Hilde Domin auf dem Bergfriedhof in Heidelberg gefunden. Man durchschreitet einen großen Teil des Friedhofs, bevor man dort ankommt, in einer kleinen Insel am Weg, die sie sich mit ihrem Ehemann und dem Dichter Friedrich Gundolf teilt.

Drei aus einem Notizbuch gerissene Blätter, mit blauem Stift auf jeweils beiden Seiten beschrieben, undatiert, nur mit einem weiblichen Vornamen unterschrieben. Die Blätter werden von Steinen auf dem Grab gehalten,und schon jetzt ist absehbar, dass die Blätter sich auflösen, der Text demnächst nicht mehr lesbar sein wird. Ich mochte ihn sehr, deshalb will ich ihn hiermit festhalten. Ich versteht schon, wieso.

Jetzt habe ich endlich dein Grab gefunden. Ich hoffe, es stört dich nicht, wenn ich dich duze. Ich habe auf dem Weg zwei fremde Gräber entlaubt und bin mir dabei etwas komisch und hilflos und spirituell vorgekommen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich nicht an Tote glaube, aber irgendwie auch schon. Ich glaube zum Beispiel, dass du bei mir warst, als ich fünf Jahre nach deinem Tod das erste Gedicht von dir gelesen habe. Und ich habe den Schmerz wiedererkannt wie eine Schwester. Ich glaube, dass du mich in diesem Moment gekannt hast und dass du mich vielleicht jetzt noch kennst, trotz deines vollen Terminplanes. Wahrscheinlich bist du heute nachmittag zum Tee mit Virginia Woolf verabredet, oder was man so im Himmel macht. Aber du kennst das Leid. Du weißt, was ich meine.

Hilde, wie lebt man danach weiter? Du weißt, ich strenge mich an. Du weißt, wie schwer es für mich ist. Ich weiß nicht, ob ich es ertragen kann, was mir passiert ist. Ob mein Mann es ertragen kann. Ob es einen neuen Anfang gibt für mich, eine Wegmarke für neues Gebiet in einer eigentlich so ebenen, gleichmäßigen Landschaft. Hilde, ich hoffe auf Frühling und ich weiß nicht, ob das genügt. Da sind Untiefen der Trauer und Heimatlosigkeit und da ist Erbarmungslosigkeit in mir und in der Welt.

Ich wünschte, ich hätte eine Mutter. Ich wünschte, ich hätte einen Vater. Vielleicht habe ich mittlerweile welche, andere Menschen, aber ich wünschte auch, ich hätte damals welche gehabt. Und nicht Menschen, die so sehr ausgesaugt wurden von den Erwartungen ihrer Eltern, dass sie nur noch Hüllen sind. Ich wünschte, das mit David wäre nicht passiert.

Und ja, ich werde es wahrscheinlich schon irgendwie überleben. Aber ich weiß nicht, wie ich leben soll. Wie ich aufstehen soll morgens und Orangen essen, wie ich einfach so meinen Mann lieben soll, einfach so zur Arbeit gehen und Kinder kriegen und glücklich sein. Hilde, wie hast du es gemacht? Wie soll ich diese Welt überleben? Diese erbarmungslose, diese kalte Welt überlebt sich nichtmal selber.

Danke, dass du uns deine Gedichte gegeben hast. Danke, dass du das Flussbett gegraben hast, und obwohl das Wasser nicht mehr da ist, macht es den Weg einfacher, wenn es wieder regnet und die Tropfen wissen, wie sie sich einordnen müssen. Danke, dass du da warst, als niemand da war. Deine Gedichte machen immer noch einen Unterschied. Danke für dein Leben.

L.

Serientipp: Tote Mädchen lügen nicht / Thirteen Reasons Why

Ich weiß, der deutsche Titel ist scheiße. Aber bleibt da, es lohnt sich.

 

Hannah hat sich umgebracht. Eine Woche später bekommt Clay, ein Schulkamerad, eine Kiste voller Kassetten, die Hannah aufgenommen hat. Darauf erzählt sie die 13 Gründe, weshalb sie sich umgebracht hat. Daher der englische Titel „Thirteen Reasons Why“

Fast wäre diese Romanverfilmung ein Film mit Selena Gomez in der Hauptrolle geworden. Dann hat sich Netflix die Rechte geholt und Gomez hat die 13 Episoden mitproduziert. Und das ist krass geworden, weil es eben nicht nur einfach ein weiteres Teeniedrama ist, sondern sehr ausführlich erzählt, wie es zu einem Suizid kommen kann und der Zuschauer Clay dabei begleitet, wie er langsam erfährt, was er selbst damit zu tun hat. Ich habe die Serie innerhalb von zwei Tagen durchgesehen, sie erzählt eine krasse Geschichte, mit guten Schauspielern und einem großartigem Soundtrack.

Manchmal musste ich an das Computerspiel „Life is strange“ denken, es hat eine ähnliche Ästhetik, auch einen sehr guten Soundtrack und zeigt auch auf, wie unsere Handlungen Konsequenzen haben.

Wie gesagt, lasst euch bitte nicht vom deutschen Titel abschrecken, ich hätte es fast getan. Ich finde, „Tote Mädchen lügen nicht“ hört an, wie ein Thriller und ich konnte noch nichtmal abschätzen, ob es ein guter oder ein schlechter werden würde. Netflix hat den Titel von der deutschen Romanversion übernommen, also hat jemand im Verlag ihn gewählt. Meiner Meinung nach eine echt schlechte Entscheidung, weil er einen vollkommen falschen Eindruck weckt, was der Inhalt sein könnte.

Stattdessen kriegen wir ein Drama geliefert, eines, welches Themen wie Selbstmord, Mobbing und ein paar mehr anspricht und nicht nur andeutet, sondern explizit zeigt, was manchmal sehr unangenehm für den Zuschauer ist, die Themen aber viel näher ranbringt. Wenn man das aushalten kann, empfehle ich, diese Serie zu gucken.

Tote Mädchen lügen nicht ist seit 31. März auf Deutsch und Englisch bei Netflix verfügbar. Der Roman zur Serie wurde geschrieben von Jay Asher und übersetzt von Knut Krüger, er erschien bei cbt

PS: Diese erste Staffel hat zwar den kompletten Inhalt des Romanes zumindest einigermaßen wiedergegeben, aber nachdem ich die letzte Folge gesehen habe, kann ich mir schon vorstellen, dass es weitere Staffeln geben. Da ist noch viel, das man erzählen kann.

 

Die Leipziger Buchmesse 2017 in Blitzlichtern.

  • Ich komme Mittwoch Abend in Leipzig an und freue mich, meine Gasteltern wiederzutreffen. Ich bin ziemlich froh, dass ich mittlerweile in vielen Städten Menschen habe, bei denen ich unkompliziert unterkommen kann. Was auch heißt, dass meine Besuche in Städten immer Besuche bei Menschen sind, die ich gerne sehe.

Buchmesse, Tag 1 am Morgen. So voll ist es. #lbm17

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

  • Es ist Donnerstag, kurz nach Zehn und schon jetzt sind die Hallen gut gefüllt. Klar, es wird bis Samstag noch voller und am Ende ist es ein Besucherrekord, aber ich bin am Donnerstag doch erstmal überrascht.

  • Donnerstag Mittag bin ich mit Wolfgang auf der Bühne, meine erste „Verpflichtung„: Besser vorlesen. Die Bühne ist klein und umrandet von Ständen, aber die Stühle füllen sich schnell und selbst auf dem Gang bleiben Leute stehen. Ich mache zusammen mit Wolfgang den Podcast des Literaturcafé und wir wissen, wie wir miteinander umgehen können und wie wir miteinander funktionieren. Es macht Spaß, Menschen von Sprechkunst zu erzählen und zu erklären, wie man vorliest. Nach der viel zu kurzen halben Stunde beantworte ich einer Traube von Menschen noch Fragen zum Vorlesen und bis zum Ende der Buchmesse werde ich immer wieder auf das Vorlesen und die halbe Stunde angesprochen. Wie schön, dass sich so viele Menschen für das Vorlesen interessieren. Weil es immer noch eine Kunst ist, die nicht ausgeschöpft wird.
  • Ich habe sehr wenig feste Termine die Buchmesse über. Größtenteils treibe ich durch die Massen, treffe Menschen, lerne neue kennen und knüpfe Bande enger. Ich verpasse wohl sehr viele schöne Dinge. Aber ich erlebe auch sehr viele schöne Dinge, für die ich sonst wohl keine Zeit gehabt hätte.
  • Donnerstagabend verbringe ich beim Bloggeressen von Klett-Cotta. Der Verlag residiert 500 Meter von meiner Wohnung entfernt, immer mal wieder habe ich mit ihm und den Menschen, die dort arbeiten, zu tun. Ich mag die Art, wie wir miteinander umgehen. Deshalb gibt es an diesem Abendessen nicht nur Essen und Gespräche zwischen Bloggern, Verlagsmitarbeitern und anwesenden Autorinnen und Autoren, sondern neben einer kurzen Lesung von Kristina Pfister aus „Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten“ auch einen kurzen Vortrag von mir. Das ist schon zu viel gesagt. Ich habe ein bisschen aus meiner Sicht als Literaturblogger erzählt, ganz subjektiv und nur für mich sprechend. Womit aus einer Werbeveranstaltung ein Miteinander wird. Danach gehts weiter auf die Tropenparty. Lesung von Arno Frank aus „So, und jetzt kommst du„, danach noch mehr mit Menschen reden.

https://www.instagram.com/p/BSBb5M9FuGr/

  • Freitag. Kommilitonen aus Hildesheim sind da. Wir schlendern über die Messe. Also noch mehr Menschen, mehr Kommunikation.

Buchmesse, Tag 3. Der Tag beginnt mit Dietmar Wunder und Uve Teschner im Interview. #lbm17

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

  • Samstag. Jetzt ist es richtig voll. Schon in den Bahnen, sodass ich fast zu spät komme zu meinem ersten Termin am Tag: Ein Interview mit Dietmar Wunder und Uve Teschner. Dietmar habe ich vor ein paar Jahren bei einer Lesung mit Karin Slaughter kennengelernt, mit Uve hatte ich Kontakt, nachdem ich das großartige Hörbuch zu „Am Ende aller Zeiten“ gehört hatte. Audible hatte mit den beiden ein Sprecherfrühstück veranstaltet, danach konnte ich mit ihnen reden.20 tolle Minuten über das Sprechen und die Buchmesse und Kunst allgemein, die es demnächst im Podcast des Literaturcafé zu hören gibt. Eines meiner Highlights der Messe.https://www.instagram.com/p/BSGGS6BFubx/
  • Sonntag ist Tag der Bloggersessions. Wieder tolle Menschen, gute Inhalte und am Ende über Geld reden. Nachzuhören hier.
  • Sonntagabend geht es nach Hause. Nachts bin ich da und ohne Pause geht der Alltag los. So nahtlos, dass ich mich anstrengen muss, dies hier nochmal zusammenzufassen. Ich bin ziemlich froh, all das machen zu können. Danke an alle, die das möglich machen und Teil davon sind.

Roman: Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes

Lesestoff: Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes. #btb #amreading

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Der erste Satz aus Vom Ende einer Geschichte:

Ich erinnere mich in ungeordneter Reihenfolge an:

Tony ist mittlerweile ein alter Mann, aber in seiner Jugend war Adrian sein wichtigster Freund. Sie haben sich vor Jahrzehnten aus den Augen verloren und Tony kann nur immer wieder seine Erinnerungen auffrischen. Bis er genau diese hinterfragen muss.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/158963986362/dieses-letzte-bild-habe-ich-nicht-wirklich

Im Nachhinein ist die Geschichte, die Barnes erzählt, nicht besonders komplex und vielleicht auch nicht unglaublich außergewöhnlich. Im Nachhinein war alles schonmal da. Aber Barnes etabliert eine Wahrheit, die er dann langsam dekonstruiert und ich kann nicht anders, weiterzulesen, weil ich doch wissen will, was die andere Wahrheit ist.

Barnes füllt diese kurze Geschichte mit Gedanken und Reflexion, erzählt die Anfänge von Tony und Adrian aus Tonys Sicht und überspringt dann knapp 40 Jahre, um dann den Anfang auseinanderzunehmen. Ich mochte viele der Gedanken, viele Sätze hätte ich mir anstreichen können. Aber manchmal fällt er in den Ton eines belehrenden alten Mannes, der sich anhört, als ob er alles weiß. Ironisch, weil es ja gerade darum geht, dass er nicht alles weiß.

Das Buch lebt von seiner Atmosphäre, von seinen Gedanken, von seinen Worten. Gelesen habe ich es, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Und ich habe es sehr gern gelesen.

Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes wurde übersetzt von Gertraude Krueger und erschien bei btb.

Was übrig bleibt: „Dieses letzte Bild habe ich nicht wirklich gesehen, aber am Ende ist das, was man in Erinnerung…“

“Dieses letzte Bild habe ich nicht wirklich gesehen, aber am Ende ist das, was man in Erinnerung behält, nicht immer dasselbe wie das, was man beobachtet hat.”

Vom Ende einer Geschichte – Julian Barnes
Originalpost auf „was übrig bleibt“, eine Sammlung unterstrichener Sätze, gefundener Worte & liegengebliebener Gedanken aus Büchern, die wir lesen und lieben.

Die Leipziger Buchmesse und ich. Sehen wir uns? #lbm17

Buchmesse Leipzig: Check!

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Morgen geht es los, bis Sonntag Abend werde ich in Leipzig und auf der Buchmesse sein. Dort gibt es natürlich viel zu viel zu erleben, deshalb mache ich gar nicht mehr die Mühe, dass Programm durchzuarbeiten. Wo ich auf jeden Fall sein muss, sind meine eigenen Termine:

  • 23. März 2017 | 13:30 – 14:00 Uhr: Besser vorlesen.
    Ich rede eine halbe Stunde darüber, wie man besser vorliest. Auf der Leseinsel der Autorengemeinschaftspräsentation, Halle 5, Stand D430
  • 26. März 2017 | 14:00 – 15:00 Uhr: Geld verdienen mit Blogs?
    Zusammen mit Wolfgang Tischer rede ich über Geld. Bei den Blogger Sessions im Vortragsraum 10.

Ansonsten laufe ich herum, schaue mir Stände an und treffe Menschen. Vielleicht auch euch? Wenn ihr wollt, meldet euch. Ich freue mich.

Die buchmesse:blogger sessions 17. Lass uns über Geld reden. #bmb17

Die Leipziger Buchmesse steht an, kommende Woche schon. Ich bin die ganze Zeit da und unterwegs und werde den Sonntag bei den bloggersessions der Buchmesse verbringen.

Solche Sessions sind für die Organisatoren die Hölle. Der Begriff „Buchblogger“ umfasst so viel, dass es unmöglich ist, ein Programm zu gestalten, das allen zuspricht, sich keiner unterfordert, überfordert oder komplett fehl am Platz fühlt. Oft werden Diskussionen wieder von vorne begonnen und kaum weitergedreht.

Auf der anderen Seite lernt man viele ähnlich Gesinnte kennen, trifft sich wieder, hat eine gute Zeit und lernt eben doch was. Auch wenn es oft nicht unbedingt das ist, was man erwartet hat.

Dazukommt, dass Wolfgang Tischer von literaturcafe.de und ich uns gemeinsam um die letzte Session kümmern: Monetarisierung von Blogs. Weil wir doch über’s Geld reden müssen. Deshalb haben wir uns in den letzten Monaten schon sehr viele Gedanken darüber gemacht und wollen mit euch etwas ausprobieren.

Deshalb und sowieso, weil viele tolle andere Menschen da sein werden, kommt vorbei!

 

Gewinnspiel: Tschick auf DVD und Blu-ray

Lass dich nicht aufhalten! #tschickfilm #theskyisthelimit #neverstopexploring #tschick – ab 15. September im #Kino!

A post shared by Tschick – Ab 15.09.16 im Kino! (@tschickfilm) on

Vor ziemlich genau einem halben Jahr ist Tschick in die Kinos gekommen und ich fand ihn leider nur okay. Aber seit dem 9. März gibt’s den Film nicht nur auf den üblichen Streamingportalen, sondern auch in physischer Form, die eben nicht nur den Film beinhaltet, sondern als für mich wichtigstes Bonusmaterial einerseits eine Lesung von Wolfgang Herrndorf und noch wichtiger, der Audiokommentar!

Ich bin jemand, der nach einem Film erstmal den Wikipediaeintrag liest (oder auch erweitert) und je nach Brillanz des Films so viel wie möglich über ihn lernen möchte. Bis heute gibt es Filme, die ich mehr wegen ihres Audiokommentars liebe.

Die Leute von Studiocanal haben mir eine DVD samt Filmposter zum verlosen zur Verfügung gestellt.

Gewinnspiel: 

Schreibt mir eine Mail (oder einen Kommentar) mit eurer Adresse und sagt mir, schaut ihr euch Bonusmaterial auf DVD und Blu-ray an?

Einsendeschluss ist Dienstag, der 21. März, 12 Uhr. Der Zufall entscheidet, dann geht die DVD direkt raus. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg!

Vorbei! Gewonnen hat Luisa N., Gratulation. Alle anderen Adressen habe ich gelöscht. Bald gibt es das nächste Gewinnspiel.

Die Little Brother Leserunde

Ich habe das Little Brother Hörbuch vor rund 8 Jahren gemacht, weil ich 1. den Inhalt gut und wichtig fand und 2. weil es ging. Weil ich durch die Creative Commons Lizenz die Möglichkeit hatte.

Umso schöner, dass das Buch und sein Inhalt immer noch relevant ist. Vor kurzem hatte der Verein No Spy einen literarischen Realitätsabgleich damit gemacht, jetzt machen Elli, Maike und Lena eine Blogtour, lesen sich mit euch durch das Buch und stellen die bis heute relevanten Fragen. Ich freue mich und wünsche viel Spaß beim lesen.

Filmkritik: Silence von Martin Scorsese

Ein neuer Film von Martin Scorsese, mit Liam Neeson, Adam Driver und Andrew Garfield? Will ich sehen, auch wenn es nicht mein Thema ist.

Silence erzählt die Geschichte zweier Jesuiten im 17. Jahrhundert, die nach Japan gehen, um einen verschollenen Pater aufzuspüren. Eine beschwerliche Reise durch ein Land, in dem Christen verfolgt und getötet werden.

Ich bin vor ein paar Jahren aus der Kirche ausgetreten, ich habe nicht nur in religiösen Belangen ein großes Problem mit Extremen, ich möchte Dinge in Balance halten. Aber wie gesagt, ich wollte den Film trotzdem sehen. Nun:

Der Film ist eine Tortur. Die zwei Stunden und 40 Minuten fühlen sich fast doppelt so lange an. Das Martyrium der Jesuiten erlebe ich als Zuschauer mit, mit grandiosen Bildern und einem sehr guten Sounddesign, der meiner Beobachtung nach ohne Soundtrack auskommt. Wirklich, die Kamera, die Bilder, die Komposition, extrem gut gelungen. Die Geschichte aber bringt mich an meine Grenzen.

Die ausführliche Darstellung der Folter von Christen durch Buddhisten (auf Ansage eines Inquisitors, welch Ironie) erinnert an Mel Gibsons „Passion Christi“ und die Sturheit und Arroganz beider Religionen wird so eindrücklich dargestellt (und natürlich erweitert durch das eigene Wissen der Gewalt und Folter, die die Christen bei Andersgläubigen eingesetzt haben), dass ich den Film nur als Apokalypse Now des Glaubens ernst nehmen kann, als einen Antireligionsfilm, der zeigt, wozu fanatisch religiöse Menschen fähig sein können.

Leider meint Scorsese das nicht so. Er widmet den Film am Ende den Christen und Jesuiten. Er meint das ernst. Ich kann es nicht fassen.

Noch ein Kommentar zur deutschen Synchronisation: Sie ist unauffällig und damit sehr gelungen, bis auf einen Off-Sprecher gegen Ende des Films. Ein niederländischer Seefahrer beschreibt, wie er auf die Jesuiten trifft und ihren Leidensweg erfährt. Während alles andere sehr gut synchronisiert ist, was bei dem japanischen Akzent und den lateinischen Messen, die gehalten werden, wirklich nicht leicht ist, fällt dieser Sprecher durch seine Unterdurchschnittlichkeit auf. Ich will niemanden angreifen oder zu nahe treten, aber ich hatte das Gefühl, für diese vielleicht zehn Sätze hat das Studio den Praktikanten in die Kabine gestellt. Mit leichtem Dialekt, verwirrender Betonung und ohne Haltung wird der Text heruntergelesen. Was angesichts der gesamten Produktionsqualität so extrem auffällt, dass es mich vollkommen aus dem Film gerissen hat. Ich war an dem Punkt sowieso schon der Bilder, der länge und des Leids überdrüssig, aber dies war der Höhepunkt.

Silence ist kein schlechter Film. Er ist bildgewaltig und episch, aber er ist auch eine Tortur mit einer Moral, die man sich nicht antun muss. Besonders, wenn man der christlichen Religion eh schon kritisch gegenüber steht.

Silence läuft seit dem 2. März in den deutschen Kinos. Ich habe vom Verleih zwei Freikarten zur Rezension erhalten.

Roman: Vincent von Joey Goebel

Neuer Lesestoff: Vincent von Joey Goebel. So viel davon gehört, jetzt ist es dran. #diogenes #amreading

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Der erste Satz aus Vincent:

Tut mir leid, daß du es ausgerechnet von mir erfährst, aber du wirst nie glücklich sein.

Harlan ist der Manager von Vincent. Vincent ist Künstler und wie alle Großen erschafft er das Beste, wenn er leidet. Harlan sorgt dafür, dass Vincent leidet. Dies ist seine Geschichte.

Schon seit Jahren sagen mir viele Menschen, ich sollte dieses Buch doch endlich lesen, meine Liebste hat mir ein Exemplar auch vor ein paar Jahren geschenkt, dieses stand im Regal der ungelesenen Bücher. Ich wusste, worum es geht, aber es gab immer irgendwas anderes. Bis eben jetzt. Weil ich die WDR Hörspielversion gehört habe. Die ist leider überhaupt nicht gut. Sie versucht, mehr als 400 Seiten Roman auf 50 Minuten zu pressen und drückt dabei alles Leben heraus. So sehr, dass ich wusste, jetzt muss ich das Buch lesen und hoffen, dass es besser ist, als das Hörspiel. Ist es.

Joey Goebel schreibt nüchtern, melancholisch gefärbt, literarisch nicht herausragend, aber der Geschichte angemessen. Und um sie geht es. Das Bild des leidenden Künstlers ist kein neues, in negativer Version fiel es mir oft in Hildesheim auf. Und die Qualität von „Konsumkunst“ ist auch bekannt. Aber diese „Schule des Leidens“, die Goebel entwirft, ist so konsequent und spannend, dass ich auf jeden Fall wissen will, wie diese Geschichte verläuft.

Sie hat mich nicht nur unterhalten, sondern auch noch zum Nachdenken gebracht, über die These „Gute Kunst nur aus Leiden“ und auch darüber, wo ich mich selbst in diesem ganzen Betrieb sehe. Damit schafft Joey Goebel mit Vincent mehr, als viele andere Titel. Ich bin gespannt auf das nächste.

Vincent von Joey Goebel erschien bei Diogenes und wurde übersetzt von Hans M. Herzog und Matthias Jendis.

 

Lesung: T.C. Boyle im Wizemann Stuttgart am 15.02.17

T.C.Boyle mit Die Terranauten.

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Damals kam Drop City, der Hippieroman von T.C. Boyle, kam damals zur richtigen Zeit. Ich war 19 und wir hatten einen VW Bus, ich las Ken Kesey, Tom Wolfe & Jack Kerouac, trug indische Hemden und fand viele Aspekte der Beatniks und Hippies spannend. Und dann erschien dieses Buch über die Hippie Kommune, die nach Alaska zieht und natürlich wollte ich es lesen. Tat ich. Fand’s geil. Seitdem begleitet mich T.C. Boyle. 2009 ist er mit seinem Roman Die Frauen in Stuttgart und ich saß im Publikum. Schon damals war er ein relativ alter Mann, dürr und hochgewachsen und wahrscheinlich hatte er schon damals rote Chucks an. War eine großartige Lesung damals, obwohl ich erstmal gar kein Interesse an dem Roman hatte.

Dann habe ich Anfang des Jahres gesehen, dass T.C. Boyle wieder nach Stuttgart kommt und ich wollte mit dabei sein. Diesmal im Wizemann, die derzeit angesagteste Location in Stuttgart, veranstaltet von Wittwer. Die Buchhandlung wird dieses Jahr 150 Jahre alt, deshalb gibt es das Jahr über hochkarätige Lesungen zum Preis von 18,67 Euro, ihr versteht schon, dem Gründungsjahr. Boyle war eine davon.

Etwa einen Monat vor Veranstaltung ist sie ausverkauft, die große Halle ist bis an den Rand bestuhlt, rund 620 Stühle plus ein paar unbeabsichtigte Stehplätze. Ich komme alleine und bekomme den letzten leeren Platz in der Ecke der ersten Reihe. Weil noch eine halbe Stunde Zeit ist, lese ich noch im aktuellen Roman, die Terranauten, weswegen Boyle überhaupt da ist.

Februar gerettet: Lesestoff und Lesung von T.C. Boyle. #Terranauten #Hanser #tcboyle

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Angelehnt an die Biosphäre 2 Experimente in den 1990ern erzählt Boyle die Geschichte von acht Terranauten, die zwei Jahre in dieser künstlichen Welt verbringen, erzählt aus drei Ich-Perspektiven, Rezension folgt.

Ziemlich pünktlich kommen T.C. Boyle und Denis Scheck mit Pia Maria Fedelucci auf die Bühne, sie wird die deutschen Passagen lesen. Von Frau Fedelucci haben wir erst in diesem Moment erfahren, denn im Vorfeld wurde auch auf Nachfrage nicht gesagt, wer die deutschen Passagen übernehmen wird.

Boyle und Scheck sind seit Jahren befreundet und jeweils Bühnenprofis. Boyle sagt selbst, Lesungen müssen sein wie Rock-Konzerte, die Leute müssen Spaß haben. Das kann er und bindet nicht nur das Publikum, sondern auch Frau Fedelucci ein, die sonst nur neben ihm gesessen wäre und auf ihren Auftritt gewartet hätte. Habe ich schon schlimmer erlebt. Scheck ist extrem gut darin, englische Pointen ins Deutsche zu übertragen und dann wieder in eine englische Frage überzugehen, die sich nicht wie die nächste auf dem Zettel anhört, sondern wie die, die auf die letzte Antwort von Boyle kommen muss. Und Boyle liest nicht nur, sondern erzählt, – natürlich unausweichbar – von Trump, über seine Faszination, die ihn immer wieder zum Schreiben bringt, über den aktuellen Roman, über Politik, Drogen und den nächsten Roman, den er schreibt, über den LSD-Entdecker Albert Hofmann und seine legendäre Fahrradfahrt.

Die beiden heben die Veranstaltung auf ein Niveau, das Frau Fedelucci leider nicht halten kann. Boyle selbst liest die englischen Passagen nicht nur vor, er performt sie, legt sich in die Haltungen und ermöglicht es selbst jemandem, der kein englisch versteht, mitzukommen.

Frau Fedelucci dagegen liest vor, sodass man sie versteht. Sie gibt mir aber in dem Moment nicht das Gefühl, sie würde es erleben. Ich will Frau Fedelucci auf keinen Fall ihre Fähigkeiten als Schauspielerin absprechen, aber schauspielen und Hörbücher sprechen ist nicht das Gleiche.

Es ist eben auch nicht fair, ihr neben diese beiden Veteranen zu setzen. Ich hätte mir gewünscht, einen ähnlich guten Sprecher für die deutschen Passagen zu erleben, vielleicht sogar Eli Wasserscheid selbst, die die Hörbuchversion des Romanes spricht.

Nach exakt 90 Minuten, die ohne Fragen aus dem Publikum auskommen und sich sowieso viel kürzer anfühlen, beendet Denis Scheck die Veranstaltung. Wir applaudieren und kommen kaum aus der Halle, weil die Schlange zum signieren bis dorthin reicht. Und dann steht Boyle rund eine Stunde am Bücherstand und signiert wirklich jedes Buch, welches ihm hingehalten wird, wechselt mit jedem ein paar Worte und ist bis zum Ende, ich war vorletzter, extrem freundlich.

T.C. Boyle ist mittlerweile 69 Jahre alt, ich bemerke das schüttere Haar, welches 2009 noch länger und zu einem Zopf zusammengebunden war. Aber ansonsten steht ein fitter Mann vor mir, bestimmt zehn Zentimeter größer als ich, witzig und unterhaltsam.

Ich gehe mit einer sehr schönen Erinnerung nach Hause, freue mich auf die nächsten Bücher und hoffentlich noch ein paar Lesungen von Herrn Boyle. Und jetzt lese ich erstmal den Roman fertig.

Die Buchhandlung Wittwer hat mir eine Eintrittskarte zur Verfügung gestellt. Die weiteren Veranstaltung zum Jubiläumsjahr sind hier zu finden.

Ausstellung: „90° 0′ 0″ S“ von Maren Kames im Literaturhaus Stuttgart

Gestern Mittag habe ich zwei Schulklassen durch das Literaturmuseum der Moderne in Marbach am Neckar geführt. Jedes Mal kämpfe ich dabei mit der Schwierigkeit, „Flachware“ zum Leben zu erwecken. Wie stellt man Literatur aus? Wie bringt man sie nahe? Im Museum mache ich das über Geschichten, über Anekdoten zu den Ausstellungsstücken, zu den Autoren und Romanen.

Gestern Abend zeigte Maren Kames, wie sie das macht. Letztes Jahr hat sie ihr Debüt „halb taube halb pfau“ veröffentlicht und wurde die erste Kooperationsstipendiatin des Literaturhauses Stuttgart und der Akademie Solitude. Heißt, sie hat nicht nur drei Monate auf Schloss Solitude verbracht, sondern dort aus ihrem Buch, ihren Worten die Ausstellung „90° 0′ 0″ S“ generiert.

Schon ihr Buch (Rezension folgt) gleicht einer Partitur, die sich erst im Raum entfaltet. Die Seiten sind voller Weißraum, die Form folgt dem Inhalt und geht Dank QR-Codes über das Buch hinaus.

Diesen Ansatz hat Maren Kames in den Ausstellungsraum geholt. Neben den Treppen ins Schriftstellerhaus steht der erste Schriftzug. Der Raum selbst klingt in jeder Ecke anders. Mal nur Sounds, mal Worte, meist viel davon übereinander. Minibeamer projizieren alte Stummfilmsequenzen, Bilder oder Worte Sätze und Fragmente aus dem Buch. Überall im Raum finden sich Zitate aus dem Buch: An den Wänden, an den Rückseiten der Stuhllehnen, selbst an der Decke.

Die Ausstellung ist eine Insel von Sinneseindrücken, die für sich funktioniert. Glühen aber tut sie, wenn man das Buch kennt oder, wie bei der gestrigen Vernissage, man in diesem Raum einer Lesung beiwohnt. Ein roter Faden läuft von den einzelnen Inseln zu der Bühne, zu Maren Kames und Moderator Paul Brodowsky – ganz nebenbei, beides auch Hildesheimer Absolventen –  und macht daraus ein Gesamtkunstwerk.

Da der Raum weiterhin für Veranstaltungen genutzt wird, beschränkt sich jede Installation, abgesehen von den Stuhllehnen, auf die Wände und die Decke. Ich hätte mir noch mehr Installation im physischen Raum gewünscht. Aber in meinem Kopf ist die Vorstellung sehr schön, wie sich Kames‘ Worte im Raum bei einer anderen Veranstaltung ganz neu zusammensetzen und mit dem aktuell gesprochenen für jeden individuell verweben.

Maran hatte mir im Vorfeld erzählt, „Die haben gesagt, hier hast du soundsoviel Geld, mach damit, was du willst.“ Und genau das machte sie. Ganz viele Momente der Ausstellung, all die Kleinigkeiten, die sie so gut machen, sind Ergebnisse eines wirren Kopfes, dem man erlaubt, wirr zu sein. Sehr sehr toll. Geiler Scheiß, geradezu. Und dem Applaus nach stehe ich mit der Ansicht nicht alleine da. Ich wünsche mir mehr Mut von Institutionen, solche Dinge möglich zu machen. Wenn man dazu „Kunst“ drüberschreiben muss, soll mir das recht sein.

90° 0′ 0″ S„, eine Ausstellung von Maren Kames zu ihrem Debüt „halb taube halb pfau„, erschienen im Secession Verlag, zu sehen bis zum 21. April im Literaturhaus Stuttgart. Die Ausstellung ist vor und nach den Abendveranstaltungen sowie nach telefonischer Anmeldung (Fon 0711 / 22 02 17 3) zu sehen.

 

Sachbuch: Talk like TED von Carmine Gallo

Nachdem ich bestätigt bekommen habe, dass ich meinen TEDxStuttgart Talk halten werde, bekam ich dieses Buch als „Hausaufgabe“: Talk like TED. Carmine Gallo ist Sprecher und Coach für Sprecher und hat schon mehrere Bücher über über das Halten von Vorträgen geschrieben, die alle so klingen, als ob sie sich inhaltlich extrem ähnlich sind.

Vielleicht, wenn man nicht Sprechkunst studiert hat, lernt man ein paar Sachen durch das Buch. Wenn nicht, dann hat man, trotzdem Spaß beim lesen und wird an ein paar Sachen erinnert. Das größte Problem des Buches ist seine amerikanische Art. Bevor das Buch losgeht, muss ich mich durch Seiten Eigenlob lesen. Gallo legt den Penis auf den Tisch und erklärt mir ganz genau, wieso er der Beste ist, dieses Buch geschrieben zu haben. Und viele Sachen werden nicht einmal, sondern siebenmal bekräftigt, damit es auch jeder Leser verstanden hat. Das macht das Lesen anstrengend und Gallo erstmal sehr unsympathisch und suspekt. Wer sich selbst so anpreisen muss, der kann nicht so gut sein, wie er behauptet. Der Eindruck verfliegt im Laufe des Buches. Aber dafür muss man auch weiterlesen und nicht abgeschreckt sein.

Talk like TED ist ähnlich zu vielen Ted Talks: Es ist unterhaltsam, enthält schöne Anekdoten und eigentlich ist der Großteil des Inhalts bekannt, aber es ist trotzdem schön, immer wieder mal daran erinnert zu werden, es immer wieder zu hören.

Talk like TED von Carmine Gallo erschien bei Macmillan. Die deutsche Version wurde übersetzt von Silvia Kinkel und erschien beim Redline Verlag.