Hörbuch: „Geister“ von Nathan Hill, gelesen von Uve Teschner

Buchmesse, Tag 3. Der Tag beginnt mit Dietmar Wunder und Uve Teschner im Interview. #lbm17

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Der erste Satz aus Geister:

Hätte Samuel gewusst, dass seine Mutter weggehen würde, hätte er vielleicht besser aufgepasst.

Samuel hört Jahrzehnte nichts von seiner Mutter, wird Literaturprofessor an einer Uni, versucht sich als Schriftsteller und kommt mit seinem Leben so ganz okay klar. Und dann erfährt er, dass seine Mutter den erzkonservativen Präsidentschaftskandidaten im Park mit Kieseln beworfen hat und nun einen Shitstorm über sich ergehen lassen muss.

Und nun soll er, der seit Jahren seine Enttäuschung über seine Mutter kultiviert, einen öffentlichen Brief schreiben, um die Bevölkerung zu beruhigen. Das ist der Beginn und die Rahmenhandlung. Aber dann taucht der Roman ein in unzählige Geschichten von Dutzenden Personen über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren, spinnt viele kleine Fäden, die sich alle immer wieder irgendwo kreuzen.

Seit Am Ende aller Zeiten habe ich Uve Teschner in meinem Bewusstsein. Kurz vor der Buchmesse in Leipzig und dem Interview mit ihm und Dietmar Wunder habe ich dann erfahren, dass er Geister eingesprochen hat und ich habe mir das Hörbuch geholt, ohne zu wissen, worum es geht. Geiles Cover und Uve Teschner, reicht erstmal. Und dann habe ich ihm 23 Stunden zugehört, alle diese Ausführungen mitgenommen, viel gelacht und mitgefühlt und natürlich mir über mein eigenes Leben Gedanken gemacht.

Bei diesen knapp 900 Seiten war die Hörbuchvariante meine bessere Wahl. Weil bei all den guten Geschichten, irgendwann war die Hauptgeschichte so weit auseinandergezerrt, dass ich froh war, dass mir das jemand vorliest und ich nicht selbst lesen muss. Weil ich höchstwahrscheinlich irgendwann aufgehört hätte.

Dennoch: Großer Roman mit guten Geschichten und viel zum Nachdenken. Urlaubslektüre, wenn man den Biss hat, durchzuhalten.

Geister von Nathan Hill wurde übersetzt von Katrin Behringer und Werner Löcher-Lawrence und erschien bei Piper. Das Hörbuch wurde gesprochen von Uve Teschner und erschien bei Audible. Audible hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

PS: Ich habe den Roman auch beim SWR3 Lesetag empfohlen:

Hörbuch: Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau, gelesen von Stefanie Stappenbeck und Andreas Fröhlich.

Der erste Satz von Das Lächeln der Frauen:

Letztes Jahr im November hat ein Buch mein Leben gerettet.

Da ist dieser französische Lektor, der unter einem englischen Pseudonym ein zu erfolgreiches Buch geschrieben hat. Und dann ist da diese Restaurantbesitzerin, die sich in den englischen „Schriftsteller“ verliebt, aber den Lektor ganz schlimm findet. Nicolas Barreau beschreibt in Das Lächeln der Frauen zwei Seiten einer angehenden Liebesgeschichte und einer wunderbaren Verwechslungsstory. Und die beiden Seiten werden wunderbar von Andreas Fröhlich und Stefanie Stappenbeck erzählt. Wobei ich an Andreas entweder mehr gewöhnt bin oder was auch immer, seine Leistung gefällt mir besser als die von Stefanie. Die Story ist vorhersehbar und dennoch spannend, es macht wirklich Spaß, zuzuhören. Das war mein erstes Buch von Nicolas Barreau. Wahrscheinlich nicht das letzte.

Das Lächeln der Frauenvon Nicolas Barreau erschien bei Piper und wurde übersetzt von Sophie Scherrer. Das Hörbuch erschien bei Osterwoldaudio und wurde gelesen von Stefanie Stappenbeck und Andreas Fröhlich.

Novelle: Wir sind Utopia – Stefan Andres

Die Ausgabe von 1951
Die Ausgabe von 1951

Wir sind Utopia ist eines der Bücher, die ich in Heidelberg in einem Antiquariat erstanden habe. Ohne den Autor oder das Buch zu kennen. Einfach nur, weil mich der Titel angesprochen hat. Novelle: Wir sind Utopia – Stefan Andres weiterlesen