Roman: Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes

Lesestoff: Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes. #btb #amreading

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Der erste Satz aus Vom Ende einer Geschichte:

Ich erinnere mich in ungeordneter Reihenfolge an:

Tony ist mittlerweile ein alter Mann, aber in seiner Jugend war Adrian sein wichtigster Freund. Sie haben sich vor Jahrzehnten aus den Augen verloren und Tony kann nur immer wieder seine Erinnerungen auffrischen. Bis er genau diese hinterfragen muss.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/158963986362/dieses-letzte-bild-habe-ich-nicht-wirklich

Im Nachhinein ist die Geschichte, die Barnes erzählt, nicht besonders komplex und vielleicht auch nicht unglaublich außergewöhnlich. Im Nachhinein war alles schonmal da. Aber Barnes etabliert eine Wahrheit, die er dann langsam dekonstruiert und ich kann nicht anders, weiterzulesen, weil ich doch wissen will, was die andere Wahrheit ist.

Barnes füllt diese kurze Geschichte mit Gedanken und Reflexion, erzählt die Anfänge von Tony und Adrian aus Tonys Sicht und überspringt dann knapp 40 Jahre, um dann den Anfang auseinanderzunehmen. Ich mochte viele der Gedanken, viele Sätze hätte ich mir anstreichen können. Aber manchmal fällt er in den Ton eines belehrenden alten Mannes, der sich anhört, als ob er alles weiß. Ironisch, weil es ja gerade darum geht, dass er nicht alles weiß.

Das Buch lebt von seiner Atmosphäre, von seinen Gedanken, von seinen Worten. Gelesen habe ich es, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Und ich habe es sehr gern gelesen.

Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes wurde übersetzt von Gertraude Krueger und erschien bei btb.

Buch: Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah von Haruki Murakami

Der erste Satz aus Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah:

Eines schönen Morgens im April komme ich auf einer kleinen Seitenstraße in Harajuku an dem 100%igen Mädchen vorbei.

Dies ist das erste Buch, das ich von Murakami gelesen habe. Ich habe schon viel über ihn gehört, viele Bücher liegen hier auch von ihm, aber bisher kam ich nicht dazu, sie zu lesen. Jetzt aber. Und zu Beginn diese Kurzgeschichtensammlung. Vielleicht schaue ich irgendwann zurück auf diesen Anfang meiner Murakami reise und sage, dies war kein guter Anfang. Aus dem jetzigen Standpunkt aber bin ich ganz zufrieden. Klar, nicht alle Geschichten gefallen mir. Aber viele. Und oft habe ich Sätze unterstrichen. Er schafft eine schöne Balance zwischen zwischen hochphilosophischen Gedanken und elementar derben Trieben. Und was am Ende übrig bleibt, war folgende Erkenntnis: Ich bin nicht alleine. Murakamis Geschichten zeigen mir deutlich, egal wie alt man ist oder wo man her kommt, es gibt elementare Gedanken und Gefühle, die sich einfach nicht ändern und die jeder hat. Oder zumindest Murakami und ich. Und allein dieses Gefühl war er wert, das Buch gelesen zu haben. Ich freue mich auf mein nächstes Werk von ihm, ich glaube, ich werde aber mit einem Roman weitermachen.

Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah von Haruki Murakami wurde übersetzt von Nora Bierich und erschien bei btb.