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Schlagwort: besser schreiben

7 Tipps über das Schreiben, von Cory Doctorow. Auf Deutsch.

Ähnlich wie bei Steinbeck hingen die Tipps von Cory Doctorow eine Weile in meinem Browser und meinen Gedanken rum. Einerseits, weil sie gut sind, andererseits, weil sie den anderen ähnlich sind. Und weil sie fast unmöglich zu beherzigen sind. Diesmal ist die Übersetzung von mir. Verbesserungen sind willkommen.

  1. Schreibe jeden Tag. Gewohnheiten sind Sachen, die du umsonst bekommst und die keine spezielle Arbeit verlangen.
  2. Setze dir ein Tagesziel. Mach es klein. 75 Worte am Tag summieren sich zu einem Roman jährlich.
  3. Höre in der Mitte eines Satzes auf, sodass du am nächsten Tag drei oder vier Worte schreiben kannst, ohne „kreativ“ sein zu müssen.
  4. Gewöhne dir nicht an, nur zu schreiben, wenn gewisse Rituale befriedigt sind – die richtige Musik, ein sauberes Zimmer oder irgendwas anderes.
  5. Insbesondere: Gewöhne dir nicht an, zu schreiben, während du rauchst oder säufst. Hänge die Sache, die dir gut tut und dich vollkommen macht, nicht an etwas, das dich tötet.
  6. Schreibe, auch wenn du denkst, es ist Scheiße. Du kannst nicht beurteilen, ob es gut oder schlecht ist, solange du schreibst.
  7. Beginne niemals mit dem Korrigieren, solange du nicht mit dem Ganzen fertig bist. Sobald über das, was du schreibst, nachdenkst, verlierst du die Fähigkeit, das, was du schreibst, zu beenden.

Und für jene, welche das Original bevorzugen:

Write every day. Habits are things you get for free, without requiring any special work. Set a daily word target. Make it small. 75 words a day is a novel a year. Finish in the middle of a sentence, so you can type three or four words the next day without having to be „creative.“ Don’t get in the habit of only writing when there’s some ritual that’s been satisfied — the right music, a clean apartment, whatever.

Especially don’t get in the habit of writing while smoking or boozing. Don’t hook the thing that makes you sane and whole to something that’s killing you. Write even when you feel like it’s shit. You can’t tell what’s good and what’s bad while you’re writing it. Don’t ever rewrite until the whole thing is done. Once you start thinking about what you’re writing, you lose the ability to stop writing it.

(Gefunden bei Michael)

Von mir gesprochen gibt’s übrigens ein kostenloses Hörbuch von Cory Doctorows “Little Brother”. Zum Download geht’s hier lang.

 

6 Tipps über das Schreiben von John Steinbeck. Auf deutsch.

Ursprünglich erschienen die Tipps schon im Herbst 1975 im Paris Review. Vor ein paar Wochen geisterten sie dann durch das Internet. Ich las sie und musste seither immer wieder daran denken. Weil ich sie gut finde. Also wollte ich sie übersetzen, aber Patrick von media engine hat sich die Mühe schon gemacht, also übernehme ich seine Übersetzung:

6 Tipps um besser zu schreiben

1. Verabschiede Dich von der Vorstellung, dass Du jemals zu einem Ende kommst. Denk nicht mehr an die 400 Seiten, sondern schreibe lediglich eine Seite pro Tag. Das hilft. Wenn Du es schließlich geschafft hast, wirst Du überrascht sein.

2. Schreibe völlig frei und so schnell wie möglich. Fange niemals mit Korrekturen oder Umformulierungen an, bevor Du nicht alles aufgeschrieben hast. Dinge umzuschreiben ist lediglich eine Entschuldigung dafür, nicht weiterzumachen. Zudem beeinflusst es den Schreibfluss der nur Auftritt, wenn es zu einer unterbewussten Auseinandersetzung mit den Inhalten kommt.

3. Schenk Deinem Publikum keine Beachtung. Das namens- und gesichtslose Publikum würde Dich nur erschrecken. Zudem existiert es nicht. Beim Schreiben besteht Dein Publikum immer nur aus einem einzigen Leser. Manchmal hilft es, wenn man sich eine Person – egal ob echt oder ausgedacht– vorstellt und diese beim Schreiben direkt adressiert.

4. Wenn eine Szene oder ein Kapitel Dir Probleme bereitet, Du aber trotzdem darüber schreiben möchtest, dann überspringe diesen Teil erstmal und schreib an einer anderen Stelle weiter. Schau Dir den problematischen Teil erst ganz am Schluss noch einmal an. In vielen Fällen wirst Du dann feststellen, dass er tatsächlich nicht dort hin gehörte.

5. Hüte Dich vor Szenen, die Dir besonders ans Herz gewachsen sind. Sie haben eine Tendenz dazu, nicht ins Konzept zu passen.

6. Wenn Du Gebrauch von Dialogen machst – sprich sie laut aus, während Du sie schreibst. Nur dann werden sie klingen, als ob sie tatsächlich stattgefunden haben.

And for those who prefer the original…

1. Abandon the idea that you are ever going to finish. Lose track of the 400 pages and write just one page for each day, it helps. Then when it gets finished, you are always surprised.

2. Write freely and as rapidly as possible and throw the whole thing on paper. Never correct or rewrite until the whole thing is down. Rewrite in process is usually found to be an excuse for not going on. It also interferes with flow and rhythm which can only come from a kind of unconscious association with the material.

3. Forget your generalized audience. In the first place, the nameless, faceless audience will scare you to death and in the second place, unlike the theater, it doesn’t exist. In writing, your audience is one single reader. I have found that sometimes it helps to pick out one person—a real person you know, or an imagined person and write to that one.

4. If a scene or a section gets the better of you and you still think you want it—bypass it and go on. When you have finished the whole you can come back to it and then you may find that the reason it gave trouble is because it didn’t belong there.

5. Beware of a scene that becomes too dear to you, dearer than the rest. It will usually be found that it is out of drawing.

6. If you are using dialogue—say it aloud as you write it. Only then will it have the sound of speech.