Buch: Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman

Lesestoff: Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman. #amreading #eichborn

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Sich zwischen den vielen Mythen aus aller Welt zu entscheiden ist nicht weniger schwer, als zwischen verschiedenen Küchen der Welt zu wählen.

Ich lese gerne Romane von Gaiman, mag seine ebenso seine Vorlesungen und seine Ansichten. Dennoch gibt es Bücher von ihm, die ich nicht lese, weil mich das Thema nicht interessiert. Bei diesem war ich kurz davor, die Finger davon zu lassen. Ich habe früher gerne und viele Mythen und Sagen gelesen und mag neuere Geschichten mehr. Aber ich weiß, wie gerne Gaiman mit den Mythen arbeitet, wie ganze Romane auf ihnen basieren. Und dachte, was soll’s, probieren wir es.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/164172351527/ich-stellte-mir-lange-winternächte-vor-vielleicht

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Diese Geschichtensammlung ist kein ein literarisches Meisterwerk und vor allem keine Geschichte, die wir nicht schon auf die ein oder andere Art gehört haben. Dennoch habe ich das Buch sehr gern gelesen. Es wärmt die Seele und hat mich daran erinnert, warum ich so gerne Geschichten erlebe und selber erzähle.

Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman wurde übersetzt von André Mumot und erschien bei Eichborn. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.09

Serie: American Gods, nach Neil Gaiman

Vor zwei Jahren habe ich American Gods gelesen und für gut befunden. Ein großer, epischer Roman der das Glück hat, in einer Zeit verfilmt zu werden, in denen ein Film mit zwei Stunden Länge den Olymp der Verfilmung darstellt. Stattdessen haben wir in den letzten Jahren einige großartige Serien bekommen, die alle Vorteile und Möglichkeiten einer Serie ausschöpfen und qualitativ an Kino mindestens herankommen.

Seit April diesen Jahres läuft die erste Staffel von American Gods, unter anderem entwickelt von Brian Fuller, der sich schon einen renommierten und leicht skurrilen Namen gemacht hat durch die Serien Pushing Daisies, Dead like me und Hannibal. Wie Gaiman selbst hat Fuller ein Händchen, verschrobene, leicht von der Normalität abweichende und gleichzeitig liebenswerte Geschichten zu erzählen. Das sieht man auch in American Gods. Diese Geschichte über den Krieg der alten gegen die neuen Götter ist voller Gewalt und Blut und Krieg und wird, unterlegt von der richtigen Musik, überzeichnet und überlebensgroß dargestellt. Dazwischen liegen die kleinen funkelnden Momente, großartige Schauspieler und feine Dialoge, aufgehängt an vielen kleinen Fäden, die sich langsam zusammenfinden.

Ich kenne das Buch und denke oft, ach, wie schön. Manchmal bin ich auch irritiert, wie Dinge umgesetzt werden, weil die Serie selbst sich nicht immer ernst nimmt, ihre eigenen Konventionen bricht und mich immer wieder überrascht. Die Serie ist nicht für jedes Gemüt, aber ich bin extrem gut unterhalten und freue mich, wie es weitergeht. Die erste Staffel umfasst 8 Folgen, die zweite Staffel ist in Produktion. Auch diese basiert auf dem Roman. Und ich freue mich sehr drauf.

American Gods ist seit dem 30. April auf Amazon Video verfügbar, jeden Montag erscheint eine neue Folge.

Roman: American Gods (Directors Cut) von Neil Gaiman

Der erste Satz aus American Gods:

Shadow hatte drei Jahre im Gefängnis gesessen.

Shadow ist ein kleiner Gauner, aber eigentlich guter Kerl. Ein großer, hagerer und guter Kerl. Ein Banküberfall, der daneben geht, bringt ihn ins Gefängnis und er kommt raus, kurz nachdem Laura, die Liebe seines Lebens, gestorben ist.

Und dann ist er wieder in dieser Welt, ohne eine Ahnung, wohin es nun gehen könnte, als dieser Typ, Wednesday, ihn anspricht und ihm einen Job als Handlager anbietet, den Shadow irgendwie annimmt. Damit geht es los. Und dann kommt eine Reise durch Amerika. Mit Göttern, Schlachten, Liebe, Zombies, Autos und allem dazwischen.

Ich habe Neil Gaiman als Schriftsteller erst relativ spät kennengelernt, erst mit dem Ozean am Ende der Straße. Aber witzigerweise, vor rund 5 Jahren sitze ich an einem kleinen See in einem Dorf ohne Namen in Polen, kurz vor dem 50sten Geburtstag eines Verwandten und lese Sandman Slim, begeistert. Ein Mädchen ist dort und ich erzähle ihr davon und sie sagt, sie habe kürzlich auch ein Buch gelesen, das in eine ähnliche Richtung geht, das hieße American Gods. Ich hab das abgespeichert, unter den Büchern, die irgendwann gelesen werden sollten.

5 Jahre später, nachdem ich also für Gaiman sensibilisiert bin, kommt mir dieses „Directors Cut“ von American Gods in die Quere. Directors Cut ist natürlich ein komisches Wort für ein Buch. Deshalb steht auf der Rückseite auch das das Wort Author’s Cut. Aber auch verständlich, weil man, obwohl es falsch ist, sofort weiß, was die Leute bei Eichborn damit meinen.

Ich kann nicht sagen, wie weit diese Version sich von der ursprünglich veröffentlichten Unterscheidet. Es sind etwa 50 Seiten mehr, was bei rund 670 Seiten echt nicht mehr so sehr ins Gewicht fällt. Und es ist ein gutes Buch. Ich habe es sehr gerne gelesen, bin gerne mit Shadow gereist und weiß, ist nicht das letzte Buch, das ich von Gaiman gelesen habe.

Zwei Sachen, die mir mehr als Autor, als als Leser aufgefallen sind. Einerseits, ein passiver Protagonist. Da bin ich also in einer Schreibschule und da wird viel über Protagonisten geredet und dass ein Protagonist spannend und aktiv sein sollte. Nun haben wir hier einen Protagonisten, der sympathisch ist, keine Frage. Shadow ist ein cooler Kerl. Aber eigentlich macht er kaum was. Der Großteil der Geschichte passiert um und mit Shadow, aber er handelt erst spät relativ spät selbst. Und ich find’s cool. Ich mag es, wie das Leben manchmal einfach Leute mitreisst. Genauso die andere Sache, Geschichten ohne Happy End.

Habt ihr (500) Days of Summer gesehen? Vielen gefällt dieser Film nicht, weil (SPOILER) er nicht gut ausgeht, zumindest nicht im klassischen Sinn einer Liebesgeschichte. Weil die beiden, das Mädchen und der Junge, am Ende eben nicht zusammenkommen. Ich mag das. Mag die Idee, dass es Menschen in deinem Leben gibt, die wichtig sind. Und trotzdem irgendwann wieder gehen.

Als ich meinem Mentor in Hildesheim von meinem Roman erzählt habe, sagte er, „Willst du, dass es ein Bestseller wird? Dann müssen die beiden am Ende zusammenkommen.“ Müssen sie?

American Gods ist nicht in erster Linie eine Liebesgeschichte. Aber die Liebe kommt genauso vor. Und dann erscheint irgendwann Sam, ein witziges, mutiges und freches Mädchen, von dem ich mehr wissen will und kaum mehr bekomme. Eine Autofahrt ist sie da und dann verschwindet sie. Und bis zum Ende hoffe ich, dass Sam nochmal erscheint. Tut sie, aber nicht so, wie man denkt. Und ich bin enttäuscht und erfreut zur gleichen Zeit. Sehr schön, das. Zurück zum Eindruck als Leser:

Sehr schönes Buch! Für eine ganze Weile taucht man ein, in diese Magische Welt, die unserer sehr ähnlich ist, und hat dabei viel viel Spaß. Und endet mit der Hoffnung, dass es vielleicht doch unsere Welt ist und da draußen noch so viel unentdecktes ist.

Achja, eine Sache noch. Dieser Roman ist einer, bei dem der Klappentext nicht nur schlecht, sondern schlicht falsch ist. Also einfach nicht lesen oder wenigstens nicht glauben.

American Gods von Neil Gaiman in der Directors Cut Edition wurde übersetzt von Hannes Riffel und erschien bei Eichborn. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Roman: Der Ozean am Ende der Straße von Neil Gaiman

Der erste Satz aus Der Ozean am Ende der Straße:

Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs.

Lange bevor ich den Roman gelesen habe, war ich fasziniert. Vom Cover der Originalausgabe beispielsweise. (Das deutsche Cover ist nicht schlecht, lehnt sich aber zu weit aus dem Fenster. Nach der Lektüre weiß man, was ich meine.) Aber auch vom Titel. Allein der Titel machte mich unglaublich neugierig. Dazu kommt, dass ich bisher nichts literarisches von Gaiman gelesen habe. Ich kenne Vorträge von ihm und Verfilmungen seiner Werke, und ich mag ihn und seine Ideen und Ansichten, aber gelesen habe ich noch nichts von ihm. Bis ich eben dieses kleine blaue Abenteuer in den Händen hielt. Wie gesagt, auch das deutsche Cover ist schön und auch der Rest des Buches ist schön aufgemacht. Schlägt man das Cover auf, sieht man auf der Innenseite eine Handschrift. Und da die digitale Welt es möglich macht, frage ich Gaiman über Twitter, ob das seine Handschrift ist. Und er sagt ja.

Wie schön ist das denn? Jetzt aber zum Inhalt.

Der Roman erzählt, wie der Ich-Erzähler wegen einer Beerdigung in die Gegend fährt, in der er aufgewachsen ist, und an einem kleinen Teich sitzend eine Geschichte aus seiner Kindheit erzählt, die Geschichte von ihm und Lettie Hempstock.

Was als naturalistische Erzählung beginnt, wird in der Erinnerung des Erzählers zu einer fantastischen Geschichte, bei der man nie sicher ist, wo die Grenze der Fantasie überschritten wird.

Mit einer wunderbar gelassenen, fast schon lakonischen Stimme erzählt Gaiman von Hexen und Geistern und den Ängsten, die jedes Kind kennt. Und wenn man durch ist und das Buch zuschlägt, ist man sich nicht sicher, ob man schon wieder in der Realität angekommen ist.

Ich hatte beim Lesen ein Gefühl von Terry Pratchett und Stephen King, die ich auch sehr gerne lese. Dies war also meine erste Geschichte von Gaiman. Aber bestimmt nicht die letzte.

 Der Ozean am Ende der Straße von Neil Gaiman wurde übersetzt von Hannes Riffel und erschien bei Eichborn.

Bücher: The Humble eBook Bundle. 8 Romane. Zahl, was du willst.

Seit ein paar Tagen gibt es das neue Humble Bundle, das erste Humble eBook Bundle! Normalerweise bündeln die Leute vom Humble Bundle rund vier bis sechs Spiele, entwickelt von Indie-Entwicklern und verkaufen sie als Paket für jeden Preis, den jeder einzelne zu zahlen bereit ist. Pay what you want nennt man das. Ich bin gar nicht der große Spieler, aber ich mag Indie – bin selbst Indie-Autor – und unterstütze das System gern.

Jetzt gibt es eben das erste eBook Bundle! Acht eBooks werden hier gebündelt verkauft. Für eben jeden Preis, den man selbst zu zahlen bereit ist. Sechs davon bekommt man auf jeden Fall, die beiden weiteren, wenn man mehr als den Durchschnitt zahlt, derzeit liegt dieser bei knapp 13 Dollar. Mit dabei sind unter anderem Neil Gaiman und Cory Doctorow, mit letzterem verbindet mich das Hörbuch, das ich von seinem Roman Little Brother gesprochen habe. Und bei Doctorow muss man auch erwähnen, dass man das Buch auch so kostenlos auf seiner eigenen Seite bekommt. Kauft man die Bücher über das Humble Bundle, bekommt man von jedem Buch die PDF, die MOBI und die ePub-Datei. Damit dürfte jedes Lesegerät versorgt sein.

Ich habe hier zwar noch ein ganzes Regal ungelesener Bücher, aber hier gehts neben guter Literatur auch um die Sache! Deshalb habe ich mein Bundle schon gekauft und freue mich sehr auf die Unterhaltung. Ab zum Humble eBook Bundle!

Vortrag: Neil Gaiman über das Schreiben: Make Good Art.

Andreas hat dieses Video gepostet, und folgendes geschrieben. Und ich kann beiden nur Recht geben!

Neil Gaiman ist Autor. Er schreibt und schreibt und schreibt. Während ich seinen Sätzen folgte, musste ich über mich selbst nachdenken. Über Pläne, die man sich immer wieder steckt. Ein Weg, welcher ein großes Ziel ansteuert. Karriere. Erfüllung. Träume. Egal, wie man es nennen mag. Auch ich mache mir zu oft Gedanken. Anstatt dass ich schreibe. Fotografiere. Texte veröffentliche und Ideen ausprobiere. Dies ist ein Aufruf an mich selbst. Ich werde einfach weiterlaufen. Schritt für Schritt für Schritt. In meinem Rhythmus. Auf meine Art und Weise.