Film: Das Spiel, ‚Gerald’s Game‘, nach einem Roman von Stephen King

Um das Liebesleben und die Beziehung wieder in Fahrt zu bringen, wollen Jessie und Gerald das Wochenende alleine auf ihrer Hütte verbringen. Dann erleidet Gerald einen Herzinfarkt, während Jessie ans Bett gekettet ist.

Vor etwa 15 Jahren hatte ich Stephen King für mich entdeckt und schon durch einige Romane gelesen, als ich Das Spiel in der englischen Ausgabe bekam. Ich fing auch an zu lesen, kam auch an den Punkt, an dem Gerald stirbt (übrigens stirbt er im Roman nochmal ein bisschen anders und tatsächlich in einer bestechenderen Version), aber mit 15 war mein English nicht sicher genug, um durch den Roman zu kommen. Und es gibt auch immer viel anderes zu lesen. Seit kurzem ist der Film verfügbar.

Ein Kammerspiel, der Großteil des Films spielt im Schlafzimmer, in dem Jessie am Bett hängt und, ja auch mit realen Bedrohungen wie einem eindringenden Wolfshund und Wassermangel, aber viel schlimmer noch, mit ihren Ängsten und ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Gerald stirbt zwar am Anfang des Films, aber er ist dank Jessies Fantasie bis zum Ende dabei.

Ein wirklich beängstigender Psychothriller, der am Ende auch in Richtungen geht, die ich nicht erwartet hätte und ihn auch sehr aktuell macht. Man braucht starke Nerven, weil mindestens eine Szene extrem explizit wird, so sehr, dass mir schlecht geworden ist. Ein Film, der mich beeindruckt hat und mir Lust macht, jetzt doch noch den Roman zu lesen.

Das Spiel, nach einem Roman von Stephen King, mit Carla Gugino und Bruce Greenwood ist auf Netflix verfügbar. Dort gibt es auch einen deutschen Trailer, den ich leider nicht einbinden kann.

Hörbuch: Hier bin ich von Jonathan Safran Foer, gesprochen von Christoph Maria Herbst

Hörstoff: Hier bin ich bin Jonathan Safran Foer, gelesen von Christoph Maria Herbst. #amlistening #hoerbuch #argon

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Der erste Satz aus Hier bin ich:

Zu Beginn der Zerstörung Israels überlegte Isaac Bloch, ob er sich umbringen oder ins jüdische Seniorenheim gehen sollte.

Jacob und Julia haben drei Kinder, sich aber sonst ziemlich weit auseinandergelebt. Jacob schreibt für eine Fernsehserie, die er scheiße findet und scheitert an seinem Herzensprojekt und an seiner Ehe. Und dann kommt dieses Erdbeben und zerstört Israel.

Ähnlich konfus wie diese Inhaltsangabe ist auch der Roman selbst. Während ich in der ersten Hälfte der langsamen Demontage der Ehe von Jacob und Julia zugucke, die zwar besonders in den Dialogen mit sehr viel Feinheit gezeigt wird, mit aber generell viel zu lange dauert, geschieht in der zweiten Hälfte des Romanes so viel, dass ich kaum hinterher komme.

Für mich versucht Jonathan Safran Foer, zwei Geschichten in eine zu packen. Zwei Geschichten, die so unterschiedlich sind, weil die erste Atmosphäre und Gedankenwelt erzählt und die zweite so viel Plot hat, dass er kaum unterkommt in seiner zugeteilten Hälfte des Romanes. Während ich im ersten Teil wohl aufgehört hätte, wenn ich nicht das Hörbuch auf den Ohren gehabt hätte, hätte ich den zweiten Teil gerne ausführlicher gehabt. Als Einheit lässt mich der Roman einigermaßen verwirrt zurück.

Christoph Maria Herbst als Sprecher verstärkt dieses Gefühl leider. Weil Christoph Maria Herbst für mich nicht nur Stromberg, sondern auch der Hörbuchsprecher von Tommy Jaud ist. Wenn ich ihn sehe oder höre, dann erwarte ich Comedy. Dann grinse ich in freudiger Erwartung, selbst, wenn ich wie in diesem Fall weiß, dass das Buch nicht primär lustig ist. Dann warte, warte, warte ich und bin irritiert, weil eben nicht der große Witz kommt.

Was Christoph Maria Herbst extrem gut kann, sind die Dialoge. Das, was Jonathan Safran Foer vorschreibt, setzt Herbst so genau und genial um, dass ich ihm sehr gerne zuhöre. Wenn es dann in die Gedankenwelt von Jacob geht, ermüdet mein Interesse.

Vielleicht muss ich mich sowohl an Jonathan Safran Foer als unkonventionellen Autoren, als auch an Christoph Maria Herbst als Sprecher seriöser Romane gewöhnen. Nicht falsch verstehen. Ich mochte das Buch und den Sprecher irgendwie. Aber beide lassen mich einigermaßen verwirrt zurück.

Hier bin ich von Jonathan Safran Foer wurde übersetzt von Henning Ahrens, das Hörbuch wurde gesprochen von Christoph Maria Herbst und erschien bei Argon. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Buch: Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman

Lesestoff: Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman. #amreading #eichborn

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Sich zwischen den vielen Mythen aus aller Welt zu entscheiden ist nicht weniger schwer, als zwischen verschiedenen Küchen der Welt zu wählen.

Ich lese gerne Romane von Gaiman, mag seine ebenso seine Vorlesungen und seine Ansichten. Dennoch gibt es Bücher von ihm, die ich nicht lese, weil mich das Thema nicht interessiert. Bei diesem war ich kurz davor, die Finger davon zu lassen. Ich habe früher gerne und viele Mythen und Sagen gelesen und mag neuere Geschichten mehr. Aber ich weiß, wie gerne Gaiman mit den Mythen arbeitet, wie ganze Romane auf ihnen basieren. Und dachte, was soll’s, probieren wir es.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/164172351527/ich-stellte-mir-lange-winternächte-vor-vielleicht

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Diese Geschichtensammlung ist kein ein literarisches Meisterwerk und vor allem keine Geschichte, die wir nicht schon auf die ein oder andere Art gehört haben. Dennoch habe ich das Buch sehr gern gelesen. Es wärmt die Seele und hat mich daran erinnert, warum ich so gerne Geschichten erlebe und selber erzähle.

Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman wurde übersetzt von André Mumot und erschien bei Eichborn. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.09

Roman: Das Auge des Zoltars von Jasper Fforde

Lesestoff: Das Auge des Zoltars von Jasper Fforde. #amreading #one #jenniferstrange

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Der erste Satz in Das Auge des Zoltars:

Zunächst mussten wir den Trafalmosauraus einfangen.

Jennifer Strange ist wieder da. Wieder ein Jahr älter, immer noch bei Kazam und natürlich gibt es neue Probleme. Aber hej, deshalb sind sind wir ja hier. Deshalb lesen wir die Bücher. Jasper Fforde nimmt uns mal wieder mit in diese absurde Welt, die mich immer wieder an Terry Pratchett und Neil Gaiman erinnern.

Ganz egal, was die Geschichte ist, es bereitet mir gute und kluge Unterhaltung, Jennifer Strange bei ihren Abenteuern zu begleiten. Es ist nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Deshalb: Gerne wieder.

Wer Pratchett und Gaiman mag, wird auch hier seine Freude haben, egal welchen Alters. Aber ich würde beim ersten Band einsteigen. Und noch eine gute Nachricht: Entgegen früherer Behauptungen ist das hier nicht der letzte Teil. Fforde schreibt, dass es mindestens vier Teile geben wird. Derzeit soll danach dann Schluss sein. Mal sehen.

Das Auge des Zoltars von Jasper Fforde wurde übersetzt von Katharina Schmidt und Barbara Neeb und erschien bei One. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

 

 

Roman: Wiener Straße von Sven Regener

Lesestoff: Wiener Straße von Sven Regener. #amreading #galiani

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Der erste Satz aus Wiener Straße:

Die Tür fiel zu und es war zappenduster.

Ich kenne Sven Regener als Musiker, ich höre und sehe immer gern Element of Crime und ich glaube, dass unsere Meinungen über das Urheberrecht auseinandergehen. Was seine Bücher angeht, bin ich draußen.

Ich habe damals Herr Lehmann als Film gesehen und weiß, dass es die Lehmann-Trilogie gibt. Das war’s. Dazu kommt, dass ich zu jung und zu weit weg von der Wiener Straße in den 1980ern bin. Für mich ist das ein Straßenname ohne weitere Konnotation. Mit diesem Vorwissen bin ich an den Roman gegangen.

Zuerst funktioniert es super. Regener zieht mich in seine Welt, in die Gedanken, Gefühle und Dialoge seiner Figuren und schafft eine Atmosphäre, der ich gerne zusehe. Es ist absurd und skurril und trotzdem in so vielen kleinen Momenten so nah an meinen Gefühlen, dass ich das erste Drittel des Romanes oft grinsend dabei bin. Aber dabei bleibt es dann. Weil ich dann ahne, was sich am Ende bewahrheitet: Es gibt keine nennenswerte Story. Es gibt diese Atmosphäre, es gibt Dialoge, die mich immer wieder zum lachen bringen, aber nicht ändert sich. Nicht wird weitergeführt, sondern alles verharrt. Anfang und Ende sind lose gewählt und ich erhalte diesen kleinen Einblick in die Welt. Der ist am Anfang ganz witzig, aber dieser Witz trägt nicht bis zum Ende und vor allem nicht darüber hinaus.

Die Leute, die Regener besser kennen, sagen, dass es bei den anderen Romanen nicht anders ist. Das heißt für mich, Wiener Straße war ganz nett, aber ich muss keinen weiteren Ausflug in diese Welt machen.

Wiener Straße von Sven Regener erschien bei Galiani Berlin

Roman: Rogue One. Eine Star Wars Story von Alexander Freed

Lesestoff: Rogue One, a Star Wars Story von Alexander Freed. #amreading #starwars #rogueone

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Der erste Satz aus Rogue One. Eine Star Was Story:

Galen Erso war kein guter Farmer.

Dies ist also der Halbsatz aus dem Vorspann von Star Wars Episode 4. Die Rebellen, die die Pläne des Todessterns klauen. Ich sah und mochte den Film, ich lese gern Filmbücher, warum also nicht das hier?

Vieles ist wie beim Vorgängerroman Der Auslöser: Es ist Fanservice, der in Deutschland viel zu spät auf dem Markt erschienen ist und der inkonsistente Übersetzungen auf dem Cover hat.

Im Gegensatz zum Auslöser gibt es hier aber einen Film dazu. Deshalb ist es total schön, die Story nochmal auf Papier zu erleben. Das sogar vertieft, weil man plötzlich all das Innenleben der Figuren viel genauer beschrieben bekommt, Momente gedehnt und gezeigt werden können, die im Film zu wenig oder gar keinen Platz gefunden haben. Das macht Spaß, das lässt die Geschichte besser erleben. Dazu kommt, dass ich diesen einen Tacken besser geschrieben finde, als Der Auslöser. Handwerklich feiner.

Auf der anderen Seite, es ist tatsächlich die exakte Story des Films. Selbst beim Dreh improvisierte Szenen sind hier eingearbeitet. Freed muss also direkt am Film entlanggeschrieben haben. Das heißt, es ist zwar vertieft, aber es gibt nicht wirklich neue Szenen. So ein paar kleine Add-Ons sind dabei, aber kein ’so hätte der Film auch sein können‘, kein alternatives Ende oder sonstwas. Und: Obwohl er handwerklich besser ist als Luceno, schafft Freed es nicht, den Rhythmus aus dem Film ins Literarische zu übertragen. Stellen, die im Film extrem gutes Timing haben und gut funktionieren, funktionieren im Buch nur, weil man davor den Film gesehen hat.

Schade, dass diese literarische Interpretation des Stoffes hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Hätte mehr werden können. Ist aber auch so eine schöne Sache, in dieser Geschichte, in dieser Welt zu schwelgen.

Rogue One. Eine Star Was Story von Alexander Freed wurde übersetzt von Andreas Kasprzak und erschien bei Penhaligon. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Roman: Fireman von Joe Hill

Lesestoff: Fireman von Joe Hill. #amreading #ebook #nofilter #heyne

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Der erste Satz aus Fireman:

Wie jeder hatte auch Harper Grayson im Fernsehen schon viele brennende Menschen gesehen, doch das erste Mal, dass jemand direkt vor ihren Augen in Flammen aufging, war auf dem Pausenhof der Schule.

Eine Pandemie hat die ganze Welt verseucht. Jeder der sich mit diesen Pilzsporen ansteckt, bekommt Feuermale am Körper und die Infizierten leben in der andauernden Gefahr, in Flammen aufzugehen. Deswegen werden die Infizierten ausgestoßen und verjagt. Harper ist infiziert und trifft bei ihrer Flucht auf eine kleine Gemeinschaft, die einen Weg gefunden hat, mit der Infektionen nicht nur zu leben, sondern sie für sich zu nutzen. Aber jede Gemeinschaft wird problematisch, wenn sie extrem wird.

Auf knapp 1000 Seiten erzählt Joe Hill diese Geschichte, in einer Welt, die unsere Vergangenheit hat. Die Facebook und Mary Poppins und selbst Präsident Trump kennt. Erzählt voll Popkulutur und auf eine Art, dass diese 1000 Seiten schnell runtergelesen sind und ich im Nachhinein irritiert bin, weil ich gern mehr Story gehabt hätte. Ich hätte die Protagonisten gern noch eine Weile begleitet. Gewusst, wie diese Welt sich entwickelt. Hier bleibt mir Joe Hill zu nah am Anfang der Katastrophe. Und ich habe genügend Geschichten gelesen / gesehen / gehört, die sich mit dem Umsturz der Gesellschaft nach einer Katastrophe / Apokalypse / Pandemie befassen. Was mich mehr interessiert, ist, wie es auf Dauer in einer solchen Welt ist. Wenn die Katastrophe zum Alltag wird. Das liefert Joe Hill nicht. Dennoch liefert er einen spannenden Roman, der sehr genau aufzeigt, wie aus einer Gemeinschaft eine Sekte wird und wie Gut und Böse bald nicht mehr eindeutig sind. Und das in einer Sprache, die mir wirklich Spaß macht.

Neben der nicht ganz so weiten Story ist mein größter Wermutstropfen die deutsche Übersetzung. Je mehr ich mich mit Sprache und Übersetzungen beschäftige, desto mehr fallen mir Schnitzer und Kanten darin auf. Und in diesem Roman sind einige davon drin. Ein Beispiel, es heißt im englischen Original bei der Beschreibung eines überlebensgroßen Xylofons auf einem Spielplatz:

Privately Harper referred to these last as the Xylophone of the Damned.

Im Deutschen steht dort:

Harper nannte das Gerät klammheimlich das Xylofon der Verdammten.

Das ist zwar wörtlich richtig übersetzt, aber in der feinen Bedeutungsebene müsste es insgeheim heißen, nicht klammheimlich. Ich weiß, das ist pingelig und aus dem Elfenbeinturm der Sprachkunst gesprochen, aber mir sind ein paar solcher Schnitzer aufgefallen, die nicht hätten sein sollen und mich jedes Mal aus dem Geschichtenfluss gerissen haben. Und ich gehe soweit, dass das vielleicht nicht jedem auffällt und die wenigsten den Finger drauf legen können, was sie genau stört, aber ich werde nicht der Einzige sein, der darüber stolpert. Ich habe sonst noch nie eine Übersetzung von Ronald Gutberlet gelesen, kann mir also kein Urteil erlauben. Aber hier bin ich eben immer wieder hängen geblieben, was ich schade fand.

Trotz allem, ich lese Joe Hill sehr gerne und bin gespannt, was da sonst noch kommt. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Fireman zu einer ganz guten Serie interpretiert werden könnte.

Fireman von Joe Hill wurde übersetzt von Ronald Gutberlet und erschien bei Heyne. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Hörbuch: „Geister“ von Nathan Hill, gelesen von Uve Teschner

Buchmesse, Tag 3. Der Tag beginnt mit Dietmar Wunder und Uve Teschner im Interview. #lbm17

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Der erste Satz aus Geister:

Hätte Samuel gewusst, dass seine Mutter weggehen würde, hätte er vielleicht besser aufgepasst.

Samuel hört Jahrzehnte nichts von seiner Mutter, wird Literaturprofessor an einer Uni, versucht sich als Schriftsteller und kommt mit seinem Leben so ganz okay klar. Und dann erfährt er, dass seine Mutter den erzkonservativen Präsidentschaftskandidaten im Park mit Kieseln beworfen hat und nun einen Shitstorm über sich ergehen lassen muss.

Und nun soll er, der seit Jahren seine Enttäuschung über seine Mutter kultiviert, einen öffentlichen Brief schreiben, um die Bevölkerung zu beruhigen. Das ist der Beginn und die Rahmenhandlung. Aber dann taucht der Roman ein in unzählige Geschichten von Dutzenden Personen über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren, spinnt viele kleine Fäden, die sich alle immer wieder irgendwo kreuzen.

Seit Am Ende aller Zeiten habe ich Uve Teschner in meinem Bewusstsein. Kurz vor der Buchmesse in Leipzig und dem Interview mit ihm und Dietmar Wunder habe ich dann erfahren, dass er Geister eingesprochen hat und ich habe mir das Hörbuch geholt, ohne zu wissen, worum es geht. Geiles Cover und Uve Teschner, reicht erstmal. Und dann habe ich ihm 23 Stunden zugehört, alle diese Ausführungen mitgenommen, viel gelacht und mitgefühlt und natürlich mir über mein eigenes Leben Gedanken gemacht.

Bei diesen knapp 900 Seiten war die Hörbuchvariante meine bessere Wahl. Weil bei all den guten Geschichten, irgendwann war die Hauptgeschichte so weit auseinandergezerrt, dass ich froh war, dass mir das jemand vorliest und ich nicht selbst lesen muss. Weil ich höchstwahrscheinlich irgendwann aufgehört hätte.

Dennoch: Großer Roman mit guten Geschichten und viel zum Nachdenken. Urlaubslektüre, wenn man den Biss hat, durchzuhalten.

Geister von Nathan Hill wurde übersetzt von Katrin Behringer und Werner Löcher-Lawrence und erschien bei Piper. Das Hörbuch wurde gesprochen von Uve Teschner und erschien bei Audible. Audible hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

PS: Ich habe den Roman auch beim SWR3 Lesetag empfohlen:

Roman: Die Terranauten von T.C. Boyle

Lesestoff: Die Terranauten von T.C. Boyle #Hanser #tcboyle #amreading #terranauts

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Der erste Satz aus Die Terranauten:

Man hatte uns von Haustieren abgeraten, desgleichen von Ehemännern oder festen Freunden, und dasselbe galt natürlich für die Männer, von denen, soviel man wusste, keiner verheiratet war.

T.C. Boyle macht, was er am besten kann: Er nimmt eine historische Fogur oder ein historisches Ereignis und spinnt davon ausgehend eine Geschichte, die Fiktion und Tatsachen so sehr miteinander verwebt, dass man nicht so genau weiß, was nun wahr ist und was Boyle. Diesmal lehnt er sich an die Biosphäre 2 Experimente in den 1990ern und erzählt die Geschichte von acht Terranauten, die zwei Jahre in dieser künstlichen Welt verbringen, erzählt aus drei Ich-Perspektiven.

Während die Basis und der Anfang noch der Realität entsprechen, erforscht Boyle, was hätte passieren können, wenn die Experimente so lange gemacht wären, wie es geplant war. Tatsächlich wurden die Experimente wegen Geldmangels sehr schnell abgebrochen, in Boyles Roman nicht. Also verfolgt man aus drei Sichten – zwei innerhalb der Kuppel, eine außerhalb – das Geschehen. T.C. Boyle weiß, wie er unterhaltsam erzählen kann, immer nah an der Komik, auch in den ernsten Momenten. So führt er uns durch zwei Jahre in der Kuppel, bei denen schnell klar wird, dass das, wenn auch simulierte, Leben in einer Atmosphäre nicht leicht ist, manchmal sogar fast tödlich.

Ich lese schnell, lerne viel Neues und will wissen, wie es weiter geht, ich genieße die Zeit im Roman, all die 600 Seiten. Die Prämisse, mit der T.C. Boyle aber schreibt – ein Grundszenario entwickeln und dann gucken, wo es uns hinführt – führt aber auch zu dem Problem, dass es keine eindeutigen Bögen und Abschlüsse in manch seinen Geschichten gibt. So auch hier. Der Schluss des Romanes ist nicht der Schluss der Geschichte, wenn es sowas überhaupt gibt. Deshalb fühlt sich aber der gewählte Schluss ein wenig beliebig an. Es hätte schon 100 Seiten früher zu Ende sein können, aber auch 100 Seiten mehr. Aber 600 Seiten sind auch Brett. Nun bin ich gespannt auf den kommenden Roman, laut Boyles Aussage auf der Lesung wird es um Albert Hofmann und die Entdeckung von LSD gehen.

Die Terranauten von T.C. Boyle wurde übersetzt von Dirk van Gunsteren und erschien bei Hanser. Ich habe über den Roman auch im Literaturcafé-Podcast geredet. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

 

Roman: Der begrabene Riese von Kazuo Ishiguro

Lesestoff: Der begrabene Riese von Kathi Ishiguro. #amreading #bookstagram

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Der erste Satz aus Der begrabene Riese:

Nach den kurvenreichen Sträßchen und beschaulichen Wiesen, für die England später berühmt wurde, hättet ihr lange gesucht.

Dieses wunderbare Cover, dieser schöne Titel und meine Begeisterung für Alles, was wir geben mussten, mehr brauchte ich nicht, um diesen Roman lesen zu wollen. Es gibt keinen Klappentext und das ist auch kein Wunder, weil die Geschichte tatsächlich extrem schwer in Worte fassbar ist. Es geht um die Reise eines Ehepaares durch England im fünften Jahrhundert, auf der Suche nach ihrem Sohn. Dabei verpasst Ishiguro seiner Geschichte einen spirituellen Anstrich, gibt seiner Geschichte das plus X, welches ich in Geschichten sonst sehr mag. Hier funktioniert es für mich nicht. Über den Großteil des Romanes quäle ich mich durch undurchdringliche Dialoge und eine ebenso wirre Geschichte, die gleichzeitig extrem zäh ist. Der titelgebende Riese kommt dabei nur am Rande vor.

Zwar zieht die Geschichte, das gesamte Buch im letzten Drittel sehr an und insgesamt lässt sie mich doch mit einigen schönen Bildern und Gedanken zurück, aber der Weg dahin ist sehr sehr anstrengend und er ist auch nicht mit toller Atmosphäre oder ausgeschmückter Landschaft versehen. Es ist wirr und langatmig und undurchschaubar. Die erste Hälfte hätte gestrichen werden können, der Roman hätte mindestens so gut funktioniert, wie er es jetzt tut.

Das ist schade, denn es ist mein zweiter Roman von Kazuo Ishiguro und nachdem ich vom ersten extrem begeistert war, weiß ich nach diesem nicht, ob ich das nächste Mal genauso begeistert wieder nach einem seiner Bücher greifen werde.

Der begrabene Riese von Kazuo Ishiguro wurde übersetzt von Barbara Schaden und erschien bei Blessing. Der Verlag hart mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

 

Serie: This is us

Nachdem ich die letzten Minuten der ersten Folge gesehen habe, war mir klar, This is us gehört zu den besten Serien, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

This is us dreht sich um mehrere Menschen, die am gleichen Tag Geburtstag haben und wie sich ihre Leben überschneiden. Mehr sollte man gar nicht wissen, weil man sich sonst sehr viel kaputt macht. DWDL beschreibt es passend:

[…] eine Familiengeschichte, die sich Woche für Woche entfaltet und dabei das Meisterstück beherrscht, gleichzeitig fehlende Puzzleteile zu liefern und das Puzzle erneut zu vergrößern.

Dabei geht es nicht um eine große Geschichte, der man unbedingt folgen will, sondern um viele kleine Geschichten und vor allem um Beziehungen. Wie Menschen miteinander umgehen. Die ganze Produktion, von der Idee von Dan Fogelman bis hin zu den Schauspielern wie Mandy Moore und Milo Ventimiglia, ist geil gemacht. Ich habe die Serie auf englisch sehr gerne gesehen und bin froh, dass sie den Weg nach Deutschland findet. Ein wenig irritierend ist die Werbeschiene, die ProSieben fährt, alles ist extrem auf Emotionen ausgelegt. Und klar, die Serie ist emotional, aber sie ist so viel mehr. Für mich ist sie die bisher beste Serie des Jahres. Und es wird mindestens zwei weitere Staffeln geben.

This is us läuft ab 24. Mai jeden Mittwoch um 21:15 Uhr auf ProSieben. Und sie ist wirklich ein Grund, mal wieder lineares Fernsehen einzuschalten.

Film & Verlosung: Sieben Minuten nach Mitternacht

Conors Mutter wird bald an Krebs sterben und er kommt überhaupt nicht drauf klar. Er flüchtet sich in seine Zeichnungen und seine Fantasie und sieht sich eines Nachts, sieben Minuten nach Mitternacht, einem Baummonster gegenüber, dass ihm weder etwas Böses will, noch ihm helfen will, sondern ihm Geschichten erzählt, über böse Hexen und gute Könige.

Ich will gar nicht zu tief in die Geschichte einsteigen, es geht um die Beziehung von Sohn und Mutter, um Verlust und natürlich um Liebe.

Ich habe den Roman zum Film noch nicht gelesen, aber in der Vergangenheit hat sich diese Reihenfolge als die bessere herausgestellt. Klar, meine Fantasie wird beschnitten, mir wird vorgegeben, wie Figuren aussehen und wie sie sprechen (Ford Prefect ist meiner Fantasie immer Mos Def). Aber auf der anderen Seite denke ich im Film nicht die ganze Zeit, hey, aber im Buch war das anders. Und da kaum etwas meine eigene Fantasy schlagen kann, kann ich gut auf die Interpretation anderer aufbauen.

Also bin ich ganz unvoreingenommen in den Film und kam fasziniert wieder raus. Sieben Minuten nach Mitternacht ist manchmal düster und ergreifend und dann wieder lustig und leicht, es ist kein Märchen, sondern ein Fantasydrama, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich für Kinder geeignet ist.

Patrick Ness hat den Roman zum Film geschrieben. Wikipedia erzählt den Hintergrund:

Das Buch ist von einer Idee von Siobhan Dowd inspiriert, deren unerwarteter Tod verhinderte, dass sie die Geschichte selbst aufschreiben konnte. Dowd starb 2007 nach drei Jahren Krankheit mit 47 Jahren an Brustkrebs.

Siobhan Dowd wird mehrmals genannt und ich hatte mich im Kino noch gefragt, was dieses ‚inspiriert von‘ bedeutet. Mit diesem Wissen hebt sich die Geschichte auf eine ganz neue Ebene und wenn ich das Buch in den Händen habe, werde ich es auch lesen wollen.

Wie in den Geschichten, die das Monster dem Jungen erzählt, so ist auch der Film selbst nicht in gut und böse aufgeteilt. Und es gibt kein Happy End. Er ist trotz all seiner fantastischen Elemente voller realistischer Gefühle und geht damit ungleich näher, als jedes ‚vielleicht leben sie noch heute‘.

Sieben Minuten nach Mitternacht läuft ab 4. Mai im Kino.

Verlosung:

Studiocanal hat mir zweimal zwei Freikarten fürs Kino plus Roman zur Verfügung gestellt.

Schreibt mir eine Mail (oder einen Kommentar) mit eurer Adresse und sagt mir, welches Märchen beschäftigt euch bis heute?

Der Zufall entscheidet dann. Einsendeschluss ist Donnerstag, 27. April, 12 Uhr. Dann gehen die Pakete direkt raus. Die Adressen werden für nichts anderes verwendet und direkt danach wieder gelöscht. Viel Erfolg!

 

Film: Es war einmal in Deutschland…

Ein Jahr nach Kriegsende versucht der jüdische David Bermann mit Freunden, einen Wäschehandel aufzumachen und reist als Handelsvetreter durch die Gegend um Frankfurt. Dank kleiner Tricks und Flunkereien floriert das Geschäft, aber David muss sich gleichzeitig vor den Amerikanern in Acht nehmen. Er steht im Verdacht, mit den Nazis kollaboriert zu haben.

So viel erzählt auch der Trailer. Und wenn es nur nach dem Trailer geht, dann hätte ich mir den Film nicht angesehen. Ich wusste nicht, was mich erwartet, ich habe die Romane von Michel Bergmann nicht gelesen, kenne also auch nicht die Vorlagen, „Die Teilacher“ und „Machloikes“ und der Trailer, als auch die Beschreibungen nennen den Film eine Komödie. Dabei ist er viel mehr.

Was im Trailer plump und extrem verfälschend zusammengeschnitten ist, verschweigt den gesamten Teil der Tragik, die unter dem schwarzen Humor und der fröhlichen Musik liegt. Die Ahnung des Grauens und der Angst, die noch nichtmal ein Jahr her ist. Klar ist der Film auch witzig und ich kann an vielen Stellen lachen. Aber es geht eben auch tiefer. Gerade Moritz Beibtreu, dessen Charakter mir im Trailer noch extrem unsympathisch rüberkommt, zeigt, was alles unter dem Chuzpe liegt, den er vor sich herträgt. Dazu kommt ein durch das Setting, die Geräusche, die Musik und den Farbton (der in Nebel im August schrecklich war) ein Gefühl auf, dass sich authentisch gibt.

All das macht „Es war einmal in Deutschland…“ zwar nicht zu dem großen Kinohit des Jahres, aber zu einem netten sehenswerten Film, der auch viel Lust auf die zugehörigen Romane macht. Und der einen besseren Trailer als den vorliegenden verdient hat.

Es war einmal in Deutschland… läuft seit 6. April im Kino, und basiert (lose?) auf den Romanen „Die Teilacher“ und „Machloikes„, geschrieben von Michel Bergmann und erschienen bei dtv. X-Verleih hat mir die Kinotickets zur Verfügung gestellt.

Hörbuch: Armada von Ernest Cline, gelesen von Gerrit Schmidt-Foß

Neues auf die Ohren: Armada von Ernest Cline, gelesen von Gerrit Schmidt-Foß. #argon #amlistening #hoerbuch

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Der erste Satz aus Armada:

Ich starrte gerade aus dem Fenster des Klassenraums und träumte von Abenteuern, als ich die fliegende Untertasse entdeckte.

Zack Lightman ist der 0815-Nerd, der ohne Vater aufwuchs und sehr gern sein Lieblingscomputerspiel „Armada“ zockt, bis er bemerkt, dass „Armada“ zwar auch ein gutes Spiel ist, bei dem man hilft, die Erde vor den Angriffen der Außerirdischen zu schützen, aber in erster Linie dazu dient, Computerspieler zu trainieren und die besten Spieler herauszusuchen.

Sowohl in seinem Film „Fanboys“, als auch im ersten Roman „Ready Player One“ arbeitet Ernest Cline mit extrem vielen Popkulturreferenzen. Einerseits finde ich das gut. Wie oft frage ich mich bei Zombiefilmen/-serien/-romanen, wieso es in der jeweiligen Realität noch nie einen anderen Zombieroman/-film/-serie gibt, noch nichtmal das Wort „Zombie“ existiert. Bei Cline wissen die Leute in seinen Geschichten, was wir wissen. Wenn wir es wissen. Und das ist der feine Grat zwischen „die Anspielung habe ich gerade verstanden“ und „da gehts um irgendwas, was ich nicht kenne“. Hier packt mir Cline zu viel rein, zu viele Anspielungen, zu viele Selbstverständlichkeiten, von denen ich irgendwann auch denke, dass sie die eigene Geschichte mehr verdecken, als sie zu bereichern.

Die eigene Geschichte ist gut, lehnt an reale Ereignisse an (der Bradley Trainer oder America’s Army) und ich habe großen Spaß sie zu hören und will wissen, wie es weiter und ausgeht. Sie unterhält sehr, ich höre mir die 12 Stunden in drei Tagen an, wie eine Serie, die man durchguckt, nur dass ich nebenher unterwegs sein kann. Aber leider ist mir an vielen Stellen zu plump erzählt. Viele Andeutungen sind zu offensichtlich, viele Momente nicht gut genug in der Geschichte verwebt, sodass mir viele Wendungen in der Geschichte klar sind, bevor sie passieren, weil es eben doch nicht nur Andeutungen sind. Das fand ich in Ready Player One konsistenter. Trotzdem, ich habs mir sehr gern angehört. Natürlich auch wegen Gerrit Schmidt-Foß.

Ich kenne ihn schon lange als Synchronsprecher- vor allem von Leonardo DiCaprio und Jim „Sheldon Cooper“ Parsons – aber habe ihn nie als Hörbuchsprecher gehört. Anfangs fällt es mir schwer, seine Stimme als die eines Jugendlichen anzunehmen, aber nach der Eingewöhnungszeit war ich voll drin. 12 Stunden sehr gut unterhalten gewesen.

Kein Nachhall, kein tagelanges Grübeln über die Moral. Aber Unterhaltung. In diesem Fall reichte es vollkommen. Gerne wieder.

Armada von Ernest Cline wurde gesprochen Gerrit Schmidt-Foß und übersetzt von Sara Riffel. Das Buch erschien bei Fischer-Tor, das Hörbuch bei Argon. Argon hat mir ein Exemplar zur Verfügung gestellt.

PS: Schön: Fischer-Tor hat sich auch die Rechte für Ready Player One geholt, sodass die Bücher beim selben Verlag und mit einem einheitlichen Design kommen. Nicht so schön: Ich mag die Cover überhaupt nicht. Sorry.

Roman: Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes

Lesestoff: Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes. #btb #amreading

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Der erste Satz aus Vom Ende einer Geschichte:

Ich erinnere mich in ungeordneter Reihenfolge an:

Tony ist mittlerweile ein alter Mann, aber in seiner Jugend war Adrian sein wichtigster Freund. Sie haben sich vor Jahrzehnten aus den Augen verloren und Tony kann nur immer wieder seine Erinnerungen auffrischen. Bis er genau diese hinterfragen muss.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/158963986362/dieses-letzte-bild-habe-ich-nicht-wirklich

Im Nachhinein ist die Geschichte, die Barnes erzählt, nicht besonders komplex und vielleicht auch nicht unglaublich außergewöhnlich. Im Nachhinein war alles schonmal da. Aber Barnes etabliert eine Wahrheit, die er dann langsam dekonstruiert und ich kann nicht anders, weiterzulesen, weil ich doch wissen will, was die andere Wahrheit ist.

Barnes füllt diese kurze Geschichte mit Gedanken und Reflexion, erzählt die Anfänge von Tony und Adrian aus Tonys Sicht und überspringt dann knapp 40 Jahre, um dann den Anfang auseinanderzunehmen. Ich mochte viele der Gedanken, viele Sätze hätte ich mir anstreichen können. Aber manchmal fällt er in den Ton eines belehrenden alten Mannes, der sich anhört, als ob er alles weiß. Ironisch, weil es ja gerade darum geht, dass er nicht alles weiß.

Das Buch lebt von seiner Atmosphäre, von seinen Gedanken, von seinen Worten. Gelesen habe ich es, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Und ich habe es sehr gern gelesen.

Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes wurde übersetzt von Gertraude Krueger und erschien bei btb.