Die Haltlosen – ein kollaborativ geschriebener Roman

Letzte Woche durfte ich mit zehn jungen Erwachsenen drei Tage lang arbeiten und mit ihnen einen Roman schreiben. Seit knapp zehn Jahren gebe ich Workshops in kreativem Schreiben und Poetry Slam, aber noch nie durfte ich in so kurzer Zeit mit Menschen an einem Roman arbeiten. Spannendes Experiment, denn ich ließ die Gruppe entscheiden, ob sie entweder einen Episodenroman schreiben, in dem jeder seine Geschichte hat, die wir dann miteinander verklinken, oder ob wir gemeinsam an einer großen Geschichte arbeiten.

Ich habe kollaboratives Schreiben nicht erfunden, aber spätestens seit meinem Studium in Hildesheim glaube ich, dass es – wie beispielsweise beim Film – sehr gut funktionieren kann, einen Roman in seine Bestandteile auseinanderzunehmen und jeden Künstler der Gruppe seine Stärken ausspielen zu lassen. Genau das haben wir gemacht.

Nach einer Einführung in Kreativität, Masterplots und Storytelling im Allgemeinen haben wir uns am ersten Tag auf eine Prämisse (‚Was wäre, wenn die Schwerkraft auf der Erde immer wieder für kurze Zeit aussetzt‘), einen Masterplot (Heldenreise), einen Twist (Spoiler!) und eine weibliche Hauptfigur (wir nennen sie ‚Welf‘) geeinigt. Dann hat sich die Gruppe gedrittelt und jedes Team hatte eine der folgenden Aufgaben:

  1. Worldbuilding: Wie könnte eine Welt aussehen, in der einmal am Tag die Schwerkraft aussetzt? Was hat das für Auswirkungen auf die Welt? Wie gehen die Menschen damit um? Was könnten sogar die Vorteile sein? Was könnte nicht mehr verwenden werden?
  2. Plot anpassen: Ausgehend von der klassischen Heldenreise, wie könnte unser ganz eigener Plot aussehen?
  3. Charakterbuilding: Wer ist Welf? Wie sieht sie aus? Wie redet und handelt sie? Und warum? Was ist ihr Hintergrund. Selbiges gilt für einen Gefährten und für einen Antagonisten.

Am Ende des ersten Tages stellte jedes Team seine Ausarbeitungen vor, wir sammelten alles und jeder suchte sich eine Szene aus, die er am Vormittag des ersten Tages schreiben würde. Wie schon bei der Aufgabenverteilung zuvor stellte sich raus, wo wessen Stärken lagen: Ein paar schrieben die Actionszenen des Romanes, andere konzentrierten sich auf die Chemie zwischen Welf und ihrem Gefährten (Kit ist ein Mensch, der sich der Geschlechtszuordnung entzieht, was das Schreiben der Szenen extrem erschwert). Wieder andere erzählten den Alltag einer Welt, die jeden Tag irgendwann mal in der Schwebe ist.

All diese Ausschnitte stellten wir vor, arbeiteten daran literarische Mittel heraus und puzzelten sie an die richtige Stelle des Romanes. Wir einigten uns auf die Erzählform (Ich-Perspektive und Präsens) und verteilten die nächsten Szenen, beziehungsweise arbeiteten die schon existierenden weiter aus.

Unser Workshop war Teil eines größeren Angebots, in dem eine Woche lang gemeinsam an Dingen gearbeitet wurde und am Ende die Ergebnisse der fünf Workshops (Exit Room, Graffiti, Produktdesign mit Beton, Trickfilm und Roman schreiben) die Ergebnisse vorgestellt werden sollten. Während alle anderen ihre Ergebnisse erlebbar und ansehbar machen konnten, konnten wir niemals den gesamten Roman vorlesen. Also machten wir uns an Tag 3 daran, ein Cover zu bauen, einen Klappentext zu schreiben und eine Präsentation samt kurzer Lesung zu konzipieren.

Und hier ist das Ding: Was sich als Experiment in meinem Kopf ganz spannend angefühlt hat, wurde in diesen drei Tagen mehr als übertroffen. Weil uns natürlich allen klar war, dass wir in dieser kurzen Zeit auf gar keinen Fall einen ganzen Roman produzieren konnten. Nichtmal eine Rohfassung, allein schon das Tippen bräuchte mehr Zeit. Aber selbst als das Cover, die Inhaltsangabe und die Präsentation standen, saßen wir alle an unseren Computern, meist in einem Raum, klärten nebenbei Dinge wie erzählte Zeit und Jahreszeit, Eigenheiten der Figuren und Plotdetails und arbeiteten nicht für die Präsentation, sondern für diesen Roman.

Diese Motivation und die Grundstimmung dieser Gruppe befriedigt mich so extrem positiv und machen mich bodenlos dankbar. Weil sie zeigen, dass das tatsächlich funktionieren kann. Nun sind die drei Tage um und wahrscheinlich werden wir uns in der Konstellation nie mehr sehen. Höchstwahrscheinlich wird die jetzt existierende Gruppe auch nicht so motiviert dranbleiben. Aber wenn nur ein Paar Leute die Energie halten, bin ich auch dabei. Und in irgendeiner Form werden wir unsere Ergebnisse öffentlich machen. Bis dahin, viel Spaß mit dem Klappentext unseres Romanes ‚Die Haltlosen‘:

Die Welt, in der die 18-jährige Welf lebt, ist nicht die, die wir kennen: Seit gut fünfzig Jahren setzt einmal am Tag die Gravitation aus und die Schwebe tritt ein. Für die Gesellschaft, geteilt in Haltlose und die, die sich ein sicheres Leben, unbeeinflusst der Schwebe leisten können, ist dies Alltag. Doch eines Tages gibt es das erste Mal eine zweite Schwebe, gefolgt von zunehmenden unkontrollierten Ausfällen. Ausgerechnet Welf und Kit, eine androgyne Quasselstrippe, fallen Aufzeichnungen eines Verschwörungstheoretikers in die Hände. Als die Spur sie in die Tiefen der vatikanischen Archive führt, ahnt niemand, dass es nicht nur darum geht, die Welt zu retten.

10 Jahre auf Poetry Slam Bühnen

Anfang 2003 drückte mir mein damaliger Deutschlehrer einen schlecht ausgeschnittenen und auf rotes Papier kopierten Flyer für den ersten Pforzheimer Poetry Slam in die Hand. Pforzheim, die Stadt meines Gymnasiums. Mein Lehrer wusste, das ich schreibe und damals war Slam Poetry noch um einiges unbekannter, als heute, sodass die gesamte Rückseite des Flyers mit einer Erklärung bedruckt war. Da konnte man auf einer Bühne seine selbstgeschriebenen Texte vortragen. Ich hatte erst im Jahr zuvor mit dem Schreiben begonnen – Warum Fische Treppen hassen ist mein erster Text – und ich hatte Lust, meine Texte anderen vorzutragen. Also bin ich damals im März 2003 mit meinem Vater und ein paar Freunden ins Kupferdächle um dort auf der Bühne zu stehen. Damals noch mit Dreadlocks, Rocket eBook und einer sehr geringen Ahnung vom Sprechen.

Jetzt haben wir Ende 2013, ich habe immer noch lange Haare, eine Brille und eine Ahnung, dass ich keine Ahnung vom Sprechen habe. Und ich wollte dieses Zehnjährige zumindest kurz erwähnt haben. Ich habe in den zehn Jahren in der Slamily viele tolle Menschen kennengelernt, sehr viele Einladungen angenommen und bin ein wenig rumgekommen. Ich bin nie wirklich auf Tour gegangen und bin extrem viel weniger aktiv und motiviert als andere in der Szene, aber das ist okay. Ich mag die Leute und die Art und die Texte und die Gespräche und das Gefühl und die Umarmungen. Aber ich mag auch noch viele andere Sachen neben dem Slammen. Also bin ich mal mehr, mal weniger dabei, aber immer mit einem guten Gefühl, welches ich nicht missen will. Und ich glaube, ich werde auch immer mal wieder noch auf einer Bühne stehen.

Danke dafür.

Eigentlich war dieses Jahr noch ein bisschen was zum Jubiläum geplant. Eine Kurzgeschichtensammlung beispielsweise. Aber hej, dann kam das Leben mit all seinen anderen tollen Sachen dazwischen. Ich kann zumindest versprechen, es folgen weitere Bücher. Kurzgeschichten genauso wie Romane. Leider kann ich nie sagen, wann. Aber auch das ist okay. So bleibt das spannend. Ich sage noch einmal Danke und freue mich, euch bei Auftritten dabei zu haben. Auf die kommenden zehn Jahre.

Poetry: Plappermühle U20 Slam am 23.08 in Braunschweig und ich bin als Featured Poet dabei.

Das letzte Mal auf einem U20-Slam (alle Teilnehmer sind unter 20 Jahre alt) war ich 2004 bei den Nationalen Meisterschaften in Stuttgart. Aber diesmal darf ich in Braunschweig als Featured Poet auftreten! Sehr schöne Sache das. Ich werde zwei Texte vortragen und einige Exemplare meines Romanes dabei haben. Kommt zuhauf! Also:

Plappermühle U20 Poetry Slam in Braunschweig.

23.08.2013 20:00 geht’s los!

Mehr Infos und Ortsbeschreibung entnehmt der Facebook-Seite

Poetry: Benefizslam für Studieren ohne Grenzen

Am morgigen Donnerstag findet in Stuttgart ein Benefizslam für Studieren ohne Grenzen statt. Nikita Gorbunov wird moderieren. Wird ein guter Abend und hat einen guten Zweck. Hier die Daten:

25.04.2013 19 Uhr

Café Faust Stuttgart

Poetry For Peace – Benefizslam für Studieren ohne Grenzen

Eintritt: 4 Euro

Ich freue mich auf euer kommen!

Poetry: Slam am Samstag in Baden-Baden und Dead or Alive Slam am 4.5. in Pforzheim

Es scheint, als habe ich vor längerem schon meine Zusage für den Slam in Baden-Baden am Samstag gegeben. Also werde ich am Samstag in Baden-Baden sein. Schön! Letztes Mal in Baden-Baden war hatte ich einen tollen Slam und gute Menschen kennengelernt. Ich freue mich sehr auf dieses Mal und werde auch ein paar Exemplare meines Romanes dabei haben.

In Kurz:

13.04.2013 ab 19:00 Uhr: Art Bankett Poetry Slam in Baden-Baden

Weiter geht es dann am 4.05. in Pforzheim. Das wird das zehnjährige Jubiläum des Goldstadtslams. Und da ich seit dem ersten Slam dabei bin, werde ich auch dort dabei sein. Die Besonderheit dieses Mal: Es wird ein Dead or Alive Slam. Heißt:

Wie gewohnt treten mehrere Poeten gegeneinander an und werden vom Publikum als Jury bewertet. Diesmal besteht allerdings die Hälfte der Teilnehmer aus aktuellen Slammern und die anderen interpretieren Texte von bereits gestorbenen Poeten neu. Es gibt demnach zwei Gruppen, bestehend aus einerseits „alive“ Slammern und andererseits „dead“ Slammern, welche als Team antreten.

Und ich bin toter Slammer dabei. Rilke werde ich verkörpern. Aber kommt vorbei und seht selbst! Und Bücher werde ich auch dabei haben.

In Kurz: 

04.05.2013 ab 20:00 Uhr: Jubiläums Dead or Alive Slam in Pforzheim. Eintritt ist frei.

Ich freue mich!

 

Buch: Sackaffen von David Grashoff

Der erste Satz aus Sackaffen:

Es ist 22 Uhr an deinem Geburtstag und du hast vor sechs Stunden und 42 Minuten mit mir Schluss gemacht.

Ich habe David Grashoff nie live gesehen und war erstmal vom Titel, vom Cover und vom Buchrücken eher abgeschreckt. Dachte, wow, das wird Niveaulimbo. Und Texte von einem Slam Poeten zu lesen, den man noch nie gesehen hat, hat sich bisher eher als schwer herausgestellt. Manchmal ist es aber ganz gut, mit wenig Erwartung an eine Sache ranzugehen. Den neben der obligatorischen Slamtexte und den Themen Drogen und Pornos habe ich einige Geschichten in dem Buch wirklich gern gelesen. Ich mag Davids Ideen und oft auch die Schreibe. Und ich hatte ein wirklich schönes Erlebnis mit diesem Buch:

Ich sitze in der Bahn, kurz vor einer Fahrt von einer Dreiviertelstunde und lese meinem Mädchen die Geschichte „Mein kleines Nerd-Mädchen“ vor. Ich bin fertig und warte auf ihre Reaktion, als eine Stimme sich entschuldigt und aus dem Vierer hinter uns hervorlugt. Die Frau, der die Stimme gehört, sagt, sie hatte ja unweigerlich zuhören müssen und wollte jetzt etwas dazu sagen. Sie setzt sich zu uns und wir verbringen die Zugfahrt mit vorlesen und über die Geschichten reden. mehrmals fragen andere Mitfahrer nach dem Namen des Autors und diskutieren und kritisieren. Sehr schön. Und eine gute Erinnerung zu einem Buch, welches ich irgendwie gern gelesen habe.

Was ich mir manchmal wünschte: Manche Ideen sind größer als die Texte, in denen David sie verarbeitet. Aus manchem könnte man ganze Erzählungen und Romane machen. Man könnte sich länger mit ihnen wohl fühlen. Aber vielleicht folgt das ja noch. Ich bin gespannt.

Sackaffen von David Grashoff, mit Illustrationen von Volker Konrad erschien im Lektora Verlag.

Buch: 155 Kurze aus der Poetry Slam Szene. Eine Kurztext Anthologie.

Der erste Satz aus 155 Kurze aus der Poetry Slam Szene:

Poetry Slams und Spokenword-Lesungen sind ohnehin schon Formate, die mit kurzen Texten überzeugen.

So beginnt das Vorwort. Es ist länger als der Großteil der Texte in dem Buch. Rund 40 Slam Poeten durften insgesamt 155 ganz kurze Texte beisteuern. Vom Elfchen über den Haiku und die Kürzestgeschichte sind alle Formate der kurzen Literatur vertreten, sortiert nach groben Überthemen wie Afforismen, Liebe oder Stadt-Land-Fluss.

So groß die Bandbreite auch ist, so verschieden sind die Geschmäcker. Manche Seiten in diesem Buch haben mich lange Zeit nachdenken lassen, andere habe ich überflogen, ja fast übersprungen. Aber ich denke, das ist bei Anthologie normal. Mich persönlich hat die zweite Hälfte dieser Sammlung viel mehr begeistert, als die Erste. Kurz nach der Mitte waren für mich die Perlen und Höhepunkte dieser Sammlung.

Generell zeichnet die Anthologie ganz gut das Bild der Szene ab, wie ich sie kenne: Es existieren mehr lustige als nachdenkliche Texte, die Lyrik überwiegt ein kleines wenig. Ich hätte es für meinen Geschmack ganz toll gefunden, wenn mehr Autoren durch die 155 Texte vertreten gewesen wären. Ein paar Namen habe ich zu oft über den Texten gelesen. Aber vielleicht ist selbst das symptomanisch für die Szene. 😉

155 Kurze aus der Poetry Slam Szeneist eine etwas andere Anthologie aus der Slam Szene mit Texten für jeden Geschmack. Besonders, wenn man die Autoren kennt und ihre Stimme im Ohr hat, machen manche Texte richtig großen Spaß.

155 Kurze aus der Poetry Slam Szene erschien im Lektora Verlag und wurde zusammengestellt von Wolf Hogekamp und Björn Högsdal.

Poetry: Slam in der Rosenau Stuttgart am Sonntag

Es scheint noch keine offizielle Ankündigung geben, – die Poetry Slam Stuttgart Seite ist down –  deshalb hier ein paar Infos. Es wird eh voll und ausverkauft, aber vielleicht wollt ihr ja dennoch dabei sein:

Sonntag, der 07.10.12
Poetry Slam in der Rosenau Stuttgart
Einlass: 18:00 Beginn: 20:00

Es wird wieder eine lustige Runde an alten Freunden und tollen, neuen Menschen, diesmal dabei:
Goldschläger, Josefine Bergholm, Kaleb Erdmann, Marvin Suckut, Ysmin Hafedh, Tobias Gralke, Lyrenbold und ich. Und als Special Guest Tobias Hoffmann. Die Moderation übernimmt Jan Siegert. Cool!

Ich freu‘ mich auf euch!

Poetry: Slam am Freitag in Marbach, am Samstag in Stuttgart und Esslingen

Da kommt ein volles Wochenende.

Freitag geht es nach Marbach, in die Schillerstadt. Nebenbei, dort steht das Literaturmuseum der Moderne, ein Museum voller Liebe für das geschriebene Wort. Zurück zum Thema, Freitag steigt dort der erste Poetry Slam der Stadt. Unter freiem Himmel. Auf dem Burghof. Die Liste der antretenden Slammer ist wie ein tolles Wiedersehen unter Freunden:

Moderiert wird der Open Air Slam von Alexander Willrich und Hanz. Als Slammer treten bis jetzt an: Marvin Suckut (Konstanz), WortArtiG (Malsch), Christoph Krause (Tübingen), Herr Taschenbier (Heidenheim), Fabian Neidhardt (Fellbach) und Beretta (Moers). Auch Tobias Kunze (Hannover), zurzeit einer der bekanntesten deutschen Slammer, wird mit dabei sein.

In Kurz:

Poetry Slam in Marbach am Neckar, Burghof.
Freitag, 20.07.12 Einlass 1900, Beginn 2000
Eintritt 5 / 4 Euro.

Samstag Nachmittag um 14:30 werde ich auf dem Marienplatzfest in Stuttgart sein. Dies ist das ganze Wochenende, Samstag gibt es zwischen der guten Musik ein bisschen Poesie, unter anderem auch von Nikita Gorbunov, Simon K. und Jonas Bolle. Soweit ich weiß, der Eintritt ist frei.

Samstag Abend steigt der Open Air Slam Esslingen am dortigen Stadtstrand, unter anderem mit Bench, Robin Mesarosch, Marvin Suckut und der wunderbaren Kathi Mock. 20 Uhr geht’s los. Eintritt ist frei.

Wow, viele Worte werden wieder Wege zu euren Ohren finden. Ich freu mich drauf 😉

 

Poetry: Slam im KOHI Karlsruhe am 29.06

Freitag geht’s nach Karlsruhe ins KOHI. Zum ersten Mal seit langer Zeit wieder. Und diesmal im Team! Das Team ist derzeit namenlos. Zusammen mit Tino Bomelino stehe ich da auf der Bühne. Unter anderem werden da auch Maurice Moel und Marvin Suckut sein, es wird also ein sehr schöner Abend. Kommt vorbei und feiert mit uns!

Einlass ist ab 20 Uhr und es wird voll.

Slam Poetry Bücher: „Hin und zurück – nur bergauf!“ von Jan Philipp Zymny und „Tabakblätter und Fallschirmspringer“ von Patrick Salmen

Hin und zurück – nur bergauf!

Leider hatte ich bisher nicht das Vergnügen, Jan Philipp Zymny auf der Bühne zu erleben. Dafür aber jenes, dieses Buch zu lesen. Markus Freise hat ein tolles Cover für dieses Buch gestaltet, ich mag es sehr. Aber das ist leider auch so ziemlich das Einzige, was ich an diesem Buch mag. Eine Sammlung von Slam Texten, Haikus, leeren Seiten und anderen Texten, die so wohl nicht auf der Bühne gelesen werden. Ich glaube, hier verhält es sich ähnlich wie bei Pierre Jarawan. Wenn man ihn live erlebt hat, funktionieren die Texte auch selbst gelesen. Ich habe Zymny aber noch nicht gesehen. Deshalb funktionieren die Texte zum größten Teil auch nicht. Unter „Gesprächskultur“ gibt es eine schöne Beobachtung, wie Diskussionsrunden im deutschen Fernsehen ablaufen. Und „Der Ausbruch von Peterchen dem patzigen Pony aus dem Streichelzoo“ ist eine angenehm skurrile Anlehnung an Chuck Palahniuks „Fight Club„. Aber ansonsten konnte ich mit den Texten in Hin und zurück – nur bergauf! nicht so viel anfangen. Schade. Ich bin gespannt, Zymny endlich mal live zu erleben, ob er meine Meinung ändern kann. Das wär fein.

 

Tabakblätter und Fallschirmspringer

Der Mann mit dem Bart und den Holzfällerhemden. Mit der angenehmen Stimme und den tollen Worten. Tabakblätter und Fallschirmspringer ist das zweite Buch von ihm, wieder eine Sammlung an Geschichten und Texten. Das erste habe ich leider nicht gelesen, kenne aber ein paar seiner Texte davon vom Hören. Dagegen waren mir all diese Texte im Buch neu. Dennoch, die Stimme ist im Kopf, füllt die Worte mit Leben. Es sind schöne Worte. Schöne Zusammensetzungen, schöne Bilder.

Aber: Sobald ich mit einem Text durch bin, ist irgendwie alles weg. Versteht mich richtig: Es sind schöne Texte! Ich lese sie sehr gerne. Aber irgendwie bleibt danach nichts im Kopf. Oder im Herz. Oder sonstwo. Das ist zwar schade, aber ich kann es nicht ändern. Dazu kommt, dass Salmen sich für meinen Geschmack zu oft wiederholt. Ich liebe es, wenn Protagonisten aus der einen Geschichte in einer ganz anderen aufblitzen. Aber innerhalb eines Textes wiederholen sich manche Phrasen viel zu oft. Das macht den Text dann profaner , als er ist. Und was in diesem Buch auffällt, manche Texte sind Bühnentexte, in dem Zuhörer angesprochen werden, andere wiederum sprechen explizit Leser an. Ich glaube, wenn man die Bühnentexte auf die Leser angepasst hätte, das hätte ihnen innerhalb des Buches sehr gut getan.

Alles in allem ist Tabakblätter und Fallschirmspringer ein gutes Buch voller schöner Worte, aber leider ohne Nachgeschmack.

 

Tabakblätter und Fallschirmspringer von Patrick Salmen und Hin und zurück – nur bergauf! von Jan Philipp Zymny erschienen im Lektora Verlag.

Poetry: Slam auf der Couch heute Abend im Club Zentral Stuttgart und am Samstag der 50. Goldstadt Poetry Slam im Kupferdächle Pforzheim.

Es steht schon alles in der Überschrift. Heute geht’s spontan zu Nikita. Heute ist auch noch Poetry Slam in den Straßenbahnwelten in Stuttgart, also wird das wieder eine kleine familiäre Gruppe, zu der ihr alle eingeladen seid.

Der Slam auf der Couch, Stuttgarts kleiner, gemütlicher, hochvergnüglicher Poetry-Slam, lädt wieder ein:

Donnerstag, 24.05. im Club Zentral. Beginn 20 Uhr, Einlass 19:15 Uhr

Diesmal unter anderen mit:
Alica aus dem Wunderland (aus Halle)
Jenny & Lena (Ditzingen)
Philipp Multhaupt (Tübingen)
Bench (Freiburg)
Paul (Stuttgart)

Und mit einem musikalischen Gast, der hübsch aussieht und im theater arbeitet
Und mit Spielen & Interviews
Und mit der Moderation von Nikita
Echt classy.

Da brauch ich ja nichts weiter zu sagen. Ich bin dabei und freu mich auf euch. Dann geht’s gleich weiter, denn mitten im Gute Töne Festival steigt der 50. Pforzheimer Poetry Slam.  Und da ich zwar nicht durchgehend, aber seit dem ersten dabei bin, ich auch diesmal dabei. Sonst kommen noch: Böni (Pforzheim), Sylvie le Bonheur (Mannheim), Harry Kienzler (Tübingen), Marvin Suckut (Konstanz), Tobias Gralke (Freiburg), Johannes Franzen (Freiburg), WortArtiG (Malsch), Phil Lorenz (Stuttgart) und Indiana Jonas (Landau).

Wird eine lustige Runde unter Freunden. Und es gib’t spezielle Gäste und und und und und. Samstag 20 Uhr im Kupferdächle Pforzheim.

Poetry: Slam am 12. Mai in der Stadtmitte Karlsruhe. Wortspielslam 2012

Nachdem der letzte Wortspielslam in Karlsruhe vor einem Jahr zu einem Lebensmemo für mich geworden ist, freue ich mich dieses Jahr auch wieder auf einen tollen Abend.

Unter anderem wird Dominik Schick, der auch letztes Jahr dabei war, wieder an Bord sein. Und viele neue Leute. Und viele tolle Texte. Und so weiter. Die Infos nochmal in kurz:

12.05.2012 in Karlsruhe
Wortspielslam in der „Stadtmitte“
Einlass: 19 Uhr
Beginn: 20 Uhr.

Kommt zuhauf. Ich freue mich!

Heute Abend bei der langen Nacht der Museen in Stuttgart: Die Gelb-Rote-Performance. Nikita Gorbunov & Fabian Neidhardt

20.30 und 22.30 Uhr in der Sonderausstellung
Raum 7 der alten Staatsgallerie, während der langen Nacht der Museen:

Die Gelb-Rote-Performance. Nikita Gorbunov & Fabian Neidhardt

Extra für die Lange Nacht der Museen haben sich die beiden Stuttgarter Poetry-Slam-Poeten und Bühnen-Literaten Nikita Gorbunov und Fabian Neidhardt von Monet, Turner und Twombly zu einer besonderen Performance inspirieren lassen. Direkt vor Twomblys berühmtem Pfingstrosen-Bild „Untitled. Blooming, A Scattering of Blossoms and Other Things“ inszenieren die beiden Dichter eine eindrucksvolle „Wort-Installation“. Rezitierte Klassiker treffen auf Slam-Poetry, Poetische Sprechstücke gehen in atmosphärischen Klangcollagen auf. Text, Musik und Geräusch verschmelzen zu einem geheimnisvollen Ganzen und eröffnen einen neuen Blick auf die Bilder.

Der Neologismus „Poetry-Slam-Poet“ ist schon ganz geil 🙂 Wird auch ein geiler Abend! Bis später!