
Nach rund 7 Jahren des Zusammenseins. Nun ist es ab. Zeit für einen Rückblick.
Es war kalt an dem Morgen, an dem die Geschichte angefangen hätte.Den Kopf zwischen den Schultern und die Hände tief in den Hosentaschen ging ich durch bewohnte Straßen neben dem noch eingeklappten Bordstein. Und dann stand da dieser Postbus. Ein gelber Kastenwagen. Laufender Motor. Tür offen. Niemand zu sehen. Ohne lang zu überlegen stieg ich ein. So hätte die Geschichte angefangen. Und es wäre eine tolle Geschichte geworden. Eine Geschichte die man gerne ein zweites Mal hört. Eine Geschichte, die zur Legende wird.
Ich hätte die Tür zugezogen und wäre losgefahren. Im Spiegel hätte ich den DHL Mann hinterher rennen sehen. Und dieser Klau wäre nur der Auftakt zu einer langen, nervenaufreibenden, spannenden und hörenswerten Reise gewesen. Ich hätte mich eingereiht zu den Großen. Zu Bonny und Clyde. Und Thelma und Louise. Und Mickey und Mallory und den Gecko Brüdern und den McManus Brüdern. Ich wäre ein Clyde mit vielen Bonnies geworden. Ein Don Juan der Straße.Und der Bus wäre mein Zeichen gewesen. Ich hätte Rückenwind gehabt und die Sonne hätte mir ins Gesicht geschienen. Die Medien würden mich pushen, die Meute würde mich lieben und das Gesetz würde mich jagen. Ich würde ein Leben in aller Freiheit führen, ein Vorbild für eine ganze Generation, wie Cobain, Tyler Durden und Lennon. Vielleicht würde ich am Ende sterben. Dann würden sie den Bus bei ebay verkaufen und das Geld den Reichen geben, denen ich geschadet hatte. So eine Geschichte hätte es werden können.
Doch der DHL Mann öffnete die Tür und liess mich aussteigen. Dann fuhr er davon. Und alles, was von meiner Geschichte übrig blieb, waren Reifenspuren auf dem nassen Asphalt.
“… Walter Bedford, Peter Robbins, Sara Leone, Mark Linden…” Über 2300 Namen, vorgelesen am Ground Zero. Er stand in der Menge und hörte die Namen, derer, die vor zwei Jahren gestorben waren. Continue reading
Die erste Idee für den Text war der erste Satz: Wer hätte das gedacht, am Ende des Tages wird es dunkel. Continue reading
Wer hätte das gedacht, am Ende des Tages wird es dunkel – dachte er. Die Dunkelheit behagte ihm nicht. Mit dem Licht verschwand auch die Vertrautheit. Er sehnte sich nach der Helligkeit. Continue reading
Eigentlich war “Das U-Bahn Seminar” ein Wettberwerbstext für “7 Minuten Leidenschaft“. Continue reading
Es musste mitten in der Nacht gewesen sein, als er die Decke zurückwarf, aufstand und seinen Morgenmantel überwarf. Continue reading
Früher war ich ein Genießer. Ich nahm mir die Zeit, einen oder zwei Hemmingways zu bestellen. Continue reading
Wenn ich die Hand über die Augen lege, sehe ich sie. Continue reading
Ich trage keine Uhr am Hangelenk. Dafür befinden sich in der Wohnung 9 Uhren: Continue reading
Ich kam in die Bar an dem Tag, an dem sie Schluss gemacht hatte. Es war der Tag nach dem Tag, an dem ich meinen Job verloren hatte. Continue reading
Mein Name ist Kasimir und ich muss ihnen sagen, ich bin stumm. Continue reading
Jeden Tag muss ich von der Haustür bis zur U-Bahn Station kommen. Diese liegt etwa einen Kilometer entfernt. Zum Laufen brauche ich etwa 9 Minuten. Alternativ kann ich auch nur 200 Meter laufen, eine Minute warten, in den Bus steigen, zwei Minuten fahren und direkt an der U-Bahn aussteigen. Für den Bus muss ich nichts zahlen, das ist in der Karte für die Bahn inbegriffen.
Jeden Morgen laufe ich los, werde bei der Haltestelle ein bisschen langsamer, entscheide mich und laufe dann mit einem Lächeln weiter.
Das ist meine tägliche Dosis Freiheit.
Ich weiß nicht, was ich alles geschluckt hatte, welche Upper oder Downer ich mir an diesem Tag einverleibt hatte, aber das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, ich fand mich in der Welt wieder, in der alle Geschichten wahr waren. Continue reading
Er führte die Coladose zum Mund und kippte sie, doch sie war leer. Continue reading