Photo: An den Penner, der mir mein rotes Rennrad geklaut hat.

Machte beim Slam auf der Couch den dritten Platz. Gewann die coolste Tasche ever, mit folgendem Text:

An den Penner, der mir mein Rotes Rennrad geklaut hat.
Ich hoffe, du dummes Arschbackengesicht hast Freude dran, ich hab lange nach so einem Rad gesucht, hab es gehegt und gepflegt. Und dann kommst du und klaust es mir aus dem Keller. Ich will es gar nicht wieder, ich wollte dir nur sagen, das ich will, das dir Knalltütendrecksack der Bremszug reisst und du eine Gesichtsbremsung in einem Brennesselfeld machst, das deine Freunde dich verlässt und das dir deine EC Karte verloren geht, das du nie wiederMilch für deine Cornflakes hast und die die Fußnägel einwachsen. Wer Fahrräder klaut, fickt auch die eigene Schwester!

Ich glaube, mit diesem Text hätte ich den ersten Platz gemacht.

Interview: Pierre Jarawan, Slam Poet und Autor von “Anders sein ist ganz normal.”

Pierre Jarawan, Slam Poet aus Kirchheim Teck, hat seine Texte sortiert und in ein Buch gepackt. Anders sein ist ganz normal ist der Titel und der rote Faden dieser Sammlung an Texten und Gedichten. Heute morgen hat er sich die Zeit genommen, mir ein paar Fragen zum Buch, zur Kunst und zu allem anderen zu beantworten. Dabei saß ich in Fellbach und er… zumindest nicht bei mir. Aber das Internet macht ja vieles möglich. Ein Schreibgespräch, unter anderem über das Schreiben.

Fabian: Pierre, ich hab’ in den letzten Tagen dein Buch lesen dürfen und ich muss sagen, bei fast jedem der Texte im Buch habe ich deine Stimme im Ohr gehabt.
Pierre: Das freut mich, weil das natürlich der Idealfall ist. Text und Vortrag gehen ja normalerweise Hand in Hand.

Aber andererseits habe ich Texte gefunden, die du – glaube ich – noch nie auf einer Bühne gemacht hast, oder?
Das stimmt. Das war mir auch wichtig. Ich glaube, das bringt ein gewisses Gleichgewicht in das Buch.

Gibt es für dich einen Unterschied zwischen Texten, die du “für’s Hören” schreibst und Texten, die explizit gelesen werden sollten? Also, schreibst du dann schon ganz anders?
Ja, aber der Unterschied ist nicht sehr groß. Einen Bühnentext strukturiere ich einfach anders. Die Effekte, die man damit erzielen will, sollten ja an der richtigen Stelle kommen. Außerdem muss man bedenken, dass die Zuschauer in der Regel nur 5-7 Minuten Zeit haben. Also schaue ich, dass ich keine allzu komplexen Bilder nehme, weil dann die Gefahr besteht, dass die Zuhörer sich in einem Bild verfangen, während der Text weiterläuft. Jemand, der einen Text liest, kann ihn sooft er will lesen – die Zuhörer haben immer nur diesen einen Moment.

Es sei denn, sie lesen sie nach.
Genau!

Eine Sache, die mir beim Lesen aufgefallen ist, sind die fließenden Übergänge von Lyrik in Prosa. Manche Texte sehen lyrisch aus, reimen sich aber nicht immer, aber plötzlich taucht eben doch ein Reimpaar auf. Wie sehr unterscheidest du zwischen Lyrik und Prosa? Und, falls man das fragen kann, welche Form ist dir lieber?
Ja, das stimmt. Ich mag diese Art zu Reimen sehr, weil sie so ungezwungen ist. Man hat einfach einen größeren Spielraum. Die Übergänge zwischen Lyrik und Prosa sind oft fließend. Ich habe eigentlich keine Form, die ich lieber mag. Ich finde, es gibt Themen, die eignen sich besser für Lyrik und andere, die eigenen sich besser für einen Prosatext, aber auch das kann man nicht grundsätzlich sagen.

Und dann sind da noch diese “Variationen einer Redewendungen.” Machst du das auch auf der Bühne? Oder wie kam es zu diesen Kürzesttexten?
Nein, höchstens Mal als Zugabe. Damit wollte ich einfach nur Redewendungen und Aphorismen hinterfragen, von denen die meisten glauben, sie seien besonders weise oder würden viel hergeben, wobei sie eigentlich eher oberflächlich sind.

Ein indirekter Aufruf, kritisch zu sein und nichts einfach so hinzunehmen?
Ja, im Prinzip sogar ein direkter Aufruf, die Dinge, die man liest, auch zu hinterfragen.

Hinterfragen, bzw. Kritisieren ist ein ganz gutes Stichwort. Seit Oktober bist du ja in München und studierst Theater-, Film- und Fernsehkritik. Wie ist der erste Eindruck?
Der erste Eindruck ist super. Wir sind an der Hochschule für Fernsehen und Film untergebracht, das Gebäude ist großartig, die Kommilitonen ebenfalls und die Kurse sind sehr interessant. Ich habe im Moment ziemliches Glück mit allem.

Was genau muss man sich denn unter dem Begriff vorstellen? Was sind denn die Ziele und Inhalte des Studiums? Und wieviele studieren das?
Im Prinzip genau das, was er aussagt: Man wird da zum Kritiker ausgebildet, zum Kulturjournalisten. Mit einem gewöhnlichen Studium ist das nicht zu vergleichen. Jedes Jahr werden etwa 5-7 Studenten angenommen, man studiert also in relativ kleinen Gruppen, kann viel produktiver arbeiten und der Praxisbezug ist sehr hoch. Inhalte des Studiums sind beispielsweise regelmäßige Besuche im Theater und Kino und Seminare wie “Musik im Horrorfilm”, “Feuilletonanalyse”, “Filmgeschichte” und so weiter. Ab und zu kommen Journalisten von außerhalb und geben Seminare zum Thema “Interview” oder “Reportage”.

Ist es schöner, selbst Kunst zu schaffen oder die Kunst anderer zu kritisieren?
Kunst selbst zu schaffen ist schöner. Kunst zu kritisieren ist aber natürlich wichtig. Der Begriff “Kritik” bedeutet ja nicht, per se etwas Negatives über einen Gegenstand zu sagen, es gibt ja auch positive Kritik. Kritik ist wichtig für die Entwicklung der Kunst.

Du hast es vorher schon kurz anklingen lassen, du hast im Moment ziemlich viel Glück mit allem: Das Buch, das Studium deiner Wahl und vor kurzem auch noch baden-württembergischer Poetry Slam Landesmeister. Habe ich etwas Wichtiges vergessen?
Nein, das ist ja auch mehr als genug.

Auf jeden Fall! Mit dieser Antwort nimmst du auch meine nächste Frage ein wenig vorweg: Bist du eher der Typ, der dann einfach mal alles Erreichte genießen kann oder strebst du gleich weiter?
Irgendwie beides. Ich genieße das alles im Moment sehr, aber ich finde es wichtig, sich nicht auf Erreichtem auszuruhen. Damit meine ich nicht möglichst viele Titel und Preise zu gewinnen – das kann man ohnehin nie planen – sondern, dass ich mich künstlerisch weiterentwickeln will.

Du bist ja extrem viel als Slam Poet unterwegs, fast jedes Wochenende. Ist dann überhaupt Zeit für extra Lesungen aus dem Buch?
Ja, aber im Moment versuche ich da ein Gleichgewicht herzustellen, also weniger Slams und mehr Solo-Shows zu machen.

Gibt es eine Anlaufstelle, wo man all deine Auftrittstermine findet?
Es gibt eine Facebook-Fanpage, wo ich regelmäßig poste, wo ich in den nächsten Wochen auftreten werde. Ansonsten hoffe ich, dass ich jetzt endlich bald eine Homepage zustande bekomme.

Gibt es bei all deinem Tun ein Projekt, was in nächster Zeit deine Aufmerksamkeit am meisten beanspruchen wird?
Neben dem zeitaufwändigen Studium will ich vor allem versuchen, die Solo-Show weiterzuentwickeln, um damit noch mehr auf Tour gehen zu können.

Zum Abschluss eine ganz andere Frage: Du bist zwar in Kirchheim Teck aufgewachsen, aber geboren bist du in Amman, Jordanien. Gibt es eine Eigenschaft, eine Sache an dir, von der du sagst, du hast sie von dort mitgebracht?
Nichts, was ich spontan anbringen könnte, ich finde, in mir eine ganz gute Mischung aus deutschen und libanesischen Einflüssen – mein Vater ist ja Libanese.

Eine Mischung ist immer gut. Pierre, vielen Dank für deine Zeit und die schönen Antworten! Ich wünsche dir viel Erfolg mit dem Buch, deinem Studium und natürlich mit dem Soloprogramm und ich hoffe, wir sehen uns bald auf einer Bühne wieder. Alles Gute dir!
Danke dir!

Meine Rezension von Anders sein ist ganz normal folgt bald, mehr über Pierre findet ihr auf seiner Facebook-Seite und im Lektora Interview.

Poetry: Slam auf der Couch am 27.10. im Jugendhaus Mitte in Stuttgart

Slam auf der Couch

Vor knapp einem Jahr schloss das Jugendhaus Mitte zwecks Umbau- und Sanierungsarbeiten. Jetzt ist es wieder eröffnet und es gibt den ersten Poetry Slam in den neuen Räumen. Nikita schreibt:

Der Slam auf der Couch ist endlich zurück im Mitte!

Geniale Poeten, die um die Gunst des Publikums wetteifern,
aufschlussreiche Interviews, waghalsige Spiele
und ein großartiges Livehörspiel mit Kathi Mock im Rahmenproramm.
Stuttgarts kleiner, schickiger Slam, präsentiert von Nikita Gorbunov

Donnerstag, 27.10. im JH-Mitte (Hohe Straße 9)
Beginn 20:00 Uhr, Einlass 19:30 Uhr,

Nach einem ganzen Jahr in wechselnden Locations kehrt der geniale, kleine Poetry-Slam wieder in seiner frisch renovierten Heimat „JH-Mitte“ ein! In dem Jahr als Vagabund auf verschiedenen Sofas hat Stuttgarts irrwitzigster Dichterwettstreit so richtig zu sich selbst gefunden:
Euch erwartet eine besondere Show: Die Poeten lesen nicht einfach runter, sondern erzählen auch was über sich und ihre Kunst in kleinen Interviews. Ein spezieller Gast sorgt für tolle Musik oder irre Performances und natürlich hat sich der Moderator Nikita Gorbunov wieder ein durchgeknalltes Spiel ausgedacht.

Freut euch auf ein tolles Line-Up!

Genau! Freut euch! Und kommt vorbei!

Interview bei HoRadS über Poetry Slam und das Schreiben.

HoRadS ist das Hochschulradio Stuttgart, eine Zusammenarbeit aller Hochschulen und Universitäten Stuttgarts. Die Redaktion der Musikhochschule hat dort jeden Mittwoch ihre Sendung von 16-17 Uhr. Letzten Mittwoch war das Thema der Sendung “Poetry Slam” und ich durfte Clara Sondermann, der Moderatorin ein paar Fragen zu dem Thema beantworten. Eigentlich wollte ich dafür mit ins Studio kommen, aber Erkältung und Erschöpfung haben nur ein Telefoninterview möglich gemacht. In einem extra Beitrag von Juliane Tenzinger wurde erst kurz erklärt, was Poetry Slam eigentlich ist, dann habe ich mich mit Clara über Poetry Slam und das Schreiben generell unterhalten. Abgerundet wurde das Ganze mit einem Text von mir, der allerersten Straßenpoesie “Asphalt“. Um mal jedes Copyright zu umgehen, habe ich die komplette Musik rausgeschnitten und das Ding bei Soundcloud hochgeladen. So lange niemand von HoRadS meckert, werde ich es dort lassen.

Viel Spaß beim hören.

Obwohl es nicht wirklich viel Spaß macht, einem Verschnupften zuzuhören ;)

HoRadS Campusmagazin 12.10.11 – Poetry Slam by Fabian Neidhardt

Poetry: Slam BW 2011 in Stuttgart – Kommt zum U20 Wettbewerb und zum Singer-Songwriter-Slam

Wenn man in der Umgebung Stuttgarts wohnt und so ein bisschen das richtige Umfeld hat, kommt man irgendwie nicht mehr an den 2. baden-württembergischen Poetry Slam Meisterschaften vorbei. Was ja auch ganz gut ist!

Da ich aber mal davon ausgehe, dass die Runden für den regulären Slam gut besetzt sind, hier mal Werbung für das restliche Programm:

24.09.2011  – Finale im U20-Wettbewerb:

18.00 Uhr – Jugendhaus Mitte (Hohe Straße 9, Stuttgart)

24.09.2011  – Singer-Songwriter-Slam

21.20 Uhr – Jugendhaus Mitte (Hohe Straße 9, Stuttgart)

Da diese Programmpunkte zeitgleich zu den beiden Halbfinalen stattfinden, gibt es dort wohl leider kaum Publikum. Ich werde beim U20 Slam auf jeden Fall dabei sein, den Singer-Songwriter-Slam muss ich leider verpassen. Aber vielleicht seid ihr ja da!

Poetry: Slam heute Abend in Esslingen und Morgen in Erlangen

Heute:

Poetry Slam im Komma, Esslingen

20:30 Uhr geht’s los.

Eintritt: 5 Euro

Dabei sind:

Falk Dietrich (Berlin)
Rasmus Blohm (Kiel)
Alex Burkhard (München)
Sulaiman Masomi (Paderborn)
Daniel Diekmeier (Esslingen)
Kristina Hemmerling (Schlierbach)
Fabian Neidhardt (Fellbach)
Andreas Ottmayer (Esslingen)
Christina Dietelbach (Remstal)
Stefan Unser (Malsch)

Mehr Infos.

 

Morgen:

Poetry Slam im E-Werk, Erlangen

20:30 Uhr geht’s los.

Eintritt: 6 Euro

Dabei sind:

Lars Ruppel (Marburg)
Friederike Schmid (Visquard)
Thomas Spitzer (Regensburg)
Andy Strauß (Münster)
Paul Weigl (Berlin)
Martin Geier (Nürnberg)
Andreas in der Au (Erfurt)
Kristina Hemmerling (Schlierbach)
Annika Wirth (Erlangen)
Faby Neidhardt (Fellbach)

Mehr Infos.

Doku: Movement. 15 Minuten über Poetry Slam

Gerade über MySlam reingekommen: Movement, eine kurze Dokumentation über Poetry Slam von Linda Gasser, über die Unterschiede zwischen Deutschland und Amerika, über die Gründe, warum man schreibt und woher die Ideen kommen könnten. Schöne Bilder, ein kleiner Einblick, komplett unkommentiert. Manchmal schade, es wär’ schön zu wissen, wer da gerade spricht.

Morgen: Poetry Slam in Esslingen

Nikita rief gerade an und erstmal entschuldigte ich mich für meine Abwesenheit am gestrig stattfindenden Slam auf der Couch. Er streute Salz in die Wunde und sagte, es sei ein wunderbarer Abend gewesen. Und im selben Atemzug fragt er, ey was machst du morgen Abend. Und kurz darauf weiß ich: Ich bin in Esslingen auf dem Poetry Slam. Hier die Infos von offizieller Seite:

Lyrik, Prosa und Rechtschreibreform vom Fettesten und Feinsten warten auf euch! Auch dieses Mal stellen sich die Wortakrobaten der Aufgabe das Publikum in 7 sagenhaften Minuten zu entertai…nen.

Im Dichterwettstreit freuen wir uns diesmal unter anderem auf

David Friedrich (Hamburg)
Dominique Macri (Frankfurt)
Björn Dunne (München)
Sophie Passmann (Müchweiler)
Martin Schäfer (Hegnach)
Kevin Windisch (Heidelberg)
Holger Heyer (Friedrichshafen)
Böni (Pforzheim)

Was am 19.3. tatsächlich auf der Bühne passiert, weiß niemand… Aber als Zuschauer dürft ihr mit eurem Applaus den Gewinner bestimmen.

Du schreibst selbst Texte und möchtest bei unserem Poetry Slam damit auftreten?
Anmelden kann man sich über eine E-Mail an slamanmeldung@web.de
oder direkt vor Veranstaltungsbeginn an der Kasse in der Zigarrenbox.

Moderation: Nikita Gorbunov

Liedermaching: Beatrice Bacher

Bericht: Poetry Slam im Keller Klub am 23.01.11

In Crowd Performance

In Crowd Performance

Mein Kopf: Kopfschmerzen. Der Rest des Körpers: Müde. Aber Thomas, seines Zeichens Moderator des Slams im Keller Klub und in der Rosenau Stuttgart, hatte eingeladen zum Slam im Keller Klub. Also Jacke an, Kopfhörer rein und los geht’s zum Keller Klub. Davor ist schon eine große Schlange an Publikum in spe. Kurz Bekannte begrüsst, danach am Rest vorbei und rein in den roten Keller.

Ein ganzer Haufen an alten Bekannten ist an diesem Abend zugegen. Unter anderem sind Tobi Borke, Nikita, Aida und Alex Willrich da und auf der Bühne. Mein Schädel lässt mir zwar keine Ruhe, die stickige Luft macht das auch nicht besser, aber es ist ein krasser Abend. Tolle Texte, viele Lacher, tolle neue Menschen kennengelernt und viele Worte gewechselt.

Dann meine 15/2 Minuten Ruhm: In den Tagen zuvor habe ich es endlich geschafft, Das U-Bahn Seminar auswendig zu lernen, der Keller Klub ist meine Premiere. Ich bin ein bisschen vorsichtig, einerseits, weil ich den Text noch nicht sauber kann, andererseits, weil beim letzten Mal im Keller Klub die Akustik irgendwie nicht wirklich ausgefeilt war. Das Eine kann ich abdämpfen, indem ich Nikita als im Zweifelsfall nötige Souffleuse mein Lesebuch in die Hand drücke. Das Andere kann ich nicht ändern.

Muss ich auch nicht, denn sowohl das Eine als auch das Andere überraschen mich positiv. Die Soundanlage, eigentlich für Gesang, Band und tanzende Menschen ausgelegt, ist diesmal viel besser auf das gesprochene Wort samt sitzender Zuschauer ausgelegt. Und trotz der langsam beginnenden Schmerzen im Halsbereich, des Schleiers aus Schmerzen im Kopf und der Müdigkeit komme ich ganz gut durch den Text.

Drei Stunden nach Ende des Spektakels liege sich mit Schüttelfrost im Bett und für den Rest der Woche flach, aber: Es hat sich gelohnt!

Danke an Aida für das Bild. Bis zum nächsten Mal, die Damen und Herren.

Poetry: Slam auf der Couch am Donnerstag im Filmhaus Stuttgart

Ich zitiere:

Liebe Kunstsachverständige

Ich wollte euch wie immer zum Slam auf der Couch einladen, dem kleinen Poetry-Slam für einen gemütlichen und frischen Donnerstag.

Und zwar am Donnerstag, 10.02.2011,
wieder im alten Filmhaus in Stuttgart (Friedrichstr. 23)
Beginn ist 19:30 Uhr

Vielleicht fällt euch auf, dass der Slam diesmal eine Woche früher stattfindet.
Das liegt daran, dass ich in Kürze für Goethe nach Russland aufbreche.
Genauer gesagt habe ich einen Auftritt in Stalingrad (kein Witz).

Also habe ich den Slam auf der Couch vorverlegt, um noch ein paar positive Vibes einzusammeln, gegen das Heimweh auf der Fahrt.

Nun aber zum Programm am Donnerstag.

Unter Anderen zu sehen sind:

Bence, ein authentischer Stuttgarter Revoluzzer mit sehr schönen, gereimten Texten mit einer Menge Herz

Katharina Mock aus Tübingen. Sie ist mir bei der Lesebühne in Tübingen mit ihrem wahnwitzigen Humor aufgefallen. Ich bin sehr gespannt und freu mich, dass sie kommt.

Markus Heller, unser Couch-Slam-Veteran aus Ditzingen, stattet unserer Bühne endlich mal wieder einen Besuch ab. Er hat neue Texte am Start. Ich bin ganz Ohr.

Faby Neidhardt kennen sicher viele. Er tummelt sich gerade verstärkt auf den Lese- und Slambühnen der Gegend. Diesmal hat er ein Experiment ins Auge gefasst: Er kommt mit seiner Schreibmaschine und wird live beim Slam einen Text verfassen. Zumindest hat er das angekündigt und es hört sich auf jeden Fall gut an.

Matthias Grabow. Der Stuttgarter Autor hat so eine wunderbare, wahre Sicht auf die Welt und einen so guten Stil, dass es mich jedes mal von den Socken haut. Er hat gerade frisch ein Buch rausgebracht und wir werden ihm auf den Zahn fühlen, was es damit auf sich hat.

Als musikalischen Gast begrüßen wir Ty, den Gründer des Slams auf der Couch und einem der wenigen realen HipHop-Künstler, die noch die Tugenden aus der Blütezeit des deutschen Raps hoch halten. Gute Reime, eine vernünftige Haltung und eine Musik, die von ihrem Inhalt lebt und nicht von ihrem Image.

So ihr Lieben. Wir sehen uns am Donnerstag. Ich freue mich sehr auf euch!

Nikita Gorbunov

Bericht: 1. Platz beim Slam auf der Couch am 16.12.10

mein Eichenblatt

mein Eichenblatt

Bevor es heute Abend auf den nächsten Slam geht, kurz ein Bericht über den Slam auf der Couch im Filmhaus in Stuttgart. Tino, unter anderem auch selbst Slammer, war diesmal mit Halina als Musikerduo zu Gast. Mit Mundtrompete, Gesang und Looper machen die beiden unglaublich gute Musik. Wenn alles gut läuft, gibt es von dem Abend einen Mitschnitt, vielleicht kann ich euch ein bisschen der Musik präsentieren.

Nikita war wieder charmanter Moderator, als weitere Slammer waren Gebull, Bence, Aida, Birk und ein Newcomer Team, deren Namen “Der Naziwerwolf und der Ameisenimperator”. Glaube ich.

Das besondere beim Slam auf der Couch, oder auch Wortwahlslam, wie er früher hieß, ist das Aufweichen der “offiziellen Regeln”. Nikita interviewt jeden Teilnehmer mit drei kurzen fragen, bevor er auf die Bühne darf. Ich lese “Unhörbare Melodie“. Nachdem alle sechs Slammer dran waren, klatscht das Publikum Birk und mich ins Finale.

Aber so leicht dürfen wir da nicht unsere Zeit absprechen. Sondern wir müssen um unsere Textminuten spielen, in dem wir einen Dialog improvisieren müssen. Der Dialogpartner ist Domian, Nikita spielt immer wieder die Antworten ein. Das Publikum entscheidet, welcher Dialog besser ist und gibt mir damit drei Extraminuten im Finale. Insgesamt reicht mir die Zeit für “Die Sache mit dem Schwärmen.” und “Die Sache mit dem Rauchen.“.

Und die Texte reichen für den Sieg! Schönes Ding :) Heute geht’s gleich weiter mit dem Slam im Komma, in Esslingen. 20 Uhr geht’s los. Eintritt kostet es.

Morgen ist dann Lesebühne, wieder im Filmhaus um 16:00 Uhr. Das wird eine gemütliche Runde und ich freue mich auf euer kommen.

PS: Der Gewinn war übrigens das oben zu sehende Eichenblatt. eiche ist eine Untergrundgruppe aus Stuttgarrt und wurde als Pendant zu Banksy genannt. Auch ein schönes Ding! Nun aber, bis später und bis morgen!

Poetry: Slam, Slam, Lesebühne. In Stuttgart, Esslingen und Stuttgart. Am Wochenende.

Es geht wieder auf die Bretter, die wir Welt nennen. (Na, aus welchem Text ist dies ein Zitat?)

Die Slam-Couch

Die Slam-Couch

16.12.10 19:30 – Wortwahl Slam im Filmhaus Stuttgart

Auch bekannt als Slam auf der Couch. Ein kleiner Slam mit Ausnahmeregeln, welcher jedes Mal viel viel Spaß macht. Eintritt ist, soviel du geben willst. Wir freuen uns auf den ganzen Besuch. Kommt zuhauf, Leute!

18.12.10 20:00 – Esslinger Slam im Komma

Ein ein bisschen größerer Slam, welcher auch Eintritt kostet, ich aber derzeit vergessen habe, wieviel. Hier kommen eh viele Leute, ihr dürft aber dennoch sehr gerne kommen.

19.12.10 16:00 – Lesebühne im Filmhaus Stuttgart.

Kein Slam, kein Wettbewerb, kein Druck. Andere Texte, gemütliche Atmosphäre. Über Eintrittspreise habe ich noch keine Informationen. Am selben Abend ist noch Poetry Slam im Keller Klub, da wollen wir danach noch hinpilgern.

Ich bin da und ich find’s toll! Ihr auch?

Bericht: Poetry Slam Keller Klub am 17.10.

Warum wir alle zu Boden schauen, weiß ich nicht mehr. Foto: Robert Böing / kulturpegel.de

Warum wir alle zu Boden schauen, weiß ich nicht mehr. Foto: Robert Böing / kulturpegel.de

So langsam nähern wir uns von den Berichten wieder der Jetzt-Zeit. Leider bleiben die Rezensionen deshalb ein wenig auf der Strecke, aber das holen wir nach! Jetzt erstmal:

Sonntag. Keller Klub. Schon knapp ne halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn ist der Klub voll. Keiner kommt mehr rein. Vor all den dicht gedrängt sitzenden und stehenden Menschen steht ein Sofa samt Tischchen und Lampe in der linken Ecke der Bühne. Daneben, einsam, ein Mikrofon auf seinem Ständer. Continue reading