Roman: So, und jetzt kommst du von Arno Frank

Lesestoff: So, und jetzt kommst du von Arno Frank #tropen #amreading

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Der erste Satz aus So, und jetzt kommst du:

Als meine Mutter zum ersten Mal starb, war ich bei ihr.

Arno Frank erzählt seine Lebensgeschichte, zumindest die ersten paar Jahre davon. Die, in denen sein Vater genug hat vom Autos verkaufen, sich eine größere Summe zusammenbetrügt und dann mitsamt seiner Familie durch Europa flieht.

Der Klappentext bezeichnet den Vater als Hochstapler. Da muss ich an Leonardo DiCaprio in Catch me if you can denken und das geht in eine falsche Richtung. Dennoch, Frank erzählt eine krasse Lebensgeschichte, in die man schnell reinkommt, in einem nüchternen, leicht prosaischen Stil.

http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/160739827592/und-doch-ihr-erstes-helles-auflachen-u-ber-den

Es gab immer wieder Formulierungen, die aufblitzten, über die ich mich sehr gefreut habe. Leider aber, trotz der Neugier und der immer näher kommenden, unabwendbaren Katastrophe, bei der das ganze Lügengerüst des Vaters unweigerlich zusammenbrechen muss, gab es auch langatmige Stellen, durch die ich mich eher durchzwingen musste, bevor es gegen Ende dann wieder extrem Fahrt aufnimmt.

Arno Frank erzählt mit So, und jetzt kommst du seine krasse Geschichte, aber ich bin mir gar nicht sicher, ob die Buchform die beste für diese Geschichte ist. Bei einem Abendessen auf der Buchmesse in Leipzig dieses Jahr haben wir uns ein wenig unterhalten und er hatte auch ein wenig aus dem Buch erzählt. Dort habe ich sehr gerne zugehört. Vielleicht ist also das Hörbuch, gelesen von Devid Striesow, in diesem Fall die bessere Wahl. Oder sogar ein bisher nicht existierender Film, der manche Längen des Buches herausnimmt. Von der Geschichte her auf jeden Fall konsumierenswert.

So, und jetzt kommst du von Arno Frank erschien bei Tropen, das Hörbuch, gelesen von Devid Striesow, erschien bei RandomHouse Audio. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Die Leipziger Buchmesse 2017 in Blitzlichtern.

  • Ich komme Mittwoch Abend in Leipzig an und freue mich, meine Gasteltern wiederzutreffen. Ich bin ziemlich froh, dass ich mittlerweile in vielen Städten Menschen habe, bei denen ich unkompliziert unterkommen kann. Was auch heißt, dass meine Besuche in Städten immer Besuche bei Menschen sind, die ich gerne sehe.

Buchmesse, Tag 1 am Morgen. So voll ist es. #lbm17

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  • Es ist Donnerstag, kurz nach Zehn und schon jetzt sind die Hallen gut gefüllt. Klar, es wird bis Samstag noch voller und am Ende ist es ein Besucherrekord, aber ich bin am Donnerstag doch erstmal überrascht.

  • Donnerstag Mittag bin ich mit Wolfgang auf der Bühne, meine erste „Verpflichtung„: Besser vorlesen. Die Bühne ist klein und umrandet von Ständen, aber die Stühle füllen sich schnell und selbst auf dem Gang bleiben Leute stehen. Ich mache zusammen mit Wolfgang den Podcast des Literaturcafé und wir wissen, wie wir miteinander umgehen können und wie wir miteinander funktionieren. Es macht Spaß, Menschen von Sprechkunst zu erzählen und zu erklären, wie man vorliest. Nach der viel zu kurzen halben Stunde beantworte ich einer Traube von Menschen noch Fragen zum Vorlesen und bis zum Ende der Buchmesse werde ich immer wieder auf das Vorlesen und die halbe Stunde angesprochen. Wie schön, dass sich so viele Menschen für das Vorlesen interessieren. Weil es immer noch eine Kunst ist, die nicht ausgeschöpft wird.
  • Ich habe sehr wenig feste Termine die Buchmesse über. Größtenteils treibe ich durch die Massen, treffe Menschen, lerne neue kennen und knüpfe Bande enger. Ich verpasse wohl sehr viele schöne Dinge. Aber ich erlebe auch sehr viele schöne Dinge, für die ich sonst wohl keine Zeit gehabt hätte.
  • Donnerstagabend verbringe ich beim Bloggeressen von Klett-Cotta. Der Verlag residiert 500 Meter von meiner Wohnung entfernt, immer mal wieder habe ich mit ihm und den Menschen, die dort arbeiten, zu tun. Ich mag die Art, wie wir miteinander umgehen. Deshalb gibt es an diesem Abendessen nicht nur Essen und Gespräche zwischen Bloggern, Verlagsmitarbeitern und anwesenden Autorinnen und Autoren, sondern neben einer kurzen Lesung von Kristina Pfister aus „Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten“ auch einen kurzen Vortrag von mir. Das ist schon zu viel gesagt. Ich habe ein bisschen aus meiner Sicht als Literaturblogger erzählt, ganz subjektiv und nur für mich sprechend. Womit aus einer Werbeveranstaltung ein Miteinander wird. Danach gehts weiter auf die Tropenparty. Lesung von Arno Frank aus „So, und jetzt kommst du„, danach noch mehr mit Menschen reden.

https://www.instagram.com/p/BSBb5M9FuGr/

  • Freitag. Kommilitonen aus Hildesheim sind da. Wir schlendern über die Messe. Also noch mehr Menschen, mehr Kommunikation.

Buchmesse, Tag 3. Der Tag beginnt mit Dietmar Wunder und Uve Teschner im Interview. #lbm17

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  • Samstag. Jetzt ist es richtig voll. Schon in den Bahnen, sodass ich fast zu spät komme zu meinem ersten Termin am Tag: Ein Interview mit Dietmar Wunder und Uve Teschner. Dietmar habe ich vor ein paar Jahren bei einer Lesung mit Karin Slaughter kennengelernt, mit Uve hatte ich Kontakt, nachdem ich das großartige Hörbuch zu „Am Ende aller Zeiten“ gehört hatte. Audible hatte mit den beiden ein Sprecherfrühstück veranstaltet, danach konnte ich mit ihnen reden.20 tolle Minuten über das Sprechen und die Buchmesse und Kunst allgemein, die es demnächst im Podcast des Literaturcafé zu hören gibt. Eines meiner Highlights der Messe.https://www.instagram.com/p/BSGGS6BFubx/
  • Sonntag ist Tag der Bloggersessions. Wieder tolle Menschen, gute Inhalte und am Ende über Geld reden. Nachzuhören hier.
  • Sonntagabend geht es nach Hause. Nachts bin ich da und ohne Pause geht der Alltag los. So nahtlos, dass ich mich anstrengen muss, dies hier nochmal zusammenzufassen. Ich bin ziemlich froh, all das machen zu können. Danke an alle, die das möglich machen und Teil davon sind.