neues Projekt: Typewriterspotting

Hank Moody aus Californication

Es ist doch so: Wenn man sich ein neues Hobby sucht, oder eine Leidenschaft einen findet, dann wird man automatisch für diese Leidenschaft sensibilisiert. Seit ich mich für Busse interessiere, fallen mir Busse vermehrt auf. Früher habe ich sie einfach übersehen. Seit knapp einem Jahr bin ich von Schreibmaschinen ganz gut fasziniert. Ich sammele langsam Wissen über Schreibmaschinen und Schreibmaschinen selbst und bin mit Schreibmaschinen in Fußgängerzonen unterwegs (Straßenpoesie). Und seitdem sehe ich überall Schreibmaschinen! Um dieses Phänomen so richtig auszuleben, habe ich ein kleines neues Projekt gestartet: Typewriterspotting. Schreibmaschinen in Filmen, Schreibmaschinen in Büchern, in Serien, im echten Leben. Die Seite sammelt Schreibmaschinen, wo immer sie auftauchen. Versehen mit den Informationen, woher die Bilder kommen und – wenn ich sie erkenne – was für eine Schreibmaschine da zu sehen ist.

Die ersten 25 Einträge sind online, viele weitere werden folgen. Für jede Unterstützung bin ich dankbar. Auf Deutsch: Wenn ihr in einem Film/Buch/Serie/Sonstwo eine Schreibmaschine erspäht, sagt mir Bescheid. Den Einträgen folgen geht am besten über twitter oder den RSS-Feed. Obwohl ihr da dann nicht das schöne Design der Seite seht ;)

Schreibmaschine: Olivetti Valentine

Meine Valentine

Wenn man sich mit Schreibmaschinen beschäftigt, stößt man irgendwann über die Hermes Baby. Sagte ich damals auch schon. Wenn man sich ein wenig weiter damit beschäftigt, stolpert man auch über die Hermes Baby, eine der drei Schreibmaschinen, in New York im Museum of Modern Art stehen. Technisch nichts Besonderes, aber designtechnisch außergewöhnlich! Ein signalfarbenrotes Stück Pop-Art in einem Schiebekoffer, designed by Ettore Sottsass. Von 1969.

Ein schönes Ding! Aber für eine Reiseschreibmaschine recht groß. In die Hülle passt die Hermes Baby, samt Koffer! Jetzt bin ich erstmal froh, dieses rote Ding hierzuhaben. Alles weitere wird sich ergeben. In den nächsten Tagen erzähle ich auch über die anderen “neuen” Schreibmaschinen berichten, die hier eingetroffen sind. Ich glaube, Schreibmaschinen, das könnte eine neue Leidenschaft werden…

Die Sache mit der Straßenpoesie

Straßenpoesie bei FKK Frischfleisch in Karlsruhe

Straßenpoesie bei FKK Frischfleisch in Karlsruhe (Bild: Maurice Meijer)

Straßenpoesie: Passagenspaziergänge

Straßenpoesie: Passagenspaziergänge

Wenn ich mich traue, setze ich mich mit meiner Hermes Baby irgendwo hin, wo Menschen vorbeikommen. Da drücke ich ihnen Blanko Postkarten in die Hand. Sie schreiben ihren Namen und ihre Themen auf die Vorderseite der Karte und dann tippe ich ihnen auf die Rückseite einen Text zu eben diesem Thema.

Für solche Texte habe ich zwischen 10 und 20 Minuten Zeit. Wie bei jeder Massenproduktion gibt es bei so einer Fließbandarbeit extreme Schwankungen an Qualität. Aber jede Karte wird abfotografiert und die meiner Meinung nach besten tippe ich ab und stelle sie hier online.

Ich mag den Namen Straßenpoesie. Einerseits bezeichnet er schön den Enstehungsnamen der Geschichten. Andererseits haben die Geschichten und Gedichte für mich zumindest einen besonderen Flair. Eben dieses Poeten von der Straße-Ding. Muss eigentlich niemand ausser mir verstehen. Falls es doch jemand tut, umso besser.

Der erste Schwung an Geschichten entstand vor und nach der Lesung bei FKK Frischfleisch, hoffentlich gibt’s bald noch mehr.

Straßenpoesie: Wer braucht schon Farbe, wenn er Kontur hat?

Das Original

Das Original

Kurz nachdem ich den Kinosessel verlassen hatte, hatte ich schon wieder Lust, mich reinzusetzen. Stundenlang konnte ich mich in diesen abgefuckten Sesseln lümmeln und Filme über die Leinwand flimmern sehen.
Treffe ich ein Mädchen und es geht um Themen, die die Welt bewegen und hoffentlich mich in ihr Bett, dann komme ich schnell auf das Thema, welches mich in den Sesseln der Kinos dieser Welt leben lässt. Filme. Nicht dieses Milliardendollar CGI Geballere aus Hollywoodland. Kein Arthauskino aus Argentinien. Keine Keinohrfilme aus Deutschland.
Wir reden von alten Schwarzweißfilmen.

Wer braucht schon Farbe, wenn er Kontur hat?

Seid doch ehrlich, Jungs, interessiert euch die Farbe des T-Shirts oder die Kontur der Brüste, welche ihr darunter vermutet und erhofft? Von mir aus könnte das ganze Leben schwarzweiß sein. Alles Wichtige lässt sich auch farblos abbilden.
Fußball funktioniert ohne Farben. Die Arschkarte erkennt man dennoch. Die 22 Menschen auf dem Feld genauso. Wusstet ihr, dass die Arschkarte aus genau diesem Grund eingeführt wurde? Damit man sie als rote Karte erkennt. Das ist auch der Grund, weshalb die rote Ampel immer ganz oben ist.
Die ganze Welt funktioniert schwarzweiß. Ein rosa Schwein ist trotzdem noch ein rosa Schwein und rosa wäre ein ganz bestimmter Graugrad.
Die ganze Welt funktioniert schwarzweiß. Das Rotlichtmilleu erkennt man auch ohne die rote Farbe.
Die ganze Welt funktioniert schwarzweiß. Musik funktioniert ohne Farbe. Denn ganz egal, ob du dich durch Rock’n’Roll, Death Metal oder HipHop von deinem Radiowecker wecken lässt, du triffst den Wecker, ganz egal welche Farbe er hat.
Wenn das Mädel dann lacht. Oder zumindest lächelt, dann sage ich, ja, das ist nämlich auch der größte Irrtum in der Kunst. Dann stutzt das Mädel. Und ich sage, ja das ganze Leben ist Kunst.
Und alle Welt denkt, Kunst muss gut sein, sagt das Mädel.
Und ich nicke und denke, hä?, und sage, ja, das auch, aber eigentlich wollte ich auf was anderes hinaus. Der größte Irrtum in der Kunst ist… tja, und dann reisst der Film. Das ist das Problem an Schwarzweißfilmen. There ain’t no DVD. Das sind immer noch Filmrollen, die benutzt werden. Und manchmal bleiben die hängen und brennen durch.
Wie Menschen im echten Leben auch. Aber wie im echten Leben geht es meistens danach auch schnell weiter. Aber leider hat man dann schon einen Teil verpasst.
Die ganze Welt funktioniert in schwarzweiß. Wer braucht schon Farbe, wenn er Kontur hat?
Ich freue mich darauf, mich wieder in einen Kinosessel fallen zu lassen. Und nach dem Film geht es raus in die schwarze Nacht. So schwarz, weiß ich, dass man nur noch Konturen erkennt.

Aber wer braucht schon Farbe, wenn er Kontur hat?

Originalende:
Ich freue mich darauf, mich wieder in den Kinosessel fallen zu lassen und von Nikita gestellte Fragen zu beantworten. Aber wenn ich das hier lese, ist meine Zeit im Sessel fast vorbei. Und dann geht es raus in die schwarze Nacht. So schwarz, weiß ich, dass man nur noch Konturen erkennt.

Aber wer braucht schon Farbe, wenn er Kontur hat?

Meine Hermes Baby!

Meine Hermes Baby von 1949

Meine Hermes Baby von 1949

Wenn man sich irgendwann mal ein wenig mit Schreibmaschinen auseinandersetzt, trifft man irgendwann auf die Hermes Baby. Die Hermes Baby ist eine Reiseschreibmaschine, die zu den bekanntesten Reiseschreibmaschinen seiner Zeit zählte. Unter anderem schrieben Max Frisch, Ernest Hemmingway und John Steinbeck auf Hermes Babys.

Wenn man das weiß und wenn man gerne auf Schreibmaschinen tippt, dann entwickelt man irgendwann auch den Wunsch, eine zu besitzen. Entweder legt man dann ein bisschen mehr Geld hin und kauft sich sofort eine. Oder man wartet und sucht und findet folgendes heraus:

Eine der Hermes Babys aus dem Jahr 1949 landet nach langer Zeit des Benutzens und nicht Benutzens auf dem Flohmarkt. Wir reden von Zeiten, in denen noch nicht die besten Sachen über ebay verkauft wurden. Von Zeiten, in denen man noch mit Deutscher Mark bezahlt hat. Ein damals junger Mann kaufte die Maschine und hatte eigentlich vor, sie irgendwann zu putzen und zu reparieren und wieder zu Nutzen. Umstände aber machen, dass dieser nie dazu kommt, sich die Maschine genauer anzusehen. Also überdauert die Maschine in ihrer schon ramponierten Hülle knapp zwei Jahrzehnte im Keller irgendwo in Deutschland. Dann irgendwann zieht der Mann samt Familie in die Nähe Stuttgarts. Beim Umzug findet er die Schreibmaschine wieder, die Motivation, diese aber wieder zum laufen zu bringen, blieb verloren. Also stellt er die Maschine bei ebay ein. Zur Abholung.

Und so bin ich also an meine Hermes Baby gekommen. Mittlerweile ist sie mehrmals auseinandergebaut, mit WD40 eingeölt und geputzt und ein neues Farbband eingesetzt und alles funktioniert soweit. Manchmal überspringt sie ein paar Zeilen und Briefe werden im Laufe des Blattes immer schräg. Aber das macht den Charme der Hermes Baby aus.

Meiner Hermes Baby.

Schreibmaschinenfarbbänder: DIN 2103 = DIN 32755

Ein altes DIN 2103 aus Metall und ein neues DIN 32755 aus Plastik.

Ein altes DIN 2103 aus Metall und ein neues DIN 32755 aus Plastik.

Ein Dank an die deutsche Industrienorm. Seit 1918 wird alles mögliche genormt. Papierformate, Heizkessel und eben Schreibmaschinen. Deshalb passen heute produzierte Papiere und Farbbänder auch noch in Schreibmaschinen aus dem Jahre 1936. Gefährlich wird es nur dann, wenn eine alte DIN durch eine neue DIN ersetzt wird. Weil ich so lange im Netz danach gesucht habe:

Die DIN 2103 ist heute die DIN 32755!

Wenn ihr also eine Schreibmaschine habt und schon ewig auf der Suche nach neuen Farbbändern seid und unter 2103 kaum was findet, sucht nach DIN 32755, diese passen. Ich hoffe, ich kann eure Suche ein wenig abkürzen.

Bilder aus Worten – Islam, Audible & ich

Segel: Es gibt keinen Gott außer Allah und Muhammad ist sein Prophet

Segel: "Es gibt keinen Gott außer Allah und Muhammad ist sein Prophet" Rumpf und Ruder: "Ich glaube an Gott und an seinen Engel, seine Bücher, seine Propheten, an den Jüngsten Tag, die Vorherbestimmung, das Gute und Böse und an die Wiederauferstehung nach dem Tode." (Quelle: payer.de)

Durch das Bildverbot im Islam hat sich die Kalligraphie in dieser Kultur zu einer herausragenden Kunstform erhoben. Aus Worten Bilder zu schaffen, habe ich sonst kaum so ausgeprägt gefunden. Continue reading