Buch: Herr aller Dinge von Andreas Eschbach

Das Buch bei Amazon

Das ist er also, der neue Eschbach. Ich hab‘ nicht alles, aber einige von Andreas Eschbach gelesen und war bis auf den letzten, Der Nobelpreis, immer begeistert. Vom Nobelpreis war ich dann so enttäuscht, dass ich erstmal keine weiteren Bücher mehr von Eschbach lesen wollte. Der Titel aber, Herr aller Dinge, hat mich dann so angesprochen, dass ich es nochmal probieren wollte.

Hiroshi und Charlotte lernen sich kennen, als sie Kinder sind. Die eine ist die Tochter des französischen Botschafters in Japan, der andere der Sohn eines Hausmädchens. Die eine Reich, der andere Arm, was sie als Kind nicht stört. Ihre Eltern dafür umso mehr. Eines Tages hat der kleine Hiroshi eine Idee, wie man jeden Menschen reich machen kann. Diese Idee und ihre verwirklichung begleitet ihn den Rest seines Lebens.

Knapp 700 Seiten lang lässt Andreas Eschbach uns in seine Welt eintauchen. Was als reelles Abbild der unseren beginnt, wird zu einer phantastischen Utopie. Ich mag dieses Buch sehr! Wie bei Der Letzte seiner Art und Eine Billion Dollar könnte ich mich ewig in der Welt verlieren, die Eschbach beschreibt.

Was bei einem Hardcover und 700 Seiten echt ein bisschen tricky ist, ist das Gewicht, das man immer mit sich rumschleppt. Und in der ersten Ausgabe muss irgendjemand beim Lektorieren / Setzen geschlampt haben, denn die Buchstabenfolge „cia“ ist im Buch immer groß geschrieben. Also wird aus der Hausfrau PatriCIA Steel, unter anderem. Ansonsten, sehr tolles Buch! Sehr lesenswert!

Herr aller Dinge von Andreas Eschbach erschien bei Bastei Lübbe.

Buch: Das traurige Ende des Austernjungen und andere Geschichten von Tim Burton

Aus der Buchvorschau bei Amazon

Mal was anderes von Tim Burton, dachte ich, als ich Das traurige Ende des Austernjungen und andere Geschichten in der Hand hielt. Nachdem ich viele seiner Filme gesehen habe, war ich sehr gespannt auf die Geschichten zwischen diesen beiden schwarzen, mit Leinen bezogenen Buchdeckeln. Was ich vorfand, waren Geschichten in Reimform, vom Dreizeiler bis zu richtigen Balladen ist alles dabei. Und jedes Gedicht ist mit Zeichnungen von Tim Burton versehen. Aber eigentlich ist es nichts anderes als seine Filme. Es sind skurrile Geschichten und skurrile Figuren, manche sprechen einen mehr an, als die anderen.

Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Bilderbuch mit Text ist, oder eine Geschichtensammlung mit vielen Bildern. Für Fans von Burton ist es eine tolle Reise durch dessen Kopf. Für manch andere eher ein Brett vor ihrem eigenen.

Die Hardcover Ausgabe ist zwar hochwertig, ob der hohe Preis für ein Buch, in dem auf mancher Seite nur sechs Worte stehen, gerechtfertigt ist, ist eine andere Frage. Und besonders bei diesem Werk ist mir mal wieder die Macht und Verantwortung der Übersetzer aufgefallen, sehr gerne würde ich mal das Original sehen, auch wenn die Übersetzung echt gelungen scheint.

Das traurige Ende des Austernjungen und andere Geschichten von Tim Burton. Übersetzt von Katja Sämann, erschienen im Quadriga Verlag.

 

Hörbuch: Das Opfer von John Katzenbach, gelesen von Simon Jäger

Hörbuch bei Audible

Wieder ein Katzenbach, wieder ein Jäger im Ohr. Bei diedem eingespielten Team, weiß ich, was mich erwartet und ich habe Spaß dabei. Diesmal: Das Ofper.

Ashley trifft sich mit Michael. Und damit fangen die Probleme an. Der junge Mann entwickelt eine so starke Obsession für Ashley, dass sie ihre Familie um Hilfe bittet. Doch selbst die kommt nicht gegen „die Liebe“ von Michael an. Also entwickeln sie einen Plan, wie sie den Stalker dauerhaft aus dem Leben ihrer Tochter entfernen können. Fragt sich, wer hier das Opfer von wem ist.

Wie erwartet, eine solide Story, sehr gut geschrieben, sehr gut gesprochen, hat mich wirklich bei Laune gehalten auch in der gekürzten Fassung.

Aber da die Geschichte in zwei Ebenen erzählt wird, ist man manchmal ein wenig verwirrt, wo man sich gerade befindet.

Über den Titel lässt sich natürlich wieder streiten. Aber das hatten wir ja schon. Und die Audioqualität ist spürbar dumpf. Das ist nicht so schön.

Das Opfer von John Katzenbach, erschienen bei Knaur, übersetzt von Anke Kreutzer, gesprochen von Simon Jäger.

Buch: Gott bewahre von John Niven

Gott bewahre bei Amazon

John Niven kennen wir ja mittlerweile von Coma. Gott bewahre ist der neue Roman. Und der ist geil. Mal abgesehen vom Cover und vom deutschen Titel. Aber das ist ja nicht zum ersten Mal so. Es gibt immer wieder schlechte Titel und Cover. Dafür ist der Inhalt umso geiler.

Gott war im Urlaub. 400 Jahre. Und als er zurückkommt, ist es 2011 und die Menschheit geht ziemlich krass den Bach runter. Also schickt er Jesus nochmal auf die Erde, um die einzig wichtige Botschaft zu verbreiten: Seid Lieb.

Ich will gar nicht weit vorgreifen. Das Buch ist auf gesunde Weise genauso derb, wie man es von Niven gewohnt ist und es enthält alles was man für ein gutes Buch braucht: Einen Helden (Jesus. Einen cooleren Helden gibt es wohl nicht), gute Musik, einen Roadtrip und ein geniales Finale.

Wie gesagt, lasst euch nicht vom schlechten Titel und schlechtem Cover ablenken, kauft euch das Buch, spätestens als Taschenbuch.

 

Gott bewahre von John Niven wurde übersetzt von Stephan Glietsch und Jörn Ingwersen und erschien bei Heyne Hardcore. Der Originaltitel lautet The second coming.

Hörbuch: Teuflisches Genie und Teuflisches Team von Catherine Jinks, gelesen von Stefan Kaminski

Das Hörbuch bei Audible

Manchmal kommen einem Hörbücher auf unterschiedlichstem Wege unter. Ich habe von Catherine Jinks nichts gehört gehabt, bis ich das Cover und den Namen des Buches gesehen habe. Teuflisches Genie verspricht, einen interessanten Inhalt zu haben. Hat es auch.

Cadel ist ein Junge mit einem außergewöhnlichen Gehirn und einem Faible für Computer und Netzwerke aller Art. Und sein Vater ist einer der bösesten Bösewichte der Welt. Unter seiner Aufsicht lernt er in einem Institut des Bösen (AXIS), wie man richtig kriminell wird. Ein teuflisches Genie.

Das Hörbuch bei Audible

Der zweite Teil, Teuflisches Team, beschreibt, wie Cadel gemeinsam mit anderen fähigen Jugendlichen ein Team bildet, welches das ehemaligen Imperium seines Vaters zu Fall zu bringen versucht.

Beide Teile werden von Stefan Kaminski gesprochen. Die Leistung von Kaminski ist extrem gut. Ich war immer wieder überrascht, dass es tatsächlich nur ein Sprecher ist, der all die Stimmen so hinbekommt. Er führt echt gut durch die Geschichte und es macht extrem Spaß, ihm zuzuhören.

Die Geschichte selbst ist im ersten Teil noch extrem schön und interessant beschrieben. Cadel erlebt eine skurrile und spannende Geschichte, lustig und amüsant, aber offensichtlich eher ein Jugednbuch. Ich habe die knapp 7 einhalb Stunden sehr gerne gehört. Angespornt dadurch habe ich mir den zweiten Teil ungekürzt geholt. Obwohl die Geschichte ja weitergeht, muss ich sagen, dass es mir einfach zu nach am ersten Buch war. Ich habe mich besonders gegen Ende dieser 14 einhalb Stunden ziemlich gelangweilt, denn ein paar offensichtliche Wendungen innerhalb der Geschichte werden so sehr in die Länge gezogen, dass man an der anscheinend so hohen Intelligenz von Cadel immer wieder zweifelt.

Alles in allem ist Teuflisches Genie sehr empfehlenswert, Teuflisches Team dagegen bei weitem nicht mehr so spannend wie der erste Teil. Es gibt schon ein drittes Buch, das ist aber noch nicht als Hörbuch veröffentlicht. Und ehrlich gesagt interessiert er mich auch gar nicht mehr.

Teuflisches Genie und Teuflisches Team von Catherine Jinks sind beide bei Knaur erschienen und von Bernhard Kempen und Jakob Schmidt übersetzt worden. Die Hörbücher wurden von Stefan Kaminski gesprochen.

Buch: God hates us all von Hank Moody

Californication ist eine sehr schöne Serie. Auch ein tolles Album, das muss man zugeben. Aber eben auch eine schöne Serie. David Duchovny spielt Hank Moody, einen abgefuckten Autor, der versucht in Los Angeles mit all den Frauen, dem Alkohol und dem Schreiben klarzukommen. Derzeit wird die fünfte Staffel gedreht und die vierte Staffel ist schon ausgelaufen.

Also kann man in der Zwischenzeit mal ein bisschen lesen. Beispielsweise God hates us all, den Roman, mit dem Hank Moody in der serie seinen Durchbruch geschafft hat.

Bücher von fiktiven Schriftstellern aus Serien oder Filmen auf den echten Markt zu bringen, ist eine schöne Art, Merchandising zu betreiben. Aber oft eben eher ein Gag, als wirklich gute Literatur. Ich war gespannt, wie es bei diesem wird.

Die Aufmachung ist schonmal geil. Das Buch sieht (bis auf den roten CALIFORNICATION-Sticker) aus, wie in der Serie. Der Klappentext über den Autor beschreibt Hank Moody, wie er in der Serie steht. Die Danksagung spielt genauso auf die Serie an.

Der restliche Inhalt ist okay. Der Protagonist, der (wenn ich aufmerksam war) niemals mit Namen genannt wird, erzählt seine Zeit nach dem College, wie er zum Drogendealer wird, nach New York zieht und ein bisschen Sex hat. Es ist eine lesbare Geschichte. Aber es ist nicht Hank Moody. Das Buch hätte auch unter jedem anderen Titel veröffentlicht werden können. Ich glaube, das Buch gewinnt viel durch die Vorstellung von Hank Moody, die der Leser aus der Serie kennt. Aber man könnte es auch so lesen und hätte Spaß daran.

Der echte Autor ist übrigens Jonathan Grotenstein. Kennt ihr nicht? Ging mir genauso. Jonathan Grotenstein ist professioneller Pokerspieler und Schriftsteller, wobei unter seinem eigenen Namen nur Bücher über Poker veröffentlicht worden sind. Des weiteren betätigt er sich eben als Ghostwriter für solche Sachen wie God hates us all. Wer mehr über ihn erfahren will und wie es zu diesem Projekt kam, hier gibt es ein gutes Interview. Der Titel des Buches, God hates us all, ist übrigens eigentlich ein Albumtitel der Band Slayer. Tom Kapinos, der die Serie erschaffen hat, liebt die Band.

Alles in allem: Wenn man die Serie kennt, ist es ein cooles Tüpfelchen. Ansonsten ist es ein Buch, was man mal zwischendurch lesen kann.

Vergleich: Nook Touch vs. Rocket eBook

Links das Urgestein, das Rocket eBook, rechts der mehr als 10 Jahre jüngere Nook Touch

Wie versprochen ein kleiner Vergleich zwischen meinen beiden Lesegeräten elektronischer Bücher und Texte. Das Rocket eBook von NuvoMedia (irgendwann aufgekauft von Gemstar und nichtmal 5 Jahre später dann komplett eingestampft) kam 1998 auf den Markt für den stolzen Preis von 675 Deutschen Mark. Es ist eines der, wenn nicht sogar das erste Lesegerät für den großen Markt. Das Gerät hat die Maße eines Taschenbuchs (185x125x30), wobei auf der einen Seite eine Ausbuchtung ist, sodass das Gerät sehr gut in der Hand liegt. Das sieht man auf dem späteren Bild gut. Das Gewicht liegt bei 626 Gramm. Es hat einen LCD-Bildschirm, der nur Schwarz und Weiß anzeigen kann, also auch keine Graustufen. Das Display hat eine Größe von 480×320 Pixel und ist mit dimmbarer Hintergrundbeleuchtung ausgestattet. Bedienbar ist das Rocket eBook über zwei Tasten und den Touchscreen. Ihr lest richtig. Schon damals lag dem Gerät ein Stylus bei, mit dem man das Gerät nutzen kann. Es gibt vier Kurztasten am Bildschirmrand: Zur letzten gelesenen Seite, zur Bibliothek, die Bildschirmausrichtung ändern und eine selbst bestimmbare Taste. Man kann Stellen markieren und auch schon Anmerkungen schreiben, genauso wie Worte im PONS-Wörterbuch (war schon installiert) nachschlagen und die Schriftgröße ändern. Es gibt die Auswahl zwischen groß und klein. Das Betriebsystem ist einfach, aber funktional. Nur manche Menüführungen sind ein bisschen unsinnig gemacht. Die Akkulaufzeit (sind übrigens 8 ganz normale AA-Akkus, die man leicht wechseln könnte, auch wenn das nicht vorgesehen ist) beträgt 40 Stunden ohne Leselicht, 20 Stunden bei mittlerer Beleuchtung. Der Speicher ist bei meiner PRO Version 16 MB groß. Kein Tippfehler. Das entspricht etwa 18.000 Seiten. Angezeigt werden kann nur das eigene .rb Format oder .txt und .html in einfachster Form. Alles andere muss konvertiert werden. Bespielt wird der Reader über die Software Rocket Librarian, die es für Windows und Apple OS 9 (!!) gibt. Angeschlossen wird der Reader per seriellem Anschluss, das ist auch der Grund, weshalb ich ihn nicht an meinem Mac nutzen kann. Im Lieferumfang des Readers war neben dem Ladegerät auch eine Lederhülle, ein Stylus, ein Putztuch und eine Station, mit der das Gerät auch mit dem Rechner verbunden wird. Achja, es hatte auch einen Infrarotport, den ich niemals genutzt habe.

Der Nook ist unglaublich viel dünner. Beim Rocket eBook sieht man die Ausbuchtung und den Stylus.

Der Nook Touch von Barnes & Noble dagegen ist im Juni diesen Jahres veröffentlicht worden. Für umgerechnet 110 Euro bekommt man ein kleines (165.1x127x11.9) und extrem leichtes Gerät (212 Gramm). Das Display ist ein 6″ eInk Display mit 600×800 Pixel und 16 Graustufen. Insgesamt gibt es 5 Tasten, wobei diese nur 3 Funktionen haben, denn die Tasten am linken und rechten Rand sind jeweils die Blätter-Tasten. Über den nook Button unten kommt man ins Menü. Auch hier ist ein Touchscreen eingebaut. Wie auch beim Rocket eBook gibts hier die Möglichkeit, Textstellen zu markieren und Bemerkungen zu schreiben, Worte im englischen Wörterbuch nachzuschlagen und die Schrift in mehreren Schriftgrößen anzuzeigen. Aber weiterhin kann man auch den Zeilenabstand und den Rand, sowie die Schriftart auswählen und eben Textstellen über Twitter / Facebook / Google sharen. Auf dem Nook läuft eine modifizierte Android Version 2.1. Dadurch lassen sich die funktionen auch nochmal richtig aufbohren. Die Akkulaufzeit wird von Barnes & Noble mit 2 Monaten bei einem täglichen Lesepensum von 60 Seiten angegeben. Als Speicher stehen im Gerät für Bücher 1 GB zur Verfügung, durch den SD-Kartenslot kann das um 32 GB erhöht werden. Der Nook liest über .epub auch .jpg (anscheinend) und .pdf, also viel freundlichere Formate. Angeschlossen und geladen wird der Nook über USB, über Wifi kann aber auch drahtlos im Barnes & Noble Store nach Büchern gesucht werden. Der Lieferumfang beschränkt sich auf den Nook und das Ladegerät.

Die Geräte im Lesemodus. Obwohl der Nook keine Beleuchtung hat, ist er besser lesbar. Dafür kann beim Rocket eBook die Leserichtung geändert werden.

Vorteile des Nook Touch gegenüber dem Rocket eBook:

  • Lange Akkulaufzeit
  • Unglaublich gut lesbares Display
  • Leicht
  • Konnektivität über Wifi und USB
  • Android als Basis für viele Spielereien
  • Mit Barnes & Noble als Hersteller direkt ein großer Markt für Lesestoff
  • Zeigt die gängigen Formate an.
Vorteile des Rocket eBook gegenüber dem Nook Touch:
  • Hintergrundbeleuchtung
  • Leserichtung kann geändert werden

Faszinierend, wie sich in 10 Jahren einerseits nichts, andererseits alles ändert. Oder: Wie weit die Idee schon vor 10 Jahren war. Viele Funktionen gabs schon damals, manche gute Sachen haben sich seitdem einfach nicht verändert oder sind gar nicht mehr vorhanden. Dafür gibt es wiederrum Sachen, wie das Display und das Betriebssystem, die um einiges weiter sind. Auffällig ist, dass damals einfach alles Zubehör schon dabei war. Heute wird durch die Taschen, Schutzfolien und Ständer einfach nochmal massig Geld gemacht.

Ich würde derzeit aber auch nicht mehr zurück tauschen wollen und bin begeistert von meinem Nook. Brauche blos noch die passende Hülle. Ich halte euch auf dem Laufenden, wie sich das gerät im Langzeittest schlägt. Und irgendwann demnächst gibt es nochmal einen Artikel über eInk.

Spielzeug: Barnes&Noble Nook – der Touch eBook-Reader

Homer auf eInk

Seit ich meinen ersten eBook Reader habe, bin ich fasziniert von eBooks. Doch 1998 gab es nur das Rocket eBook und kaum Material dafür. Die Firma gibts heute auch nicht mehr. Aber knapp 10 Jahre später brachte ja Amazon seinen Kindle auf den Markt und machte damit eBooks „erschwinglich“ und salonfähig. Seit die dritte Kindle-Generation auf dem Markt ist und mein altes eBook zwar noch funktioniert, aber an meinem Mac nicht wirklich nutzbar ist, interessiere ich mich sehr für die Geräte und war eigentlich auch schon kurz davor eines zu kaufen, als Barnes&Noble im Mai ihren neuen Nook vorstellte. Wie auch der Kindle ist der neue Nook ein 6 Zoll eInk Tablet. eInk ist eine krasse Technologie und vor allem nicht vergleichbar mit den bekannten LCD-Displays, aber darum geht’s wohl ein ander Mal.

Der erste große Unterschied zum Kindle ist der Touchscreen. Deshalb fällt auch ein Großteil der Buttons weg, wie sie beim Kindle noch unter dem Display zu finden sind. Auch das Touch ist anders als bei bekannten Smartphones oder Tablets. Das gibt’s dann auch in dem eInk-Artikel.

Der viel größere und wichtigere Unterschied ist das Betriebssystem, bzw, die Bindung. Hier ist nämlich das große Problem des Kindle. Es ist ein großartiges Stück Software, aber es ist dazu gedacht, seine Inhalte hauptsächlich, wenn nicht gar ausschliesslich über Amazon zu beziehen. Kann man machen, ist aber irgendwie nicht gut, wenn man dazu gezwungen wird. Bei anderen eBook-Readern, wenn sie von einem Buchhändler vertrieben werden ist das genauso. Der OYO von Thalia beispielsweise. eBook-Reader von anderen Herstellern sind dort zwar freier, technisch aber nicht so fit, wie das Kindle.

Der Nook ist eigentlich genauso gebunden. Der Hersteller, Barnes&Noble, ist der größte Buchhändler in den Staaten. Aber, und hier wirds spannend, während auf dem Kindle ein eigenes Betriebssystem auf Linuxbasis läuft, läuft auf dem Nook eine modifizierte Android Version 2.1. Innerhalb der ersten zwei Wochen nach Verkaufsstart wurde diese geknackt, nun ist der Nook ein normales Android Gerät mit eInk Display. Fast jedes Programm für Android läuft nun auf dem Gerät, sofern das Display mitmacht.

Ich hab mein Nook jetzt seit etwa einer Woche und es ist ein tolles Lesegerät und ein schönes Spielzeug. Die Sache mit dem Spielzeug ist noch in den Kinderschuhen, aber da diese Woche der Sony Reader Wifi vorgestellt worden ist, der anscheinend auch auf Android basiert. Heißt hoffentlich, dass es bald ein paar mehr Programme gibt, die mit eInk kompatibel sind.

Demnächst gibt’s weitere Infos zum Nook und zu eInk generell und auch noch einen Nostalgie-Vergleichsartikel zum ersten aller eBook-Reader, dem Rocket eBook.

Achja, der Name: ist so eine Sache. Barnes&Noble nennt den Reader einfach nur Nook, beziehungsweise Nook, the simple touch reader (Nook STR). In Foren und Blogs wird er meist aber entweder N2E (Nook 2nd Edition) oder einfach nur Nook Touch genannt. Egal welcher der Namen auftaucht, gemeint ist immer dieses schöne Ding.

Buch: Sandman Slim. Höllen Dämmerung von Richard Kadrey

Sandman Slim ist der Name des Romans und der Name der Hauptfigur.

James Stark aka Sandman Slim war Magier in L.A., bis er von eifersüchtigen Kollegen in die Hölle geschickt wurde, lebend. Als er dann erfährt, dass seine Freundin umgebracht wurde, kommt er aus der Hölle zurück und will Rache üben.

Das ist die Story des Romans und sie ist genauso skurril, wie sie sich anhört. Es spielt zwar in Los Angeles, aber es ist ein Los Angeles voller Magier, Alchemisten, Dämonen und Engeln. Es ist dreckig, brutal, derb und unglaublich cool. Es ist wie Constantine und Supernatural, nur eben in Buchform. Ich hab das Buch verschlungen und viel geschmunzelt.

Richard Kadrey ist Autor und Fotograf in San Francisco und schreibt seit den 80ern Romane. Sandman Slim ist seine neueste Reihe, in Deutschland kam jetzt eben der erste raus, in Amerika wird demnächst Teil 3 veröffentlicht.

Sandman Slim ist ein unglaublich gutes Buch, geile Unterhaltung, ich freu mich auf die nächsten Bände. Leseprobe gibt’s hier, Verfilmung ist anscheinend in Arbeit.

Buch: In Sachen Joseph von Husch Josten

Ich bekam In Sachen Joseph mit der offiziellen Pressemitteilung empfohlen.

In dem Roman geht es um Helen und ihren besten Freund Joseph. Die Beiden kennen sich seit Kindertagen. Und jetzt träumt Helen zweimal den genau gleichen Traum von Josephs Tod. Sie sieht das als Zeichen und versucht Joseph davor zu warnen. Doch Joseph, wie auch seine Mutter lassen sich davon nicht beeindrucken. So in etwa steht es auch auf dem Buchrücken.
Doch ich bekam noch eine weitere Presseinfo und das Problem mit dieser Presseinfo ist: Da steht sozusagen das Ende drin. Erinnert ihr euch an The sixth Sense? Es hat sich so angefühlt, als ob dir jemand vor dem gemeinsamen ansehen sagt, dass… na, ihr wisst schon.

Deshalb konnte ich die erste Hälfte nicht ganz geniessen. Und auch im Nachhinein gewinnt das Buch etwa ab der Hälfte erst richtig an Fahrt. Während ich mich durch die ersten Seiten ein wenig durchquälen musste, habe ich die zweite Hälfte geradezu verschlungen. Ich weiß nicht, ob man den ersten Teil braucht, damit man den zweiten versteht, aber er ist ein wenig anstrengend. Ansonsten: Ein gutes Buch! Eine gute Wendung, eine schöne Geschichte und ein gutes Gefühl, wenn man durch ist. Soweit man das für ein Buch mit dem Untertitel „Ende einer Freundschaft“ sagen kann.

Wenn ich mich nicht täusche, ist es auch das erste Buch, das ich von der Berlin University Press lese. Extrem hochwertig verarbeitet, gutes Papier, nicht zu starr, leider ohne Lesebändchen, aber das ist das einzige Manko.

Alles in allem ist In Sachen Joseph ein Buch, das sich gut lesen lässt und auch spannend ist, solange man das Ende nicht kennt und einen auch noch eine Weile danach beschäftigt.

Serie: Dead like me

Geile Serie, Scheiß Material.
Geile Serie, Scheiß Material.

Seit Wochen hab‘ ich hier die Staffel 1 und Staffel 2 von Dead like me liegen. Jetzt schaff ichs endlich, sie mal wieder zu sehen.

George ist die Hauptdarstellerin, sie stirbt in der Pilotfolge und wird dann zur Seelensammlerin. Seelensammler befreien die Seelen aus den Körpern der Menschen, kurz bevor sie sterben. Zusammen mit ihren Kollegen kämpft sie sich auf humoristische Weise durch das Leben nach dem Tod.

Bryan Fuller ist der Schöpfer der Serie, er hat auch Pushing Daisies erdacht. Eine schöne Serie, die einen tollen Humor hat. Und vielleicht genau deshalb von der breiten Masse nicht angenommen wurde und schon nach zwei Staffeln abgesetzt wurde. Es gibt zwar noch einen Film, der ist aber überhaupt nicht mehr gut.

Buch: Homecoming von Dave King

Homecoming
Homecoming

Schönes Buch 🙂 Da ist Howard, der seit einer Verletzung im Vietnamkrieg nicht mehr spricht. Nicht mehr sprechen kann. Bis auf ein paar Laute und „Nicht!“ kommt nichts verbales aus seinem Mund. Lesen und schreiben geht übrigens auch kaum. Howard lebt mit Laurel, Nit und Nat im Haus seiner verstorbenen Eltern. Und eigentlich leben die drei nur dort, damit Howard das Haus halten kann. Eine Erwachsenen-WG sozusagen. Leben plätschert so vor sich hin, bis seine Jugendliebe Sylvia auf Entzug in eine Klinik geht und ihren neunjährigen Sohn in seine Obhut gibt.

Dave King schafft liebenswerte Figuren und ein skurriles Umfeld und der Wälzer ist dann doch schneller durch, als es einem Lieb ist. Wem Super Agoraphobie Therapie gefallen hat, dem wird Homecoming auch gefallen.

Buch: Das Wörterbuch der Liebenden von David Levithan

Die Hardcoverversion
Die Hardcoverversion vom Wörterbuch der Liebenden.

Kennt ihr das, wenn jemand so unglaublich positiv über etwas spricht, dass man zurückschreckt und denkt, „naja, so gut kann das gar nicht sein.“

Deshalb will ich nicht überschwänglich sein, aber dennoch sagen: Das Wörterbuch der Liebenden ist ein tolles Buch!

Die Idee dahinter ist einfach: David Levithan hat ein Wörterbuch mit 195 Einträgen geschrieben. Ein Wörterbuch, welches die Beziehung zweier Personen beschreibt. Nicht chronologisch, sondern dem Alphabet nach. Buch: Das Wörterbuch der Liebenden von David Levithan weiterlesen

Buch: Nackt schlafen ist Bio von Vanessa Farquharson

Bio on the road...
Bio on the road...

Nackt schlafen ist Bio ist ein Buch, welches gerade voll in den Trend passt. Ist doch derzeit alles Bio, baby. Die Geschichte zu diesem Buch ist folgende:

Vanessa ist Journalistin und nimmt sich folgendes vor: Für ein Jahr will sie jeden Tag eine ökologische Sache machen und das bis zum Ende des Jahres durchhalten. Dafür richtet sie den Blog green as a thistle ein und beginnt. Mittlerweile ist das Jahr vorbei und das Buch dazu ist herausgekommen, wobei das Buch keine gedruckte Fassung des Blogs ist, sondern sozusagen ein Tagebuch, das den Blog begleitet.

Natürlich ist Nackt schlafen ist Bio kein literarisches Meisterwerk. Aber auf den 354 Seiten werden nicht nur 366 Umwelttipps vorgestellt, sondern auch, wie Vanessa versucht, Umwelt und verzweifeltes Singledasein in Einklang zu bringen. Liest sich schnell, gut und schmunzelnd. Und gleichzeitig verändert es doch ein wenig die eigene Einstellung zur Umwelt. Und weil es so umweltschonend ist, habe ich mein Exemplar auf der Slamfahrt nach Fulda gleich weiterverliehen.

Buch: 27 von Kim Frank

Kim Franks 27 mit ausgeklapptem Buchumschlag.
Kim Franks 27 mit ausgeklapptem Buchumschlag.

So, seit heute ist 27 von Kim Frank also erhältlich. Kim ist den meisten wahrscheinlich immer noch als Sänger der Band Echt bekannt. Mittlerweile hat sich aber auch mit der Fotografie, der Schauspielerei und eben auch mit dem Romanschreiben befasst. 27 ist sein Debütroman.

In 27 geht es um den Klub 27, dieser ungewöhnlichen Ansammlung an Musikern, die im Alter von 27 Jahren gestorben sind. Und es geht um Mika, der selbst die unbändige Angst hat, mit 27 zu sterben.

Ich liebe Bücher über Musik. Bücher wie Owen Noone oder Super Agoraphobie Therapie. Und 27 gehört da auf jeden Fall dazu. Man liest sich schnell und gut durch die Seiten und man hat wirklich Spaß beim lesen. Es ist ein kurzweiliger Roman, eine schöne Geschichte und eine gute Unterhaltung für ein paar gute Stunden.

Aber: Peter Renz sagte mir mal, dass das Ende einer Geschichte immer Licht oder Schatten über die gesamte Geschichte wirft. In Fall von 27 ist das definitiv Schatten.

SPOILER:

Vielleicht liegt das auch in der Natur solcher Geschichten, die nur auf eine eine Frage ausgearbeitet sind, nämlich, ob Mika mit 27 stirbt. Denn wie man es auch wendet, das Ende kann eigentlich fast nur unbefriedigend sein. Es sei denn, mann hat den großen Twist am Ende. Leider vermisse ich den am Ende von Franks ersten Roman. Es fühlt sich so an, als wüsste Frank selbst nicht, wie er das Buch hatte beenden sollen. Und deshalb ist es ein offenes Ende.

Deshalb27 ist ein gutes Buch, welches man im Garten im Sonnenschein bequem runterlesen kann, das Ende aber fand ich extrem unbefriedigend.

Wer mehr über das Buch und die Arbeit von Kim Frank erfahren möchte, hier geht’s zum Interview mit Kim Frank über 27.

Nachtrag:

Kim schrieb mir, nachdem er die Rezension gelesen hatte und möchte etwas klarstellen:

Moin Fabian…
Finde es absolut fein, dass Dir das Ende nicht gefällt, wollte Dich nur wissen lassen, dass ich die letzte Seite zu allererst geschrieben hatte, also das Ende, das gewollt offene Ende stand von Anfang an fest.
Wenn Du es nicht magst ist das fein, aber ich tue nichts weil ich nicht weiß, sondern weil ich mich dafür entscheide.
LG
KIM