Roman: Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek von David Whitehouse

Der erste Satz aus Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek:

Lippen.

Ich hatte das Buch in der Buchhandlung gesehen und ich mochte den Titel und das Cover. Der Buchrücken versprach eine spannende und lustige Abenteuerreise. Und ich freute mich auf eine unterhaltsame Roadnovel. Hätte ich doch bloß nicht drauf gehört. Das Buch ist eine Mogelpackung, in jeder Hinsicht. Es geht nicht um eine Reise mit dem Bücherbus. Es geht um eine Flucht mit dem Bücherbus. Und die Flucht beginnt erst etwa ab der Hälfte des Buches. Und es ist keine leichte Abenteuerliteratur. Streckenweise ist der Roman so brutal und voller Gewalt, dass ich nicht durchgehend lesen konnte, sondern das Buch zur Seite legen musste.

Wenn man dann seine Erwartungen hinter sich gebracht hat und sich darauf einstellt, etwas ganz anderes zu lesen, als geplant, dann ist das auch gut möglich. Whitehouse hat eine Sprache voller Bilder, eine sehr lyrische Prosa. Sie klingt manchmal ein wenig gewollt, und der Erzähler hat eine Haltung, die ich nicht immer mag, aber im Großen steckt im Buch einige Stellen, die ich unterstreichen möchte. Die Geschichte ist eine Erzählung über das Leben und die Literatur und wie aller miteinander zusammenhängt. Eine Geschichte, die man gut lesen kann und die auch bis zum Ende spannend ist, auch wenn besonders die Nebenfiguren klischeehafte und eindimensionale Züge haben und die Handlung stellenweise lückenhaft und unglaubwürdig ist.

Also, wenn man sich darauf einstellt, dann bekommt man eine Geschichte mit vielen schönen Wortkombinationen. Aber mit dem Cover, dem Titel und dem Klappentext wird hier etwas versprochen, was nicht gehalten wird.

Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek von David Whitehouse wurde übersetzt von Dorothee Merkel und erschien im Tropen Verlag.

Roman: Der Ozean am Ende der Straße von Neil Gaiman

Der erste Satz aus Der Ozean am Ende der Straße:

Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs.

Lange bevor ich den Roman gelesen habe, war ich fasziniert. Vom Cover der Originalausgabe beispielsweise. (Das deutsche Cover ist nicht schlecht, lehnt sich aber zu weit aus dem Fenster. Nach der Lektüre weiß man, was ich meine.) Aber auch vom Titel. Allein der Titel machte mich unglaublich neugierig. Dazu kommt, dass ich bisher nichts literarisches von Gaiman gelesen habe. Ich kenne Vorträge von ihm und Verfilmungen seiner Werke, und ich mag ihn und seine Ideen und Ansichten, aber gelesen habe ich noch nichts von ihm. Bis ich eben dieses kleine blaue Abenteuer in den Händen hielt. Wie gesagt, auch das deutsche Cover ist schön und auch der Rest des Buches ist schön aufgemacht. Schlägt man das Cover auf, sieht man auf der Innenseite eine Handschrift. Und da die digitale Welt es möglich macht, frage ich Gaiman über Twitter, ob das seine Handschrift ist. Und er sagt ja.

Wie schön ist das denn? Jetzt aber zum Inhalt.

Der Roman erzählt, wie der Ich-Erzähler wegen einer Beerdigung in die Gegend fährt, in der er aufgewachsen ist, und an einem kleinen Teich sitzend eine Geschichte aus seiner Kindheit erzählt, die Geschichte von ihm und Lettie Hempstock.

Was als naturalistische Erzählung beginnt, wird in der Erinnerung des Erzählers zu einer fantastischen Geschichte, bei der man nie sicher ist, wo die Grenze der Fantasie überschritten wird.

Mit einer wunderbar gelassenen, fast schon lakonischen Stimme erzählt Gaiman von Hexen und Geistern und den Ängsten, die jedes Kind kennt. Und wenn man durch ist und das Buch zuschlägt, ist man sich nicht sicher, ob man schon wieder in der Realität angekommen ist.

Ich hatte beim Lesen ein Gefühl von Terry Pratchett und Stephen King, die ich auch sehr gerne lese. Dies war also meine erste Geschichte von Gaiman. Aber bestimmt nicht die letzte.

 Der Ozean am Ende der Straße von Neil Gaiman wurde übersetzt von Hannes Riffel und erschien bei Eichborn.

Hörbuch: Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Levithan, gesprochen von Adam Nümm.

Der erste Satz aus Letztendlich sind wir dem Universum egal:

Ich werde wach.

A hat keinen Namen, deshalb nennt er sich A. A hat auch keinen Körper. Jeden Tag wacht er in einem anderen Körper auf. Seit 16 Jahren schon. Mal männlich, mal weiblich, egal welche Rasse. A hat sich an das Eintagsleben gewöhnt, bis er eines Tages Rhiannon kennenlernt und sich verliebt. Aber wie führt man eine Beziehung, wenn man jeden Tag den Körper wechselt?

Ich hatte eigentlich vorgehabt, den Roman in der Originalfassung zu lesen. Aber dann habe ich bei Spotify die offizielle Hörbuch-Ecke gefunden. Also habe ich mir mein erstes Hörbuch auf Spotify angehört, samt Werbung. Kann man machen, aber die Hörbücher sind ein weiterer Anreiz, sich bald mit einem Premium Account einzudecken. Zurück zum Buch:

Levithan ist ein Autor, den ich gerne lese, besonders nach dem Wörterbuch der Liebenden. Er schreibt angenehm und hat eine schöne Sicht auf die Dinge. Die grundsätzliche Idee ist ein unglaublich gutes Gedankenspiel, das von Levithan auch breit ausgespielt wird. Eine Seele ohne festen Körper hat keinerlei Vorurteile verschiedener Körper gegenüber, egal wie sie aussehen. Auch die Liebe hat dann kein Problem mehr mit dem Geschlecht des Gegenüber. Und natürlich will man wissen, ob A am Ende das Mädchen bekommt. Das macht das Buch natürlich auch spannend, aber gleichzeitig kommen sich diese beiden Sachen in die Quere. Denn Levithan lässt A immer wieder in Körpern aufwachen, die nichts mit dem eigentlichen Plot zu tun haben, sondern sowas wie Metaphern für eine liberale Lebens- und Liebensweise darstellen. Dabei schafft er aber auch immer mal wieder Längen, in denen ich dachte, okay, ich habe die Moral verstanden, aber jetzt will ich wissen, wie die Geschichte weitergeht. Das hält sich aber in Grenzen, grundsätzlich habe ich der Geschichte sehr gerne gelauscht, was nicht zuletzt am Sprecher Adam Nümm liegt. Ich hatte bisher noch bewusst etwas von ihm gehört und konnte mich Stunden mit dieser Stimme und seiner Spreche umgeben, das hat mir sehr gefallen. Umso schöner, dass Argon das Buch ungekürzt hat einsprechen lassen. Klar, wie oben gesagt, es hat ein paar Längen. Aber ich will selbst entscheiden können, was ich langweilig oder überflüssig finde.

Zwei Sachen noch:

  1. Der deutsche Titel unterscheidet sich zwar sehr vom Originalen („Every Day“, also: „Jeden Tag“ oder „Jeder Tag“), aber passt sehr gut zu der Geschichte. Als ich dann zu der Stelle kam, saß ich auch mit Gänsehaut da.
  2. Der Roman ist extrem offensichtlich so gebaut, dass einen Nachfolger geben muss. Das kann man gut ode schlecht finden, das gewählte Zwischenende finde ich sehr gut.

Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Levithan wurde übersetzt von Martina Tichy und gesprochen von Adam Nümm. Das Hörbuch erschien beim Argon Verlag.

Buch: 1913 von Florian Illies

Der erste Satz aus 1913:

Das ist der Monat, in dem sich Hitler und Stalin beim Spazierengehen im Schlosspark von Schönbrunn begegnen, Thomas Mann fast geoutet und Franz Kafka vor Liebe fast verrückt wird.

Florian Illies legt mit seinem Buch keinen Roman vor, sondern eine Sammlung und Verflechtung von Anekdoten und Geschichten vor, die sich im Jahr 1913 abspielen. Zeitlich geordnet und in Monate aufgeteilt erzählt er von all den Künstlern, die man kennt und kennen sollte, auf eine so lockere und heitere Art, als würde er Geschichten von Kumpels erzählen, in geselliger Runde. Manchmal ernsthaft, manchmal peinlich, aber immer menschlich.

Ich war begeistert von dem Buch. So viele schöne Geschichten und Worte und Kleinigkeiten, die auch ein wenig die überspitzte Ehrfurcht vor manchen Künstlern und Meistern nimmt. Weiter noch zeigen die Geschichten, dass viele große Künstler gar keine so großen Menschen waren. Toll.

Tatsächlich aber war dann nach etwa dem halben Jahr im August dann langsam die Luft raus. Natürlich, die Geschichten sind immer noch toll, aber irgendwann waren es dann auch genug. Und im Laufe des Buches kamen auch immer mehr Künstler zu, die ich bestenfalls vom Hören kannte. Und Geschichten über Fremde zu hören, ist nicht ganz so spannend. Deshalb musste ich mich trotz meiner anfänglichen Begeisterung in der zweiten Hälfte manchmal zum lesen zwingen. Dennoch, insgesamt ist 1913 eine tolle Sammlung schöner Geschichten, die aus Meistern wieder Menschen machen.

1913 von Florian Illies erschien beim Fischer Verlag.

Buch: Das Slamperium schlägt zurück. Eine Nerd-Slam-Anthologie.

Der erste Satz aus Das Slamperium schlägt zurück:

Als ich klein war, gab es den Begriff „Nerd“ noch gar nicht.

Leider ist der Rest des Buches genauso Klischee, wie dieser Satz.

In kurz: 

Nicht kaufen! Es gibt bessere Slam-Anthologien und viel bessere Nerd-Bücher, beispielsweise „Ready Player One“ von Ernest Cline.

In lang:

In meiner Definition werden in einer Anthologie 1. bereits bestehende Texte, 2. die möglichst besten zu dem Thema, die 3. dieses Thema aus allen Blickwinkeln beleuchten gesammelt. Auf der Rückseite dieses Buches steht:

Vor gar nicht so langer Zeit, in einer Galaxie gar nicht so weit entfernt, fanden sich einige der talentiertesten Poetry-Slammer des deutschsprachigen Slamperiums zusammen, um der Welt in einem ganz besonderen Buch ihre nerdige Seite zu offenbaren. Die Nerd-Slam-Anthologie „Das Slamperium schlägt zurück“ ist eine Liebeserklärung an alle Facetten des Nerdtums, egal, ob es um italienische Klempner, asthmatische Sith-Lords oder um das Geek-Dasein an sich geht. Mit einem Vorwort von Hennes Bender und Texten von Jan Philipp Zymny, Sebastian 23, Andy Strauß, Patrick Salmen, Alexander Bach, Michael Heide, Jan Coenen, Sascha Thamm, Jan Moebus, Annika Blanke, Sandra Da Vina, André Wiesler, Markus Freise, David Grashoff, Sven Stickling, Anika Hoffmann, Fabian Navarro, Matthias Marschalt, Sevi, Matti Seydel, Jay Nightwind, Michael Meyer, Schriftstehler, Eric Jansen, Tom Schildhauer und Thomas Spitzer.

Ich habe mich auf das Buch gefreut. Weil 1. die Rückseite das Verspricht, was ich selbst in einer Anthologie erwarte, 2. David Grashoff es herausgegeben hat, dessen eigene Textsammlung ich mochte und 3. ich nach allgemeingültiger Definition selbst als Nerd durchgehe. Hier steht ein DeLorean aus Lego, ich weiß noch, wie ein GameBoy plingt, wenn er angemacht wird und ich werde angerufen, wenn Bekannte ein Problem mit dem Computer haben. Gute Voraussetungen für dieses Buch. Deshalb auch die umso größere Enttäuschung. Es ist nämlich ziemlich schnell klar, dass „einige der talentiertesten Slammer“ nicht das Gleiche ist, wie „die besten Texte über das Nerdtum“. Und „alle Facetten“ wohl ganz unterschiedlich definiert werden kann. Wenn nämlich in mehreren Texten offensichtlich wird, dass sie extra für die Anthologie geschrieben worden sind und der Verfasser auch noch überhaupt nicht mit irgendeiner Art von Nerdsein zu tun hat und etwa 95% der Texte in die gleiche Klischeebresche über Nerds schlagen, dann kommt in mir ziemlich schnell das Gefühl auf, dieses Buch ist gemacht worden, um verkauft zu werden. Aber nicht, weil da jemand das Thema facettenreich betrachten will.

Natürlich, es gibt auch Texte in diesem Buch, die mir gefallen haben. Aber das war ein kleiner Teil, den ich lieber in einem anderen Umfeld gesehen hätte. Dieses Buch war eine herbe Enttäuschung für mich. Ich habe das Gefühl, da sagte sich jemand, „Komm, wir machen eine Nerd Anthology! Hey, XY, schreib doch mal einen kurzen Text über Nerds!“ Und das ist kein gutes Gefühl. Es gibt doch genug Anthologie-Themen, bei denen jeder der oben genannten Slammer (und viele mehr) einen guten Text in petto haben. Die Bahn beispielsweise. Oder Facebook. Obwohl ich da auch nicht weiß, ob ein Facettenreichtum vorhanden ist. Hier ist es leider nicht. Sehr schade.

Kauft eine andere Anthologie, wenn es euch um die Slam Poeten geht. Und wenn ihr ein tolles Nerdbuch lesen wollt: „Ready Player One“ von Ernest Cline.

Das Slamperium schlägt zurück wurde herausgegeben von David Grashoff und erschien im Lektora Verlag.

Buch: Todesengel von Andreas Eschbach

Der erste Satz aus Todesengel:

Wir Menschen sind sensibler, als die meisten von uns ahnen.

Andreas Eschbach schreibt mit diesem Roman eine Geschichte über Selbstjustiz, menschliche Helden, die Liebe und das tägliche Unglück. Da ist also in Deutschland plötzlich dieser Engel, der immer zur richtigen Zeit auftaucht, wenn es jemanden mit Zivilcourage braucht. Wenn also ein alter Mann in der U-Bahn von Jugendlichen verprügelt wird. Oder wenn ein Punker in die Finger dreier Nazis kommt. Dann steht da plötzlich dieser Engel im weißen Licht und erschießt die Gewalttätigen. Und wie es dann weitergeht, das erzählt Eschbach anhand der Leben mehrerer verstrickter Personen.

Gute Story, man will wissen, wie es weitergeht, was passiert. Es werden Fragen aufgeworfen, mit denen man sich dann beschäftigen muss. Eine realistische Geschichte, abseits von Herr aller Dinge oder Der Letzte seiner Art. Und ein unglaublich schönes und passendes Cover! Soweit so gut.

Aber da sind auch ganz komische Dinge in diesem Roman. Beispielsweise die Eigenart, unwichtigen Figuren einen Vor-und Zunamen zu geben. Beispielsweise den Nazis, die in der Szene, in der sie eingeführt werden, auch gleich erschossen werden. Gepaart mit einem sehr schnellen Wechsel von Szenen und zu vielen roten Fäden führt das im ersten Drittel des Buches zu einer kompletten Verwirrung, was denn nun wichtig ist und was nicht. Und dann die plumpe Art, wichtige Sachen einzuführen! Damit entscheidende Dinge nicht einfach durch die Hand Gottes in einer Geschichte geschehen, werden diese ja unauffällig lange vorher eingeführt. Doch in diesem Roman gelingt Eschbach das nicht unauffällig. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass hier ein alter längst geschriebener Roman aus der Schublade genommen, überarbeitet und veröffentlicht wurde.

Nicht falsch verstehen, ich mochte das Buch, besonders die Geschichte. Aber da waren meiner Meinung nach echt große Patzer drin, das reicht bei weitem nicht an seine vorherigen Science-Fiction Romane ran. Ich freue mich hier auf den nächsten davon.

Todesengel von Andreas Eschbach erschien bei Bastei Lübbe.

Buch: Abbey Road Murder Song von William Shaw

Der erste Satz aus Abbey Road Murder Song:

Warum bist du nicht gegangen, als ich’s dir gesagt habe?

Der Roman arbeitet tatsächlich die Struktur eines Krimi ab: Es beginnt mit dem Auffinden der Leiche, geht weiter mit der Einführung der Ermittler und wird dann zu einem spannenden Stück der sechziger Jahre in London. Ich war beim lesen sehr fasziniert, wie Shaw einen guten Einblick in die Welt des Umbruchs in der 60ern des letzten Jahrtausends gibt. Wie Frauen in Hosen noch eine Seltenheit sind, farbige Menschen auch. Wie die Polizei viel weniger Möglichkeiten hat, als heute. Und wie egal in welcher Epoche das Zwischenmenschliche das Spannendste ist.

Das Problem an diesem Roman – wie bei vielen anderen – sind die Versprechen, die der Klappentext macht. Ja, irgendwie haben die Beatles was damit zu tun. Aber hallo, wir reden von Anfang der 60er in London, wie sollte man da eine Geschichte erzählen, die nicht irgendwie was mit den Beatles zu tun hat. Und ja, es ist ein guter Krimi und ein noch besserer Roman. Aber definitiv kein Thriller. Und tatsächlich lässt einen der Klappentext am Ende des Buches mit einem „Hä?“ zurück. Was aber nur ein weiterer Grund ist, auch den nächsten Roman von William Shaw zu lesen.

Abbey Road Murder Song von William Shaw wurde übersetzt von Conny Lösch und erschien bei suhrkamp nova. Das Hörbuch wurde von Simon Jäger gesprochen.

Buch: Fragen Sie nach Fritz von Husch Josten

Der erste Satz aus Fragen Sie nach Fritz:

P.S.: Ich habe Fritz getroffen.

Nach zwei Romanen liefert Husch Josten einen Kurzgeschichtenband nach. 10 Geschichten, die alle in irgendeiner Weise darum gehen, die verschiedenen Wahrheiten zu finden. Und tatsächlich sind sie alle Kurzgeschichten im ursprünglichen Sinne: Ein abrupter Beginn, ein plötzliches Ende und ein kurzer Ausschnitt aus den skurrilen Eigenheiten, die man in jedem Leben finden kann. Ich habe die Geschichten gern gelesen, aber leider ging es mir wie bei vielen Kurzgeschichten, ich war immer traurig, wenn sie so schnell vorbei sind und mich mit zu viel Interpretationsmöglichkeiten lassen. Deshalb waren das zwar schöne Worte, die da aneinandergereiht waren, aber ich freue mich dann doch wieder mehr auf einen Roman. Und laut meinem Interview mit Frau Josten kommt dieser auch als nächstes.

Fragen Sie nach Fritz von Husch Josten erschien bei Berlin University Press 

Knaus BoxStar Runner 540: Fehlkonstruktion der Matratze ist technischer Serienstandard!

Update 17.07.2012:

Mittlerweile und auch dank ReclaBox hat sich Knaus gemeldet und eine korrekte Matratze geschickt.

Originalartikel: 

Nachdem wir unseren Bus verkauft haben, haben sich meine Eltern einen gekauft. Sie hatten das gesagt und ich hatte daran gezweifelt. Tatsächlich aber steht seit ein paar Monaten ein Knaus BoxStar Runner 540 vor dem Haus meiner Eltern. Eine schöne Alternative zu unserem Alten. Aber dieses Fahrzeug gibt es erst seit diesem Jahr. Und wie bei jeder neuen Sache gibt es viele Kleinigkeiten, die nicht wirklich ausgereift sind. Vielleicht werde ich immer mal wieder davon berichten. Jetzt muss ich aber erstmal von einem riesen Faux-Pas von Knaus berichten.

In diesem fabrikneuen Fahrzeug war eine der Matratzen falsch vernäht. Das war für jeden offensichtlich. Also schrieben wir den Händler an, welcher uns das Fahrzeug verkauft hat, dieser leitete uns direkt weiter an Knaus, um dieses Problem mit der Matratze zu lösen. Wir machten Fotos und schickten diese an Knaus.

Als Antwort kam: Die Konstrukteure haben die Matratzen so geplant!

Wir schüttelten die Köpfe und sagten, okay, vielleicht hat man das auf dem Bildern nicht gut gesehen. Also drehen wir folgendes Video und schicken das an Knaus.

Als Antwort kam (Hervorhebung von mir):

Guten Tag, Herr Neidhardt,

vielen Dank für die Zusendung des Videos.

Dieses haben wir unserer Konstruktion in unserem Werk in Ungarn weitergeleitet. Gerne haben unsere Kollegen Ihren Sachverhalt dort erneut geprüft.

Auch heute ist uns jedoch keine andere Mitteilung möglich. Die Matratzen Ihres Fahrzeuge entsprechen den technischen Serienstand.

Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Wir bedauern, dass uns keine andere Mitteilung möglich ist und wünschen Ihnen für Ihre Zukunft alles erdenklich Gute.

Freundliche Grüße
Yx.

Im Grunde bleibt mir nichts anderes, als den Kopf zu schütteln. Unserer Meinung nach ist die Matratze eindeutig falsch und dies auch auf dem Video ersichtlich. Geht euch das anders?

Buch: So was von da von Tino Hanekamp

Meine Geschichte dazu: Gehe in der Jahreszeit mit dem unpassenden Namen „Sommer“ durch eine Buchhandlung, um Bücher nach ihrem Cover zu beurteilen. Bei So was von da bleibe ich stehen. Ein geiles minimalistisches Cover. Da steh‘ ich derzeit sehr drauf. Schlage das Buch auf und sehe im Inneren das Bild von Tino Hanekamp. Schwarz gekleidet, Haare gegeelt, Kippe im Mund, Banane in der Brusttasche. Ich muss sagen, irgendwie wirkt der Mann auf dem Bild ein bisschen arrogant.

Zwei Wochen später bin ich bei einer Freundin in Karlsruhe. Und da demnächst eine Lesung von Hanekamp zu eben diesem Roman in Karlsruhe sein wird, hängt in jeder passenden Buchhandlung ein Bild von dem Buch und ihm in RIESIG. Und wie ich so das Bild so oft sehe, empfinde ich das Bild schon als ziemlich arrogant.

Wiederrum ein paar Monate später aber drückt ein Freund mir das Buch in die Hand. Ich bin fasziniert, wie es seinen Weg zu mir findet. Schlage es auf. Sehe das Bild wieder und bin angefressen. Beginne mit Lesen und bin begeistert. Wirklich!

Die Geschichte von Oskar Wrobel und die letzte Nacht seines eigenen Clubs in Hamburg. Auch noch eine Silvesternacht. Es beginnt nach dem Sex und geht über Drugs und Rock’n’Roll zu 15 Seiten Nichts.

Geil geschrieben. Geile Ideen, geile Story, geile Worte. So arrogant er auf dem Bild auf mich wirkt, Tino Hanekamp hat ein geiles, lesenswertes Buch geschrieben.

Der einzige Wermutstropfen: Ich zitiere mich:

Peter Renz sagte mir mal, dass das Ende einer Geschichte immer Licht oder Schatten über die gesamte Geschichte wirft.

Nach den 15 Seiten Nichts kommt ein sowas von erzwungenes Happy End, welches einen so großen Schatten über das Buch wirft, dass es einem echt viel verleiden kann. Wenn ihr also bei dem Nichts ankommt beim lesen, dann bleibt dabei. Lest nicht weiter.

So was von da von Tino Hanekamp, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch

Hörbuch: Die Arena von Stephen King, gelesen von David Nathan

Das Hörbuch bei Audible
Das Hörbuch bei Audible

Dies hier ist eigentlich nur der Abschluss. Es gab bei der Hälfte des Buches schon einen Zwischenstand, den es zuerst zu lesen gilt, bevor man hier weiter macht.

Der Name des Buches ist immer noch doof. Im gesamten Roman kommt der Begriff „Arena“ nur ein einziges Mal vor und selbst dort hört er sich an, als sei auf Teufel komm raus vom Übersetzer hineingeschrieben worden.

Das Buch selbst ist durchgehend der Hammer. Mehr als 40 Stunden ist natürlich ein Brett. Wie eine coole Serie, die einen eine ganze Zeitlang begleitet. Ich habe der Geschichte supergerne durchgehend gelauscht. Und kennt ihr dieses Gefühl der Freundschaft, die man mit literarischen Figuren im Laufe einer Geschichte eingeht? Nach 40 Stunden ist diese Freunden wirklich intensiv. Und danach ist man tatsächlich traurig, eine Zeitlang, vielleicht sogar nie wieder von ihnen zu hören.

Das Ende hat mich ein bisschen gespalten. Ohne irgendwas verraten zu wollen, man könnte meinen dem alten Mann sei irgendwie kein richtiger Schluss eingefallen. Kennt man aber einige andere Werke des Mannes, so weiß man, dass es nicht einfach nur eine schnelle Lösung ist.

Liest sich komisch, aber jene, welche das Buch gelesen haben und auch noch ein paar mehr, wissen hoffentlich, was ich meine.

Hörbuch – Zwischenstand: Die Arena von Stephen King, gelesen von David Nathan

Das Hörbuch bei Audible
Das Hörbuch bei Audible

Audible hat sich ja darauf spezialisiert, Hörbücher ungekürzt zu produzieren. Finde ich extrem cool! Das führ nämlich dazu, dass man hier einfach knapp 42 Stunden Geschichte auf die Ohren bekommt. Ich bin jetzt etwa bei 10 Stunden, also bei einem Viertel und will einen kurzen Zwischenstand abgeben.

David Nathan ist einfach unglaublich passend. Wie schon bei Wahn rockt seine Stimme einfach die Geschichte. Eine Sache, welche mir bei ihm aufgefallen ist: Nathan (oder der Regieassistent) hat wohl noch nie Die Verurteilten gesehen. Denn er sagt nicht Shaw Shank zu dem berüchtigtem Gefängnis, sondern Shaws Hank. Das verwirrt mich jedesmal, wenn er das sagt.

Die Geschichte ist eigentlich ganz und gar nicht Kinglike. Oder, falsch. Der Anfang ist nicht typisch. Statt eines langsamen Aufbaus einer Stimmung, wie man es bei King gewohnt ist, knallt man wortwörtlich in die Geschichte. BÄM, plötzlich ist da eine Kuppel um eine Kleinstadt und man kommt weder rein noch raus. Und es fängt an mit all den Toten, die an der Kuppel zerschellen. Und dann geht es erst mit dem Aufbau der Stimmung los. Das ist einerseits saumäßig spannend, andererseits, wenn dann diese „spannungslosen“ Szenen des Stimmungsaufbau kommen, man eigentlich vorspulen / weiterblättern will und wissen will, wie es weiter geht.

Der deutsche Name ist wie schon die Male zuvor total doof. Das Buch heißt im Original „Under the dome“, also „Unter der Kuppel“. Es gibt keinen Grund, dieses Werk „Die Arena“ zu nennen! Im ersten Viertel kam noch keine Arena vor! Umso witziger, dass man im Trailer zum Hörbuch den Text auf Teufel komm raus auf Arena getrimmt hat.

Mehr gibt’s am Ende.

Film: vincent will meer

Plakatausschnitt samt unterschriften von Florian und Johannes

Jaja, ich weiß, der Film ist schon seit 13 Wochen in den Kinos und wahrscheinlich eben nicht mehr in vielen Städten. Hier in der Gegend läuft er noch und nachdem ich Florian David Fitz bei unserer letzten Free Hugs Aktion gedrückt habe, wollte ich ihn dann auch nochmal sehen.

Film: vincent will meer weiterlesen

Betaleser gesucht!

Beta-Leser gesucht! Mal Lust, ein Buch vor der Veröffentlichung zu Lesen? Im Werden? Im Rohzustand? Na dann rock’n’roll! Jetzt melden unter fabysbuch@gmx.de und „mokita“ zugeschickt bekommen. Was muss man dafür machen? Zuerst einmal lesen. Und dann kritisieren. Und das ehrlich und unbarmherzig.
Worum’s in mokita geht?

Kurz gesagt: Es geht um Pornos, Leben & Tod

Will ist erfolgloser Schriftsteller. Will steht auf der Straße. Will braucht Geld. Sara, seine Schwester die ihn nicht ausstehen kann, nimmt ihn wider Willen auf. Sam, sein bester Freund besorgt ihm einen dubiosen Job als Pornogeschichtenschreiber. Zwischen dem Hüten der Kinder seiner Schwester und dem Erfahrungen sammeln für seine Geschichten muss Will sein Leben überdenken.

Mokita ist oberflächlich gesehen ein Buch über Pornos, unter dieser geht es aber um Kinder, Katzen, Zeitungen am Frühstückstisch, Liebe,  Versuchungen und ein bisschen um Pornos.

 

Interesse? Jetzt schreiben!

Achtung: Aktuelle ausgegebene Version: 0.11.1 (Siehe Changelog)

Update 24.09.2012: Der Roman heißt nun „Das Lesen ist ein Erdeben und ich stehe neben dem Türrahmen“ und wird am 24.11.2012 veröffentlicht. Bis dahin gibt es keine Skripte mehr.