Roman: Hotel Alpha von Mark Watson

Der erste Satz von Hotel Alpha:

Das Alpha Stand in Flammen.

Auf Mark Watson bin ich aufmerksam geworden, weil er bei den Buchwochen in Stuttgart gelesen hatte. Cooler Typ, schöne Lesung und ein toller Start in dieses Buch.

Da ist dieses Hotel, das Alpha. In den 60ern macht Howard York dieses Hotel auf und stellt Graham als Portier ein. Seit einem Brand im Jahr 1984 lebt der blinde Junge Chas bei den Yorks. Graham und Chas erzählen abwechselnd diese Geschichte, die Geschichte über das Hotel, die Geschichte über die Welt und natürlich ihre ganz eigene.

Ein Hotel ist ja grundsätzlich schon ein skurriler Ort, an dem Geschichten passieren können. Watson verknüpft aber mehrere Lebensgeschichten mit diesem Ort und den Geschichten dort, sodass es nicht einfach Anekdoten sind,  sondern daraus ein Netz wird, eine Verwebung, Leben.

Watson treibt das Ganze noch ein wenig weiter und hat neben dem Roman zusätzlich 100 kurze Geschichten geschrieben, die mal mehr, mal weniger mit der Hauptgeschichte zu tun haben, aber alle im Alpha spielen. Erweitert den Roman quasi um ein ganzes Universum. Die Geschichten gibt’s kostenlos auf hotelalphastories.de. Ich kannte Mark Watson vorher nicht, weder als Schriftsteller, noch als Comedian, aber sobald mir ein neues (oder altes) Buch von ihm in die Hände fällt, werde ich auch das lesen.

Hotel Alpha von Mark Watson wurde übersetzt von Andrea Kunstmann und erschien bei Heyne. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Bericht: Die Stuttgarter Buchwochen, Mark Watson und das Hotel Alpha

Da lebe ich seit rund 8 Jahren in Stuttgart, aber diese Buchwochen sind immer an mir vorbei gegangen, beziehungsweise, bis ich in den Bahnstationen die passenden Plakate gesehen habe, war es immer wieder schon zu spät. Dieses Jahr nicht. Wolfgang Tischer vom literaturcafé.de ist an manchen Abenden als Moderator von Lesungen dabei und sagt mir Bescheid, dass unter anderem Mark Watson da sein wird, um aus seinem neuen Roman Hotel Alpha zu lesen. Und dann sagt mir mein ehemaliger Dozent an der Musikhochschule, Götz Schneyder,  dass er bei Mark Watson die deutschen Passagen aus dem Roman liest. Freunde und Literatur, was braucht man mehr.

Im Haus der Wirtschaft sind also die Buchwochen zu finden. Der Eintrittspreis ist mit zwei Euro eher symbolisch. Dafür kommt man in mehrere Säle voller Bücherreihen. Hauptsächlich präsentieren sich baden-württembergische Verlage und natürlich ist man erschlagen von den Büchern. Alle paar Meter fotografiere ich ein Cover, das mich anspricht. Ein Stockwerk drüber wird die Graphic-Novel Sonderabteilung angepriesen, die sich leider als kleines Eckchen erweist. Dann gibt es ein paar Jugendbuchpreisecken und Bildbandreihen und dann kommt man in den Saal des Gastlandes Großbritannien. Britische Persönlichkeiten, britische Rockbands, britische Küche, britische Bücher auf deutsch und englisch, alles vorhanden. Und mittendrin die kleine Bühne. Alles in allem ist die Ausstellung schon interessant, aber nicht mehr, als eine ausführlichere Buchhandlung, in der man, meines Wissens, nichtmal Bücher kaufen kann. So richtig interessant sind also die Veranstaltungen um die Ausstellung herum, wie beispielsweise Mark Watson, er läutet eine ganze Reihe an Veranstaltungen ein.

Ich muss sagen ich kenne Mark Watson bis zu dem Zeitpunkt nicht. Hotel Alpha liegt zwar hier, aber ich habe auch noch nicht die Zeit gefunden, es zu lesen. Hält mich nicht davon ab, die Lesung zu besuchen. Da sitzen also diese drei Männer,  Mark Watson, Wolfgang Tischer und Götz Schneyder. Götz und Wolfgang relativ seriös in schwarzem Hemd und dunkler Hose. Watson in Shirt und Jeans, die er beim Schritt auf die Bühne hochziehen muss. Watson kann ziemlich gut deutsch, in der Schul gelernt und es reicht, um einige Antworten auf Deutsch zu geben. Sie reden über das Schreiben und oft spricht mit Watson aus der Seele. Immer wieder schön, wenn man mitbekommt, dass man nicht allein ist mit seinen Problemen. In diesem Fall, was das Schreiben betrifft.

Dann kommt die Lesung, Deutsch und Englisch, und sie macht Spaß. Lust auf dieses Buch über dieses Hotel. Wir schmunzeln und Lachen und Nicken und nach rund anderthalb Stunden ist es vorbei. Watson signiert die Romanexemplare, die ihm vorgelegt werden und ich unterhalte mich mit Götz und Wolfgang. Und plötzlich heißt es, hej wir gehen noch was trinken, kommst du mit. Und ich, klar!

Also sitzen wir in dieser Kneipe, Watson, sein deutscher Lektor, Götz, Wolfgang und ich. Essen, trinken, reden und diskutieren und ich hatte wirklich nicht gedacht, den Abend so lange werden zu lassen. Aber hej, eine Nacht mit genügend Schlaf ist doch nur eine weitere, an die du dich nicht erinnern wirst.

Dies wird nicht mein letzte Veranstaltung bei den Buchwochen gewesen sein. Spätestens zu Jasper Fforde am 26.11 bin ich wieder dabei.