Hörbuch: Die Tyrannei des Schmetterlings von Frank Schätzing, gelesen von Sascha Rotermund

Der erste Satz aus Die Tyrannei des Schmetterlings:

Afrika.
Die durchweichte Zeit.

Ich mochte „Der Schwarm“. Ich habe auch eine okaye Erinnerung an „Limit“. Und Schätzing ist einer der präsentesten Autoren, die ich kenne. Ich kenne keinen anderen schreibenden Menschen, den ich so oft auf Plakaten in der Stadt gesehen habe. Schätzing weiß sich zu verkaufen. Und das ist das Problem.

„Die Tyrannei des Schmetterlings“ ist ein Science-Fiction-Zukunfs-Philosophie-Krimi-Thriller plus Liebesgeschichte, der ganz klein beginnt und anfangs noch extrem spannend ist. Dann irgendwann erst ein großes und dann ein unendlich weites Bild entwirft, in dem sich jeder Handlungsfaden, jede Struktur und auch jede Ordnung in meinem Kopf verliert. 

Schätzing kann grundsätzlich schreiben. Ganz viele Momente sind schöne kleine Edelsteine, die für sich toll funktionieren. Aber innerhalb eines Buches ist das, was Schätzing versucht, nicht möglich. Leider kommt es mir vor, als ob Schätzing sich gern schreiben sieht und innerhalb eines Buches alles an Fähigkeiten und Infos und Möglichkeiten reinquetscht, was ihm in dem Moment einfällt. In so einem Extrem, dass Schätzing streckenweise nur noch Information ohne jede prosaische Form hinklotzt und selbst das Ende sich nur rangeklatscht anfühlt, ohne jede Anstrengung, nur damit das Buch zu Ende geht. Vom Ende einer Geschichte kann ich gar nicht sprechen, jede seiner Geschichte hat Schätzing auf dem Weg verloren. Was total schade ist.

Denn in diesem Buch stecken viele gute Ideen und Momente und Geschichten. Aber nicht so, wie Schätzing sie zusammenquetscht. Wenn Schätzing nicht Schätzing wäre und so bekannt wäre, hätte ihm kein Verlag das durchgehen lassen, was er hier veröffentlicht hat.

So weiß ich nicht, was genau ich da in der Hand halte und was ich damit anfangen soll. Und ich glaube, Sascha Rotermund ging es genauso. Als ob er nicht weiß, was genau er da liest, kämpft er sich besonders durch den Anfang und legt eine klischeehafte Actionstimme über Stellen, in denen gar keine Action passiert. Das macht das Zuhören streckenweise ziemlich anstrengend. Es wird im Laufe der Stunden viel besser und an den meisten Stellen mag ich, was Rotermund macht, aber der Anfang war holprig.

Ich bleibe ratlos zurück, weil ich in diesem Buch viel Schönes erfahren habe, viel Spaß hatte, aber es nicht so richtig gut finden kann oder es gar empfehlen kann. Schade.

Die Tyrannei des Schmetterlings von Frank Schätzing erschien bei Kiepenheuer und Witsch. Das Hörbuch wurde gesprochen von Sascha Rotermund und erschien beim Hörverlag. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Stories: Good Home von T.C. Boyle

Der erste Satz aus Good Home:

Es gab zwei Arten von Wahrheiten: gute und schmerzhafte.

T.C. Boyle ist optimaler Alleinunterhalter. Jede Lesung ein Spaß, ähnlich die Romane. Good Stories kondensiert dies, 20 Einblicke in 420 Seiten. Boyle umgeht dabei oft das deutsche Prinzip einer Kurzgeschichte, gibt mehr einen Einblick in menschlicher Lebensumstände, die meinem sehr fern sind, als einen überraschenden Twist oder eine unerhörte Neuigkeit. Es ist Auffächern des Alltags.

Good Home ist wie ein Fernseher der regelmäßig und unkontrolliert den Kanal wechselt. Meist dann, wenn ich diesen Ausschnitt der Welt, die Motivation der Figuren und ihr Handeln, wenn schon nicht gutheißen, dann zumindest nachvollziehen konnte, wechselte der Sender. Mehr als einmal blätterte ich um, entrüstet, dass es nicht weitergeht. Nur um mich dann in die neue Situation einzufinden.

Nicht alle Geschichten haben mir getaugt, nicht alle Situationen fand ich interessant. Aber selbst sie sind Teil dieser Möglichkeit, in menschliches Handeln, meist in ihre Abgründe zu blicken. Dass ich nach den meisten Geschichten mehr wollte, quasi mitten im Ritt rausgeworfen wurde, war in den Momenten zwar ärgerlich, erhält die Erinnerungen aber umso leuchtender. Treibt die Fantasie umso weiter an.

Und, Hanser hat ein ziemlich schönes Cover und wertig gemachtes Buch hingelegt. Nicht nur wegen des Inhalts habe ich dieses Buch sehr gerne in der Hand.

Good Home von T.C. Boyle wurde übersetzt von Anette Grube und Dirk van Gunsteren und erschien bei Hanser. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Buch: Beobachtungen aus der letzten Reihe von Neil Gaiman

Der erste Satz aus Beobachtungen aus der letzten Reihe:

Ich bin dem Journalismus entflohen – oder habe mich ungeschickt von ihm gelöst -, weil ich die Freiheit haben wollte, mir selbst Sachen auszudenken.

Ich kenne Gaiman noch gar nicht so lange, aber ich lese seine Bücher gern, ich mag dieses Realität plus einen Hauch Magie. Ich sehe ihn mir auch gern an, wenn er Reden und Vorträge hält. Nun ist ein ganzes Buch davon entstanden, eine Sammlung von Vorworten, Essays, Reden und Vorträgen, die Gaiman in mehr als 20 Jahren in der Unterhaltungsbranche verfasst hat.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/172557336962/und-literatur-schenkt-und-empathie-sie-versetzt

Einigermaßen sortiert nach Dingen über das Schreiben selbst, über andere Menschen und über seine eigenen Geschichten. Gaiman schreibt selbst, es ist kein Buch, dass man einfach von vorne nach hinten lesen sollte. Ich habe es getan und es klappt tatsächlich nicht gut. Weil Gaiman zwar extrem gut Geschichten erzählen und Vorträge halten kann, aber gelesen funktionieren diese Vorträge leider nicht so gut, wie wenn man sie hört. Und wenn man einen nach dem anderen liest, merkt man eben doch, dass sie aus einem Kopf kommen und manche Bilder, Ideen und Anekdoten – so gut sie sind – immer wieder von Gaiman verwendet worden. Irgendwann hatte ich dann das Gefühl, schon zu kennen, was ich las.

Es sind viele schöne Texte in diesem Buch, viele Leseempfehlungen und viele tolle Gedanken, richtig spannend wird es aber dann, wenn Neil Gaiman seine alten Texte nochmal kommentiert und in Zusammenhang bringt.

Es ist eine gute Zusammenstellung zum Teil sonst kaum erhältlicher Texte und ich hatte meine Freude, es zu lesen. Aber ich kann es nur Fans empfehlen und wünschte mir mehr Aufmerksamkeit und ein wenig mehr Zeit bei der Komposition.

Eine Sache noch, im Original heißt das Buch ‚The View from the Cheap Seats‘. Der titelgebende Aufsatz heißt im Buch auch ‚Die Aussicht von den billigen Plätzen‘. Warum das Buch selbst eine ungenauere Übersetzung erhalten hat, weiß ich nicht, aber es irritiert mich.

Beobachtungen aus der letzten Reihe von Neil Gaiman wurde übersetzt von Rainer Schumacher und Ruggero Leò und erschien bei Eichborn. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

 

Buch: Iss was?! Tiere, Fleisch & Ich

Der erste Satz aus Iss was?!:

Wenn ich an meine südbadische Kindheit auf dem Land denke, dann erinnere ich mich an die Vielfalt der Tiere, an die Schweine, Hühner, Kaninchen und Ziegen, die wir selbst aufzogen und zu Hause schlachteten.

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, Jugendliche über Fleisch, seine Herkunft und seine Konsequenzen zu informieren. Herausgekommen ist dieses Buch, perfekt auf Toiletten oder in Wartezimmern oder so. Wo man ein bisschen drin rumblättern kann. Ich mag die Illustrationen und die Art, wie die Informationen verpackt sind.

Klar, manchmal merkt man dem Buch und den Texten an, dass Jugendliche die Hauptzielgruppe sind. Aber selbst nach sieben fleischlosen Jahren habe ich im Buch einige Dinge gelesen, die ich nicht wusste – auf eine meist sehr unaufdringliche Art.

Ich merke dem Buch die Liebe an, die in die Gestaltung gesteckt wurde. Dass es nie darum ging, das Buch zu verkaufen. Auf der letzten Buchmesse wurde es kostenlos verteilt, gegen Porto kann man sich Exemplare bestellen und die PDF kann man einfach runterladen, hier.

Iss was?! wurde herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung.

Roman: Niemalsland von Neil Gaiman

Lesestoff: Niemalsland von Neil Gaiman. #amreading #eichborn

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Der erste Satz aus Niemalsland:

An dem Abend, bevor er nach London ging, amüsierte sich Richard Mayhew nicht besonders.

Richard ist ein Normalo in London, ein durchschnittlicher Job, eine normal unglückliche Beziehung, ein Leben, wie wir alle es kennen. Bis ihm Door vor die Füße stolpert, ein junges verletztes Mädchen.

Richard hilft ihr und gerät damit in ein Abendteuer in Unter-London. Der Version der Stadt, in der alle landen, die durch unser Raster fallen, alle, die an Straßenrändern sitzen und die wir versuchen, zu ignorieren. In Unter-London existieren all die Dinge, an die wir „Oberen“ nicht mehr glauben. Hier gibt es Magie und Zauberei, sprechende Tiere, Könige und Assassinen. Und Richard hängt da irgendwie mit drin.

Gaiman beschreibt eine Realität, die nah an meiner ist, dann dreht er langsam den Anteil der Fantasie hoch. Die Magie, die ich in unserer Wirklichkeit manchmal ahne. Ich folge ihm extrem gern durch diese phantastische Version eines Lebens. Durch die Hoffnung, dass es da noch mehr gibt.

Dabei ‚erklärt‘ Neil Gaiman in dieser Geschichte kleine Eigenheiten, die ich kenne. Zum Beispiel scheinbar sinnlos leere Bahnwaggons, die in Gaimans Version nur von Bewohnern von Unter-Londons betreten werden können.

Die Geschichte ist in ein paar Tagen durch, aber Charaktere wie Door bleiben bei mir. Genauso wie das verstärkte Gefühl, dass unsere Realität magischer ist, als wir im Alltag bemerken.

Niemalsland von Neil Gaiman wurde übersetzt von Tobias Schnettler und erschien bei Eichborn. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemlar zur Verfügung gestellt.

Hörbuch: Hier bin ich von Jonathan Safran Foer, gesprochen von Christoph Maria Herbst

Hörstoff: Hier bin ich bin Jonathan Safran Foer, gelesen von Christoph Maria Herbst. #amlistening #hoerbuch #argon

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Der erste Satz aus Hier bin ich:

Zu Beginn der Zerstörung Israels überlegte Isaac Bloch, ob er sich umbringen oder ins jüdische Seniorenheim gehen sollte.

Jacob und Julia haben drei Kinder, sich aber sonst ziemlich weit auseinandergelebt. Jacob schreibt für eine Fernsehserie, die er scheiße findet und scheitert an seinem Herzensprojekt und an seiner Ehe. Und dann kommt dieses Erdbeben und zerstört Israel.

Ähnlich konfus wie diese Inhaltsangabe ist auch der Roman selbst. Während ich in der ersten Hälfte der langsamen Demontage der Ehe von Jacob und Julia zugucke, die zwar besonders in den Dialogen mit sehr viel Feinheit gezeigt wird, mit aber generell viel zu lange dauert, geschieht in der zweiten Hälfte des Romanes so viel, dass ich kaum hinterher komme.

Für mich versucht Jonathan Safran Foer, zwei Geschichten in eine zu packen. Zwei Geschichten, die so unterschiedlich sind, weil die erste Atmosphäre und Gedankenwelt erzählt und die zweite so viel Plot hat, dass er kaum unterkommt in seiner zugeteilten Hälfte des Romanes. Während ich im ersten Teil wohl aufgehört hätte, wenn ich nicht das Hörbuch auf den Ohren gehabt hätte, hätte ich den zweiten Teil gerne ausführlicher gehabt. Als Einheit lässt mich der Roman einigermaßen verwirrt zurück.

Christoph Maria Herbst als Sprecher verstärkt dieses Gefühl leider. Weil Christoph Maria Herbst für mich nicht nur Stromberg, sondern auch der Hörbuchsprecher von Tommy Jaud ist. Wenn ich ihn sehe oder höre, dann erwarte ich Comedy. Dann grinse ich in freudiger Erwartung, selbst, wenn ich wie in diesem Fall weiß, dass das Buch nicht primär lustig ist. Dann warte, warte, warte ich und bin irritiert, weil eben nicht der große Witz kommt.

Was Christoph Maria Herbst extrem gut kann, sind die Dialoge. Das, was Jonathan Safran Foer vorschreibt, setzt Herbst so genau und genial um, dass ich ihm sehr gerne zuhöre. Wenn es dann in die Gedankenwelt von Jacob geht, ermüdet mein Interesse.

Vielleicht muss ich mich sowohl an Jonathan Safran Foer als unkonventionellen Autoren, als auch an Christoph Maria Herbst als Sprecher seriöser Romane gewöhnen. Nicht falsch verstehen. Ich mochte das Buch und den Sprecher irgendwie. Aber beide lassen mich einigermaßen verwirrt zurück.

Hier bin ich von Jonathan Safran Foer wurde übersetzt von Henning Ahrens, das Hörbuch wurde gesprochen von Christoph Maria Herbst und erschien bei Argon. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Buch: Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman

Lesestoff: Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman. #amreading #eichborn

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Sich zwischen den vielen Mythen aus aller Welt zu entscheiden ist nicht weniger schwer, als zwischen verschiedenen Küchen der Welt zu wählen.

Ich lese gerne Romane von Gaiman, mag seine ebenso seine Vorlesungen und seine Ansichten. Dennoch gibt es Bücher von ihm, die ich nicht lese, weil mich das Thema nicht interessiert. Bei diesem war ich kurz davor, die Finger davon zu lassen. Ich habe früher gerne und viele Mythen und Sagen gelesen und mag neuere Geschichten mehr. Aber ich weiß, wie gerne Gaiman mit den Mythen arbeitet, wie ganze Romane auf ihnen basieren. Und dachte, was soll’s, probieren wir es.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/164172351527/ich-stellte-mir-lange-winternächte-vor-vielleicht

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Diese Geschichtensammlung ist kein ein literarisches Meisterwerk und vor allem keine Geschichte, die wir nicht schon auf die ein oder andere Art gehört haben. Dennoch habe ich das Buch sehr gern gelesen. Es wärmt die Seele und hat mich daran erinnert, warum ich so gerne Geschichten erlebe und selber erzähle.

Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman wurde übersetzt von André Mumot und erschien bei Eichborn. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.09

Roman: Das Auge des Zoltars von Jasper Fforde

Lesestoff: Das Auge des Zoltars von Jasper Fforde. #amreading #one #jenniferstrange

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Der erste Satz in Das Auge des Zoltars:

Zunächst mussten wir den Trafalmosauraus einfangen.

Jennifer Strange ist wieder da. Wieder ein Jahr älter, immer noch bei Kazam und natürlich gibt es neue Probleme. Aber hej, deshalb sind sind wir ja hier. Deshalb lesen wir die Bücher. Jasper Fforde nimmt uns mal wieder mit in diese absurde Welt, die mich immer wieder an Terry Pratchett und Neil Gaiman erinnern.

Ganz egal, was die Geschichte ist, es bereitet mir gute und kluge Unterhaltung, Jennifer Strange bei ihren Abenteuern zu begleiten. Es ist nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Deshalb: Gerne wieder.

Wer Pratchett und Gaiman mag, wird auch hier seine Freude haben, egal welchen Alters. Aber ich würde beim ersten Band einsteigen. Und noch eine gute Nachricht: Entgegen früherer Behauptungen ist das hier nicht der letzte Teil. Fforde schreibt, dass es mindestens vier Teile geben wird. Derzeit soll danach dann Schluss sein. Mal sehen.

Das Auge des Zoltars von Jasper Fforde wurde übersetzt von Katharina Schmidt und Barbara Neeb und erschien bei One. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

 

 

Roman: Rogue One. Eine Star Wars Story von Alexander Freed

Lesestoff: Rogue One, a Star Wars Story von Alexander Freed. #amreading #starwars #rogueone

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Der erste Satz aus Rogue One. Eine Star Was Story:

Galen Erso war kein guter Farmer.

Dies ist also der Halbsatz aus dem Vorspann von Star Wars Episode 4. Die Rebellen, die die Pläne des Todessterns klauen. Ich sah und mochte den Film, ich lese gern Filmbücher, warum also nicht das hier?

Vieles ist wie beim Vorgängerroman Der Auslöser: Es ist Fanservice, der in Deutschland viel zu spät auf dem Markt erschienen ist und der inkonsistente Übersetzungen auf dem Cover hat.

Im Gegensatz zum Auslöser gibt es hier aber einen Film dazu. Deshalb ist es total schön, die Story nochmal auf Papier zu erleben. Das sogar vertieft, weil man plötzlich all das Innenleben der Figuren viel genauer beschrieben bekommt, Momente gedehnt und gezeigt werden können, die im Film zu wenig oder gar keinen Platz gefunden haben. Das macht Spaß, das lässt die Geschichte besser erleben. Dazu kommt, dass ich diesen einen Tacken besser geschrieben finde, als Der Auslöser. Handwerklich feiner.

Auf der anderen Seite, es ist tatsächlich die exakte Story des Films. Selbst beim Dreh improvisierte Szenen sind hier eingearbeitet. Freed muss also direkt am Film entlanggeschrieben haben. Das heißt, es ist zwar vertieft, aber es gibt nicht wirklich neue Szenen. So ein paar kleine Add-Ons sind dabei, aber kein ’so hätte der Film auch sein können‘, kein alternatives Ende oder sonstwas. Und: Obwohl er handwerklich besser ist als Luceno, schafft Freed es nicht, den Rhythmus aus dem Film ins Literarische zu übertragen. Stellen, die im Film extrem gutes Timing haben und gut funktionieren, funktionieren im Buch nur, weil man davor den Film gesehen hat.

Schade, dass diese literarische Interpretation des Stoffes hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Hätte mehr werden können. Ist aber auch so eine schöne Sache, in dieser Geschichte, in dieser Welt zu schwelgen.

Rogue One. Eine Star Was Story von Alexander Freed wurde übersetzt von Andreas Kasprzak und erschien bei Penhaligon. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Hörbuch: „Geister“ von Nathan Hill, gelesen von Uve Teschner

Buchmesse, Tag 3. Der Tag beginnt mit Dietmar Wunder und Uve Teschner im Interview. #lbm17

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Der erste Satz aus Geister:

Hätte Samuel gewusst, dass seine Mutter weggehen würde, hätte er vielleicht besser aufgepasst.

Samuel hört Jahrzehnte nichts von seiner Mutter, wird Literaturprofessor an einer Uni, versucht sich als Schriftsteller und kommt mit seinem Leben so ganz okay klar. Und dann erfährt er, dass seine Mutter den erzkonservativen Präsidentschaftskandidaten im Park mit Kieseln beworfen hat und nun einen Shitstorm über sich ergehen lassen muss.

Und nun soll er, der seit Jahren seine Enttäuschung über seine Mutter kultiviert, einen öffentlichen Brief schreiben, um die Bevölkerung zu beruhigen. Das ist der Beginn und die Rahmenhandlung. Aber dann taucht der Roman ein in unzählige Geschichten von Dutzenden Personen über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren, spinnt viele kleine Fäden, die sich alle immer wieder irgendwo kreuzen.

Seit Am Ende aller Zeiten habe ich Uve Teschner in meinem Bewusstsein. Kurz vor der Buchmesse in Leipzig und dem Interview mit ihm und Dietmar Wunder habe ich dann erfahren, dass er Geister eingesprochen hat und ich habe mir das Hörbuch geholt, ohne zu wissen, worum es geht. Geiles Cover und Uve Teschner, reicht erstmal. Und dann habe ich ihm 23 Stunden zugehört, alle diese Ausführungen mitgenommen, viel gelacht und mitgefühlt und natürlich mir über mein eigenes Leben Gedanken gemacht.

Bei diesen knapp 900 Seiten war die Hörbuchvariante meine bessere Wahl. Weil bei all den guten Geschichten, irgendwann war die Hauptgeschichte so weit auseinandergezerrt, dass ich froh war, dass mir das jemand vorliest und ich nicht selbst lesen muss. Weil ich höchstwahrscheinlich irgendwann aufgehört hätte.

Dennoch: Großer Roman mit guten Geschichten und viel zum Nachdenken. Urlaubslektüre, wenn man den Biss hat, durchzuhalten.

Geister von Nathan Hill wurde übersetzt von Katrin Behringer und Werner Löcher-Lawrence und erschien bei Piper. Das Hörbuch wurde gesprochen von Uve Teschner und erschien bei Audible. Audible hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

PS: Ich habe den Roman auch beim SWR3 Lesetag empfohlen:

Sachbuch: Talk like TED von Carmine Gallo

Nachdem ich bestätigt bekommen habe, dass ich meinen TEDxStuttgart Talk halten werde, bekam ich dieses Buch als „Hausaufgabe“: Talk like TED. Carmine Gallo ist Sprecher und Coach für Sprecher und hat schon mehrere Bücher über über das Halten von Vorträgen geschrieben, die alle so klingen, als ob sie sich inhaltlich extrem ähnlich sind.

Vielleicht, wenn man nicht Sprechkunst studiert hat, lernt man ein paar Sachen durch das Buch. Wenn nicht, dann hat man, trotzdem Spaß beim lesen und wird an ein paar Sachen erinnert. Das größte Problem des Buches ist seine amerikanische Art. Bevor das Buch losgeht, muss ich mich durch Seiten Eigenlob lesen. Gallo legt den Penis auf den Tisch und erklärt mir ganz genau, wieso er der Beste ist, dieses Buch geschrieben zu haben. Und viele Sachen werden nicht einmal, sondern siebenmal bekräftigt, damit es auch jeder Leser verstanden hat. Das macht das Lesen anstrengend und Gallo erstmal sehr unsympathisch und suspekt. Wer sich selbst so anpreisen muss, der kann nicht so gut sein, wie er behauptet. Der Eindruck verfliegt im Laufe des Buches. Aber dafür muss man auch weiterlesen und nicht abgeschreckt sein.

Talk like TED ist ähnlich zu vielen Ted Talks: Es ist unterhaltsam, enthält schöne Anekdoten und eigentlich ist der Großteil des Inhalts bekannt, aber es ist trotzdem schön, immer wieder mal daran erinnert zu werden, es immer wieder zu hören.

Talk like TED von Carmine Gallo erschien bei Macmillan. Die deutsche Version wurde übersetzt von Silvia Kinkel und erschien beim Redline Verlag.

Roman und Hörbuch: Das Nest von Cynthia D’Aprix Sweeny, gelesen von Johann von Bülow

Der erste Satz aus Das Nest geht über die halbe erste Seite und ist wohl der längste im ganzen Buch. Ein Buch über die mittlerweile erwachsenen vier Geschwister Plumb, die eigentlich jeweils 500.000 Euro aus einem Fond bekommen sollten, wenn Melody, die Jüngste, 40 wird. Aber wenige Monate vorher verursacht Leo, der Älteste, einen Vorfall, der das Geld fast vollkommen aufbraucht.

Die Geschwister hatten mit dem Geld gerechnet, das Leben damit geplant und haben jetzt mehr oder weniger Probleme. Und sie müssen, obwohl ihre Leben weit auseinander gedriftet sind, sich wieder miteinander beschäftigen.

Cynthia D’Aprix Sweeney erzählt ausschweifend, detailliert, breit. Es geht nicht nur um die vier Geschwister, sondern auch um ihre Mutter, ihre Kinder und Lebenspartner, ihre Arbeitskollegen und sonstige Menschen, die mit ihnen zusammentreffen. Wir lernen die Hintergründe, die Motivationen und die Wünsche kennen. Und Dutzende Handlungsstränge. nach einem Drittel des Romans ist mir klar, dass es gar nicht um die Familie geht und wie sie ihre Geldprobleme lösen. Sondern um das Gesellschaftsbild, welches D’Aprix Sweeny zeichnet. Dieses ist tatsächlich spannend, weil sie immer wieder Charaktere erzählt, die ich kenne, die jeder aus seinem Leben kennt. Insofern lache und nicke ich und sage, jaja, kenn ich auch! Und am Ende bin ich auch berührt.

Aber Das Nest hat auch extrem langatmige Strecken. Episoden, bei denen ich mir bis heute nicht sicher bin, ob ich sie gebraucht hätte. Machmal kommt mir die Grenze dessen, was noch erzählt wird, und was dann zu viel ist, willkürlich vor.

Bevor ich das Buch angefangen habe, war ich auf der Lesung von Cynthia D’Aprix Sweeney und Johann von Bülow, der das Hörbuch gesprochen hat. Natürlich weiß sie, welche Stellen sie heraussuchen muss, natürlich kann er die Stellen so lesen, dass man Lust auf mehr hat. Also höre ich mir das gesamte Buch an, 12 Stunden.

Ich bin oft überrascht, auf der Bühne liefert Johann von Bülow eine großartige Show und es ist toll, ihm zuzuhören. Aus 12 Stunden gedehnt fällt er mir zu oft in einen coolen Duktus, lässt fast alle Figuren mit einer ähnlichen Art von Überheblichkeit sprechen und denken, sodass ich mir manchmal denke, vielleicht hätten sie anders gewirkt, wenn ich es selbst gelesen hätte. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob ich es tatsächlich komplett gelesen hätte, weil, wie gesagt, war er mir Streckenweise viel zu lang.

Ich weiß, Das Nest ist international erfolgreich und wird für Amazon verfilmt. D’Aprix Sweeney, sie schreibt auch das Drehbuch, meinte nach der Lesung zu mir, dass viel gekürzt wird, um den Stoff auf Filmlänge zu bekommen. Das kann dem Buch ganz gut tun. In der jetzigen Form fand ich Buch und Hörbuch nett, aber in keine Richtung herausragend.

Das Nest von Cynthia D’Aprix-Sweeney wurde übersetzt von Nicolai Schweder-Schreiner und erschien bei Klett-Cotta. Das Hörbuch wurde gesprochen von Johann von Bülow und erschien bei Der Audio Verlag. Der Verlag hat mir Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt.

Warum ich lese, das Buch. Ab März überall.

Wie kam es dazu, dass wir zu Lesern wurden? Wer führte uns zum ersten Mal ans Bücherregal und zeigte uns seine Schätze, welcher Roman bescherte uns durchwachte Nächte, welche Lektüre änderte unsere Sicht auf die Dinge so grundlegend, dass wir nach ihr nicht mehr dieselben waren? Warum ich lese ist das Gemeinschaftswerk 40 deutschsprachiger Buchblogger, die in persönlichen Geschichten erzählen, warum die Literatur zu ihnen und zum Menschsein überhaupt gehört wie die Luft zum Atmen.

Sandro fragte vor eine Weile, warum wir lesen. Ich antwortete, viele andere auch. Ab März 2017 gibts die gesammelten Antworten von 40 Buchbloggern in einem Band zu kaufen, beim Homunculus Verlag.

Ab jetzt schon hier vorbestellbar. Viel Spaß beim schmökern.

Diese Blogs sind dabei:
1001buecher.wordpress.combibliothekarium.debooknerds.debuchrevier.com,
buchstabenmagie.blogspot.debuecher-kater-tee.dechristianweis.orgdasdebuet.comdasgrauesofa.com,
dingfest.wordpress.comfilmtheaterlesesaal.blogspot.defraeuleinjulia.de,
kaffeehaussitzer.dekapri-zioes.dekulturgeschwaetz.wordpress.com,
laubet.delectureoflife.wordpress.comlesemanie.blogspot.de,
lesenmachtgluecklich.wordpress.comlesenslust.wordpress.comliteratourismus.net,
literaturgedanken.blogspot.comliteraturleuchtet.wordpress.comlohntdaslesen.de,
lustauflesen.demokita.denotizhefte.wordpress.comnovelero.de,
palomapixel.blogspot.depeter-liest.depinkfisch.netpoesierausch.com,
schiefgelesen.netsoundsandbooks.comwasmitbuechern.de und
zeichenundzeiten.com.

Gedichte: Hold Your Own von Kate Tempest

Lesestoff: Hold Your Own von Kate Tempest. #amreading #katetempest #suhrkamp #nofilter #lyrik #bookstagram #books

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Die erste Strophe aus Hold Your Own:

Picture the scene:
A boy fifteen.
With the usual dreams
And the usual routine.

Lyrik und ich, wir werden echt selten warm. In meinem Sprechkunststudium bin ich immer wieder mit ihnen in Kontakt gekommen. Wenn es gefunkt hat, dann richtig. Aber das passiert eben nicht oft. Ich möchte Geschichten lesen und diese fehlen mir bei Lyrik oft. Ich habe Hold Your Own gelesen, weil ich von dem Roman von Kate Tempest sehr mochte. Ich weiß von ihren Songs, dass dort die Protagonisten des Romans wieder auftauchen. Ich hoffte, das sei auch hier der Fall. Ist es nicht, zumindest nicht direkt. Aber man liest aus ihren Gedichten das selbe Milieu heraus, die gleichen Probleme, die gleichen Themen.

Aber eben in Gedichten. Wenn ich die Geschichte in ihnen finde, funktioniert das für mich. In seltenen Fällen, wenn ich nur die Atmosphäre spüre. Es gibt Sätze, Passagen oder ganze Gedichte, die ich mag.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/153182242812/the-world-is-getting-stranger-every-day-youre

Aber größtenteils bin ich darauf zurückgeworfen, wenigstens den Flow zu spüren, den Rhythmus, der den Originalfassungen so stark inne wohnt, dass man nicht drumherum kommt, ihn zu spüren. Dies ist das Tolle an dieser Version: Man bekommt die Originalfassung neben der deutschen Übersetzung. Leider kommt diese überhaupt nicht an das Original ran. Ich ahne, wie schwer Lyrikübersetzungen sind. Diese reicht, um mal etwas nachzusehen, was man im englischen nicht versteht, aber sie ist in keiner Hinsicht ein Ersatz.

Ich werde mir wohl keine Gedichte mehr von Kate Tempest durchlesen, da warte ich lieber auf ihren nächsten Roman.

Hold Your Own von Kate Tempest wurde übersetzt von Johanna Wange und erschien bei suhrkamp. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Lesung: Cynthia D’Aprix Sweeney am 10.11. im Literaturhaus Stuttgart

Bevor ich die 20 Minuten runter zum Literaturhaus laufe, laufe ich die zehn Minuten runter zu Klett-Cotta, so nah ist der Verlag für mich. Dort fand die Revue statt:

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Verlages und der Klett-Gruppe stellten Bücher von Klett-Cotta und Tropen vor. Und zwar vor allen aus der Klett-Gruppe, die sich das gerne ansehen und einigen geladenen Gästen. Star des Abends war Cynthia d’Aprix Sweeney, die über »Das Nest« sprach und daraus las.

Im gut gefüllten Saal gibt es also drei Tipps aus dem neuen Herbstprogramm, nicht vorgestellt von den Verkäufern sondern von Lesern, die eben zufällig auch im Verlag arbeiten. Vorgestellt von Menschen, denen das jeweilige Buch tatsächlich gefällt. Und es ist schön, jemandem zuzuhören, der Begeistert ist, sei es von Geheimnis in Weiß, dem Krimi aus den 1930ern, der jetzt zum ersten Mal auf Deutsch erscheint, oder von Verlangen, einem flämischen Roman über ein Dorf und eine Familie, welche sich plötzlich im ersten Weltkrieg wiederfinden. Und selbst das dritte Buch, Die Blumen der Mode, wird so interessant beschrieben, dass ich es zwar immer noch nicht kaufen würde, aber zumindest darin blättere. Das haben der Titel und das Cover nicht geschafft.

Los geht es aber mit Cynthia D’Aprix Sweeney, Debütantin und Weltbestsellerin, für etwa eine halbe Stunde erzählt sie von ihrem Roman Das Nest, der es in diesem Jahr in mehrere Länder und hunderttausende Hände geschafft hat und nun eben auch auf Deutsch erscheint. Die Agentur Anzinger, Wünscher, Rasp hat einen großartigen Umschlag für die deutsche Ausgabe entworfen, dieser prangt über Sweeney, die mit ihrem trockenem Humor von der Entstehung erzählt und ein wenig daraus vorliest. Dann geht sie und macht Lust auf mehr. Ein Glück werde ich zwei Stunden später auf ihrer Lesung sein.

Zwei Stunden später, im Literaturhaus stehen vielleicht ein Dutzend Tische vor der Eckbühne, auf der Bühne begrüßt Stefanie Stegmann Sweeney, Johann von Bülow, der nicht nur bei den Lesungen dabei ist, sondern auch das Hörbuch gesprochen hat, und Moderatorin Petra Mostbacher-Dix, dann übernimmt Frau Mostbacher-Dix. Sie kann nicht nur fließend zwischen Deutsch und Englisch wechseln, sie kennt und mag den Roman offensichtlich, zusätzlich kennt sie sich auch gut in New York und den dortigen Gesellschaften aus und diese spielen in Das Nest eine große Rolle. So werden wir durch den Abend unterhalten, bekommen Antworten, Informationen, Ausschnitte auf Englisch und auf Deutsch. Sweeney ist witzig und reagiert wunderbar, Johann von Bülow lässt sich in die Szenen fallen und es macht extrem viel Spaß, ihm zuzuhören. Doch bei all ihren Fähigkeiten und guten Fragen schafft Frau Mostbacher-Dix es nicht immer, ein Gemeinschaftsgefühl auf der Bühne aufzubauen. Streckenweise sieht Bülow so aus, als ob er aus Versehen auf die Bühne gestellt wurde, andersherum fühlt sich auch Sweeney bei den deutschen Passagen an, wie fehl am Platz. Ich hätte mir ein stärkeres Miteinbeziehen aller Personen gewünscht. Von Bülow begleitet Sweeney nun schon eine Weile, er kennt das Buch extrem gut, ich hätte es spannend gefunden, wie er auf manche Fragen reagiert. Andersherum würde ich auch gern wissen, was Sweeny über von Bülow zu sagen hat.

Generell hätte ich gern Fragen gestellt, aber nach exakt 90 Minuten sind wir durch und wir Applaudieren, Fragen können keine gestellt werden. Ich weiß nicht, ob so etwas vertraglich irgendwo festgelegt wurde und wer das entschieden hat, aber ich dachte, schade, genau das hätte vor jedem anderem Publikum auch passieren können, wir in Stuttgart haben nichts einzigartiges erlebt.

Stattdessen frage ich Sweeney, während sie mein Buch signiert.

Wir reden über die Verfilmung, die kommen wird, Amazon hat sich die Rechte gesichert, Transparent-Produzentin Jill Soloway ist mit dabei und Sweeney selbst schreibt das Drehbuch. Wir reden darüber, wieviel für diesen Film gestrichen werden muss, wie es ist nochmal mehr Zeit mit seinen Figuren zu verbringen, wie es ist, zum ersten Mal ein Drehbuch zu schreiben.

Danach, im Restaurant, sitze ich Johann von Bülow gegenüber und wir reden über das Sprechen, die Kunst ein Hörbuch einzulesen, über Soziolekte und ich habe das Gefühl, ähnlich wie bei Dietmar Wunder vor zwei Jahren, dass er es zu schätzen weiß, dass es nicht nur um den Autoren und den Roman geht.

Irgendwann löst sich die Gruppe auf, ich bedanke mich bei allen für einen schönen Abend, setzte meine Kopfhörer auf und lasse mir auf dem Heimweg von Johann von Bülow den Roman erzählen.