Hörbuch: Schachnovelle von Stefan Zweig, gesprochen von Christoph Maria Herbst

Ich habe die Schachnovelle irgendwann zwischen 16 und 18 gelesen, in der Zeit in der ich auch vieles andere las, was ‚man gelesen haben sollte‘. Im Nachhinein war das für vieles ein paar Jahre zu früh.

Diesmal habe ich mir auf Rat von Tobias ‚Buchrevier‘ Nazemi die Hörbuchfassung von Christoph Maria Herbst angehört. Ich habe ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Herrn Herbst und bin immer etwas irritiert, wenn das, was er macht nicht witzig sein soll.

Die Schachnovelle ist ein schmales Bändchen, mittlerweile auch kostenlos online verfügbar (Gemeinfreiheit, yeai!), die Hörbuchfassungen dauern alle etwa Zweieinhalb Stunden. Auch diesmal brauche ich eine Weile, bis mit der Ernsthaftigkeit klar komme, aber dann hat die Erzählweise, sowohl von Zweig, als auch von Herbst vollkommen.

Ich glaube, heute würde das Büchlein anders redigiert, die Geschichte ein wenig anders erzählt werden, ein paar Erklärsätze gestrichen, aber in ihrer Gesamtheit ist sie auch mehr als 75 Jahre nach ihrem Erscheinen extrem eindringlich und veranschaulicht nicht nur das schachliche Wesen, sondern auch, wie schwer Monotonie zu ertragen ist und wie schön man sich an den alltäglichen Dingen erfreuen kann, wenn man sie eine Zeitlang nicht erleben durfte.

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Christoph Maria Herbst ist beim Erzähler nicht ganz so stark, wie in den Figuren, aber das Buch lebt von den Monologen der Protagonisten und die macht er wunderbar. Immer noch eine krasse, berührende Geschichte, geil vorgelesen. Sehr sehr empfehlenswert.

Dank der Gemeinfreiheit gibts nicht nur das Buch, sondern auch vielfache Hörbuchversionen online. Ich habe in die Reclam Ausgabe mit Hans Sigl reingehört, ist zwar österreichischer, aber bringt zumindest beim Stichhören nicht die gleiche Intensität.

Die Schachnovelle von Stefan Zeig, gesprochen von Christoph Maria Herbst, erschien beim Argon Verlag.

Reclams gelbe Heftchen bekommen ein neues Design.

Jeder kennt die kleinen gelben Heftchen von Reclam. Sie haben uns durch die Schulzeit begleitet und stehen irgendwie in jedem Haushalt. seit 1970 sind die Heftchen gelb, seit 1988 in dem Design, welches wir alle kennen und das schon Teil unserer Popkultur geworden ist. Nach 34 wurde es für Reclam wieder einmal Zeit, das Design anzupassen. Deshalb hat sich sowohl das Innere, als auch das Äußere geändert. Außen ist der Weiße Kasten dazugekommen. Innerlich wurde die Schrift geändert, es kommt jetzt die „Documenta“ zum Einsatz.

Passend zum Redesign gibt es eine kleine Infobroschüre „Die Welt in Gelb“ (pdf), welche die Veränderungen von Reclams Universal-Bibliothek im Lauf der letzten anderthalb Jahrhunderte veranschaulicht und erklärt, warum welche Änderungen wie gemacht worden sind. Ich bin noch nicht ganz durch, aber es ist sehr interessant, welche Gedanken hinter einem solchen Redesign stecken.

Die neuen Heftchen sind seit Februar erhältlich. Jetzt gibt es erstmal eine Übergangzeit, in welcher beide Versionen erhältlich sind. Ich muss mich erstmal an das neue Design gewöhnen. Weiß noch nicht, ob mir das gefällt. Wie geht es euch?