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Schlagwort: Straßenpoesie (Seite 1 von 9)

Der Löwe Alexandro Lolo und die Prinzessin Marina Schmidt. Ein Schreibmaschinengeschichte.

Ich war in einem Kindergarten und durfte acht Vorschulkindern Schreibmaschinen näher bringen. Dabei entstand folgende Geschichte. Die Kinder lieferten die Ideen, ich habe sie lediglich zusammengeschrieben.

Es war einmal ein Löwe. Und es war einmal eine Prinzessin. Der Löwe hieß Alexandro Lolo und er war richtig böse. Er hatte scharfe Zähne und ein Stummelschwänzchen. Die Prinzessin hieß Marina Schmidt, sie hatte pinke Haare, ein lila Kleid und ein glitzerndes Schwert.

Ein Tages war Marina Schmidt gerade auf dem Weg durch ihr Prinzessinnenreich, als sie plötzlich ein Geräusch hörte. „Was war das?“, fragte sich die Prinzessin. Es war ein Grummeln und Beben. Marina Schmidt hatte Angst, sie wusste nicht, wer das Geräusch machte. Sie ging vorsichtig auf das Gebüsch zu, aus dem das Geräusch kam. Sie sah durch die Blätter und sah die scharfen Krallen eines Löwen. Der Löwe war wach und sah Marina Schmidt mit großen Augen an. Seine Krallen drückten sich in die Erde.

Mit einem schnellen Sprung war er auf den Beinen und griff Marina an! Marina zögerte keine Sekunde, sie zog ihr glitzerndes Schwert und hielt es dem Löwen entgegen. Der Löwe bremste gerade noch rechtzeitig ab.

„Hej!“, sagte der Löwe, „das ist unfair!“

Marina grinste und ihre pinken Haare leuchteten in der Sonne. 

„Lass mich in Ruhe“, sagte der Löwe. „Merkst du denn nicht, dass ich Schmerzen habe?“ – „Woher soll ich denn wissen, dass du Schmerzen hast?“

Alexandro Lolo jaulte auf. „Wenn ich Schmerzen habe, hat die ganze Welt Schmerzen.“ – „Also mir geht’s gut. Was ist denn los?“ – „Ich habe Bauchschmerzen. Ich habe heute Thunfischpizza gegessen. Mit Fleisch und Käse. Oliven gab’s auch noch. Und Salat und Nudeln mit Tomatensoße. Und dann gab’s auch noch Nachtisch. Pudding und Joghurt und Erdbeeren und Schokolade.“

Marina Schmidt lachte. Ganz arg.

„Da wundert’s mich nicht, dass du Schmerzen hast. Aber ich habe eine Idee. Im Schloss gibt’s ein Heizkissen und Sirup und Medikamente. Komm mit, dann hast du bald keine Schmerzen mehr.“

Straßenpoesie: Am 19.08 im Blutsgeschwister Stuttgart

Der L’aufbretzelsteg, Stuttgarts Blutsgeschwisterstore, wird zehn Jahre alt und das wird gefeiert. Mit Glitzer, Glamour und Konfetti. Mit Süßigkeiten und neuer Kollektion. Und mittendrin sitze ich, mit 60 Jahre alter Schreibmaschine und tippe euch Postkarten. Eure Worte, mein Kopf, eure Geschichte. Samstag, ab 16 Uhr. Kommt vorbei!

 

 

 

Straßenpoesie: Literatur unserer Generation

Jeder Buchstabe, nicht nur die meinigen, ein Schlag, jede Zeile ein heller Glockenton, eine unendliche Melodie, die zwar immer ähnlich, aber niemals gleich erscholl. Ein geschäftiges Treiben, man hörte die Spannung, die Arbeit, die Energie und in den seltenen Momenten von Ruhe, die winzigen Augenblicke, in welchen Niemand auf eine der 48 Tasten vor sich hieb, hörte man Gedanken wachsen wie das Gras. Wir arbeiteten nicht nur, wir erschufen.

Gegen Abend wurde die Melodie langsamer, manchmal sogar melancholisch. Die Menschen rieben die Fingerkuppen, streichelten die Sehnen und ließen die Knochen knacken.

Denn Literatur unserer Generation war kein federleichtes Gedicht, geschrieben auf Pergament mit dem schwungvollen Triumph einer Feder, sie war laut und dreckig, voller Schimpfwörter, sie tat weh und wir spürten sie noch nachts, wenn wir in Träumen auf unsichtbaren Tastaturen weiterhieben.

Aber wenn wir die verschwommenen Bilder der Demonstranten auf der Straße sahen, die Zeitungen verschmiert von der zu früh berührten Schwärze, wenn wir aus dem Fenster sahen, wo auf unserer Straße mehrere Banner gespannt waren, wenn wir unsere Parolen als Echo von den Häuserwänden widerhallen hörten, wussten wir, dass unsere Kunst nicht nur in unseren Köpfen war, sondern sich durch jeden Tastendruck heraus manifestiert hatte und real geworden war.

Geschrieben auf einer Hermes Baby.

Der wichtigste Gott deiner Realität

Straßenpoesie, für Emmanuel.

Der wichtigste Gott deiner Realität steht nackt vor dem fleckigen Spiegel und streicht sich über den leichten Ansatz des Bauches, das langsam ergrauende Haar, das immer weiter nach hinten wandert, und denkt darüber nach, ob er es heute schafft, ein wenig Sport zu treiben. Und dabei ärgert er sich über deine Wünsche, deine Nachrichten, dein Lechzen nach Glück, Freude und Zufriedenheit.

Hat er nicht genügend Probleme? Hat er nicht genug für dich getan? Hat dich gesund zur Welt gebracht und dich auf fast wundersame Weise durch das Leben geführt, ohne größere Verletzungen und Verluste. Und trotzdem kratzt du an der Tür, wie eine Katze, die in eine Hütte will, die sie nicht gebaut, an einen Herd, dessen Glut sie nicht gemacht. Der Gott denkt sich, kümmer dich doch selbst drum! Und dann drehst du dich um und gehst unter die Dusche, damit der Tag losgehen kann, denn du bist schon ganz schön spät dran.

Straßenpoesie bei der Christmas Boutique in der Schräglage Stuttgart am 6. Dezember

Der Outer Rim e.V. läd zur Christmas Boutique am 6. Dezember in die Schräglage ein.  Das heißt, es gibt handgemachte Kunst, Herzblut zum Kaufen, aber aber auch Livekunst, unter anderem werde ich dort mit meiner Schreibmaschine Straßenpoesie produzieren. Kommt zuhauf!

PS: In der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember gibt es eine Party im Zollamt, auch dort werde ich mit der Schreibmaschine da sein.