Geschrieben von faby on Jun 18, 2010 in Textgedanken
Das Gedicht Bruce Lee ist in den Tagen auf dem Kaunerberg entstanden. Ich hatte der Truppe am Abend zuvor einige meiner Texte dargeboten und auf dem Weg am Wasserlauf den Berg hinauf meint Jan zu mir:
Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.
Heraklit von Ephesus, (etwa 540 - 480 v. Chr.) griechischer Philosoph
Und weil das so ist, weil sich immer alles verändert, ist Beständigkeit etwas besonderes:
Ein Kugelschreiber ist normal, 28.000 sind eine Sammlung.
Ein Handschlag ist eine einmalige Sache, mache ich diesen Handschkag aber immer mit einer bestimmten Person, ist es ein Ritual.
Den Fernseher auszuschalten ist üblich, Peter Lustig machte aus der Aufforderung sein Markenzeichen.
Rituale, Sammlungen, Markenzeichen, Ticks, das sind alles Sachen, die einmalig wahrscheinlich niemals auffallen oder sogar komisch daherkommen. Aber durch ihre Beständigkeit und ihre Wiederholung werden sie zu etwas Besonderen.
Weil es normal ist, dass sich alles verändert, werden solche Sachen zu Besonderheiten. Faszinierend, oder?
Mein Name ist Kasimir Dax. Meine Damen und Herren, es tut mir leid, ihnen dass sagen zu müssen, aber ich bin stumm. Ich rede die ganze Zeit, forme mit meinen Lippen Worte und Sätze aus Buchstaben. Ich rede all die Zeit, aber ich sage nichts. Und sie hören mir interessiert zu, die ganze Zeit. Sie nehmen die Worte auf, lassen sie auf der Zunge zergehen, spielen in ihrem Kopf mit dem Sinn, lassen ihre Gedanken kürzere und längere Spaziergänge verbringen. Sie hören zu, all die Zeit, aber sie verstehen nichts. Denn mit Verlaub, meine Damen und Herren, sie sind taub.
Um der Bedeutung des Blognamens mal wieder gerecht zu werden, reden wir heute über Dinge, von denen wir alle wissen, aber eigentlich nicht darüber sprechen.
Masturbation ist so eine Sache, von der wir besonders bei Männern davon ausgehen (und damit auch richtig liegen), dass sie es machen. Dass wir dennoch nicht öffentlich darüber reden (
“Ja, ich bin in 20 Minuten bei dir, ich muss mir nur noch kurz einen runterholen!”
oder
“Leute, ich muss mal kurz aufs Klo, ich hab gerade eine Spontanerrektion und muss sie loswerden, bevor ich blaue Hoden bekomme.”
oder
“Schatz, heute dauerts bei mir in der Dusche etwas länger.”
) hat etwas mit dem Verständnis von Selbstbefriedigung in der Vergangenheit zu tun. Weiterlesen…
Geschrieben von faby on Dez 12, 2009 in Erinnerungen
Bild von wikipedia.de
Zeit meines Lebens klebte auf den vorderen Nummernschildern der Autos die AU-Plakette, ab nächstes Jahr soll sich das ändern. Ab nächstes Jahr fällt die Plakette weg, die Abgasuntersuchung wird fester Bestandteil der Hauptuntersuchung.
Das ist doch interessant und eigentlich ganz cool, die Frage aber ist: Was klebt denn in Zukunft dann vorne auf den Nummernschild?
“Piracy funds Terrorism” Hallo?? Was ist das denn für eine Werbung? Also, das kann man ja wohl nicht ernst meinen. Lasst ihr euch von solcher Werbung beeindrucken?
*Überschrift spiegelt nicht die Meinung des Autors wieder.
Dieser Artikel ist inspiriert und direkt reagierend auf den Artikel von Kasumi, also lest erst ihren Artikel, bevor ihr weiterlest.
Remakes sind - wie Kasumi es schon gesagt hat - tatsächlich eine ziemlich umstrittene Sache. Viele sind der Meinung, Remakes allemein sind sinnlos, weil der Film ja schonmal existiert. Tatsächlich aber, wie auch Kasumi, bin ich Remakes gegenüber nicht grundsätzlich ablehnend eingestellt. Weiterlesen…
Ich will nicht meckern, ich bin ehrlich gesagt begeistert von der deutschen Synchronarbeit. Wenn man mal italienische oder gar polnische Synchronfassungen sieht (wenn man in Polen überhaupt von Synchron sprechen kann), weiß man deutsche Synchronarbeit echt zu schätzen. Das ist echt saubere Arbeit!
Aber: Wir haben viel zu wenig gute Stimmen! Beziehungsweise zu wenige werden eingesetzt. Weiterlesen…
Nachdem ich gestern nebenbei mal kurz über das DVD-Verkaufsargument “Mit Wendecover!” geschrieben habe, ist mir noch ein anderes Verkaufargument der letzten Zeit eingefallen: Pfandfrei! Verstärkt nach der Einführung des einheitlichen Pfands vor drei Jahren lassen sich Hersteller alles Mögliche einfallen, um dem Pfand zu entgehen und nutzen dies, um ihre Produkte dann riesig mit
“Pfandfrei” oder “Ohne Pfand” zu kennzeichnen.
Da die Pfandpflicht nur für Flaschen bis 3 Liter gilt, werden Getränke mittlerweile einfach in 3,001 Liter-Flaschen verkauft.
In was für einer Gesellschaft leben wir, in dem es als vorteilhaft angesehen wird, wenn eine Verpackung nicht zurückgebracht werden muss, sondern im Hausmüll weggeworfen werden kann?
Ich denke, eine schöne Symbiose wäre, Bio-Getränke in pfandfreien Einwegflaschen zu verkaufen. Dann könnte man mit gutem Gewissen die Umwelt verschmutzen.
für Steffi - mittlerweile weiß ich um die Schreibweise der Ärzte
Ich sitze mit offenem Mund da und starre auf deinen Namen, der neben einer Silhouette eines männlichen Kopfes steht. Wieder eine Vergangenheit, die erwachsen wird. Ein ganz frisches Facebook-Konto. Mit gerademal sieben Freunden und der einzigen Information, dass du weiblich bist und ich deinen Geburtstag mal wieder verpasst habe. Weiterlesen…
Geschrieben von faby on Mai 20, 2009 in Schreiben, Texte
Ein Haus.
Im Wald vor einer Wiese.
Ich sitze im Fenster, im dritten Stock. Es ist frisch, die Wiese ist feucht. Ich höre die Autos auf der Straße als Rauschen. Ein paar Männer sind auf der Wiese. Sie spielen Fußball. Auf meinem Schoß liegt ein Buch. Ich höre die Männer von unten rufen und schreien. Sie beachten mich schon lange nicht mehr. Ich bin unter vielen Leuten und doch bin ich alleine. Ich genieße die Ruhe. Ich versuche zu lesen. Ich kann es nicht. Meine Gedanken sind nicht bei der Sache. Sind zu schnell, um erfasst zu werden. Ich schalte ab; schaue über die Wiese zum Wald. Erinnerungen - meine Freunde, meine Familie, meine Kindheit. Ich höre jemanden die Treppe hochkommen. Mein Zimmerkamerad kommt herein. “Komm! Es geht wieder los!” Ich seufze, klappe mein Buch zusammen und werfe es auf das Stockbett. Ich springe von der Fensterbank auf den Boden. Von unten höre ich das Stampfen der Stiefel, die Waffen werden von den Wänden genommen. Das Geschrei der Männer wird lauter. Der erste Lastwagen fährt auf die Wiese, er ist etwas dunkler als das Grün der Wiese. Mein Kamerad hat Recht. Es geht wieder los…
Manchmal frage ich mich, wie es wäre, wenn ich auf der anderen Seite der Fensterbank herunter gesprungen wäre.
Geschrieben von faby on Apr 15, 2009 in Schreiben, Texte
Es war kalt an dem Morgen, an dem die Geschichte angefangen hätte.Den Kopf zwischen den Schultern und die Hände tief in den Hosentaschen ging ich durch bewohnte Straßen neben dem noch eingeklappten Bordstein. Und dann stand da dieser Postbus. Ein gelber Kastenwagen. Laufender Motor. Tür offen. Niemand zu sehen. Ohne lang zu überlegen stieg ich ein. So hätte die Geschichte angefangen. Und es wäre eine tolle Geschichte geworden. Eine Geschichte die man gerne ein zweites Mal hört. Eine Geschichte, die zur Legende wird.
Ich hätte die Tür zugezogen und wäre losgefahren. Im Spiegel hätte ich den DHL Mann hinterher rennen sehen. Und dieser Klau wäre nur der Auftakt zu einer langen, nervenaufreibenden, spannenden und hörenswerten Reise gewesen. Ich hätte mich eingereiht zu den Großen. Zu Bonny und Clyde. Und Thelma und Louise. Und Mickey und Mallory und den Gecko Brüdern und den McManus Brüdern. Ich wäre ein Clyde mit vielen Bonnies geworden. Ein Don Juan der Straße.Und der Bus wäre mein Zeichen gewesen. Ich hätte Rückenwind gehabt und die Sonne hätte mir ins Gesicht geschienen. Die Medien würden mich pushen, die Meute würde mich lieben und das Gesetz würde mich jagen. Ich würde ein Leben in aller Freiheit führen, ein Vorbild für eine ganze Generation, wie Cobain, Tyler Durden und Lennon. Vielleicht würde ich am Ende sterben. Dann würden sie den Bus bei ebay verkaufen und das Geld den Reichen geben, denen ich geschadet hatte. So eine Geschichte hätte es werden können.
Doch der DHL Mann öffnete die Tür und liess mich aussteigen. Dann fuhr er davon. Und alles, was von meiner Geschichte übrig blieb, waren Reifenspuren auf dem nassen Asphalt.