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Buch: DZ von Selim Özdogan

Der erste Satz aus DZ:

Wir kennen hier kein Wort für Schmerz.

„Hier“ meint in diesem Kontext die DZ, die niemals ausgeschriebene Abkürzung für ein Land, das in naher Zukunft etwa inmitten des jetzigen Indien entsteht und in dem alle Drogen legal sind. Selim Özdogan schafft in seinem Roman eine Welt, von der viele Menschen hier träumen. Und führt gleichzeitig all die Probleme damit auf. Wer in der DZ lebt, gilt in der restlichen Welt ans Junkie und wird an jeder Grenze bis auf die Knochen durchsucht. Und wer einen Touristenstempel der DZ im Pass hat, wirkt so unschuldig wie heutzutage einer, der gerade von einem Wochenendtrip aus Amsterdam kommt.

Damian und Ziggy sind Brüder, Damian lebt in der DZ, Ziggy ist in Deutschland geblieben und hat eine Familie gegründet und schon lange keinen Kontakt mehr zu seinem Bruder. Allein der Kontakt in die DZ macht einen schon verdächtig. Aber als die Mutter der beiden im sterben liegt, bitte sie Ziggy, sich auf die Suche nach seinem Bruder zu machen, damit sie ihn ein letztes Mal sehen kann.

Da ist diese neue Droge, wmk, die dich alle Sprachen der Welt verstehen lässt, aber auch zur Folge hat, 12 Stunden lang überhaupt keiner Sprache mehr fähig zu sein. wmk bedeutet ausgeschrieben aber wortmachtklang und ist im gesamten Internet verstreut der Nickname von Selim selbst. Ich glaube, DZ kann vieles bedeuten, neben dem offensichtlichen Drogenzone aber auch einfach die Zusammensetzung von Damien und Ziggy, deren Namen wiederum beides derer von Söhnen Robert Nesta „Bob“ Marleys sind. Bezeichnenderweise heißt auch der Vater im Roman Robert.

Selim beschreibt abwechselnd aus der Sicht der beiden Brüder diese Geschichte und das Leben in einer nahen Zukunft, die sich, kurzfristig gesehen, wie eine Utopie anhört, aber immer tiefergehend im Grunde genauso festgefahren ist, wie unsere heutigen Verhältnisse. DZ ist ein Roman voller Drogen und Beschreibungen über Drogenerlebnisse, ohne sich dabei auf eine Seite zu stellen. Gleichzeitig aber ist es ein Buch voller Ideen und Fragestellungen, mit denen wir uns auch jetzt auseinandersetzen müssen. Und dann ist es aber auch ein Buch voller Verbindungen und kleinen Hinweisen. Und an Ende nicht nur der Ahnung, dass der erste Satz des Romans eine ausgesprochene Lüge ist.

Ich will gar nicht weiter schreiben. Schnappt euch  DZ, es hat ein tolles psychedelisches Cover, und taucht ein in eine Welt voller Wort, Macht, Klang. Viel Spaß dabei!

Über Selim werde ich bald nochmal schrieben, beziehungsweise, mit ihm. Ein Interview ist in Vorbereitung.

DZ von Selim Özdogan erschien beim Haymon Verlag.

Aus der Rohfassung ein Manuskript machen.

Ich liebe es, Geschichten zu erzählen. Ich liebe es, sie mir auszudenken, den Plot aufzubauen, Figuren zu kreieren und sie die Grenze überschreiten zu lassen, die ich als Mensch aus welchen Gründen auch immer nicht überschreiten konnte. Die erste Rohfassung zu schreiben, ist wie ein hoffentlich gutes Buch lesen, nur dass es etwa ein Jahr lang so geht. Danach ist man fertig und froh und ein bisschen leer und traurig, dass es vorbei ist. Dann legt man das ganze Ding ein wenig zur Seite, schickt dem innersten Kreis der Lieblingsmenschen eine Kopie und lässt seinen Kopf über das nächste Projekt nachdenken. Aber irgendwann haben dann der der Welt bester Vater und die der Welt beste große kleine Schwester ihre Kopien durchgearbeitet und geben sie zurück. Und jetzt geht es darum, die Rechtschreibfehler, losen roten Enden, falschen Fakten und Unstimmigkeiten auszumerzen. Aus der Rohfassung eine frühe Version des Manuskriptes zu machen. Um das dann irgendwann an Verlage schicken zu können. Nicht falsch verstehen, auch das Schreiben ist Arbeit. Aber das jetzt macht nochmal um einiges weniger Spaß. Besonders, wenn der Kopf schon an die nächste Romanidee denkt und eigentlich lieber wieder schreiben will. Aber wenn ich das mache, wird dieses Projekt nie fertig. Schritt, Atemzug, Besenstrich. Schön hintereinander.

Also, die nächsten Wochen bin ich mit der Überarbeitung von „Dimensionssprünge“ beschäftigt. Packen wir’s an.

Kinderonlinespiel: Mexii und die verlorene Zukunft.

Ich zitiere:

Mit dem Online-Adventure „Mexii und die verlorene Zukunft“ begibt sich der Spieler auf eine Zeitreise durch die Kinderzimmer verschiedener Epochen des 20. Jahrhunderts zu den Kindermedien und Spielzeugen der jeweiligen Zeit. Grundlage für das Spiel ist die vom Institut für angewandte Kindermedienforschung (IfaK) an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart betreute museale Sammlung KinderMedienWelten. Mit der technischen Realisation durch die Agentur für Interaktions- und Webdesign Kastanie Eins (Stuttgart) entstand aus der gemeinsamen Idee ein unterhaltsames und lehrreiches Online-Angebot, das den Austausch der Generationen über das Thema „Medien aus der Kindheit“ unterstützen will.

Aus der Presseinfo

Im Spiel kann man zwischen sechs Charakteren verschiedenen Geschlechts und Alters wählen, auf Zeitreisen gehen und Spielzeuge aus unterschiedlichen Zeitaltern betrachten und testen. Für mich so spannend deshalb, weil ich die drei männlichen Figuren synchronisieren durfte. Viel Spaß beim spielen!

Der Indie Autor Preis Shortlist 2014 Button.

Nach Anfrage konnte uns das Team des Indie Autor Award keinen Button zur Verfügung stellen, erlaubte uns aber, mit der Nominierung zu werben. Also hat Christian Wöhrl mit einen Button gebaut, mit der ausdrücklichen Erlaubnis, dass auch andere Nominierte ihn nutzen dürfen. Bedient euch! Und werde diesen jetzt überall einsetzen, wo mein Buch zu haben ist. 🙂

Erdbeben-Autorenkommentar #4

Der Erdbeben-Autorenkommentar ist das literarische Gegenstück zum Audiokommentar auf einer DVD. Auf medium veröffentliche ich meinem Debütroman ”Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen” samt Autorenkommentaren. Dort erkläre ich, wieso die Stellen dort drin sind oder was die Hintergründe sind. Den Roman kann man auch kaufen oder kostenlos herunterladen. Hier!

Teil 4 ist online! Bisher scheint dieses Angebot noch nicht wirklich angenommen zu werden. Vielleicht bin ich der Einzige, dem es so viel Spaß macht, die Gedanken eines Künstlers zu seinem Werk zu kennen. Oder vielleicht sind mein Roman und die Gedanken dazu noch nicht bekannt oder spannend oder interessant genug. Ich weiß es nicht. Hält mich aber erstmal nicht davon ab, sie weiter mitzuteilen. Also: Viel Spaß beim lesen und kommentieren.