Hörbuch: „Geister“ von Nathan Hill, gelesen von Uve Teschner

Buchmesse, Tag 3. Der Tag beginnt mit Dietmar Wunder und Uve Teschner im Interview. #lbm17

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Der erste Satz aus Geister:

Hätte Samuel gewusst, dass seine Mutter weggehen würde, hätte er vielleicht besser aufgepasst.

Samuel hört Jahrzehnte nichts von seiner Mutter, wird Literaturprofessor an einer Uni, versucht sich als Schriftsteller und kommt mit seinem Leben so ganz okay klar. Und dann erfährt er, dass seine Mutter den erzkonservativen Präsidentschaftskandidaten im Park mit Kieseln beworfen hat und nun einen Shitstorm über sich ergehen lassen muss.

Und nun soll er, der seit Jahren seine Enttäuschung über seine Mutter kultiviert, einen öffentlichen Brief schreiben, um die Bevölkerung zu beruhigen. Das ist der Beginn und die Rahmenhandlung. Aber dann taucht der Roman ein in unzählige Geschichten von Dutzenden Personen über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren, spinnt viele kleine Fäden, die sich alle immer wieder irgendwo kreuzen.

Seit Am Ende aller Zeiten habe ich Uve Teschner in meinem Bewusstsein. Kurz vor der Buchmesse in Leipzig und dem Interview mit ihm und Dietmar Wunder habe ich dann erfahren, dass er Geister eingesprochen hat und ich habe mir das Hörbuch geholt, ohne zu wissen, worum es geht. Geiles Cover und Uve Teschner, reicht erstmal. Und dann habe ich ihm 23 Stunden zugehört, alle diese Ausführungen mitgenommen, viel gelacht und mitgefühlt und natürlich mir über mein eigenes Leben Gedanken gemacht.

Bei diesen knapp 900 Seiten war die Hörbuchvariante meine bessere Wahl. Weil bei all den guten Geschichten, irgendwann war die Hauptgeschichte so weit auseinandergezerrt, dass ich froh war, dass mir das jemand vorliest und ich nicht selbst lesen muss. Weil ich höchstwahrscheinlich irgendwann aufgehört hätte.

Dennoch: Großer Roman mit guten Geschichten und viel zum Nachdenken. Urlaubslektüre, wenn man den Biss hat, durchzuhalten.

Geister von Nathan Hill wurde übersetzt von Katrin Behringer und Werner Löcher-Lawrence und erschien bei Piper. Das Hörbuch wurde gesprochen von Uve Teschner und erschien bei Audible. Audible hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

PS: Ich habe den Roman auch beim SWR3 Lesetag empfohlen:

Serie: This is us

Nachdem ich die letzten Minuten der ersten Folge gesehen habe, war mir klar, This is us gehört zu den besten Serien, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

This is us dreht sich um mehrere Menschen, die am gleichen Tag Geburtstag haben und wie sich ihre Leben überschneiden. Mehr sollte man gar nicht wissen, weil man sich sonst sehr viel kaputt macht. DWDL beschreibt es passend:

[…] eine Familiengeschichte, die sich Woche für Woche entfaltet und dabei das Meisterstück beherrscht, gleichzeitig fehlende Puzzleteile zu liefern und das Puzzle erneut zu vergrößern.

Dabei geht es nicht um eine große Geschichte, der man unbedingt folgen will, sondern um viele kleine Geschichten und vor allem um Beziehungen. Wie Menschen miteinander umgehen. Die ganze Produktion, von der Idee von Dan Fogelman bis hin zu den Schauspielern wie Mandy Moore und Milo Ventimiglia, ist geil gemacht. Ich habe die Serie auf englisch sehr gerne gesehen und bin froh, dass sie den Weg nach Deutschland findet. Ein wenig irritierend ist die Werbeschiene, die ProSieben fährt, alles ist extrem auf Emotionen ausgelegt. Und klar, die Serie ist emotional, aber sie ist so viel mehr. Für mich ist sie die bisher beste Serie des Jahres. Und es wird mindestens zwei weitere Staffeln geben.

This is us läuft ab 24. Mai jeden Mittwoch um 21:15 Uhr auf ProSieben. Und sie ist wirklich ein Grund, mal wieder lineares Fernsehen einzuschalten.

Roman: Tschick von Wolgang Herrndorf.

Der erste Satz in Tschick:

Als erstes ist da der Geruch von Blut und Kaffee.

Vor mehr als drei Jahren habe ich das Hörbuch zu Tschick gehört. Damals begeistert, aber ein wenig traurig, weil Hanno Koffler lediglich eine gekürzte Fassung gelesen hat. Damals schon gesagt, ich muss das Buch nochmal lesen. Jetzt, unter anderem wegen des Studiums, ist es also so weit. Und was soll ich sagen, das Buch bleibt großartig.

Herrndorfs Erzähler hat einen geilen schnoddrigen Ton, der nicht meine Sprache ist, der sich aber unglaublich gut runterlesen lässt. Das Buch hat man in wenigen Tagen durch, aber es hallt so schön nach. Und natürlich, die Umstände von Herrndorfs Tod schwingen auch mit. Das ist wie bei Eric Claptons „Tears in heaven“. Ist ein geiler Song. Aber wenn man weiß, dass er das für seinen toten Sohn geschrieben hat, bekommt er nochmal eine Ebene. Ähnlich hier. Aber selbst ohne diese Ebene ist die Geschichte von Maik und Tschick eine tolle Geschichte. Eine Geschichte über die Ängste und Sorgen, die man so als Jugendlicher hat. Eine Geschichte über das Übertreten von Grenzen und das Hinterfragen von Konvention. Eine Geschichte, die Spaß macht und ein wenig zum Denken anregt. Sollten so nicht alle Geschichten sein?

Aber wem erzähle ich das? Tschick hat fast 1000 Rezensionen auf Amazon. Der Film unter der Regie von Fatih Akin wird derzeit gedreht (Natürlich sehen Tisch und Maik nicht so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe) und kommt in etwa einem Jahr ins Kino. Aber hej, für genau die, die bisher an dem Roman vorbeigekommen sind, hiermit die Aufforderung: Lest ihn.

Tschick von Wolfgang Herrndorf erschien bei rowohlt.

 

Roman: Finderlohn von Stephen King

Der erste Satz aus Finderlohn:

Aufwachen, Sie Genie

Das ist also nach Mr. Mercedes der zweite Teil der Bill-Hogdes-Trilogie. Der erste Teil hat mir nicht so gefallen, wie ich es von einem Stephen King gehofft hatte. Trotzdem wollte ich wissen, wie er mit dem pensionierten Polizisten weitergeht. Zusätzlich Interessierte mich dann auch die Handlung:

In den 1970ern wird ein alter Schriftsteller ermordet und der Mörder stiehlt neben ein wenig Geld auch hunderte vollgeschriebener Notizbücher, die er versteckt, kurz bevor für Jahrzehnte ins Gefängnis kommt. In dieser Zeit findet ein Junge das Geld und die Notizbücher. Und als der Mörder aus dem Gefängnis kommt, macht er sich auf die Suche nach den Notizbüchern und auf die Jagd nach dem Jungen.

Natürlich, Stephen King hat das Thema des besessenen Fans auch schon in „Sie – Misery“ verarbeitet, brauchen wir nicht weiter drüber reden. Hier nimmt er sich dem Thema nochmal anders an. Hier ist es nicht nur ein besessener Fan, sondern eigentlich gleich zwei, nämlich ein „guter“ und ein „böser“. Und dann gibt es noch den großen Faktor der Menschlichkeit, der bei all dem noch eine riesige Rolle spielt.

Obwohl jeder Versuch, die Geschichte zu beschreiben, etwa Dreiviertel des Inhalts wiedergibt, bleibt der Roman spannend und liest sich sehr gut runter. Zwei Sachen, die mir dabei sehr aufgefallen sind: Obwohl mir der erste Band nicht ganz so gut gefallen hat, wird dieser hier durch die Kenntnis des ersten umso großartiger. Es ist eine von Kings Spezialitäten, seine Werke in einem Universum spielen zu lassen und die Geschichten miteinander zu verbinden. Das tut der Geschichte extrem gut. Und zum anderen, wie es auch die Ärzte singen:

Denn du bist immer dann am Besten,
wenn’s dir eigentlich egal ist.

Es ist halt Stephen King. Und wahrscheinlich kann er schreiben, was er will und es wird veröffentlicht und gekauft. Einerseits ist das gruselig, andererseits gibt es ihm Freiheiten, die kaum ein anderer hat. So spielt er in diesem Roman beispielsweise extrem mit der Erzählperspektive, so wechselt er für eine einzige Szene in eine Drehbuchschreibe, nur um dann ganz normal weiterzuschreiben. Die Ambitionen, diesen Spieltrieb kenne ich bei vielen Autoren, wie auch bei mir und meinen Kommilitonen. Aber wenn wir das in Hildesheim beim Literarischen Schreiben einem Mentor vorlegen, dann werden solche Sachen rausgestrichen. „Das kann man sich unbekannter Schriftsteller nicht leisten.“ Stephen King kann das. Und als Leser ist das ein riesiger Spaß!

Finderlohn ist ein gutes Buch, ein spannender Thriller, der mich einerseits mit dem ersten Band versöhnt hat auch sehr Lust macht auf den letzten Teil der Trilogie.

Finderlohn von Stephen King wurde übersetzt von Bernhard Kleinschmidt und erschien bei Heyne. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Roman: Der Marsianer von Andy Weir

Der erste Satz aus Der Marsianer:

Ich bin sowas von im Arsch.

Mark Watney hat ein Problem: Er ist Teil einer Marsmission, die aufgrund eines Sturmes abgebrochen werden muss. Aber Mark wird im Sturm verletzt und ohnmächtig. Er bleibt alleine auf dem Mars zurück und muss bis zur nächsten Marsmission in vier Jahren überleben.

Ich musste mich am Anfang an die Schreibe gewöhnen. Der Großteil des Buches sind die Logbucheinträge von Watney. Und die sind sehr umgangssprachlich. Aber wenn man drin ist, funktioniert die Sprache sehr gut. Erst nach der Hälfte des Buches kommt eine weitere Perspektive hinzu, als die Nasa nämlich anhand von Satellitenfotos bemerkt, dass Watney gar nicht tot ist, sie aber keinen Kontakt aufnehmen können. Aber will gar nicht zu viel verraten.

Der Marsianer ist ein unglaublich spannendes Buch. Schon lange habe kein Buch mehr gelesen, dass mich so in den Bann gezogen hat und ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Und Andy Weir baut seine Spannung ganz wissenschaftlich auf. Es gibt keine Aliens oder Geister oder sonst was. Es gibt nur den Mars, Mark und den Vorrat an Sauerstoff und Lebensmitteln und Wasser, der definitiv nicht auf vier Jahre ausgelegt ist. Erinnert ihr euch an die Transferaufgaben in Mathematik damals in der Schule? Auch „praxisbezogene Aufgaben“ genannt?

Du hast eine Badewanne mit einem Fassungsvermögen von 120 Liter. Aus dem Voll aufgedrehten Hahn kommen alle 5 Minuten 17, 4 Liter. Durch den Ablauf fließen pro Minuten 3,14 Liter. Wie lange braucht es, bis die Badewanne voll ist?

Genauso ist dieser Roman. Nur mit Mars und Lebensgefahr und das ganze kombiniert mit dem Faktor menschliche Fehlbarkeit. Unglaublich spannend. Faktenreich und trotzdem sehr gut zu lesen. Was mich am meisten gestört hat, war eine Entscheidung in der deutschen Übersetzung. Ich habe keinen großen Vergleich zum englischen Original (nur einmal mir die erste Seite angesehen), und jeder Übersetzer aus dem Englischen schlägt sich mit dem Problem Du/Sie herum, seien es Artikel, Filme oder eben Romane. Ich persönlich gehe da nach dem Prinzip der Nähe. Wie nah stehen sich die Personen? Würde ich in diesem Moment die Person siezen oder duzen? Und wenn ich jetzt den Fall habe, dass da Astronauten auf einer Mission zum Mars mehrere Jahre aufeinander sitzen und schon wirklich viel übereinander wissen, dann tendiere ich zum Du. Genauso Watney selbst. Wie gesagt, er schreibt umgangssprachlich und schimpft auch immer wieder. Ich glaube nicht, dass er seine Leserschaft Siezen würde. Jürgen Langowski, der Übersetzer, hat das aber gemacht. Wie gesagt, ich will kein Urteil über die Übersetzung und ihre Qualität fällen, aber diese Entscheidung hat mich in meinem Lesefluss immer wieder gestört.

Und klar, literarisch gesehen ist Der Marsianer klein Highlight. Viele Sachen würde ich, würden wahrscheinlich viele, anders machen. Aber die Geschichte reisst es voll raus.

Weil ich die letzten Tage so begeistert war von dem Roman, habe ich ein wenig nachgeforscht. Schon während des Lesens dachte ich, perfekter Stoff für eine Verfilmung. Kurze Suche ergab: Im November diesen Jahres erscheint der Film, Regie führt Ridley Scott und Mark Watney wird gespielt von Matt Damon. Das kann man definitiv machen. Ich bin sehr gespannt.

Weiterhin sehr spannend, Andy Weir ist eigentlich Softwareentwickler. Er schreibt schon lange, aber immer nur so vor sich hin und veröffentlicht seine Texte und Geschichten auf seiner Homepage, kostenlos. Dort hatte er auch diesen Roman als Fortsetzungsgeschichte veröffentlicht. Leser hatten ihn dann darum gebeten, es als herunterladbares eBook zu veröffentlichen, was Andy machte. 3 Monate und 35 000 Downloads später stand Random House vor seiner Tür und hat das Buch unter Vertrag genommen.

Auch das ist eine schöne Geschichte, eine, die einen Indie-Autoren nochmal ermutigen kann. Ich bin gespannt auf den Film und auf andere Geschichten von Andy Weir und kann dieses Buch sehr empfehlen. Lesen!

Der Marsianer von Andy Weir wurde übersetzt von Jürgen Langowski und erschien bei Heyne.

Buch: Das Leben und das Schreiben von Stephen King

Der erste Satz aus Das Leben und das Schreiben:

In den frühen Neunzigern (es kann 1992 gewesen sein, aber es ist schwer, sich zu erinnern, wenn man Spaß hat) stieß ich zu einer Rock’n’Roll Band, die hauptsächlich aus Schriftstellern bestand.

Vor 15 Jahren veröffentlichte Stephen King dieses Buch, eine Mischung aus Autobiographie und Schreibratgeber. Ich habe es schon damals einmal gelesen gehabt. Aber nachdem ich gesehen habe, dass Ende diesen Jahres eine Kurzgeschichtensammlung mit weiteren Tipps über das Schreiben von ihm erscheinen soll, und da bei mir gerade das Studium des Schreibens dran ist, wollte ich es noch einmal lesen.

Wenn man Stephen King liest, kennt man seine Nachworte, seine Anekdoten über die Romane oder Geschichten, die er anhängt. Das Leben und das Schreiben ist auf der einen Seite eine Sammlung solcher Anekdoten, kleine Schnappschüsse aus seinem Leben, die – kennt man die Romane – ihn offensichtlich sehr geprägt haben. Auf der anderen Seite die Schreibtipps. Eine Sammlung an Tipps, von denen ich auch im Studium immer wieder welche höre, und mit denen es mir wie mit allen Tipps geht. Manche kann ich super annehmen. Andere brauchen ihre Zeit, bis ich sie verstehe. Und einige sind definitiv nichts für mich.

Aber: Er beschreibt und erklärt gut. Sowohl das Leben, als auch das Schreiben. Ich habe keine Ahnung, ob das Buch etwas für jemanden ist, der noch nie einen King gelesen hat. Aber mir hat es wieder sehr gut gefallen. Es hat mich schon damals beeindruckt und geprägt. Der Untertitel dieses Blogs ist daran angelegt. Und manche Sachen habe ich auch in den 15 Jahren nicht vergessen und ich musste grinsen, als ich sie wieder gelesen habe. Dieser Mann beeindruckt und prägt mich immer noch.

Das Leben und das Schreiben von Stephen King wurde übersetzt von Andrea Fischer und erschien im Hardcover bei Ullstein.

Buch: Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah von Haruki Murakami

Der erste Satz aus Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah:

Eines schönen Morgens im April komme ich auf einer kleinen Seitenstraße in Harajuku an dem 100%igen Mädchen vorbei.

Dies ist das erste Buch, das ich von Murakami gelesen habe. Ich habe schon viel über ihn gehört, viele Bücher liegen hier auch von ihm, aber bisher kam ich nicht dazu, sie zu lesen. Jetzt aber. Und zu Beginn diese Kurzgeschichtensammlung. Vielleicht schaue ich irgendwann zurück auf diesen Anfang meiner Murakami reise und sage, dies war kein guter Anfang. Aus dem jetzigen Standpunkt aber bin ich ganz zufrieden. Klar, nicht alle Geschichten gefallen mir. Aber viele. Und oft habe ich Sätze unterstrichen. Er schafft eine schöne Balance zwischen zwischen hochphilosophischen Gedanken und elementar derben Trieben. Und was am Ende übrig bleibt, war folgende Erkenntnis: Ich bin nicht alleine. Murakamis Geschichten zeigen mir deutlich, egal wie alt man ist oder wo man her kommt, es gibt elementare Gedanken und Gefühle, die sich einfach nicht ändern und die jeder hat. Oder zumindest Murakami und ich. Und allein dieses Gefühl war er wert, das Buch gelesen zu haben. Ich freue mich auf mein nächstes Werk von ihm, ich glaube, ich werde aber mit einem Roman weitermachen.

Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah von Haruki Murakami wurde übersetzt von Nora Bierich und erschien bei btb.

Roman: Straight White Male von John Niven

Der erste Satz aus Straight White Male:

Bequem in den Clubsessel gelehnt, schlug Kennedy Marr die Beine übereinander und starrte aus dem deckenhohen Fenster, als müsse er die Frage überdenken.

Kennedy Marr ist ehemals erfolgreicher Autor, der viel trinkt und gerne fickt, einem Charles Bukowski nicht unähnlich. Mittlerweile in L.A. angekommen, versucht er irgendwie über die Runden zu kommen und das Verhältnis zu seiner Tochter einigermaßen gut zu halten. Aus finanzieller Verzweiflung nimmt er Dozentenstelle an einer Universität an, um jungen Menschen das schreiben beizubringen. Umgeben von vielen jungen Frauen nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Ich habe den Roman gerne gelesen. Er ist gut und flüssig geschrieben und hat seine tiefen Momente. Aber leider zieht er bei jedem Vergleich ganz knapp den kürzeren:

Straight White Male vs. Californication

Wer die Serie Californication kennt, erkennt hier große Ähnlichkeiten, und das ändert sich auch bei der Lektüre des Romanes nicht: Straight White Male ist die Romanversion von Californication. Ja, die Hauptpersonen heißen anders und nicht beide kommen aus Irland, aber das war es dann auch mit den großen Unterschieden. Was aber überhaupt nicht schlimm ist. Ich kenne und lese John Niven schon seit einigen Büchern und mag seine derbe und extreme Schreibweise. Zusammen mit dem Thema versprach das ein großer Spaß zu werden. Ist es auch. Es ist derb, extrem, skurril und lustig, wie seine anderen Bücher auch. Und es ist sehr nah an Californication. Das tut dem Lesevergnügen erstmal keinen Abbruch, aber mit der Serie hat das Buch einen ebenso derben und guten Konkurrenten. Und natürlich vergleicht man andauernd, wenn man beides kennt. Dabei kommt raus: Die Serie ist krasser, hat die größeren Ausschläge und komischen Momente. Aber der Roman ist menschlicher. Hank Moody aus Californication ist ein geiler Typ, keine Frage. Aber man will nicht mit ihm tauschen. Kennedy Marr dagegen macht auch extreme Sachen, aber hat eine große menschliche, zweifelnde Seite, er ist nicht ganz so abgebrüht, wie Moody. Und das lässt das Buch glänzen und gibt ihm seine guten Momente. Von der Story her aber ist die Serie größer.

Straight White Male vs. die anderen Bücher von John Niven

Wie gesagt, der Roman liest sich super und macht unglaublich Spaß, meiner Meinung nach hat John Niven aber mit Gott bewahre und Coma bessere Bücher geschrieben. Ich habe diesen hier gern gelesen. Aber ich freue mich auf neue, stärkere Bücher.

Straight White Male von John Niven wurde übersetzt von Stephan Glietsch und erschien bei Heyne Hardcore.

Roman: Superhero von Anthony McCarten

 

Der erste Satz aus Superhero:

Aufblende…

Und damit sind wir mitten im Roman, der aufgrund seines Schreibstils eigentlich keiner ist. Anthony McCarten beschreibt die Geschichte des 14jährigen, an Krebs erkrankten Don. Der Junge ist noch Jungfrau und hat noch nie die Liebe einer Frau gespürt, die nicht seine Mutter ist. Und da er wohl nicht mehr so lang zu leben hat, ist dies sein größtes Problem. Um irgendwie damit umzugehen erschafft er seinen eigenen Comic über den Helden MiracleMan, der Mann, der quasi unsterblich ist. Dons Comics sind so verstörend gewalttätig, pervers und düster, so dass seine Eltern den Psychologen Adrian hinzuziehen. Und somit beginnt die Geschichte zwischen den beiden Männern, in der immer undeutlicher wird, wer hier eigentlich wem hilft.

McCarten erzählt eine schöne Geschichte über die Liebe, das Leben und den Tod. Leider hat mich die Form, in der er erzählt, sehr gestört. McCarten schreibt fast ein Drehbuch, mit Sprecherangaben und Regieanweisungen, angereichert mit den Gedanken der jeweiligen Personen. Ja, irgendwann habe ich mich daran gewöhnt. Aber so richtig Spaß macht das nicht. Viel zu oft dachte ich, mann, kann er nicht ganz normale Sätze schreiben?

Der Roman und die Geschichte sind schön und lesenwert, die Textform dagegen hat mich gestört. Vielleicht geht es euch da anders.

Superhero von Anthony McCarten wurde übersetzt von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié und erschien bei Diogenes.

Roman: Das unerhörte Leben des Alex Woods von Gavin Extence

 

Der erste Satz aus Das unerhörte Leben des Alex Woods:

 Sie griffen mich in Dover auf, als ich wieder einreisen wollte.

Diese Geschichte beginnt, wo sie eigentlich endet und erzählt sich dann wieder von vorne. Ein alter Kniff, der aber in Alex Fall sehr gut funktioniert. Alex ist ein junger Mann von 17 Jahren, als diese Geschichte endet, sie beginnt, als er 10 ist, und sie beginnt mit einem Knall. Anfangs, da weiß man nicht, was genau da eigentlich los ist und warum wir Alex so gerne zuhören. Alex hat keinen Krebs, das kann ich versichern, die Angst hatte ich nämlich. Tatsächlich ist die Geschichte doch ein wenig ungewöhnlicher. Und so folgen wir diesem Reisebericht durch die sieben Jahre. Faszinierend. Ich will nichts über die Geschichte selbst sagen. Es ist eine Geschichte über Freundschaft und Reisen und Literatur und das Leben, manchmal ein wenig Klischeehaft, dann wieder so erfrischend, dass man über die schon zu oft gelesenen Floskeln hinwegsieht. Gavin Extence, Jahrgang 1982 aus England, hat hiermit einen tollen ersten Roman hingelegt, den man sehr schnell runterlesen kann. Der einen Zug hat und der es einem erlaubt, in der Geschichte zu verweilen.

Dazu kommt, dass das Team von Limes hier volle Arbeit geleistet hat, wenn wir mal von Titel absehen. Dieser ist mir zu sehr auf einen aktuellen Trend angelegt, im Original heißt es: The Universe Versus Alex Woods. Aber ansonsten: Ein tolles Cover, welches sich mit der Lektüre des Buches auch immer mehr erschließt und einen hingebungsvollen Satz! Jetzt Mail, jeder handgeschriebene Zettel unterschiedlicher Personen hat eine andere Schrift und ein anderes Aussehen bekommen. Das sieht nach Liebe aus und wertet das Buch, sowieso schon in Hardcover und mit Lesebändchen, unglaublich auf. Es macht einfach Spaß, dieses Buch zu lesen, sowohl von der Aufmachung, als auch von der Geschichte. Ich bin sehr gespannt, was wir als nächstes von Gavin Extence lesen dürfen.

Das unerhörte Leben des Alex Woods von Gavin Extence wurde übersetzt von Alexandra Ernst und erschien bei Limes.

Buch: Todesengel von Andreas Eschbach

Der erste Satz aus Todesengel:

Wir Menschen sind sensibler, als die meisten von uns ahnen.

Andreas Eschbach schreibt mit diesem Roman eine Geschichte über Selbstjustiz, menschliche Helden, die Liebe und das tägliche Unglück. Da ist also in Deutschland plötzlich dieser Engel, der immer zur richtigen Zeit auftaucht, wenn es jemanden mit Zivilcourage braucht. Wenn also ein alter Mann in der U-Bahn von Jugendlichen verprügelt wird. Oder wenn ein Punker in die Finger dreier Nazis kommt. Dann steht da plötzlich dieser Engel im weißen Licht und erschießt die Gewalttätigen. Und wie es dann weitergeht, das erzählt Eschbach anhand der Leben mehrerer verstrickter Personen.

Gute Story, man will wissen, wie es weitergeht, was passiert. Es werden Fragen aufgeworfen, mit denen man sich dann beschäftigen muss. Eine realistische Geschichte, abseits von Herr aller Dinge oder Der Letzte seiner Art. Und ein unglaublich schönes und passendes Cover! Soweit so gut.

Aber da sind auch ganz komische Dinge in diesem Roman. Beispielsweise die Eigenart, unwichtigen Figuren einen Vor-und Zunamen zu geben. Beispielsweise den Nazis, die in der Szene, in der sie eingeführt werden, auch gleich erschossen werden. Gepaart mit einem sehr schnellen Wechsel von Szenen und zu vielen roten Fäden führt das im ersten Drittel des Buches zu einer kompletten Verwirrung, was denn nun wichtig ist und was nicht. Und dann die plumpe Art, wichtige Sachen einzuführen! Damit entscheidende Dinge nicht einfach durch die Hand Gottes in einer Geschichte geschehen, werden diese ja unauffällig lange vorher eingeführt. Doch in diesem Roman gelingt Eschbach das nicht unauffällig. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass hier ein alter längst geschriebener Roman aus der Schublade genommen, überarbeitet und veröffentlicht wurde.

Nicht falsch verstehen, ich mochte das Buch, besonders die Geschichte. Aber da waren meiner Meinung nach echt große Patzer drin, das reicht bei weitem nicht an seine vorherigen Science-Fiction Romane ran. Ich freue mich hier auf den nächsten davon.

Todesengel von Andreas Eschbach erschien bei Bastei Lübbe.

Buch: Redshirts von John Scalzi

Der erste Satz aus Redshirts:

Fähnrich Tom Davis hockte auf einem großen Felsblock und blickte quer durch die weitläufige Höhle zu Captain Lucius Abernathy, Wissenschaftsoffizier Q’eeng und Chefingenieur Paul West, die auf einem zweiten, noch größerem Felsblock saßen und dachte: Das ist echt scheiße.

Tatsächlich habe ich von John Scalzi noch nie etwas gelesen. Aber ich sah dieses Cover auf der Leipziger Buchmesse und dachte, yeai, das spricht mich an. Ich wusste damals noch nichtmal, was Redshirts sind. Dazu bin ich zu jung und nicht Trekkie genug. Dennoch. Ich mochte Cover und den Namen, den Klappentext nicht so, aber das ist ja nichts neues. Ich weiß mittlerweile, Klappentexte sagen absolut nichts über ein Buch aus.

Zum Inhalt: Andy Dahl ist frischer Fähnrich auf dem Raumschiff Intrepid, einer dieser Crewmitglieder, die immer im roten Hemd herumrennen, ein Redshirt also. Und genau hier liegt das Problem: In letzter Zeit sterben außerordentlich viele dieser Redshirts bei Außeneinsätzen. Andy und seine Freunde auf dem Schiff wollen herausfinden, warum. Das finden sie auch heraus und man ist mittendrin in einem Sciene-Fiction-Abenteuer mit Phaserkanonen, Raumschiffen und Zeitreisen.

Liest sich, wie man einen guten Science-Fiction-Film ansieht. Man lässt sich berieseln, sieht über schwache Charaktere hinweg, freut sich über gute Sprüche und eine ganz gute Story. Und jetzt kommt der Haken. Der englische Untertitel ist: A Novel with Three Codas. Ein Roman mit drei Codas. Ich musste erstmal Wikipedia fragen, was ein Coda ist. Ein Nachklapp also. Wichtig zu wissen! Denn, der Roman, die eigentliche Story endet etwa nach Dreiviertel des Buches. Und folgen eben drei Nachworte. Drei Nachschauten zur Story, die das ganze nochmal aus drei anderen Sichtweisen beleuchten. Wenn man das weiß, dass das kommt, ist das echt geil. Wenn man nicht darauf vorbereitet ist, dann kann man echt enttäuscht sein, weil das Buch dann plötzlich vorbei ist. Das ist ein bisschen blöd, dass man auf dem deutschen Cover nicht darauf vorbereitet wird. Dann finde ich das Format ein wenig doof. Es ist ein übergroßes Taschenbuch. Aber dann nicht gefüllt mit mehr Inhalt, sondern einfach mit größerer Schrift. Das hätte man auch in ein normales Taschenbuch packen können, so fühlt sich das ein wenig an wie eine Mogelpackung.

Also, eine gute, unterhaltsame Geschichte, samt drei schönen Nachwörtern in einer zu großen Buchverpackung. Ich lese gerne wieder einen Scalzi.

Redshirts von John Scalzi, übersetzt von Bernhard Kempen, erschien beim Heyne Verlag. 

Buch: Tough Sh*t von Kevin Smith

Der erste Satz aus Tough Sh*t:

Hallo, ich bin Kevin Smith, das Produkt der Eier von Don Smith.

Kevin Smith ist Filmemacher (Dogma, Chasing Amy, Clerks) und Schauspieler (Silent Bob) mit einer rebellischen Einstellung zu Hollywood und Blockbusterfilmen. Dass man es als Indy-Filmemacher nicht leicht hat und ziemlich viel krasses Zeug erlebt, kann man sich vorstellen. Und Kevin erzählt in Tough Sh*tgenau diese krassen Sachen und seinen Werdegang vom Filmgeek zum Filmemacher.

Der Anfang ist heftig. Die Widmung und das erste Kapitel sind skurril und latent eklig. Mir kommt es vor, als ob Kevin versucht, da eine Sperre für biedere Menschen einzubauen. Das heftigste zuerst, damit unpassende Leser gar nicht erst weiterlesen. Wer weiterliest, kann sich amüsieren.

Aber gleichzeitig ist dieser Einstieg auch mein Grund für ein maues Gefühl, nachdem ich mit dem Buch durch war. Smith setzt mit seinem krassen Einstieg die Latte für die folgenden Geschichten sehr hoch – und kann sie meiner Meinung nach nicht erreichen. Nach diesem Einstieg war der Rest des Buches zwar okay, aber nicht so gut, wie erwartet. Heyne hat das ja ganz klug gemacht mit der der Heyne Hardcore-Sparte. Hier kann man all die Bücher veröffentlichen, die für das normale Publikum zu heftig sein könnten. Die Romane von John Niven erscheinen in Deutschland beispielsweise dort. Aber abgesehen vom Einstieg, hätte man Tough Sh*t auch überall anders veröffentlichen können. Dieses Buch kann also auch enttäuschen. Und hat mich auch ein wenig enttäuscht. Dennoch:

Wenn man seine Filme kennt und mag, ist das Buch ein toller Einblick und Hintergrundbericht. Kevin schreibt flüssig und lustig, man kann die 334 Seiten gut runterlesen. Wer noch nie etwas von Kevin gehört hat, wird vom Einstieg eh abgeschreckt sein.

Tough Sh*t von Kevin Smith erschien bei Heyne Harcore und wurde übersetzt von Daniel Müller.

Hörbuch: Das hier ist Wasser von David Foster Wallace

Dies ist mein Januarbeitrag für die Hörbuch-Challenge 2013

Der erste Absatz aus Das hier ist Wasser:

Schwimmen zwei junge Fische des Weges und treffen zufällig einen älteren Fisch, der in die Gegenrichtung unterwegs ist. Er nicht ihnen zu und sagt: „Morgen Jungs, wie ist das Wasser?“ Die zwei jungen Fische schwimmen eine Weile weiter und schließlich wirft der eine dem anderen einen Blick zu und fragt: „Was zum Teufel ist Wasser?“

Ich habe von David Foster Wallace noch nichts gelesen, Unendlicher Spaß hat mich immer von der Länge her abgeschreckt. Und dann fand ich dieses Hörbuch und dachte, das ist ein guter Einstieg. Wallace wurde 2005 gebeten, vor den Absolventen des Kenyon College Ohio zu sprechen. Dies ist die Rede, die er hielt.

Das erklärt einige Eigenheiten des Hörbuches. Einerseits ist es mit 49 Minuten extrem kurz. Andererseits ist es aufgeteilt in zwei Teile, wobei der erste Teil eine Aufnahme der Originalrede auf Englisch, gesprochen von David Foster Wallace selbst, ist. Dann folgt die deutsche Übersetzung, gesprochen von David Nathan. Man hört also den Text zweimal. Einerseits auf Englisch mit jeder Emotion von Wallace und den ganzen Lachern vom Publikum. Und dann, als saubere Studioaufnahme die deutsche Fassung.

Ich bin nicht immer mit der Übersetzung zufrieden, aber es ist sehr gut, die Rede zweimal zu hören. So kann man viel mehr darüber nachdenken. Und genau dazu soll diese Ansprache ja anstiften. Es ist ein Vortrag über den Trott des Alltags und die Windungen in unserem Hirn und wie wir uns immer wieder selbst aus dem Schlamm ziehen müssen, um nicht dem oben genannten Trott zu unterliegen.

Das ganze ist insofern ein wenig makaber, da Wallace selbst sich drei Jahre später nach jahrzehntelangen Depressionen das Leben nimmt. Was seine Worte im Nachhinein nicht abschwächt. Sondern nur umso viel deutlicher meint, dass er es ernst meint, was er sagt. Und genau das hat mir beim Hören genau der Stellen, an denen die jungen Absolventen lachen, eine Gänsehaut besorgt.

David Nathan ist gut. Nachdem ich mehrere hundert Stunden schon mit seiner Stimme in den unterschiedlichen Geschichten von Stephen King spazieren war, muss ich immer wieder an King denken. Natürlich hat er gegen die Emotionen von Wallaces Livevortrag keine Chance, aber er bringt die deutsche Fassung in einem guten Ton und ohne zu viel Pathos rüber, was sie menschlich lässt und sehr nahe bringt.

Auch wenn das nur knapp eine Dreiviertelstunde Programm ist, der Inhalt hängt mir jetzt schon seit Tagen nach. Im positivem Sinn.

Das hier ist Wasser von David Foster Wallace erschien gedruckt bei KiWi, die Übersetzung stammt von Ulrich Blumenbach und wurde gesprochen von David Nathan.

Buch: Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky

Der erste Satz aus Das also ist mein Leben:

Lieber Freund,
ich schreibe Dir, weil sie meinte, dass Du zuhörst und verstehst und nicht versucht hast, auf dieser Party mit einer bestimmten Person zu schlafen, obwohl Du das gekonnt hättest.

Nachdem ich den andersnamigen aber dennoch zum Roman gehörendem Film gesehen hatte, wollte ich das Buch lesen. Getan! Und meine damaligen Hoffnungen haben sich erfüllt. Die Story ist die gleiche:

Charlie kommt auf die Highschool. Und Charlie ist die Art Mensch, die sich eher durch die Highschool kämpfen müssen, als sie genießen zu können. Aber Charlie kämpft sich eh schon durch sein Leben, hat doch sein bester Freund im letzten Jahr Selbstmord begangen. Charlie hat Glück, er lernt die Stiefgeschwister Sam und Patrick kennen. Die beiden nehmen ihn unter die Fittiche und bringen ihm dem echten Leben näher. In all seinen Einzelheiten, wie der guten Musik, den Drogen und natürlich diesem Ding namens Liebe. Und Charlie merkt, dass der Kampf durch das Leben nicht wirklich leichter wird.

Charlie ist ja 15. also ein Jahr älter als meine Schwester. Und ich bin 12 Jahre älter als diese. Besonders am Anfang liest sich das Buch auch wirklich wie die Beschreibungen eines kleinen Jungen. Aber im Laufe des Buches entwickelt man so etwas wie eine Meta-Ebene. Und bemerkt, dass es zwar die Worte eines fünzehnjährigen sind. Die Wahrheiten darunter aber zumindest zehn Jahre später immer noch genauso gültig sind. Das Buch liest sich schnell und gut. Es macht Spaß. Wirft Fragen auf, bestätigt in manchen Einstellungen und hinterlässt nach dem Lesen ein gutes Gefühl. Das also ist mein Leben ist ein Buch über das Erwachsenwerden, um die Liebe und so generell über das Leben. Und wenn man davor den Film sieht – der unter dem Namen „Vielleicht lieber morgen“ läuft – dann passen die Charaktere sehr gut rein.

Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky erschien bei Heyne und wurde übersetzt Oliver Plaschka.