So war meine Frankfurter Buchmesse 2017 #fbm17

Hej #fbm17. Du und ich. Bis Sonntag. Wird geil! #mixtvision #buchmesse

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Ich wollte das schon viel früher geschrieben haben, aber ich bin aus der Buchmesse fast ungebremst in Stuttgart liest ein Buch gerutscht und brauchte danach ein paar Tage, um wieder klar zu kommen.

Meine Buchmessenbesuche sind fest eingeplant. Und natürlich habe ich dort auch ein paar Termine. Aber ansonsten versuche ich sie freizuhalten, ich gucke mir keine Programme an und gehe auf sehr wenige Bloggertreffen oder Events. Und wenn mich Leute fragen, ob ich ‚beruflich‘ auf der Messe bin, dass weiß ich nie, was ich genau antworten soll. Weil, natürlich bin ich auch als Autor dort, und als Sprecher und als Journalist. Deshalb habe ich dort auch Termine. Aber vornehmlich bin ich dort, weil sowohl in Frankfurt, als auch in Leipzig ganz schön viele Menschen aus dieser Branche zusammenkommen, die ich sonst sehr selten sehe.

Also mache ich tagelang genau das: Ich laufe durch die Messehallen, treffe Menschen, die ich kenne, treffe Menschen, die ich bisher nur übers Netz kenne und lerne ganz neue Menschen kennen. Ich spanne mein Netz in dieser Branche enger. Weil aber Frankfurt eine Fachmesse ist, auf der sehr viele Deals gemacht werden, klappt dieses spontane Treffen von Menschen immer nur mehr oder weniger gut, weil manche Leute ihre Termine schon Monate vorher ausgecheckt haben. Und natürlich verpasse ich unglaublich viele tolle Termine und Menschen, weil ich eben nicht vorher plane. Aber so ist das, das ist Teil des Spiels.

Nach zwei Tagen fange ich dann an, mir Bücher und Stände anzusehen, aber ehrlich gesagt, ich bin jedes Mal neu überfordert, neu demotiviert und neu irritiert, wie eine Branche, die so viel darüber jammert, wie schlecht es ihr geht, so viel Inhalte produzieren kann. Geht mir ja schon in einem Buchladen so, ich bin hart überfordert davon, wie viele Bücher es gibt. Und erst auf der Buchmesse!

Besonders der Schriftsteller in mir hatte dieses Jahr gut zu zweifeln an diesem ganzen Konzept des „vom Geschichten erzählen leben“. Aber die Messe liefert auch das Gegenmittel, durch Menschen, die einen wieder stärken, durch Ex-Kommilitonen und Freunden aus Hildesheim, von denen natürlich viele auch auf der Messe sind, aber auch durch kleine Momente und Überraschung, die ich dann doch nicht erwartet habe.

Buchmesse, Tag 3. Langsam kommen sie, die Menschen. #fbm17

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Was mich ebenso überrascht, einerseits positiv, wie viele Besucher da sind. Es geht ja noch ganz gut los, aber spätestens am Freitag Nachmittag wurde es so voll, dass es irgendwann keinen Spaß mehr macht, durch die Hallen zu traben. Samstag Nachmittag war’s mir dann zu krass und habe meine Zeit in Frankfurt für beendet erklärt. Es freut mich wirklich, dass sich so viele Menschen für Bücher und Geschichten interessieren, aber es muss doch einen Weg geben, die Messe dann so zu konzipieren, dass immer noch alle Spaß daran haben.

Nebenbei, es sind so viele Menschen, die sich für Geschichten interessieren, dass andere Sparten der Unterhaltungsbranche da ein paar abgreifen wollen. Netflix hat sich einfach einen Stand gemietet, das Set der ersten deutschen Eigenproduktion Dark – eine Zeitreisemysterieserie –  aufgebaut, eine Hostess samt großem Monitor daneben gestellt und nichts anderes gemacht, als den Trailer in Endlosschleife zu zeigen.

Krasser, frecher, aber geiler Move. Und eben genau das, ein Beweis, dass sich auf einer Buchmesse genug Menschen tummeln, die das interessieren könnte.

Meine wirklich bedenkliche Überraschung, dass ich das Gefühl habe, dass diese gesamte Branche vor Angst erstarrt und versucht, genauso Bücher zu verkaufen, wie sie es vor 20 Jahren gemacht haben. Ich ahne, dass diese Industrie die gleichen Fehler machen will, wie die Musik- und die Filmindustrie. Vor zwei Jahren habe ich 5 Dinge aufgeschrieben, die Verlage heutzutage besser machen könnten. Die Tage auf der Messe dieses Jahr haben mich oft an diese Dinge denken lassen. Ich glaube, Verlage müssen extrem umdenken, um nicht gnadenlos gegen die Wand zu rennen.

Trotz all dem, – und auch trotz der gesamten Problematik mit den Neuen Rechten, die ich nicht persönlich mitbekommen habe – bin ich erschöpft, aber zufrieden zu Hause angekommen und freue mich auf das kommende Jahr, auf Leipzig und Frankfurt. Immer wieder gern.

Ciao #Buchmesse. Hallo Realität. #fbm17

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Die Frankfurter Buchmesse 2016, ein Rückblick in Blitzlichtern

So, Buchmesse. Du und ich, für den Rest der Woche. Yeai. #fbm16

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In Leipzig war ich in den letzten Jahren regelmäßig und dann auch die ganze Zeit. Es ist ein großer Unterschied, ob man mal für einen Tag über die Messe schlendert oder ob man dort vier oder fünf Tage verbringt. Über Leipzig schrieb ich:

Das ist wie wenn man eben nicht nur ein Wochenende in einer neuen Stadt verbringt, sondern gleich einen Monat. Dann klappert man erst die Touri-Hotspots ab und gegen Ende lernt man dann die eigenen Lieblingsplätze kennen. Buchmesse funktioniert ebenso.

So war es in Frankfurt dann auch. Obwohl ich anfangs auch Unterschiede festgestellt habe. Während Leipzig voll auf die Leser eingestellt ist, ist Frankfurt eben auch eine Fachbesuchermesse. Das heißt, am ersten Tag habe ich zwar schon viele Bekannte und Freunde getroffen, aber alle waren im Stress und zwischen Terminen. Dann aber bin ich mit Christian Wöhrl durch die Gänge gestreift und das war sehr schön, weil wir uns nun eine ganze Weile und eng kennen, wir aber doch ganz andere Sachen im Fokus haben. Also sehen wir jeweils, was dem anderen sonst nicht aufgefallen wäre.

Als wir uns für diesen Tag verabschieden, ist es Nachmittag und die wichtigsten Termine scheinen abgefrühstückt. Alles wird ein wenig langsamer und tatsächlich schaffe ich es, mich mit verschiedenen Menschen zu unterhalten, weil die Pausen zwischen den Terminen länger geworden sind.

Abends geht es zu meiner Gastgeberin, eine Freundin einer Freundin. Ich liebe dieses Internet, diese Möglichkeit, zu sagen, hej ich komme nach Frankfurt und brauche einen Schlafplatz und jemand sagt, klar, komm vorbei! So komme ich also zu Melike und wir essen und schnacken und haben Spaß und lernen uns kennen. Deshalb bin ich ja unterwegs, um neue Menschen, neue Dinge kennenzulernen.

Tag 2 #fbm16 #randomfilter

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Tag 2 geht los mit dem Interview mit Señor Rolando. Die Uhr in Melikes Küche ist grotesk zu spät, sodass ich nicht ganz so entspannt zum Interview komme, wie ich es gern gehabt hätte. s

Tag zwei ist der Tag mit den meisten festen Terminen. Ein Mentoratstreffen für mein Studium in Hildesheim, ein weiteres Treffen und einige Freunde, mit denen ich über die Messe flaniere. Jeden interessiert etwas anderes, was bedeutet, dass ich ganz schön viel unterschiedliches zu sehen bekomme.

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Thees Uhlmann beispielsweise, der jedes Mal ein Fest ist. Ich ahne aber, dass das Hörbuch von Springsteens Autobiograsphie zu viel des Uhlmann-Stil abbekommen hat. Schon in dieser Stunde der Lesung habe ich eher Thees als Bruce vor Augen. Vielleicht legt sich dieses Gefühl aber, wenn man das gesamte Hörbuch hört, das kann ich gerade nicht beurteilen.

Tag drei ist Freitag und beginnt mit meiner Diskussionsrunde auf der Selfpublisherbühne über Piraterie und DRM. Andreas Kaspar von CounterFights ist mein Gesprächspartner auf der Bühne und in dieser halben Stunde ist zwar klar, dass wir aus zwei unterschiedlichen Lagern kommen, aber meinungstechnisch überhaupt nicht so weit auseinander sind. Das ist ein schönes Gefühl und eine angenehme Erfahrung. Danach verlief ich den Tag auf der Messe. Traf dies und den und weiß vieles nicht mehr, es geht irgendwann alles im gleichen guten Grundgefühl unter.

Abends dann geht es nach Gelnhausen, zu meinem Seminar „Social Media für Autorinnen und Autoren“ für den BVjA.

Anderthalb Tage über Social Media, Twitter, Facebook, Hashtags, ifttt und Instagram reden, vieles oft erklären und von Computer zu Computer gehen.

Buchmesse Tag 5: Wesen aus allen Welten. Viele davon. #fbm16

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Sonntag Nachmittag komme ich wieder auf der Messe an, abgekämpft und müde, froh, demnächst in meinem Bett zu sein. Ich verbringe Zeit bei den Leuten vom Argon Verlag, die ich seit unserer Little Brother Lesung 2010 regelmäßig auf den Messen aufsuche. Irgendwann wird es Zeit, zu gehen. Ich hole meine Sachen, flaniere durch die Gänge, die schon langsam von Abbaugefühl beherrscht werden, dann schließt die Messe und alle klatschen. Ich gehe langsam Richtung Ausgang, Richtung Zug und in mein Bett. Viele neue Eindrücke, manche Bande gestärkt, manche neu geknüpft, viel erlebt und ich freue mich auf die nächste Messe.

Danke, der Messe, den Leuten, die ich getroffen habe und sowieso. Lächeln und Liebe, Fabian.

Die Frankfurter Buchmesse und ich, meine Termine. #FBM16

Mittwoch geht sie also wieder los, die Frankfurter Buchmesse. Fünf Tage lang wird es Bücher gehen, ihre Geschichten, ihr Aussehen, ihren Vertrieb. Ich werde ab Mittwoch auch dabei sein. Hauptsächlich als Besucher. Aber nicht nur.

Am Freitag, dem 21.10.16 sitze ich ab 11 Uhr auf der Bühne in der Self-Publishing Area und rede mit Andreas Kaspar über „Fluch und Segen – Kopierschutz vs. EBook-Piraterie“. Mehr Infos gibts hier.

Und ab Freitag Abend bin ich auf dem Buchmesseseminar des Bundesverband junger Autoren und gebe anderthalb Tage einen Workshop über „Social Media für Autoren“.

Das heißt, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag bin ich auf der Messe. Wenn ihr da seid und Lust auf ein Treffen habt, meldet euch.