Roman: Der Auslöser – Eine Rogue One Story

Lesestoff: Der Auslöser von James Luceno. Das Prequel von Rogue One. #amreading #starwars #blanvalet #ebook

A post shared by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Der erste Satz aus Der Auslöser:

Seit Jahren wüten die Klonkriege in der Galaxis.

Rogue One ist eine kleine Nebengeschichte in Star Wars, ein Halbsatz im Vorspann. Der Auslöser ist die Vorgeschichte dieses Halbsatzes, die Geschichte von Galen Erso (Vater von Jyn Erso, Heldin in Rogue One) und wie er dazu gebracht wird, beim Bau des Todessterns mitzuhelfen.

Natürlich, zuallererst ist dieser Roman ein Fanservice. Eine weitere Möglichkeit, in diesem Universum zu sein und Zeit zu verbringen. Zusätzlich, und das liegt ja allen Science-Fiction/Fantasy-Geschichten zugrunde, schafft der Roman die Möglichkeit, Vorgänge unserer Realität auf andere Art darzustellen. Und das macht Der Auslöser sehr gut. Er zeigt auf, wie „Terroristen“ verwendet werden, um Regierungsaktionen zu legitimieren, die sonst niemals durchgekommen wären. Und das ist gerade extrem aktuell.

Literarisch kein Meisterwerk, aber auch nicht so schlecht, dass es auffällt, ist der Roman Zeitvertreib im Star Wars Universum, plus Kritik – oder zumindest Darlegung – politischer Systeme, wie wir sie auch kennen. Für niemanden ein Muss, aber ein sehr schönes Kann. Und nun lese ich den Roman zu Rogue One.

Achja, eine buchhandelstechnische Sache noch, die ich nicht verstehe: In den USA erschienen beide Romane, dieser und Rogue One, im Dezember letzten Jahres, kurz vor dem Kinofilm, mitten in der Aufmerksamkeitszone. In Deutschland erschienen sie im Mai diesen Jahres und damit komplett abgelöst von jedem Hype, den Star Wars wohl erst wieder im Dezember macht. Warum? Warum sich diese Aufmerksamkeit entgehen lassen? Bücher zu Filmen werden selten Bestseller, aber wenn man sich die kostenlose Werbung, die der dazugehörige Film macht, entgehen lässt, frage ich mich, warum die Bücher überhaupt in Deutschland veröffentlich werden.

Und noch was: Inkonsistente Übersetzungen. Zumindest in der ersten Auflage steht wirklich „Eine Rogue One Story“ auf dem Cover. Wer lässt denn sowas durchgehen? Jemand, der wohl danach auf die Finger bekommen hat, weil es auf der Verlagsseite mittlerweile „Ein Rogue One Roman“ heißt.

Der Auslöser – Eine Rogue One Story von James Luceno wurde übersetzt von Andreas Kasprzak und erschien bei Blanvalet.  Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Roman: Girl on the Train von Paula Hawkins

Der erste Satz aus Girl on the Train:

Sie liegt unter einer Silberbirke bei den alten Gleisen unter einem Steinhügel.

Girl on the Train soll ein Thriller sein. Rachel pendelt jeden Morgen mit dem Zug aus den Vororten nach London und fantasiert sich die Leben der Leute in den an den Gleisstrecken liegenden Häusern zusammen. Gerne betrachtet sie besonders ein Pärchen – sie nennt sie Jess und Jason – , dessen Haus sie jeden Morgen sieht. Eines Tages erfährt sie, dass Jess verschwunden ist und sie beschließt, bei der Suche zu helfen.

Etwas ähnliches steht auch in der Inhaltsangabe. Hätte etwas werden können, wurde es für mich aber nicht. Weil zu viele Sachen unsauber sind. Die Geschichte wird aus der abwechselnden Ich-Perspektive von drei Frauen erzählt, um die sich die Geschichte spannt, unter anderem Rachel und „Jess“. Damit das aber funktioniert, musste Rachel Hawkins Zeitsprünge einbauen, wie sollte Jess sonst erzählen können, wenn sie verschwunden ist? Was bedeutet, dass man im Lesefluss ständig unterbrochen wird, weil man zum Anfang des vorherigen Kapitels blättern muss, um zu sehen, ob wir uns am gleichen Tag, ein Jahr früher oder sonst wo befindet.

Dazu kommt, dass die Protagonistin eine mir unglaublich unsympathische Person ist, und noch dazu Alkoholikerin und die Geschichte nur deshalb funktioniert, weil sie einen Blackout hat, sich nicht mehr an gewisse Dinge erinnern kann. Und das hält sich den gesamten Roman über, bis sie – oh Wunder – am Ende die Klarheit erlangt und sich erinnert und die Lösung der Geschichte hat. Klassischer Fall von Deus Ex Machina. Leider wird das beim lesen recht schnell klar, also liest man auf den Augenblick hin, in dem sie sich erinnert.

Dann kommt dazu, dass die drei Ich-Perspektiven unsauber sind. Klar, sie führen dem Leser ganz eindeutig vor Augen, dass die Leben der Anderen nie so glamourös sind, wie wir es uns vorstellen. Aber wenn da nicht jedesmal der Name der Person drüber stehen würde, müsste man relativ lange lesen, bis man weiß, wer da gerade erzählt. Alle drei Frauen haben die gleiche Art der Sprache und sind, soweit wir sie kennenlernen, auch in ihrem Verhalten und ihren Gedanken sehr ähnlich. Da mir schon die erste nicht sympathisch war, wurden mir die anderen beiden das auch nicht. Also schleppt sich die Geschichte von einem Selbstmitleidsmonolog zum nächsten, bis dann endlich die Erinnerung und das Ende kommt.

Eine letzte Sache, die aber nicht an der Story, sondern an der Vermarktung liegt. Der Untertitel im Deutschen, der aus englischen Übernommen wurde, lautet:

Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich.

Das ist die Ironie schlechthin, denn das ist das Einzige, das wir aus dem Buch lernen: Dass die Personen, die wir sehen, nie das Leben haben, dass wir uns vorstellen. Dass wir sie alles andere als kennen. Wer kam auf die Idee, diesen Roman damit zu bewerben? Das grenzt an bewusster Irreführung und hat nichts auf dem Cover zu suchen.

Ich habe Girl on the Train gelesen, um das hier schreiben zu können, aber ich kann es keinem empfehlen. Lest, aber lest was anderes.

Girl on the Train von Paula Hawkins wurde übersetzt von Christoph Göhler und erschien bei Blanvalet. Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Bericht und Buchverlosung: Karin Slaughter Lesung in Stuttgart

Vor einiger Zeit hatte ich eine Nachricht von Blanvalet im Posteingang, Karin Slaughter kommt nach Stuttgart und die ersten beiden Blogger, die auf die Nachricht antworten, dürfen zu einem Meet & Greet und zur Lesung. Ja, warum nicht? Also antworte ich und bekomme tatsächlich kurz darauf die Bestätigung, unter den ersten beiden gewesen zu sein. Wunderbar! Jetzt sollte ich nur noch etwas von Karin Slaughter gelesen haben.

Und gestern war dann die Lesung, im Rahmen der Stuttgarter Kriminächte, in der BMW Niederlassung Stuttgart. Ungewöhnlicher Ort für eine Lesung, aber wiederum passend, denn Slaughter selbst, wie auch eine ihre Hauptpersonen fahren BMW. Und man muss sagen, BMW nutzte natürlich die Gelegenheit, um Werbung für ihre Fahrzeuge zu machen, aber dafür gab es auch ein schönes, gläsernes Ambiente, ein kostenloses Catering und eine sehr angenehme Athmosphäre. Wenige Tage vorher gab mir Blanvalet Bescheid, ich dürfte eine Begleitperson mitnehmen. Also fragte ich über die sozialen Netzwerke nach und Aline sagte als Erste zu. Sie ist Slaughter-Leserin seit zehn Jahren und so ein persönliches Treffen war einer ihrer Träume. Eine bessere Begleitung konnte ich wohl nicht finden. Wir waren etwa anderthalb Stunden vor der Lesung in der Filiale und wurden sehr angenehm empfangen, mussten aber sowohl auf die Leute von Blanvalet, als auch auf Karin Slaughter noch ein wenig warten. Die Zeit nutzte Aline, um mich in Sachen Slaughter auf den neuesten Stand zu bringen. Dann irgendwann wurden wir von Frank vom Blanvalet-Verlag begrüßt – ich duzte fast jeden – und unter die Fittiche genommen. Dann irgendwann kam Karin Slaughter. Eine kleine, unscheinbare, unglaublich natürliche Frau. Sie tingelte, ungeachtet irgendwelcher Begrüßungsrituale, direkt zum neuen BMW i3 und betrachtete erstmal die Autos. Dann wurden wir ihr vorgestellt und hatten unser Meet & Greet.

Ich kenne Meet & Greets noch aus meiner Zeit beim Radio. Da kamen Fans, aufgeregt, wie sonst was, durften ihrem Idol kurz die Hand drücken und zwei oder drei Fragen stellen, ein paar Sachen signieren lassen und ein Foto machen und schon waren die nächsten dran. Gestern standen da etwa acht Personen im Kreis und unterhielten sich, gefühlt eine Dreiviertelstunde. Zusammen mit Karin kam die Moderatorin Regula Venske und der Sprecher Dietmar Wunder. Ich blieb direkt bei ihm hängen, Karin war umlagert von den anderen und das Sprechen liegt mir sehr am Herzen. Dieses Gespräch mir Dietmar ist meine Metapher für den ganzen Abend. Er war tatsächlich interessiert an seinem Gegenüber, stellte Fragen die tiefer als Small Talk gingen und erzählte ehrlich, was er so dachte. Ein unglaublich offener Gesprächspartner, ein tolles, angenehmes Gespräch. Und so verlief dann auch der Rest des Abends, die Gespräche mit Karin, Frau Venske, Frank und eben Dietmar. Wir wurden umsorgt, sahen eine tolle Lesung samt guter Moderation und einem großen Sprecher, aßen danach noch ein wenig und gingen in jeder Hinsicht erfüllt nach Hause.

Hiermit also ein großes Danke. An Blanvalet für die Möglichkeit, an Karin, Frau Venske, Frank und Dietmar für jedes angenehme Wort und den Abend. Immer noch muss ich sagen, Bücher von Karin Slaughter werden nicht meine absoluten Lieblingsromane, aber so einen Abend erlebe ich gerne wieder. Und die ausführliche Rezension ihres aktuellen Romanes „Bittere Wunden“ folgt natürlich.

Und nun, wie in der Überschrift versprochen, noch das Gewinnspiel. Ich hatte ja mein schon zur Hälfte gelesenes Exemplar, wurde aber auf der Lesung mit einem weiteren beglückt, dass ich Karin auch mit meinem Namen versehen bekommen habe. Dennoch habe ich mein Originalexemplar signieren lassen und dieses möchte ich an einen von euch weitergeben. Es ist also ein halb gelesenes, signiertes Hardcover von „Bittere Wunden“, dem aktuellsten in Deutschland erschienenem Roman. Teilnehmen kann jeder in Deutschland (Ich muss ja die Versandkosten zahlen. Okay, sagen wir, jeder kann mitmachen, aber außerhalb Deutschlands müssen die Versandkosten vom Gewinner getragen werden.).

Hinterlasst unter diesem Artikel einen Kommentar, was ihr als Kind werden wolltet und was daraus geworden ist.

Teilnahmeschluss ist der 24. September um 23:59:59 Uhr. Danach werde ich aus allen Kommentatoren per Zufall einen auslosen.

Noch Fragen?

Das Gewinnspiel ist vorbei, die Gewinner benachrichtigt. Danke für’s mitmachen!