Roman: The Circle von Dave Eggers

Der erste Satz aus The Circle:

My got, Mae thought. It’s heaven.

Und schon sind wir mittendrin. Mae ist Ende 20 und hat einen Job bei dem Circle bekommen, DER Firma überhaupt. Wie eine Fusion von Facebook und Google und Amazon, die eine Firma, über die all deine Internetaktivitäten laufen. Die Firma mit den tollsten Büros und der besten Atmosphäre, eine Firma, bei der jeder arbeiten will. Alles ist offen und hell und transparent. Und es ist doch ganz klar, wenn alle alles wissen, braucht keiner Angst vor irgendwas haben und alle sind für alle da. Und je mehr Kameras wir haben, desto sicherer werden die Straßen. Und wenn wir unseren Kindern Chips einsetzen, dann wissen wir immer, wo sie sind und dann kann nichts passieren …

Das Bestechende und Faszinierende an dem Roman ist seine Nähe zur Realität. Ganz viele Sachen, die Eggers beschreibt, sind heute schon in Benutzung. Und dann dreht er langsam die Schreibe immer weiter in eine konsequente Richtung. Und da setzt das Problem an. Während ich anfangs fasziniert bin und mich angesichts der Technik, die ich auch benutze ertappt fühle, dann aber irgendwann den Kopf schüttele und sage, nein, das geht mir zu weit, sagt Mae zu allem Ja. Und dann wird die Geschichte für mich unglaubwürdig und das Buch verliert seinen Reiz.

Ich bin nicht der erste, der das sagt, aber auch mich erinnert das Buch sehr an Cory Doctorows „Little Brother“ und seinen Nachfolger „Homeland„. Und vielleicht habe ich mich zu sehr mit „Little Brother“ auseinandergesetzt, aber spätestens ab der Hälfte von The Circle las ich das Buch, ohne in der geschichte zu sein. Ich konnte mich einfach nicht mehr auf diese Realität einlassen. Und das wurde bis zum Ende nicht besser.

Die Idee von The Circle ist bestechend, aber die Konsequenz, die Eggers zieht, kann ich nicht glauben, deshalb würde ich „Little Brother“ immer vorziehen.

The Circle von Dave Eggers erschien bei Penguin Books. Die deutsche Fassung erschien bei KiWi und wurde übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.

Roman: Broken Monsters von Lauren Beukes

Der erste Satz aus Broken Monsters:

Die Leiche.

Das ist also der neue Roman von Lauren Beukes. Kennen und lieben gelernt habe ich die Schriftstellerin aus Johannesburg durch ihren zweiten Roman „Zoo City„. Im gewissen Sinne auch ein Krimiroman, der aber einerseits durch seinen Spielort Johannesburg, andererseits durch das Erweitern unserer Realität durch ein wenig „Magie“ punktet. Ähnlich wie bei Filmen von Neill Blomkamp hatte Zoo City eine eigene Atmosphäre, die eindeutig nicht USA ist.

Broken Monsters dagegen spielt in den Staaten, in Detroit, dieser verfallenen Stadt, die gefühlt ihren Tiefpunkt durchschritten hat und derzeit wieder gut wiederbelebt wird. Und in diese Stadt also setzt Beukes ihre Protagonisten. Da ist die Polizistin mit der Tochter in der Pubertät. Da ist der Obdachlose, der in verlassenen Häusern nach Wertvollem sucht. Da ist der Journalist, auf der Suche nach der nächsten Story. Da ist der Typ, der diese eine Stimme hört, dieses Wesen in sich trägt. Und natürlich ist da die erste Leiche, halb Mensch, halb Tier.

Keine Frage, Beukes kann erzählen. Sie verwebt die Geschichten und man will gar nicht aufhören, bis zum Ende bleibt man dran. Und ja, es ist ein spannender Kriminalroman. Aber im Gegensatz zu ihrem früheren Werk hat es für mich zwei Schwachpunkte. Einerseits spielt es in dem nicht ganz so faszinierenden Detroit, dem ich im Gegensatz zu Johannesburg nicht ganz so viel Faszination entgegenbringen kann. Und andererseits kommt die Beukessche Magie erst ehr spät zum Einsatz. Und deshalb ist es „nur“ ein relativ normaler Thriller. Wie gesagt, nicht schlecht, aber im Gegensatz zu Zoo City ein wenig enttäuschend.

Broken Monsters von Lauren Beukes wurde übersetzt von Alexandra Hinrichsen und erschien bei rowohlt. Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Roman: Toller Dampf voraus von Terry Pratchett

Der erste Satz in „Toller Dampf voraus„:

Es ist nicht ganz leicht, Nichts zu verstehen, aber das Multiversum ist voll davon.

Die Scheibenwelt begleitet mich seit rund 15 Jahren. Ein riesiger Quell von Fantasie und Geschichten, von denen ich nach lange nicht alle gelesen habe und die mich immer noch begeistern. Eingeschossen habe ich mich aber auf die Romane über Tiffany Weh und Feucht von Lipwig.

Toller Dampf voraus ist der dritte und letzte Roman über Herrn Lipwig. Nachdem er die Post und das Bankenwesen in Ankh-Morpork revolutioniert hat, ist er nun für die Eisenbahn zuständig, die vor kurzem erfunden wurde.

Angesichts des Dahinscheiden von Sir Terry Pratchett und mit dem Wissen, dass dies der vorletzte Roman aus der Scheibenwelt ever ist, habe ich das Buch mit einer gewissen Melancholie gelesen. Natürlich hatte ich unglaublich Spaß und habe gelacht und nachgedacht. Und irgendwie kommt es mir vor, dass Pratchett das auch gewusst hat, dass er wohl nicht mehr so viele Romane schreiben wird können, und er deshalb in diesem Roman ganz vielen seiner Figuren aus früheren Scheibenweltgeschichten einen kurzen Auftritt gewährt. Der Tod natürlich, die Stadtwache und die Wir-sind-die-Größten! Und am Ende, wenn alles gut gegangen ist und ich nach der letzten Seite aus der Scheibenwelt wieder in unsere Realität drifte, muss ich grinsen.

Hab‘ Dank, Terry Pratchett, für diesen und jeden anderen großartigen Roman, den du uns gegeben hast. Ich werde noch lange darin lesen.

Toller Dampf voraus von Terry Pratchett wurde übersetzt von Gerald Jung und erschien bei Manhattan. Der Roman wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Roman: Der Ewige von Joann Sfar

Der erste Satz aus Der Ewige:

Ich wecke sie, wenn ich Geige spiele.

Was zum Teufel? Was soll das denn bitte? Vor einiger Zeit sehe ich in diesem Internet dieses Cover und denke, ja, das könnte cool sein. Dann lese ich den Klappentext und denke, yeai, das wird eine unterhaltsame, seichte Lektüre:

In New York begibt sich ein junger Ukrainer in die Psychoanalyse, er will endlich seine Biografie aufarbeiten. Am Anfang des letzten Jahrhunderts starb er auf einem Schlachtfeld in Europa – nur um kurz darauf als Vampir wiederaufzuerstehen. Ein Zustand, mit dem er sich nie anfreunden konnte, der ihm zuwider war, der ihn von seiner großen Liebe entfernte und der neben dem ungemütlichen Blutsaugen auch noch andere Unannehmlichkeiten mit sich brachte. Der so höfliche, wohlerzogene Mann verliebt sich nun hundert Jahre später in seine Therapeutin. Beiden ist nicht bewusst, wie verwoben ihre Geschichten sind und in welcher Gefahr sie schweben.

Aber dann schlägt man das Buch auf und alles kommt anders. Achtung, Spoiler.

Erst die Geschichte. Die erste Hälfte des Romans ist die Geschichte von Jonas, wie er ein Vampir wird und in Europa versucht, sich um die Liebe seines Lebens zu kümmern. Problem ist aber, diese Liebe hat ihn eigentlich nie geliebt. Und dann kommt dazu, er „entfernt“ sich von seiner Liebe, weil sie von einem anderen Vampir getötet wird. Achja, und weil sein Bruder sie heiratet. Was passiert hier eigentlich? Und nach rund 200 Seiten bricht alles ab, wir springen knapp 100 Jahre und ein paar tausend Kilometer in die Vereinigten Staaten zu der Psychoanalytikerin, deren Fähigkeiten darin zu bestehen scheinen, ziemlich große Brüste zu haben. Natürlich treffen sich die Beiden auch, aber alles, was man mitbekommt, sind drei Tage, in denen so viel krudes Zeug passiert, das nichts mit dem Klappentext zu tun hat. Ich habe schon viel komische und unpassende Klappentexte gelesen. Aber das hier toppt alles um Längen!

Und dann die Sprache. Auch hier: Was soll das denn bitte? Da versucht der Autor (vielleicht auch der Übersetzer), einen relativ literarischen Stil beizubehalten und der Geschichte, die überhaupt nicht literarisch ist, vielleicht doch ein wenig einen seriösen Anstrich zu geben. Und dann tauchen alle paar Seiten plötzlich so Worte wie „schlabberte“ und „Möse“ drin auf, dass so fehl am Platz wirkt, dass ich über jedes dieser Worte gestolpert bin. Genauso wie die Geschichte hat auch die Sprache nicht funktioniert.

Ich kann es wirklich nicht fassen. Ich will gar nicht über Joann Sfar schreiben. Ich kenne seine Filme und seine Comics nicht. Und nach diesem Buch habe ich keine Eile, sie kennenzulernen. Vielleicht gibt es für diese Art von Roman eine Zielgruppe, die ihn feiern. Aber sie werden ihn nie lesen, denn niemand vermutet dieses Buch hinter dem Umschlag und dem Klappentext. Und diejenigen, die gerne geliefert haben wollen, was der Umschlag und Klappentext versprechen, die werden enttäuscht. Nene, lest lieber was anderes. Aber lasst die Finger hiervon.

Der Ewige von Joann Sfar wurde übersetzt von Thomas Brovot und erschien bei Eichborn.

 

Roman: Der Hals der Giraffe von Judith Schalansky

Der erste Satz aus Der Hals der Giraffe:

„Setzen“, sagte Inge Lohmark, und die Klasse setzte sich.

Stuttgart liest ein Buch und ich lese mit. Ein Buch über eine Lehrerin in einer Schule, die in vier Jahren schließt, weil es in der Gegend nicht genügend Kinder gibt. Ein spannendes Thema, ein toller Titel und sehr schön gelayoutet.

Also her damit. Die ersten Seiten spannend und ich will weiterlesen über diese Lehrerin und was ihr passiert in dieser Schule. Aber nach kurzer Zeit setzt dann Ernüchterung ein, denn es passiert eigentlich gar nichts. Der Roman beschreibt drei Tage aus dem Leben von Inge Lohmark, etwa über ein halbes Jahr verteilt und diese sind eher ein Stillleben, als eine Geschichte. Und der nüchterne, zackige und immer wieder zynische Ton, der anfangs noch fasziniert hat, zieht sich durch, verliert aber schnell an Reiz.

Wäre Inge Lohmark eine Person an einem Tisch mit mir, die mir diese Geschichte erzählt, irgendwann wäre ich gegangen, weil es mich nicht interessiert.

Was wirklich Schade ist, den sowohl dem Cover, dem Satz und den Illustrationen im Buch sieht man an, mit wieviel Liebe sie gemacht sind, Judith Schalansky hat das Glück, selbst Buchgestalterin zu sein und ihre Bücher selber machen zu können und zu dürfen. Es ist ein unglaublich schönes Buch und die ersten Seiten der Geschichte machen mich begeistert. Nur dann setzte Ernüchterung ein und am Ende war ich enttäuscht. So sehr, dass es einen Schatten auf das ganze Buch wirft.

Die allgemeine Rezeption scheint eine andere zu sein, und das ist das Schöne an Meinungen, dass jeder eine Andere hat. Mein Buch war es nicht.

Der Hals der Giraffe von Judith Schalansky erschien bei Suhrkamp.

Roman: Mr. Mercedes von Stephen King

Der erste Satz aus Mr. Mercedes:

Augie Odenkirk besaß einen Datsun Baujahr 1997, der noch ziemlich gut lief, obwohl er allerhand Meilen auf dem Buckel hatte, aber Benzin war teuer, vor allem wenn man keinen Job hatte, und das City Center stand am anderen Ende der Stadt weshalb er beschloss, den letzten Bus des Abends zu nehmen.

Ich habe seit Der Anschlag keinen Roman mehr von Stephen King konsumiert, vielleicht, weil ich ihn derzeit als seinen besten erachte. Jetzt dachte ich aber, es ist Zeit, sich einen neuen vorzunehmen und meine Wahl fiel auf diesen.

Mr. Mercedes ist ein Thriller und ein Beweis dafür, dass King keineswegs auf das Horrorgenre festgenagelt ist. Aber das ist er ja schon lange nicht mehr. Der Roman beginnt mit einem Vorfall, in dem ein Mercedes ungebremst in eine Menschenmenge fährt und dann entkommt. Hodges, der zuständige Polizist, der diesen Fall nie lösen konnte, geht irgendwann in Rente. Sitzt in seinem Sessel und denkt ernsthaft darüber nach, sich umzubringen, als der Mercedes Killer sich bei ihm meldet, um ein Spiel zu spielen. Und das weckt die Lebensgeister des alten Mannes noch einmal.

Schon beim lesen dachte ich manchmal, die Story und die Figuren sind in dieser Geschichte ein wenig zu stereotyp. Hatten wir alles so schonmal. Was der Lesefreude keinen Abbruch tut. Das ist ein King-typisches dickes Buch, trotzdem liest man es schnell und gerne, es macht einfach Spaß. Aber es gibt diesmal ein paar Haken. Für den einen kann Stephen King nichts. Ich bin bei der Übersetzung mehr als einmal gestolpert. Zum einen geht der Übersetzer davon aus, dass es der iPad ist. Da es ein Eigenname ist, definiert Apple den Artikel und Apple, wie auch Wikipedia und der Rest der Welt, sagt das iPad. Jedesmal also, wenn da steht:

Sie hatte ihren iPad im Auto liegen lassen.

Dann stört mich das extrem im Lesefluss. Reisst mich aus der Geschichte. Und das sollte eine Übersetzung nicht passieren. Weiterhin ist, ohne zuviel verraten zu wollen, im Laufe der Geschichte ein gewisser Autoschlüssel des Mercedes relevant, der im englischen valet key heißt. Valet kommt vom französischen Diener und beschreibt die Leute, die für einen die Autos vor dem Hotel oder Restaurant oder so entgegennehmen und sie für einen einparken. Dafür gibt es spezielle Fahrzeugschlüssel, mit denen man den Wagen eingeschränkt benutzen kann. Man kann die Türen öffnen und den Motor starten, aber den Kofferraum nicht öffnen. Diese Schlüssel heißen valet keys. Im Deutschen heißen die Werkstattschlüssel, weil wir hierzulande kaum so einen Fahrdienst in Anspruch nehmen, dafür aber den Wagen öfter mal in die Werkstatt bringen. In der deutschen Ausgabe steht nun einfach Valetschlüssel, ohne eine Erklärung. Und ich unterbreche mein Lesen und bin verwirrt und muss googeln, um überhaupt herauszufinden, was das sein soll. Und um herauszufinden, dass das definitiv kein deutsches Wort ist. Das dürfte nicht passieren.

Aber wie gesagt, nicht die Schuld von Stephen King. Was aber auf seine Kappe geht ist die eigenartige Form des Erzählers, den er für dieses Buch gewählt hat. Ein auktorialer Erzähler, der die Gedanken und Ansichten aller Figuren hat und auch Wissen über die Zukunft hat. Nicht gegen einzuwenden, wenn es konsequent verwendet wird. Aber in einigen Moment nutzt King seine Macht als Schriftsteller aus und verwehrt dem Leser bewusst Informationen, die den Figuren schon vorliegen. Meiner Meinung nach, um an manchen Stellen noch Spannung zu schüren, da steht dann beispielsweise, und diesen Satz erfinde ich jetzt, er steht so nicht im Buch:

Er kauft eine Spitzhacke, vier Meter Seil, Gummihandschuhe und ein Ding, das so groß ist, dass es fast nicht in sein Auto passt.

Was soll das denn bitte? Traut hier jemand seiner eigenen Geschichte nicht und glaubt, er muss sie mit solchen Tricks spannender machen? Mich hat jede dieser Stellen, die tatsächlich ein paar Mal vorkommen, wirklich gestört und den Spaß genommen.

Alles in allem ist es immer noch ein Buch, das man lesen kann. Aber es gehört weder zu den besten Büchern von Stephen King, noch zu den besten Thrillern.

Roman: Die letzte Drachentöterin von Jasper Fforde

Der erste Satz aus Die letzte Drachentöterin:

Ich war mal berühmt.

Ich hatte schon viel über Jasper Fforde gehört, viel Gutes. Aber bisher noch nichts von ihm gelesen. Als ich dann im Blog der Übersetzerin Isabel Bodgan las, dass es einen neuen Roman geben wird, der von ihr übersetzt wurde, wollte ich zumindest mal reinlesen. Hätte ich das Buch sonst wo gesehen, ich glaube, ich hätte es nicht mitgenommen, weder Cover, noch Titel oder Buchrücken haben mich überzeugt. Das kam mir zu Klischee, zu abgedroschen, zu Genre vor. Ein Glück habe ich es trotzdem gemacht.

Jennifer Strange ist ein junges Mädchen in einer Welt, die fast so ist, wie unsere, nur, dass es Zauberer gibt. Natürlich gibt es für die Zauberer genauso Gesetze wie für alles andere und auch Zauberer müssen ihre Miete zahlen. Deshalb übernehmen sie auch Aufgaben wie, alle anderen. Neue Stromkabel verlegen, Botengänge erledigen oder Abwasserrohre reinigen, mit Magie ist viel möglich. Und Jennifer ist für die Koordination der Zauberer zuständig. Bis es plötzlich Probleme gibt und die haben mit Drachen und gierigen Menschen zu tun.

Ich glaube, ich habe durchweg geschmunzelt. Jennifer ist ein freches Mädchen und es macht Spaß, ihr durch die Geschichte zu folgen, unter anderem, weil sie unglaublich skurril und verdreht ist. Ich musste an Terry Pratchett denken, besonders an die Serie um Tiffany Weh und die Bücher um Feucht von Lipwig. Natürlich auch an das Phantastische bei Neil Gaiman. Und an das Absurde von Douglas Adams.

Die Sprache ist toll, die Gedanken sind toll und der Erzählrythmus ist super! Ein toller Roman, offiziell für Jugendliche, aber sind wir nicht alle ein bisschen Kind? Und, oh Vorfreude! Ein Teil 1 einer neuen Trilogie. Ich freue mich auf die weiteren Teile und werde einiges von Jasper Fforde nachholen müssen.

Die letzte Drachentöterin von Jasper Fforde wurde übersetzt von Isabel Bogdan und erschien bei One.

Roman: Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek von David Whitehouse

Der erste Satz aus Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek:

Lippen.

Ich hatte das Buch in der Buchhandlung gesehen und ich mochte den Titel und das Cover. Der Buchrücken versprach eine spannende und lustige Abenteuerreise. Und ich freute mich auf eine unterhaltsame Roadnovel. Hätte ich doch bloß nicht drauf gehört. Das Buch ist eine Mogelpackung, in jeder Hinsicht. Es geht nicht um eine Reise mit dem Bücherbus. Es geht um eine Flucht mit dem Bücherbus. Und die Flucht beginnt erst etwa ab der Hälfte des Buches. Und es ist keine leichte Abenteuerliteratur. Streckenweise ist der Roman so brutal und voller Gewalt, dass ich nicht durchgehend lesen konnte, sondern das Buch zur Seite legen musste.

Wenn man dann seine Erwartungen hinter sich gebracht hat und sich darauf einstellt, etwas ganz anderes zu lesen, als geplant, dann ist das auch gut möglich. Whitehouse hat eine Sprache voller Bilder, eine sehr lyrische Prosa. Sie klingt manchmal ein wenig gewollt, und der Erzähler hat eine Haltung, die ich nicht immer mag, aber im Großen steckt im Buch einige Stellen, die ich unterstreichen möchte. Die Geschichte ist eine Erzählung über das Leben und die Literatur und wie aller miteinander zusammenhängt. Eine Geschichte, die man gut lesen kann und die auch bis zum Ende spannend ist, auch wenn besonders die Nebenfiguren klischeehafte und eindimensionale Züge haben und die Handlung stellenweise lückenhaft und unglaubwürdig ist.

Also, wenn man sich darauf einstellt, dann bekommt man eine Geschichte mit vielen schönen Wortkombinationen. Aber mit dem Cover, dem Titel und dem Klappentext wird hier etwas versprochen, was nicht gehalten wird.

Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek von David Whitehouse wurde übersetzt von Dorothee Merkel und erschien im Tropen Verlag.

Roman: Der Ozean am Ende der Straße von Neil Gaiman

Der erste Satz aus Der Ozean am Ende der Straße:

Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs.

Lange bevor ich den Roman gelesen habe, war ich fasziniert. Vom Cover der Originalausgabe beispielsweise. (Das deutsche Cover ist nicht schlecht, lehnt sich aber zu weit aus dem Fenster. Nach der Lektüre weiß man, was ich meine.) Aber auch vom Titel. Allein der Titel machte mich unglaublich neugierig. Dazu kommt, dass ich bisher nichts literarisches von Gaiman gelesen habe. Ich kenne Vorträge von ihm und Verfilmungen seiner Werke, und ich mag ihn und seine Ideen und Ansichten, aber gelesen habe ich noch nichts von ihm. Bis ich eben dieses kleine blaue Abenteuer in den Händen hielt. Wie gesagt, auch das deutsche Cover ist schön und auch der Rest des Buches ist schön aufgemacht. Schlägt man das Cover auf, sieht man auf der Innenseite eine Handschrift. Und da die digitale Welt es möglich macht, frage ich Gaiman über Twitter, ob das seine Handschrift ist. Und er sagt ja.

Wie schön ist das denn? Jetzt aber zum Inhalt.

Der Roman erzählt, wie der Ich-Erzähler wegen einer Beerdigung in die Gegend fährt, in der er aufgewachsen ist, und an einem kleinen Teich sitzend eine Geschichte aus seiner Kindheit erzählt, die Geschichte von ihm und Lettie Hempstock.

Was als naturalistische Erzählung beginnt, wird in der Erinnerung des Erzählers zu einer fantastischen Geschichte, bei der man nie sicher ist, wo die Grenze der Fantasie überschritten wird.

Mit einer wunderbar gelassenen, fast schon lakonischen Stimme erzählt Gaiman von Hexen und Geistern und den Ängsten, die jedes Kind kennt. Und wenn man durch ist und das Buch zuschlägt, ist man sich nicht sicher, ob man schon wieder in der Realität angekommen ist.

Ich hatte beim Lesen ein Gefühl von Terry Pratchett und Stephen King, die ich auch sehr gerne lese. Dies war also meine erste Geschichte von Gaiman. Aber bestimmt nicht die letzte.

 Der Ozean am Ende der Straße von Neil Gaiman wurde übersetzt von Hannes Riffel und erschien bei Eichborn.

Hörbuch: Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Levithan, gesprochen von Adam Nümm.

Der erste Satz aus Letztendlich sind wir dem Universum egal:

Ich werde wach.

A hat keinen Namen, deshalb nennt er sich A. A hat auch keinen Körper. Jeden Tag wacht er in einem anderen Körper auf. Seit 16 Jahren schon. Mal männlich, mal weiblich, egal welche Rasse. A hat sich an das Eintagsleben gewöhnt, bis er eines Tages Rhiannon kennenlernt und sich verliebt. Aber wie führt man eine Beziehung, wenn man jeden Tag den Körper wechselt?

Ich hatte eigentlich vorgehabt, den Roman in der Originalfassung zu lesen. Aber dann habe ich bei Spotify die offizielle Hörbuch-Ecke gefunden. Also habe ich mir mein erstes Hörbuch auf Spotify angehört, samt Werbung. Kann man machen, aber die Hörbücher sind ein weiterer Anreiz, sich bald mit einem Premium Account einzudecken. Zurück zum Buch:

Levithan ist ein Autor, den ich gerne lese, besonders nach dem Wörterbuch der Liebenden. Er schreibt angenehm und hat eine schöne Sicht auf die Dinge. Die grundsätzliche Idee ist ein unglaublich gutes Gedankenspiel, das von Levithan auch breit ausgespielt wird. Eine Seele ohne festen Körper hat keinerlei Vorurteile verschiedener Körper gegenüber, egal wie sie aussehen. Auch die Liebe hat dann kein Problem mehr mit dem Geschlecht des Gegenüber. Und natürlich will man wissen, ob A am Ende das Mädchen bekommt. Das macht das Buch natürlich auch spannend, aber gleichzeitig kommen sich diese beiden Sachen in die Quere. Denn Levithan lässt A immer wieder in Körpern aufwachen, die nichts mit dem eigentlichen Plot zu tun haben, sondern sowas wie Metaphern für eine liberale Lebens- und Liebensweise darstellen. Dabei schafft er aber auch immer mal wieder Längen, in denen ich dachte, okay, ich habe die Moral verstanden, aber jetzt will ich wissen, wie die Geschichte weitergeht. Das hält sich aber in Grenzen, grundsätzlich habe ich der Geschichte sehr gerne gelauscht, was nicht zuletzt am Sprecher Adam Nümm liegt. Ich hatte bisher noch bewusst etwas von ihm gehört und konnte mich Stunden mit dieser Stimme und seiner Spreche umgeben, das hat mir sehr gefallen. Umso schöner, dass Argon das Buch ungekürzt hat einsprechen lassen. Klar, wie oben gesagt, es hat ein paar Längen. Aber ich will selbst entscheiden können, was ich langweilig oder überflüssig finde.

Zwei Sachen noch:

  1. Der deutsche Titel unterscheidet sich zwar sehr vom Originalen („Every Day“, also: „Jeden Tag“ oder „Jeder Tag“), aber passt sehr gut zu der Geschichte. Als ich dann zu der Stelle kam, saß ich auch mit Gänsehaut da.
  2. Der Roman ist extrem offensichtlich so gebaut, dass einen Nachfolger geben muss. Das kann man gut ode schlecht finden, das gewählte Zwischenende finde ich sehr gut.

Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Levithan wurde übersetzt von Martina Tichy und gesprochen von Adam Nümm. Das Hörbuch erschien beim Argon Verlag.

Buch: 1913 von Florian Illies

Der erste Satz aus 1913:

Das ist der Monat, in dem sich Hitler und Stalin beim Spazierengehen im Schlosspark von Schönbrunn begegnen, Thomas Mann fast geoutet und Franz Kafka vor Liebe fast verrückt wird.

Florian Illies legt mit seinem Buch keinen Roman vor, sondern eine Sammlung und Verflechtung von Anekdoten und Geschichten vor, die sich im Jahr 1913 abspielen. Zeitlich geordnet und in Monate aufgeteilt erzählt er von all den Künstlern, die man kennt und kennen sollte, auf eine so lockere und heitere Art, als würde er Geschichten von Kumpels erzählen, in geselliger Runde. Manchmal ernsthaft, manchmal peinlich, aber immer menschlich.

Ich war begeistert von dem Buch. So viele schöne Geschichten und Worte und Kleinigkeiten, die auch ein wenig die überspitzte Ehrfurcht vor manchen Künstlern und Meistern nimmt. Weiter noch zeigen die Geschichten, dass viele große Künstler gar keine so großen Menschen waren. Toll.

Tatsächlich aber war dann nach etwa dem halben Jahr im August dann langsam die Luft raus. Natürlich, die Geschichten sind immer noch toll, aber irgendwann waren es dann auch genug. Und im Laufe des Buches kamen auch immer mehr Künstler zu, die ich bestenfalls vom Hören kannte. Und Geschichten über Fremde zu hören, ist nicht ganz so spannend. Deshalb musste ich mich trotz meiner anfänglichen Begeisterung in der zweiten Hälfte manchmal zum lesen zwingen. Dennoch, insgesamt ist 1913 eine tolle Sammlung schöner Geschichten, die aus Meistern wieder Menschen machen.

1913 von Florian Illies erschien beim Fischer Verlag.

Buch: Das Slamperium schlägt zurück. Eine Nerd-Slam-Anthologie.

Der erste Satz aus Das Slamperium schlägt zurück:

Als ich klein war, gab es den Begriff „Nerd“ noch gar nicht.

Leider ist der Rest des Buches genauso Klischee, wie dieser Satz.

In kurz: 

Nicht kaufen! Es gibt bessere Slam-Anthologien und viel bessere Nerd-Bücher, beispielsweise „Ready Player One“ von Ernest Cline.

In lang:

In meiner Definition werden in einer Anthologie 1. bereits bestehende Texte, 2. die möglichst besten zu dem Thema, die 3. dieses Thema aus allen Blickwinkeln beleuchten gesammelt. Auf der Rückseite dieses Buches steht:

Vor gar nicht so langer Zeit, in einer Galaxie gar nicht so weit entfernt, fanden sich einige der talentiertesten Poetry-Slammer des deutschsprachigen Slamperiums zusammen, um der Welt in einem ganz besonderen Buch ihre nerdige Seite zu offenbaren. Die Nerd-Slam-Anthologie „Das Slamperium schlägt zurück“ ist eine Liebeserklärung an alle Facetten des Nerdtums, egal, ob es um italienische Klempner, asthmatische Sith-Lords oder um das Geek-Dasein an sich geht. Mit einem Vorwort von Hennes Bender und Texten von Jan Philipp Zymny, Sebastian 23, Andy Strauß, Patrick Salmen, Alexander Bach, Michael Heide, Jan Coenen, Sascha Thamm, Jan Moebus, Annika Blanke, Sandra Da Vina, André Wiesler, Markus Freise, David Grashoff, Sven Stickling, Anika Hoffmann, Fabian Navarro, Matthias Marschalt, Sevi, Matti Seydel, Jay Nightwind, Michael Meyer, Schriftstehler, Eric Jansen, Tom Schildhauer und Thomas Spitzer.

Ich habe mich auf das Buch gefreut. Weil 1. die Rückseite das Verspricht, was ich selbst in einer Anthologie erwarte, 2. David Grashoff es herausgegeben hat, dessen eigene Textsammlung ich mochte und 3. ich nach allgemeingültiger Definition selbst als Nerd durchgehe. Hier steht ein DeLorean aus Lego, ich weiß noch, wie ein GameBoy plingt, wenn er angemacht wird und ich werde angerufen, wenn Bekannte ein Problem mit dem Computer haben. Gute Voraussetungen für dieses Buch. Deshalb auch die umso größere Enttäuschung. Es ist nämlich ziemlich schnell klar, dass „einige der talentiertesten Slammer“ nicht das Gleiche ist, wie „die besten Texte über das Nerdtum“. Und „alle Facetten“ wohl ganz unterschiedlich definiert werden kann. Wenn nämlich in mehreren Texten offensichtlich wird, dass sie extra für die Anthologie geschrieben worden sind und der Verfasser auch noch überhaupt nicht mit irgendeiner Art von Nerdsein zu tun hat und etwa 95% der Texte in die gleiche Klischeebresche über Nerds schlagen, dann kommt in mir ziemlich schnell das Gefühl auf, dieses Buch ist gemacht worden, um verkauft zu werden. Aber nicht, weil da jemand das Thema facettenreich betrachten will.

Natürlich, es gibt auch Texte in diesem Buch, die mir gefallen haben. Aber das war ein kleiner Teil, den ich lieber in einem anderen Umfeld gesehen hätte. Dieses Buch war eine herbe Enttäuschung für mich. Ich habe das Gefühl, da sagte sich jemand, „Komm, wir machen eine Nerd Anthology! Hey, XY, schreib doch mal einen kurzen Text über Nerds!“ Und das ist kein gutes Gefühl. Es gibt doch genug Anthologie-Themen, bei denen jeder der oben genannten Slammer (und viele mehr) einen guten Text in petto haben. Die Bahn beispielsweise. Oder Facebook. Obwohl ich da auch nicht weiß, ob ein Facettenreichtum vorhanden ist. Hier ist es leider nicht. Sehr schade.

Kauft eine andere Anthologie, wenn es euch um die Slam Poeten geht. Und wenn ihr ein tolles Nerdbuch lesen wollt: „Ready Player One“ von Ernest Cline.

Das Slamperium schlägt zurück wurde herausgegeben von David Grashoff und erschien im Lektora Verlag.

Buch: Todesengel von Andreas Eschbach

Der erste Satz aus Todesengel:

Wir Menschen sind sensibler, als die meisten von uns ahnen.

Andreas Eschbach schreibt mit diesem Roman eine Geschichte über Selbstjustiz, menschliche Helden, die Liebe und das tägliche Unglück. Da ist also in Deutschland plötzlich dieser Engel, der immer zur richtigen Zeit auftaucht, wenn es jemanden mit Zivilcourage braucht. Wenn also ein alter Mann in der U-Bahn von Jugendlichen verprügelt wird. Oder wenn ein Punker in die Finger dreier Nazis kommt. Dann steht da plötzlich dieser Engel im weißen Licht und erschießt die Gewalttätigen. Und wie es dann weitergeht, das erzählt Eschbach anhand der Leben mehrerer verstrickter Personen.

Gute Story, man will wissen, wie es weitergeht, was passiert. Es werden Fragen aufgeworfen, mit denen man sich dann beschäftigen muss. Eine realistische Geschichte, abseits von Herr aller Dinge oder Der Letzte seiner Art. Und ein unglaublich schönes und passendes Cover! Soweit so gut.

Aber da sind auch ganz komische Dinge in diesem Roman. Beispielsweise die Eigenart, unwichtigen Figuren einen Vor-und Zunamen zu geben. Beispielsweise den Nazis, die in der Szene, in der sie eingeführt werden, auch gleich erschossen werden. Gepaart mit einem sehr schnellen Wechsel von Szenen und zu vielen roten Fäden führt das im ersten Drittel des Buches zu einer kompletten Verwirrung, was denn nun wichtig ist und was nicht. Und dann die plumpe Art, wichtige Sachen einzuführen! Damit entscheidende Dinge nicht einfach durch die Hand Gottes in einer Geschichte geschehen, werden diese ja unauffällig lange vorher eingeführt. Doch in diesem Roman gelingt Eschbach das nicht unauffällig. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass hier ein alter längst geschriebener Roman aus der Schublade genommen, überarbeitet und veröffentlicht wurde.

Nicht falsch verstehen, ich mochte das Buch, besonders die Geschichte. Aber da waren meiner Meinung nach echt große Patzer drin, das reicht bei weitem nicht an seine vorherigen Science-Fiction Romane ran. Ich freue mich hier auf den nächsten davon.

Todesengel von Andreas Eschbach erschien bei Bastei Lübbe.

Buch: Abbey Road Murder Song von William Shaw

Der erste Satz aus Abbey Road Murder Song:

Warum bist du nicht gegangen, als ich’s dir gesagt habe?

Der Roman arbeitet tatsächlich die Struktur eines Krimi ab: Es beginnt mit dem Auffinden der Leiche, geht weiter mit der Einführung der Ermittler und wird dann zu einem spannenden Stück der sechziger Jahre in London. Ich war beim lesen sehr fasziniert, wie Shaw einen guten Einblick in die Welt des Umbruchs in der 60ern des letzten Jahrtausends gibt. Wie Frauen in Hosen noch eine Seltenheit sind, farbige Menschen auch. Wie die Polizei viel weniger Möglichkeiten hat, als heute. Und wie egal in welcher Epoche das Zwischenmenschliche das Spannendste ist.

Das Problem an diesem Roman – wie bei vielen anderen – sind die Versprechen, die der Klappentext macht. Ja, irgendwie haben die Beatles was damit zu tun. Aber hallo, wir reden von Anfang der 60er in London, wie sollte man da eine Geschichte erzählen, die nicht irgendwie was mit den Beatles zu tun hat. Und ja, es ist ein guter Krimi und ein noch besserer Roman. Aber definitiv kein Thriller. Und tatsächlich lässt einen der Klappentext am Ende des Buches mit einem „Hä?“ zurück. Was aber nur ein weiterer Grund ist, auch den nächsten Roman von William Shaw zu lesen.

Abbey Road Murder Song von William Shaw wurde übersetzt von Conny Lösch und erschien bei suhrkamp nova. Das Hörbuch wurde von Simon Jäger gesprochen.

Buch: Fragen Sie nach Fritz von Husch Josten

Der erste Satz aus Fragen Sie nach Fritz:

P.S.: Ich habe Fritz getroffen.

Nach zwei Romanen liefert Husch Josten einen Kurzgeschichtenband nach. 10 Geschichten, die alle in irgendeiner Weise darum gehen, die verschiedenen Wahrheiten zu finden. Und tatsächlich sind sie alle Kurzgeschichten im ursprünglichen Sinne: Ein abrupter Beginn, ein plötzliches Ende und ein kurzer Ausschnitt aus den skurrilen Eigenheiten, die man in jedem Leben finden kann. Ich habe die Geschichten gern gelesen, aber leider ging es mir wie bei vielen Kurzgeschichten, ich war immer traurig, wenn sie so schnell vorbei sind und mich mit zu viel Interpretationsmöglichkeiten lassen. Deshalb waren das zwar schöne Worte, die da aneinandergereiht waren, aber ich freue mich dann doch wieder mehr auf einen Roman. Und laut meinem Interview mit Frau Josten kommt dieser auch als nächstes.

Fragen Sie nach Fritz von Husch Josten erschien bei Berlin University Press