Hörbuch: Die Tyrannei des Schmetterlings von Frank Schätzing, gelesen von Sascha Rotermund

Der erste Satz aus Die Tyrannei des Schmetterlings:

Afrika.
Die durchweichte Zeit.

Ich mochte „Der Schwarm“. Ich habe auch eine okaye Erinnerung an „Limit“. Und Schätzing ist einer der präsentesten Autoren, die ich kenne. Ich kenne keinen anderen schreibenden Menschen, den ich so oft auf Plakaten in der Stadt gesehen habe. Schätzing weiß sich zu verkaufen. Und das ist das Problem.

„Die Tyrannei des Schmetterlings“ ist ein Science-Fiction-Zukunfs-Philosophie-Krimi-Thriller plus Liebesgeschichte, der ganz klein beginnt und anfangs noch extrem spannend ist. Dann irgendwann erst ein großes und dann ein unendlich weites Bild entwirft, in dem sich jeder Handlungsfaden, jede Struktur und auch jede Ordnung in meinem Kopf verliert. 

Schätzing kann grundsätzlich schreiben. Ganz viele Momente sind schöne kleine Edelsteine, die für sich toll funktionieren. Aber innerhalb eines Buches ist das, was Schätzing versucht, nicht möglich. Leider kommt es mir vor, als ob Schätzing sich gern schreiben sieht und innerhalb eines Buches alles an Fähigkeiten und Infos und Möglichkeiten reinquetscht, was ihm in dem Moment einfällt. In so einem Extrem, dass Schätzing streckenweise nur noch Information ohne jede prosaische Form hinklotzt und selbst das Ende sich nur rangeklatscht anfühlt, ohne jede Anstrengung, nur damit das Buch zu Ende geht. Vom Ende einer Geschichte kann ich gar nicht sprechen, jede seiner Geschichte hat Schätzing auf dem Weg verloren. Was total schade ist.

Denn in diesem Buch stecken viele gute Ideen und Momente und Geschichten. Aber nicht so, wie Schätzing sie zusammenquetscht. Wenn Schätzing nicht Schätzing wäre und so bekannt wäre, hätte ihm kein Verlag das durchgehen lassen, was er hier veröffentlicht hat.

So weiß ich nicht, was genau ich da in der Hand halte und was ich damit anfangen soll. Und ich glaube, Sascha Rotermund ging es genauso. Als ob er nicht weiß, was genau er da liest, kämpft er sich besonders durch den Anfang und legt eine klischeehafte Actionstimme über Stellen, in denen gar keine Action passiert. Das macht das Zuhören streckenweise ziemlich anstrengend. Es wird im Laufe der Stunden viel besser und an den meisten Stellen mag ich, was Rotermund macht, aber der Anfang war holprig.

Ich bleibe ratlos zurück, weil ich in diesem Buch viel Schönes erfahren habe, viel Spaß hatte, aber es nicht so richtig gut finden kann oder es gar empfehlen kann. Schade.

Die Tyrannei des Schmetterlings von Frank Schätzing erschien bei Kiepenheuer und Witsch. Das Hörbuch wurde gesprochen von Sascha Rotermund und erschien beim Hörverlag. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Hörbuch: Wir sehen uns am Meer von Dorit Rabinian, gelesen von Luise Helm

Der erste Satz aus Wir sehen uns am Meer:

Jemand war an der Tür.

Es ist kurz nach dem 11. September 2001 in New York und die Stimmung ist sowieso angespannt. Liat ist Studentin aus Israel und für ein halbes Jahr in der Stadt, als sie den Künstler Chilmi kennenlernt. Chilmi ist gutaussehend und charmant, aber vor allem ist er Palästinenser.

Dorit Rabinian erzählt nicht nur eine klassische Boy meets Girl – Geschichte, sondern verwendet sie, um daran den Konflikt Israel – Palästina anzureissen. In Israel schlug der Roman hohe Wellen, galt als zu gefährlich, um ihn in Gymnasien zu empfehlen.

Ich kenne mich viel zu wenig mit der Geschichte und dem Leid dieses Konfliktes aus und kann deshalb nur ahnen, um was es wirklich geht. Aber ich kann es nicht spüren. Mir fehlt das Wissen, um die Größe der Tragik zu verstehen.

Bleibt eine Liebesgeschichte mit Deadline, poetisch geschrieben und einfühlsam erzählt von Luise Helm. Irgendwas stört mich an der Art, wie sie dieses Buch spricht, bis ich ans Ende komme und es Licht über den ganzen Roman wirft.

Ich glaube, Romane wie dieser sind wichtig, weil sie gesellschaftliche Themen in neues Licht rücken und auch Menschen wie mich auf Konflikte aufmerksam macht, die mir bisher im Dunkeln lagen. Aber die Geschichte selbst ist leider nur nett. Es gibt gute und auch gut geschriebene Szenen. Aber alles in allem berührt mich die Geschichte nicht, wie ich glaube, dass sie es sollte.

Wir sehen uns am Meer von Dorit Rabinian wurde übersetzt von Helene Seidler und gesprochen von Luise Helm. Das Taschenbuch erschien bei Droemer, das Hörbuch bei Argon. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Hörbuch: Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky, gelesen von Sandra Hüller

Der erste Satz aus Was man von hier aus sehen kann:

Wenn man etwas gut Beleuchtetes lange anschaut und dann die Augen schließt, sieht man dasselbe vor dem inneren Auge noch mal, als unbewegtes Nachbild, in dem das, was eigentlich hell  war, dunkel ist, und das, was eigentlich dunkel war, hell erscheint.

Wenn Luisas Oma von einem Okapi träumt, stirbt am nächsten Tag jemand. Aber das ist das einzig skurrile an diesem Ort. Da ist Martin, Luisas Schulfreund, der Gewichtheber werden will und deshalb alles hochhebt, was er findet. Da ist Marlies, die immer schlecht drauf ist und niemals das Haus verlässt. Und da ist der Optiker, der seit Jahrzehnten seine Liebe geheim hält.

Mariana Leky führt uns durch Luisas Leben, mit all den kleinen und großen Eigenheiten, mit all den guten und schlimmen Sachen, die so ein Leben begleiten. Es ist ein netter kleiner Roman über das Leben und den Tod, über die Liebe und die Trauer, verpackt in schöne Bilder und sepiafarbene Sprachspiele.

Manchmal bricht Leky ihre Erzählform, was wahrscheinlich kaum jemandem auffällt und auch nicht schlimm ist, das Buch funktioniert trotzdem. Ich brauchte ein bisschen, bin ich drin war, in der Betroffenheitsprosa, die es doch irgendwoe ist, dann hatte ich bis zum Ende Unterhaltung.

Womit ich mich aber sehr schwer getan habe, ist Sandra Hüller als Sprecherin. Hüller habe ich erst seit Toni Erdmann im Bewusstsein, eine bemerkenswerte Schauspielerin, keine Frage. In diesem Hörbuch aber hilft sie mir als Hörer nicht, die Geschichte noch besser zu verstehen. Sie spricht schön und verständlich, aber sie füllt die Geschichte nicht mit Leben. Sie liest die Worte runter, in der immer gleichen leicht traurigen Haltung. Es sei denn, der Text zwingt sie dazu. Das kann ich mir anhören, aber Hüller macht es mir nicht so leicht, wie sie könnte. Meiner Meinung nach sogar sollte.

Es gibt vollkommen andere Meinungen zu ihrer Perfomance, sie war sogar nominiert als beste Interpretin für den deutschen Hörbuchpreis. In der Begründung heißt es ‚große Beiläufigkeit‘ und ‚angemessene Ruhe im Erzähltempo‘. Ich empfand es als nett und ohne Haltung runtergelesen.

Insgesamt eine nette Geschichte, die ich vielleicht lieber hätte lesen sollen.

Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky wurde gelesen von Sandra Hüller und erschien bei tacheles!. Die Buchfassung erschien bei Dumont. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

 

Hörbuch: „Origin“ von Dan Brown, gelesen von Wolfgang Pampel

Der erste Satz aus Origin:

Während die historische Zahnradbahn sich mühsam ihren Weg den schwindelerregend steilen Hang hinaufkrallte, blickte Edmond Kirsch auf die gezackten Bergspitzen hoch über ihm.

Ich habe gute Erinnerungen an die Bücher von Dan Brown und an die gelesenen Versionen von Wolfang Pampel. Dutzende Kilometer Spaziergang habe ich den Geschichten zugehört, fasziniert und gespannt, immer etwas über irgendwas dabei gelernt. Aber das System Langdon plus schöner Frau und einem Mord am Anfang wird dann irgendwann doch öde. Und entweder bin ich aus meiner Dan Brown Phase rausgewachsen oder sein Schreibstil ist schlechter geworden. Die Spreche von Wolfgang Pampel übrigens auch.

Diesmal geht es um Supercomputer, um künstliche Intelligenz und den Ursprung der Menschheit sowie die Antwort auf die Frage, wie es mit den Menschen weitergeht. Quasi nebenher wird die Entstehung und das Aussehen der Sagrada Familia in Barcelona beschrieben. Das ist der kulturhistorische spannende Teil.

Der Rest des gesamten Buches – zumindest in der gekürzten Hörbuchfassung – ist vorhersehbar, langweilig und sehr sehr plump geschrieben. Langdons Gedankenwelt wird so simpel beschrieben, dass ich es einfach nicht glauben kann. Schon lange vor den Twists ist mir klar, was passieren wird und dann nehme ich es dem genialen Langdon nicht ab, dass er noch keine Ahnung hat. Ich hatte durchweg die Hoffnung, dass Brown noch einen geilen Twist hinlegen kann. Der kommt nicht und ich bin ernüchtert und enttäuscht.

Von Wolfgang Pampel ebenso. Vor acht Jahren fand ich seine Spreche noch spannend und passend. Mittlerweile ist Pampel 72 Jahre alt und leider ist nichts mehr übrig, als die Stimme. Seine Spreche hört sich an, als würde das Gebiss locker hängen und er liest den Text herunter, als ob er zum ersten Mal ein Hörbuch spricht. Wenn es nicht Dan Brown und Wolfgang Pampel wären, wenn da nicht die Nostalgie wäre, hätte ich nach der ersten Stunde ausgeschaltet.

Empfehlen kann ich es niemandem. Ob ich einen weiteren Brown konsumiere, keine Ahnung.

Origin von Dan Brown wurde übersetzt von Axel Merz, gesprochen von Wolfgang Pampel und erschien bei Lübbe. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Hörbuch: Die Wurzel alles Guten von Miika Nousiainen, gelesen von Christoph Maria Herbst

Der erste Satz aus „Die Wurzel alles Guten„:

Eine Axt haben und schneller sein, das ist bei einer Schlägerei die halbe Miete.

Pekkas Leben geht den Bach runter. Seine Frau hat sich von ihm getrennt und lässt ihn seine Kinder nicht sehen und seine Zahnschmerzen sind so extrem, dass er zu einem neuen Zahnarzt geht. Der sich als Esko rausstellt, ein Bruder von einer anderen Mutter. Ein verbitterter Zahnarzt, der es die restlichen 60 Jahre auch ohne Familie ausgehalten hat. Aber Pekka hat nichts mehr zu verlieren und überzeugt Esko, ihren Vater zu suchen. Was folgt, ist eine Reise um die Welt und zu sich selbst, gespickt mit Zahnarztmetaphern, erzählt aus den wechselnden Perspektiven der beiden Brüder.

Christoph Maria Herbst macht seine Sache gut, bekommt die Balance zwischen den ernsten und den komischen Tönen ganz gut hin. Leider auch nicht mehr, aber das liegt nicht an ihm, sondern am Text. Dieser ist an vielen Stellen extrem plump.

Ich kann kein finnisch, deshalb kann das zum Teil der Übersetzung geschuldet sein, aber auch inhaltlich gibt es Momente die rein handwerklich zu offensichtlich und eben plump sind. Zu oft erklärt Nousiainen Dinge, statt sie durch seinen Text und die Dialoge zu zeigen.

Deshalb ist es ein nettes Hörvergnügen, das Herbst mir bereitet, ein Hörbuch, dass man sehr gerne hören kann, aber leider nicht mehr.

Die Wurzel alles Guten von Miika Nousinainen wurde übersetzt von Elina Kritzkat, gesprochen von Christoph Maria Herbst und erschien beim Argon Verlag. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur verfügung gestellt.

Hörbuch: Schachnovelle von Stefan Zweig, gesprochen von Christoph Maria Herbst

Ich habe die Schachnovelle irgendwann zwischen 16 und 18 gelesen, in der Zeit in der ich auch vieles andere las, was ‚man gelesen haben sollte‘. Im Nachhinein war das für vieles ein paar Jahre zu früh.

Diesmal habe ich mir auf Rat von Tobias ‚Buchrevier‘ Nazemi die Hörbuchfassung von Christoph Maria Herbst angehört. Ich habe ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Herrn Herbst und bin immer etwas irritiert, wenn das, was er macht nicht witzig sein soll.

Die Schachnovelle ist ein schmales Bändchen, mittlerweile auch kostenlos online verfügbar (Gemeinfreiheit, yeai!), die Hörbuchfassungen dauern alle etwa Zweieinhalb Stunden. Auch diesmal brauche ich eine Weile, bis mit der Ernsthaftigkeit klar komme, aber dann hat die Erzählweise, sowohl von Zweig, als auch von Herbst vollkommen.

Ich glaube, heute würde das Büchlein anders redigiert, die Geschichte ein wenig anders erzählt werden, ein paar Erklärsätze gestrichen, aber in ihrer Gesamtheit ist sie auch mehr als 75 Jahre nach ihrem Erscheinen extrem eindringlich und veranschaulicht nicht nur das schachliche Wesen, sondern auch, wie schwer Monotonie zu ertragen ist und wie schön man sich an den alltäglichen Dingen erfreuen kann, wenn man sie eine Zeitlang nicht erleben durfte.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/169612454057/ich-aber-lauschte-nur-auf-ihre-stimme-war-das

Christoph Maria Herbst ist beim Erzähler nicht ganz so stark, wie in den Figuren, aber das Buch lebt von den Monologen der Protagonisten und die macht er wunderbar. Immer noch eine krasse, berührende Geschichte, geil vorgelesen. Sehr sehr empfehlenswert.

Dank der Gemeinfreiheit gibts nicht nur das Buch, sondern auch vielfache Hörbuchversionen online. Ich habe in die Reclam Ausgabe mit Hans Sigl reingehört, ist zwar österreichischer, aber bringt zumindest beim Stichhören nicht die gleiche Intensität.

Die Schachnovelle von Stefan Zeig, gesprochen von Christoph Maria Herbst, erschien beim Argon Verlag.

Hörbuch: Hier bin ich von Jonathan Safran Foer, gesprochen von Christoph Maria Herbst

Hörstoff: Hier bin ich bin Jonathan Safran Foer, gelesen von Christoph Maria Herbst. #amlistening #hoerbuch #argon

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Der erste Satz aus Hier bin ich:

Zu Beginn der Zerstörung Israels überlegte Isaac Bloch, ob er sich umbringen oder ins jüdische Seniorenheim gehen sollte.

Jacob und Julia haben drei Kinder, sich aber sonst ziemlich weit auseinandergelebt. Jacob schreibt für eine Fernsehserie, die er scheiße findet und scheitert an seinem Herzensprojekt und an seiner Ehe. Und dann kommt dieses Erdbeben und zerstört Israel.

Ähnlich konfus wie diese Inhaltsangabe ist auch der Roman selbst. Während ich in der ersten Hälfte der langsamen Demontage der Ehe von Jacob und Julia zugucke, die zwar besonders in den Dialogen mit sehr viel Feinheit gezeigt wird, mit aber generell viel zu lange dauert, geschieht in der zweiten Hälfte des Romanes so viel, dass ich kaum hinterher komme.

Für mich versucht Jonathan Safran Foer, zwei Geschichten in eine zu packen. Zwei Geschichten, die so unterschiedlich sind, weil die erste Atmosphäre und Gedankenwelt erzählt und die zweite so viel Plot hat, dass er kaum unterkommt in seiner zugeteilten Hälfte des Romanes. Während ich im ersten Teil wohl aufgehört hätte, wenn ich nicht das Hörbuch auf den Ohren gehabt hätte, hätte ich den zweiten Teil gerne ausführlicher gehabt. Als Einheit lässt mich der Roman einigermaßen verwirrt zurück.

Christoph Maria Herbst als Sprecher verstärkt dieses Gefühl leider. Weil Christoph Maria Herbst für mich nicht nur Stromberg, sondern auch der Hörbuchsprecher von Tommy Jaud ist. Wenn ich ihn sehe oder höre, dann erwarte ich Comedy. Dann grinse ich in freudiger Erwartung, selbst, wenn ich wie in diesem Fall weiß, dass das Buch nicht primär lustig ist. Dann warte, warte, warte ich und bin irritiert, weil eben nicht der große Witz kommt.

Was Christoph Maria Herbst extrem gut kann, sind die Dialoge. Das, was Jonathan Safran Foer vorschreibt, setzt Herbst so genau und genial um, dass ich ihm sehr gerne zuhöre. Wenn es dann in die Gedankenwelt von Jacob geht, ermüdet mein Interesse.

Vielleicht muss ich mich sowohl an Jonathan Safran Foer als unkonventionellen Autoren, als auch an Christoph Maria Herbst als Sprecher seriöser Romane gewöhnen. Nicht falsch verstehen. Ich mochte das Buch und den Sprecher irgendwie. Aber beide lassen mich einigermaßen verwirrt zurück.

Hier bin ich von Jonathan Safran Foer wurde übersetzt von Henning Ahrens, das Hörbuch wurde gesprochen von Christoph Maria Herbst und erschien bei Argon. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Roman: So, und jetzt kommst du von Arno Frank

Lesestoff: So, und jetzt kommst du von Arno Frank #tropen #amreading

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Der erste Satz aus So, und jetzt kommst du:

Als meine Mutter zum ersten Mal starb, war ich bei ihr.

Arno Frank erzählt seine Lebensgeschichte, zumindest die ersten paar Jahre davon. Die, in denen sein Vater genug hat vom Autos verkaufen, sich eine größere Summe zusammenbetrügt und dann mitsamt seiner Familie durch Europa flieht.

Der Klappentext bezeichnet den Vater als Hochstapler. Da muss ich an Leonardo DiCaprio in Catch me if you can denken und das geht in eine falsche Richtung. Dennoch, Frank erzählt eine krasse Lebensgeschichte, in die man schnell reinkommt, in einem nüchternen, leicht prosaischen Stil.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/160739827592/und-doch-ihr-erstes-helles-auflachen-u-ber-den

Es gab immer wieder Formulierungen, die aufblitzten, über die ich mich sehr gefreut habe. Leider aber, trotz der Neugier und der immer näher kommenden, unabwendbaren Katastrophe, bei der das ganze Lügengerüst des Vaters unweigerlich zusammenbrechen muss, gab es auch langatmige Stellen, durch die ich mich eher durchzwingen musste, bevor es gegen Ende dann wieder extrem Fahrt aufnimmt.

Arno Frank erzählt mit So, und jetzt kommst du seine krasse Geschichte, aber ich bin mir gar nicht sicher, ob die Buchform die beste für diese Geschichte ist. Bei einem Abendessen auf der Buchmesse in Leipzig dieses Jahr haben wir uns ein wenig unterhalten und er hatte auch ein wenig aus dem Buch erzählt. Dort habe ich sehr gerne zugehört. Vielleicht ist also das Hörbuch, gelesen von Devid Striesow, in diesem Fall die bessere Wahl. Oder sogar ein bisher nicht existierender Film, der manche Längen des Buches herausnimmt. Von der Geschichte her auf jeden Fall konsumierenswert.

So, und jetzt kommst du von Arno Frank erschien bei Tropen, das Hörbuch, gelesen von Devid Striesow, erschien bei RandomHouse Audio. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Hörbuch: Armada von Ernest Cline, gelesen von Gerrit Schmidt-Foß

Neues auf die Ohren: Armada von Ernest Cline, gelesen von Gerrit Schmidt-Foß. #argon #amlistening #hoerbuch

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Der erste Satz aus Armada:

Ich starrte gerade aus dem Fenster des Klassenraums und träumte von Abenteuern, als ich die fliegende Untertasse entdeckte.

Zack Lightman ist der 0815-Nerd, der ohne Vater aufwuchs und sehr gern sein Lieblingscomputerspiel „Armada“ zockt, bis er bemerkt, dass „Armada“ zwar auch ein gutes Spiel ist, bei dem man hilft, die Erde vor den Angriffen der Außerirdischen zu schützen, aber in erster Linie dazu dient, Computerspieler zu trainieren und die besten Spieler herauszusuchen.

Sowohl in seinem Film „Fanboys“, als auch im ersten Roman „Ready Player One“ arbeitet Ernest Cline mit extrem vielen Popkulturreferenzen. Einerseits finde ich das gut. Wie oft frage ich mich bei Zombiefilmen/-serien/-romanen, wieso es in der jeweiligen Realität noch nie einen anderen Zombieroman/-film/-serie gibt, noch nichtmal das Wort „Zombie“ existiert. Bei Cline wissen die Leute in seinen Geschichten, was wir wissen. Wenn wir es wissen. Und das ist der feine Grat zwischen „die Anspielung habe ich gerade verstanden“ und „da gehts um irgendwas, was ich nicht kenne“. Hier packt mir Cline zu viel rein, zu viele Anspielungen, zu viele Selbstverständlichkeiten, von denen ich irgendwann auch denke, dass sie die eigene Geschichte mehr verdecken, als sie zu bereichern.

Die eigene Geschichte ist gut, lehnt an reale Ereignisse an (der Bradley Trainer oder America’s Army) und ich habe großen Spaß sie zu hören und will wissen, wie es weiter und ausgeht. Sie unterhält sehr, ich höre mir die 12 Stunden in drei Tagen an, wie eine Serie, die man durchguckt, nur dass ich nebenher unterwegs sein kann. Aber leider ist mir an vielen Stellen zu plump erzählt. Viele Andeutungen sind zu offensichtlich, viele Momente nicht gut genug in der Geschichte verwebt, sodass mir viele Wendungen in der Geschichte klar sind, bevor sie passieren, weil es eben doch nicht nur Andeutungen sind. Das fand ich in Ready Player One konsistenter. Trotzdem, ich habs mir sehr gern angehört. Natürlich auch wegen Gerrit Schmidt-Foß.

Ich kenne ihn schon lange als Synchronsprecher- vor allem von Leonardo DiCaprio und Jim „Sheldon Cooper“ Parsons – aber habe ihn nie als Hörbuchsprecher gehört. Anfangs fällt es mir schwer, seine Stimme als die eines Jugendlichen anzunehmen, aber nach der Eingewöhnungszeit war ich voll drin. 12 Stunden sehr gut unterhalten gewesen.

Kein Nachhall, kein tagelanges Grübeln über die Moral. Aber Unterhaltung. In diesem Fall reichte es vollkommen. Gerne wieder.

Armada von Ernest Cline wurde gesprochen Gerrit Schmidt-Foß und übersetzt von Sara Riffel. Das Buch erschien bei Fischer-Tor, das Hörbuch bei Argon. Argon hat mir ein Exemplar zur Verfügung gestellt.

PS: Schön: Fischer-Tor hat sich auch die Rechte für Ready Player One geholt, sodass die Bücher beim selben Verlag und mit einem einheitlichen Design kommen. Nicht so schön: Ich mag die Cover überhaupt nicht. Sorry.

#incommunicado, das neue Hörbuch – als kompletter Download

Es ist schon wieder Dienstag, und diesmal wirklich zum letzten Mal Zeit für #incommunicado. Wie versprochen gibt es jetzt das gesamte Hörbuch als Download, eine zip-Datei, mit 18 Dateien: Vorwort, Nachwort und 16 Teile mit ganz kurzem Intro, sodass ihr die Teile in einem Rutsch durchhören könnt. Also: Runterladen, anhören, anderen davon erzählen, verteilen, remixen, Urheberrecht revolutionieren.

Bitte, Danke, Lächeln, Fabian.

Dieses Hörbuch basiert auf #incommunicado, einem Roman von Michel Reimon, ist gesprochen von Fabian Neidhardt und Dennis Kröger, aufgenommen bei Rockinson unter der Aufnahmeleitung von Maikl Robinson.
Dieses Projekt wurde durch eine Crowdfundingkampagne bei Startnext realisiert und wäre nicht möglich möglich gewesen ohne die Hilfe von Michel Reimon, Inge Chen, Chantal Busse, Julian Betz, Christian Wöhrl, Fin Trotzkopf, Corinna Budig, Wolfgang Tischer, Corina Butscher, Kevin Wrede, Stefan Kremer und Soenke Scharnhorst.

Dieses Werk ist unter der Creative Commons Lizenz: Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 lizensiert. Es ist kostenlos, gratis und frei. Jeder kann es weitergeben und weiterverarbeiten, solange es unter den gleichen Bedingungen weitergegeben wird.

#incommunicado, das neue Hörbuch – Teil 16

Es ist Dienstag, 14:20 Uhr, zum letzten Mal Zeit für #incommunicado. Die Wochen vergingen ganz schön schnell! Wie wunderbar, dass ihr bis hierhin dabei seid. Danke.

Demnächst gibt es das gesamte Hörbuch als Paket. Erzählt Freunden davon. Lasst uns das Urheberrecht revolutionieren.

Bitte, Danke, Lächeln, Fabian.

PS: Georg Fischer hat eine tolle erweiterte Rezension zum Hörbuch geschrieben.

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Dieses Hörbuch basiert auf #incommunicado, einem Roman von Michel Reimon, ist gesprochen von Fabian Neidhardt und Dennis Kröger, aufgenommen bei Rockinson unter der Aufnahmeleitung von Maikl Robinson.
Dieses Projekt wurde durch eine Crowdfundingkampagne bei Startnext realisiert und wäre nicht möglich möglich gewesen ohne die Hilfe von Michel Reimon, Inge Chen, Chantal Busse, Julian Betz, Christian Wöhrl, Fin Trotzkopf, Corinna Budig, Wolfgang Tischer, Corina Butscher, Kevin Wrede, Stefan Kremer und Soenke Scharnhorst

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#incommunicado, das neue Hörbuch – Teil 15

Es ist Dienstag, 14:20 Uhr, Zeit für #incommunicado. Vorletzter Teil!

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Dieses Hörbuch basiert auf #incommunicado, einem Roman von Michel Reimon, ist gesprochen von Fabian Neidhardt und Dennis Kröger, aufgenommen bei Rockinson unter der Aufnahmeleitung von Maikl Robinson.
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#incommunicado, das neue Hörbuch – Teil 14

Es ist Dienstag, 14:20 Uhr, Zeit für #incommunicado. Wir nähern uns sehr schnell dem Ende!

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#incommunicado, das neue Hörbuch – Teil 13

Es ist Dienstag, 14:20 Uhr, Zeit für #incommunicado.

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Dieses Hörbuch basiert auf #incommunicado, einem Roman von Michel Reimon, ist gesprochen von Fabian Neidhardt und Dennis Kröger, aufgenommen bei Rockinson unter der Aufnahmeleitung von Maikl Robinson.
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#incommunicado, das neue Hörbuch – Teil 12

Es ist Dienstag, 14:20 Uhr, Zeit für #incommunicado.

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