Kurzgeschichtensammlung: Basar der bösen Träume von Stephen KIng

Lesestoff: Basar der bösen Träume von Stephen King.

A photo posted by Fabian Neidhardt (@jahfaby) on

Der erste Satz aus Basar der bösen Träume:

Manche dieser Geschichten wurden bereits anderswo veröffentlicht, was jedoch nicht heißt, sie wären jemals fertig gewesen oder wären es jetzt.

In einer der ersten Ankündigungen zu diesem Buch las ich, dass Stephen King zum ersten Mal seit „Das Leben und das Schreiben“ stärker auf den Prozess des Schreibens eingehen will und, gemischt mit Kurzgeschichten, auch Tipps zum Schreiben geben möchte. Ich lese sowieso viel, was Stephen King produziert, wenn es dann auch noch Schreibtipps beinhaltet, umso besser.

Anfang des Jahres ist das Buch in Deutschland erschienen, 20 Geschichten, von 16 verschiedenen Übersetzern ins Deutsche übertragen. Tatsächlich hat jede Geschichte ein eigenes Vorwort, eine Entstehungsgeschichte. Das ist für Stephen King nichts Neues, all seine Bücher haben ein Nachwort, in welchem die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Romans erklärt wird. In diesem Fall fällt diese zwar ein wenig ausführlicher aus, „Tipps zum Schreiben“ würde ich das aber nicht nennen. In dieser Hinsicht ist die Sammlung enttäuschend. Der Fairness halber muss ich aber auch sagen, dass mit den Schreibtipps niemals geworben wurde.

Die Kurzgeschichten selber sind, ähnlich wie Kings Romane, von variierender Qualität. Es gibt auch zwei Gedichte, die ich zwar versucht habe, zu lesen, aber dann überblättert habe. Einerseits komme ich mit Lyrik selten klar, andererseits ist King auch kein Lyriker.  Bis auf diese Gedichte habe ich die Geschichten und Vorworte sehr gern gelesen. Ich mag die Schreibe von Stephen King. Wie schon in der letzten Rezension gesagt, aufgrund seiner Bekanntheit kann King mehr spielen. Anderen Autoren würden viele Dinge wahrscheinlich rausgestrichen werden, weil „man das so nicht macht.“ King macht es einfach und es macht Spaß zu lesen.  Und was durch die Vorworte dann doch klar wird: Stephen King „findet“ seine Geschichten, wie alle anderen auch. Seine Schreibmethoden decken sich an vielen Stellen mit den meinen und den von vielen anderen. Das ist schön, zu lesen. Das gibt mir als Autor ein Gefühl von „ich bin nicht allein“. Ich wusste das auch vorher, aber es ist gut, immer wieder Bestätigung zu bekommen.

Wie gesagt, schön, die Geschichten zu lesen, sie bestätigen auch, dass King bei Weitem nicht der Horror-Typ ist, als der er lange Zeit abgestempelt wurde. Aber ich freue mich auch wieder, länger in eine einzelne Geschichte einzutauchen.

Nebenbei, ich habe auch für ein paar Geschichten ins Hörbuch gehört. Ist David Nathan, kann man sowieso fast immer machen. War er für mich lange Zeit die deutsche Stimme von Johnny Depp, mittlerweile habe ich so viele Stephen King Romane von ihm gehört, dass er mittlerweile eben meine deutsche Stimme von Stephen King.

Basar der bösen Träume von Stephen King wurde übersetzt von Ulrich Blumenbach, Bernhard Kleinschmidt, Karl-Heinz Ebnet, Wulf Bergner, Kristof Kurz, Friedrich Mader, Gunnar Kwisinski, Urban Hofstetter , Jürgen Langowski, Gisbert Haefs, Johann Christoph Maass, Jürgen Bürger , Julian Haefs, Jan Buss, Jakob Schmidt und Friedrich Sommersberg und erschien bei Heyne. Das Hörbuch wurde gesprochen von David Nathan und erschien bei Random House Audio. Der Verlag hat ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Kurzgeschichte: Lawful Interception von Cory Doctorow. Litte Brother, Teil 3

Der erste Satz aus Lawful Interception:

If you grow up in San Francisco, you grow up with a bone-deep sense of what it means when the ground starts to move: quake.

Diese Geschichte beginnt mit einem Erdbeben und lässt Marcus das tun, was er am besten kann: Helfen. Und Marcus ist eben der Marcus Yallow von Litte Brother und Homeland. Dieser Geschichte ist quasi der dritte Teil. Doctorow bleibt seinen Themen treu, verbindet die neuen technischen Möglichkeiten mit einer Kritik an der Art, wie in den vereinigten Staaten Probleme aus staatlicher Sicht zu lösen versucht werden. Diesmal geht es dabei um die Folgen eines schweren Erdbebens, der Bereitstellung von Hilfkräften und ganz gezielt um die Eindämmung von Demonstrationen.

Die Geschichte kann man kostenlos auf TOR.com lesen, dem Verlag von Cory Doctorow. Man kann sie aber auch als eBook beispielsweise für den kindle kaufen. Gedruckte oder deutsche Fassungen sind gerade nicht in Sicht. Das Englisch ist leicht verständlich, aber mehr als 18.000 Worte am Bildschirmlesen ist nicht immer angenehm.

Lawful Interception von Cory Doctorow erschien bei tor.com

Kurzfilm: Bahnseminar. Nach einer Kurzgeschichte von Fabian Neidhardt.

So, nun ist er online, der Film. Es ist Sonntag Morgen und ich verarbeite gerade noch die Ereignisse der Jugendmedientage 2011 in Stuttgart. Schön, wie alles zusammenfällt, denn vor einem Jahr auf dem Slam-Abend der Jugendmedientage 2010 habe ich auf der Bühne Das U-Bahn-Seminar gemacht. Esther und Franziska sahen mich dort und schrieben mir kurz darauf, ob sie den Stoff verfilmen dürften. Gesagt, gemacht. Ich habe mich als Statist dazugesetzt, wollte ja sehen, wie die beiden so arbeiten. Das Ergebnis wurde für den Jugendfilmpreis 2011 nominiert. Anfang Dezember ist die Preisverleihung. Jetzt viel Spaß mit dem Film:

Es ist ein Morgen wie jeder andere in der Haupstadt der Anonymität.
Die Bahn kommt und der Arbeitstag beginnt.
Doch wer sind eigentlich die anderen, die Dir gegenübersitzen?
Und wer bist Du in ihren Köpfen?

Ein Film von Esther Brechlin & Franziska Heinrich
nach einer Kurzgeschichte von Fabian Neidhardt

entstanden 2011 im Rahmen des Seminarkurses Film am
Hohenstaufen-Gymnasium Bad Wimpfen,
nominiert für den Jugendfilmpreis 2011 Baden-Württemberg

Update: Der Film wird laufen im Block 4 des Jugendfilmpreises:

Samstag, 3. Dezember 2011 16:00 bis 18:00 Uhr im Metropol 3

Text – Codamis Blur

Mein Name ist Nigel Waiters. Ich verbringe sehr viel Zeit mit meinem Job.
Ich bin Nachlassverwalter. Bei einem Todesfall kümmere ich mich um die Sachen der Verstorbenen.
Meistens geht die Hinterlassenschaft an irgendwelche Erben, aber in Fällen, in denen es keine Erben gibt, kümmere ich mich darum die Sachen loszuwerden.
Es ist sehr interessant. Ihr glaubt nicht, wie faszinierend es ist, in Kellern und Dachböden herumzustöbern. Ich fühle mich jedes Mal wie ein kleiner Junge, der auf dem Speicher seiner Großmutter nach einem verborgenen Schatz sucht.
Ich war gerade dabei, eine Anzeige für ein altes Schlafzimmer aufzugeben, als das Telefon klingelte.

Text – Codamis Blur weiterlesen