Hörbuch: „Origin“ von Dan Brown, gelesen von Wolfgang Pampel

Der erste Satz aus Origin:

Während die historische Zahnradbahn sich mühsam ihren Weg den schwindelerregend steilen Hang hinaufkrallte, blickte Edmond Kirsch auf die gezackten Bergspitzen hoch über ihm.

Ich habe gute Erinnerungen an die Bücher von Dan Brown und an die gelesenen Versionen von Wolfang Pampel. Dutzende Kilometer Spaziergang habe ich den Geschichten zugehört, fasziniert und gespannt, immer etwas über irgendwas dabei gelernt. Aber das System Langdon plus schöner Frau und einem Mord am Anfang wird dann irgendwann doch öde. Und entweder bin ich aus meiner Dan Brown Phase rausgewachsen oder sein Schreibstil ist schlechter geworden. Die Spreche von Wolfgang Pampel übrigens auch.

Diesmal geht es um Supercomputer, um künstliche Intelligenz und den Ursprung der Menschheit sowie die Antwort auf die Frage, wie es mit den Menschen weitergeht. Quasi nebenher wird die Entstehung und das Aussehen der Sagrada Familia in Barcelona beschrieben. Das ist der kulturhistorische spannende Teil.

Der Rest des gesamten Buches – zumindest in der gekürzten Hörbuchfassung – ist vorhersehbar, langweilig und sehr sehr plump geschrieben. Langdons Gedankenwelt wird so simpel beschrieben, dass ich es einfach nicht glauben kann. Schon lange vor den Twists ist mir klar, was passieren wird und dann nehme ich es dem genialen Langdon nicht ab, dass er noch keine Ahnung hat. Ich hatte durchweg die Hoffnung, dass Brown noch einen geilen Twist hinlegen kann. Der kommt nicht und ich bin ernüchtert und enttäuscht.

Von Wolfgang Pampel ebenso. Vor acht Jahren fand ich seine Spreche noch spannend und passend. Mittlerweile ist Pampel 72 Jahre alt und leider ist nichts mehr übrig, als die Stimme. Seine Spreche hört sich an, als würde das Gebiss locker hängen und er liest den Text herunter, als ob er zum ersten Mal ein Hörbuch spricht. Wenn es nicht Dan Brown und Wolfgang Pampel wären, wenn da nicht die Nostalgie wäre, hätte ich nach der ersten Stunde ausgeschaltet.

Empfehlen kann ich es niemandem. Ob ich einen weiteren Brown konsumiere, keine Ahnung.

Origin von Dan Brown wurde übersetzt von Axel Merz, gesprochen von Wolfgang Pampel und erschien bei Lübbe. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Buch: Inferno von Dan Brown

Der Satz von Inferno:

Ich bin der Schatten.

Das also ist der neue Roman von Dan Brown. Seit dem Verlorenem Symbol von 2009 haben wir weder einen Film, noch ein Buch von Dan Brown bekommen. Und jetzt Inferno. Ich muss sagen, das Medienecho war diesmal um einiges kleiner, als beim letzten Buch. Dennoch scheint das dem Erfolg keinen Abbruch zu tun. Der Roman ist direkt auf Platz 1 der Charts eingestiegen. Aber zu Recht?

Zuallererstmal muss ich sagen, bei dem Buch wurde produktionstechnisch vieles sehr viel besser gemacht. Seit dem verlorenem Symbol übernimmt Lübbe, der deutsche Verlag, die englischen Titel direkt. Dass es diesmal tatsächlich auch im englischen ein Einworttitel ist, kommt der Serie im deutschen ja sehr zu Gute. Des weiteren wurde viel mehr Liebe und Sorgfalt in die Übersetzung und Produktion des Hörbuches gesteckt. Während beim letzten Buch sechs Übersetzer den Text in 10 Tagen zusammenstückelten, wurde Inferno, in einem italienischen Bunker, von Axel Merz und Rainer Schumacher übersetzt. Beide waren damals schon beim letzten Buch dabei.

Hauptfigur des Buches ist wieder der Symbolforscher Robert Langdon. Das Schema ist wie in allen Romanen von Dan Brown wieder ähnlich, aber diesmal wird die Struktur ein wenig durcheinandergebracht. Wir folgen einem Robert Langdon mit Gedächnisverlust, der Dank Dantes Inferno eine Jagd auf eine Bedrohung für die gesamte Welt macht. Natürlich hat er eine schöne junge Frau an seiner Seite und seine Platzangst spielt auch wieder eine Rolle. Und natürlich gibt es ein paar unerwartete Wendungen.

Während des Lesens habe ich mir überlegt: Wenn ein Bösewicht eine Sache entwickelt, mit der er der Welt Schaden zufügen will, warum legt er dann eine verschlüsselte Spur, damit das verhindert werden kann? Aber, tatsächlich wird dies am Ende aufgelöst.

Wie alle anderen seiner Romane auch liest man ihn am besten mit der aufgeschlagenen Wikipedia neben einem, denn man möchte die ganze Zeit die beschriebenen Gemälde und Gebäude und Fakten nachschlagen. Man bekommt wieder jede Menge Wissen und Interessantes mit und tatsächlich ist man wieder nach kurzer Zeit gefesselt von der Geschichte und liest dieses rund 700 Seiten dicke Buch extrem schnell durch. Und wenn man dann durch ist, dann denkt man über die Themen auch noch eine Weile nach.

Wenn es darum geht, zu unterhalten und gleichzeitig zu informieren, dann schafft Dan Brown das wieder. Aber unglaublich begeistert bin ich dann doch nicht.

Inferno von Dan Brown wurde Übersetzt von Axel Merz und Rainer Schuhmacher und erschien bei Lübbe. Das Hörbuchwurde gelesen von Wolfgang Pampel.

Hörbuch: Das verlorene Symbol von Dan Brown, gelesen von Wolfgang Pampel

Der Hörbuchdownload bei Audible
Der Hörbuchdownload bei Audible

Dan Brown ist einer der Autoren, die den Großteil ihrer Bücher nach einem gewissen Schema schreiben:

Ein Auftakt mit Mord / Unfall und zwei Hauptfiguren, die jeweils mindestens eine Phobie haben, welche auf jeden Fall im Verlauf der Geschichte noch wichtig wird. Spannend gehalten wird das Gesamte durch mindestens zwei abwechselnde Erzählstränge.

Ich will das nicht werten, denn dieses Schema funktioniert ziemlich gut. Man will auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht. So auch bei Das verlorene Symbol. Besonders bei diesem Buch war es mir wichtig, die ungekürzte Downloadversion von Audible zu hören. Denn Lübbe hat in rund 30 Webisodes die deutsche Veröffentlichung, samt Übersetzung, Einsprechen, Komposition & Vertrieb dokumentiert. Jede dieser rund dreiminütigen Episoden liefert einen Einblick in einen Bereich der Produktion, unter anderem in die des Hörbuchs und vor allem der Kürzung. Diese wurde aufgrund des Zeitdrucks nämlich während der Übersetzung gemacht. Heißt, es wurde gekürzt, bevor dem Kürzer das Ende bekannt war. Diese Praxis kann bei manchen Autoren funktionieren. Aber besonders bei Dan Brown, der es versteht, seine Hinweise in scheinbar unbedeutenden Dingen zu verstecken, ist das fatal! Deshalb nur die ungekürzte Version. Hörbuch: Das verlorene Symbol von Dan Brown, gelesen von Wolfgang Pampel weiterlesen