Über die AfD reden.

So sehe ich aus, wenn ich über die #AfD rede. Kein gutes Gespräch war das. Mehr darüber bald auf mokita.de

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Dieses Foto ist ein bisschen älter als ein Jahr. Ich saß auf einer Familienfeier neben einem meiner Onkels. Ich habe eine große Familie und wir nennen jeden in der Generation meiner Eltern Onkel und Tante. Er ist ein guter Mann, ein großartiger Geschichtenerzähler, ich unterhalte mich gern mit ihm. An diesem Tag sitzen wir nebeneinander und reden über dies und das und Politik. Und er sagt, „Früher habe ich die SPD gewählt, aber heute geht das nicht mehr.“ Ohne Hintergedanken, eher aus Höflichkeit als aus Interesse frage ich, „Und was wählst du jetzt?“ Und er sagt, „Die AfD.“ Ich sage, „Das ist ein Witz, oder?“ Und er schüttelt den Kopf. So ging es los. Eine lange, laute und hitzige Diskussion, bei der eben dieses Foto entstanden ist.

Dieses Gespräch beschäftigt mich seitdem. Ich weiß nämlich immer noch nicht, wie ich über die AfD reden muss/soll/kann. Ich weiß nur, dass ich es muss. Letztes Jahr habe ich für alle potenziellen AfD-Wähler das Wählsorgetelefon eingerichtet: 07032-2899226

Spoiler: Geht wählen, aber nicht die AfD. Wer dabei Hilfe braucht: Der Wahl-o-mat gibt Orientierung, wie die Parteien zu verschiedenen Dingen stehen. Dein Wal zeigt auf, wofür die Parteien im Bundestag wirklich gestimmt haben, ganz unabhängig davon, was sie versprechen.

Ich bin gespannt, was am Sonntag rauskommt.

 

Das AfD-Wählsorgetelefon: 07032 2899226

Vor ein paar Jahren noch habe ich gesagt, dass ich unglaublich unpolitisch bin. Wenn von einer politikverdrossenen Jugend geredet wurde, fühlte ich mich immer angesprochen. Geändert hat sich das mit Cory Doctorows „Little Brother„, Creative Commons-Lizenzen und meiner Beschäftigung mit dem Urheberrecht. Dann kam die Piratenpartei und hier in Stuttgart das Ding mit dem Bahnhof und irgendwie wurde Politik greifbar. Und in gewisser Weise interessant.

Was aber jetzt gerade nicht nur in Deutschland passiert, zwingt Herz und Kopf, politisch zu werden. Hier also mein Beitrag.

Ihr kennt jemanden, der die #AfD wählen will? Gebt ihnen die Nummer des Wählsorgetelefons: 07032 2899226 (Normale Festnetzkosten)

Der Text, der dann kommt, ist dieser:

Hallo beim Wählsorgetelefon! Schön, dass Sie angerufen haben. Sie fragen sich, ob Sie die AfD wählen sollten?
Die meisten Menschen wollen die AfD wählen, weil sie ein Problem mit der Flüchtlingspolitik der aktuellen Regierung haben. Die AfD will die deutschen Grenzen für Flüchtlinge schließen. Die AfD will aber noch mehr, unter anderem:
– Will sie die Abtreibungsgesetze verschärfen, denn wünschenswert sei eine deutsche Familie mit drei Kindern.
– Sie will Frauen auf ihre Rolle als Mutter reduzieren und Frauenquoten und Gleichstellungsbeauftragte abschaffen.
– Sie will Kunst und Kultur einschränken und
– Sie will die Energiewende aufhalten und stattdessen Kohlenraft und Atomenergie fördern.

Bitte entscheiden Sie nicht nur anhand der Flüchtlingsfrage, welche Partei Sie wählen. Glauben Sie mir, jede Partei versucht, die aktuelle Flüchtlingsproblematik in den Griff zu bekommen. Aber Sie werden darüber hinaus auch eine Partei finden, die Ihnen auch in anderen Punkten gefällt.

Gehen Sie wählen. Aber bitte wählen Sie nicht die AfD. Informieren Sie sich beispielsweise über den Wahl O Mat, was die AfD sonst noch will und was andere Parteien sagen.

Vielen Dank und einen schönen Tag noch.

Von der Ansprechhaltung habe ich mich von Sascha Lobo inspirieren lassen, die Infos kommen von Campact. Wahrscheinlich erreicht es eh nicht die richtigen Menschen. Aber ich wollte es zumindest nochmal auf diesem Weg probiert haben.

Ich bin gespannt auf Sonntag. Lächeln, Fabian.