Lesung: T.C. Boyle im Wizemann Stuttgart am 15.02.17

T.C.Boyle mit Die Terranauten.

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Damals kam Drop City, der Hippieroman von T.C. Boyle, kam damals zur richtigen Zeit. Ich war 19 und wir hatten einen VW Bus, ich las Ken Kesey, Tom Wolfe & Jack Kerouac, trug indische Hemden und fand viele Aspekte der Beatniks und Hippies spannend. Und dann erschien dieses Buch über die Hippie Kommune, die nach Alaska zieht und natürlich wollte ich es lesen. Tat ich. Fand’s geil. Seitdem begleitet mich T.C. Boyle. 2009 ist er mit seinem Roman Die Frauen in Stuttgart und ich saß im Publikum. Schon damals war er ein relativ alter Mann, dürr und hochgewachsen und wahrscheinlich hatte er schon damals rote Chucks an. War eine großartige Lesung damals, obwohl ich erstmal gar kein Interesse an dem Roman hatte.

Dann habe ich Anfang des Jahres gesehen, dass T.C. Boyle wieder nach Stuttgart kommt und ich wollte mit dabei sein. Diesmal im Wizemann, die derzeit angesagteste Location in Stuttgart, veranstaltet von Wittwer. Die Buchhandlung wird dieses Jahr 150 Jahre alt, deshalb gibt es das Jahr über hochkarätige Lesungen zum Preis von 18,67 Euro, ihr versteht schon, dem Gründungsjahr. Boyle war eine davon.

Etwa einen Monat vor Veranstaltung ist sie ausverkauft, die große Halle ist bis an den Rand bestuhlt, rund 620 Stühle plus ein paar unbeabsichtigte Stehplätze. Ich komme alleine und bekomme den letzten leeren Platz in der Ecke der ersten Reihe. Weil noch eine halbe Stunde Zeit ist, lese ich noch im aktuellen Roman, die Terranauten, weswegen Boyle überhaupt da ist.

Februar gerettet: Lesestoff und Lesung von T.C. Boyle. #Terranauten #Hanser #tcboyle

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Angelehnt an die Biosphäre 2 Experimente in den 1990ern erzählt Boyle die Geschichte von acht Terranauten, die zwei Jahre in dieser künstlichen Welt verbringen, erzählt aus drei Ich-Perspektiven, Rezension folgt.

Ziemlich pünktlich kommen T.C. Boyle und Denis Scheck mit Pia Maria Fedelucci auf die Bühne, sie wird die deutschen Passagen lesen. Von Frau Fedelucci haben wir erst in diesem Moment erfahren, denn im Vorfeld wurde auch auf Nachfrage nicht gesagt, wer die deutschen Passagen übernehmen wird.

Boyle und Scheck sind seit Jahren befreundet und jeweils Bühnenprofis. Boyle sagt selbst, Lesungen müssen sein wie Rock-Konzerte, die Leute müssen Spaß haben. Das kann er und bindet nicht nur das Publikum, sondern auch Frau Fedelucci ein, die sonst nur neben ihm gesessen wäre und auf ihren Auftritt gewartet hätte. Habe ich schon schlimmer erlebt. Scheck ist extrem gut darin, englische Pointen ins Deutsche zu übertragen und dann wieder in eine englische Frage überzugehen, die sich nicht wie die nächste auf dem Zettel anhört, sondern wie die, die auf die letzte Antwort von Boyle kommen muss. Und Boyle liest nicht nur, sondern erzählt, – natürlich unausweichbar – von Trump, über seine Faszination, die ihn immer wieder zum Schreiben bringt, über den aktuellen Roman, über Politik, Drogen und den nächsten Roman, den er schreibt, über den LSD-Entdecker Albert Hofmann und seine legendäre Fahrradfahrt.

Die beiden heben die Veranstaltung auf ein Niveau, das Frau Fedelucci leider nicht halten kann. Boyle selbst liest die englischen Passagen nicht nur vor, er performt sie, legt sich in die Haltungen und ermöglicht es selbst jemandem, der kein englisch versteht, mitzukommen.

Frau Fedelucci dagegen liest vor, sodass man sie versteht. Sie gibt mir aber in dem Moment nicht das Gefühl, sie würde es erleben. Ich will Frau Fedelucci auf keinen Fall ihre Fähigkeiten als Schauspielerin absprechen, aber schauspielen und Hörbücher sprechen ist nicht das Gleiche.

Es ist eben auch nicht fair, ihr neben diese beiden Veteranen zu setzen. Ich hätte mir gewünscht, einen ähnlich guten Sprecher für die deutschen Passagen zu erleben, vielleicht sogar Eli Wasserscheid selbst, die die Hörbuchversion des Romanes spricht.

Nach exakt 90 Minuten, die ohne Fragen aus dem Publikum auskommen und sich sowieso viel kürzer anfühlen, beendet Denis Scheck die Veranstaltung. Wir applaudieren und kommen kaum aus der Halle, weil die Schlange zum signieren bis dorthin reicht. Und dann steht Boyle rund eine Stunde am Bücherstand und signiert wirklich jedes Buch, welches ihm hingehalten wird, wechselt mit jedem ein paar Worte und ist bis zum Ende, ich war vorletzter, extrem freundlich.

T.C. Boyle ist mittlerweile 69 Jahre alt, ich bemerke das schüttere Haar, welches 2009 noch länger und zu einem Zopf zusammengebunden war. Aber ansonsten steht ein fitter Mann vor mir, bestimmt zehn Zentimeter größer als ich, witzig und unterhaltsam.

Ich gehe mit einer sehr schönen Erinnerung nach Hause, freue mich auf die nächsten Bücher und hoffentlich noch ein paar Lesungen von Herrn Boyle. Und jetzt lese ich erstmal den Roman fertig.

Die Buchhandlung Wittwer hat mir eine Eintrittskarte zur Verfügung gestellt. Die weiteren Veranstaltung zum Jubiläumsjahr sind hier zu finden.

Ausstellung: „90° 0′ 0″ S“ von Maren Kames im Literaturhaus Stuttgart

Gestern Mittag habe ich zwei Schulklassen durch das Literaturmuseum der Moderne in Marbach am Neckar geführt. Jedes Mal kämpfe ich dabei mit der Schwierigkeit, „Flachware“ zum Leben zu erwecken. Wie stellt man Literatur aus? Wie bringt man sie nahe? Im Museum mache ich das über Geschichten, über Anekdoten zu den Ausstellungsstücken, zu den Autoren und Romanen.

Gestern Abend zeigte Maren Kames, wie sie das macht. Letztes Jahr hat sie ihr Debüt „halb taube halb pfau“ veröffentlicht und wurde die erste Kooperationsstipendiatin des Literaturhauses Stuttgart und der Akademie Solitude. Heißt, sie hat nicht nur drei Monate auf Schloss Solitude verbracht, sondern dort aus ihrem Buch, ihren Worten die Ausstellung „90° 0′ 0″ S“ generiert.

Schon ihr Buch (Rezension folgt) gleicht einer Partitur, die sich erst im Raum entfaltet. Die Seiten sind voller Weißraum, die Form folgt dem Inhalt und geht Dank QR-Codes über das Buch hinaus.

Diesen Ansatz hat Maren Kames in den Ausstellungsraum geholt. Neben den Treppen ins Schriftstellerhaus steht der erste Schriftzug. Der Raum selbst klingt in jeder Ecke anders. Mal nur Sounds, mal Worte, meist viel davon übereinander. Minibeamer projizieren alte Stummfilmsequenzen, Bilder oder Worte Sätze und Fragmente aus dem Buch. Überall im Raum finden sich Zitate aus dem Buch: An den Wänden, an den Rückseiten der Stuhllehnen, selbst an der Decke.

Die Ausstellung ist eine Insel von Sinneseindrücken, die für sich funktioniert. Glühen aber tut sie, wenn man das Buch kennt oder, wie bei der gestrigen Vernissage, man in diesem Raum einer Lesung beiwohnt. Ein roter Faden läuft von den einzelnen Inseln zu der Bühne, zu Maren Kames und Moderator Paul Brodowsky – ganz nebenbei, beides auch Hildesheimer Absolventen –  und macht daraus ein Gesamtkunstwerk.

Da der Raum weiterhin für Veranstaltungen genutzt wird, beschränkt sich jede Installation, abgesehen von den Stuhllehnen, auf die Wände und die Decke. Ich hätte mir noch mehr Installation im physischen Raum gewünscht. Aber in meinem Kopf ist die Vorstellung sehr schön, wie sich Kames‘ Worte im Raum bei einer anderen Veranstaltung ganz neu zusammensetzen und mit dem aktuell gesprochenen für jeden individuell verweben.

Maran hatte mir im Vorfeld erzählt, „Die haben gesagt, hier hast du soundsoviel Geld, mach damit, was du willst.“ Und genau das machte sie. Ganz viele Momente der Ausstellung, all die Kleinigkeiten, die sie so gut machen, sind Ergebnisse eines wirren Kopfes, dem man erlaubt, wirr zu sein. Sehr sehr toll. Geiler Scheiß, geradezu. Und dem Applaus nach stehe ich mit der Ansicht nicht alleine da. Ich wünsche mir mehr Mut von Institutionen, solche Dinge möglich zu machen. Wenn man dazu „Kunst“ drüberschreiben muss, soll mir das recht sein.

90° 0′ 0″ S„, eine Ausstellung von Maren Kames zu ihrem Debüt „halb taube halb pfau„, erschienen im Secession Verlag, zu sehen bis zum 21. April im Literaturhaus Stuttgart. Die Ausstellung ist vor und nach den Abendveranstaltungen sowie nach telefonischer Anmeldung (Fon 0711 / 22 02 17 3) zu sehen.

 

Konzert: Jeremy Loops im LKA Longhorn in Stuttgart am 13.11.16

#jeremyloops #concert #stuttgart #lka

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Mein Lieblingsmensch war im Sommer auf dem Summers Tale Festival und kommt mit viel neuer Musik nach Hause, unter anderem Jeremy Loops. Der Mann aus Südafrika ist nicht nur mit Band, sondern auch mit Loop Station auf der Bühne und er macht extrem gute Laune.

Vor kurzem sagt sie dann, Loops kommt nach Stuttgart. Wir also hin, zum LKA Longhorn, ein Konzertschuppen in Stuttgart-Wangen, zwischen Bundesstraße und Industriegebiet. Wir kommen dort an, eine Minute, bevor der Einlass offiziell losgeht und schon dann müssen wir uns in eine vielleicht 40 Meter lange Schlange stellen. Bis der Einlass dann wirklich losgeht, ist die Schlange geschätzte 200 Meter lang und verschwindet hinter der Kurve. Dann geht ein Ruck durch die Menge und wir gehen rein.

Die Stimmung ist gut und locker, Support Act Mat McHugh trägt seinen Teil dazu bei und dann geht es los. Jeremy Loops und die Band rocken für rund zwei Stunden das LKA Longhorn. Die Musik auf Platte zu hören, war schon geil, aber live strahlt die Band eine krasse Energie aus, baut eine Verbindung zum Publikum auf, Jeremy erzählt Geschichten und es macht so viel Spaß, dort zu sein. Alle tanzen und sind gut drauf und singen mit und als es vorbei ist, bleibt die Stimmung.

Am Tag drauf ist die Stimme rau, aber sobald hier Jeremy Loops läuft, tanzen wir durch die Wohnung. Großer Tipp also: Hört euch Jeremy Loops an. Die Deutschlandtour ist vorbei, aber wenn ihr mal die Chance habt, versucht, ihn live zu sehen.

 

 

Konzert: Florian Ostertag & Nasim auf Gartentour

Florian Ostertag und Nasim in den Weinbergen über Stuttgart.

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Schon vor Wochen hatte ein Freund uns angesprochen und gefragt, ob wir Lust haben auf Florian Ostertag und Nasim, sie spielen irgendwo in einem Garten in Stuttgart, Teilnahme nur mit Anmeldung.

Ich kenne kaum Lieder der beiden, aber hej, wieso nicht? Dann ist es gestern soweit. Aber es regnet nicht nur, es schüttet. So sehr, dass wir die Aufnahmen für #incommunicado unterbrechen müssen, weil der Regen so laut ist. Nach Stunden im Studio bin ich auch nicht so motiviert, irgendwo ein Konzert zweier Musiker zu sehen, die ich kaum kenne, und ohne ein Dach über dem Kopf. Meine Begleiter aber sind motiviert genug, um mich mitzuziehen. Glücklicherweise.

Die Location stellt sich als die Bühne über Stuttgart heraus, ein Garten mit Natürbühne und Platz für etwa 100 Gäste. Wir sitzen mit Decken, holen und bezahlen Getränke auf Vertrauensbasis und beobachten Florian und Nasim, wie sie vor uns den Soundcheck machen. Langsam füllen sich die Reihen und obwohl wir uns nicht kennen, sind wir alle Teil dieser kleinen Veranstaltung, Teil einer exklusiven Gruppe. Und dann geht es los.

Florian und Nasim sind sympathisch, wissen, wie sie ihre Geschichten erzählen müssen. Sie sind nah und persönlich. Und sie machen gute Musik. Es ist egal, ob ich sie davor kenne. Sie setzt sich im Ohr und Herz fest und alle sind gut drauf.

Es ist ein großartiger Abend. In Decken eingemümmelt hören wir gute Musik und haben Stuttgart im Hintergrund. Sie singen auf Deutsch und Englisch und auf der Bühne stehen nicht nur Gitarren, ein Piano und ein Akkordeon, sondern auch ein alter Fernseher, ein Tonbandgerät und eine Schreibmaschine. Die beiden machen mit allem Musik, die sich trotz aller Elektronik handgemacht anfühlt.

Natürlich ist es viel zu schnell vorbei. Dann laufen die letzten Lieder und als der Hut rumgeht, bemerken wir, dass Philipp Poisel in der letzten Reihe sitzt, so dass man ihn kaum bemerkt. Florian war mit ihm auf Tour und jetzt kommt er vorbei, um sich ein gutes Konzert anzusehen und eine großartige Zeit zu haben. Genau wie wir.

Noch knapp eine Woche touren sie durch Deutschlands Gärten.  Wie gesagt, ihr braucht die beiden nicht kennen. Schaut sie euch einfach an. Es lohnt sich, versprochen.

Bericht: Lesung von Thees Uhlmann am 23.3. im Wizemann in Stuttgart

Bis letzten Sonntag war ich auf der Buchmesse in Leipzig (Bericht folgt) und Markus Naegele, Verlagsleiter von Heyne Core, erzählte im Interview mit Wolfgang Tischer vom Literaturcafé.de Lesungen sollten Rock’n’Roll sein.

Gestern sitze ich in der ersten Reihe bei Lesung von Thees Uhlmann mit seinem ersten Roman Sophia, der Tod und ich und er macht genau das. Klar, Uhlmann ist seit mehr als 20 Jahren mit seiner Band Tomte und solo als Musiker unterwegs und diese Bühnenerfahrung merkt man ihm an. Mit seiner leichten Out-of-Bed-Frisur, dem Weinglas und seinem abgegriffenem Leseexemplar seines Buches kommt er auf die Bühne im Wizemann, in deren Mitte nur ein kleiner schwarzer Tisch und das Mikro stehen.

Mein Gott ist eine Frau mit einem unglaublich kurzem Rock, die an der Bar sitzt und sich betrinkt und sagt, es gibt keinen Gott.

Thees Uhlmann

Er wartet ab, bis das Publikum den ersten Applaus abebben lässt und erzählt angesichts der Ereignisse in Brüssel am gestrigen Tag, dass er eigentlich ein unpolitischer Künstler ist, aber trotzdem etwas über seinen Gott loswerden will. Dann beginnt er mit dem eigentlichen Abend.

Sind wir ehrlich, wir kommen nicht auf eine Lesung, weil wir das Buch vorgelesen bekommen wollen. Dafür könnten wir uns auch das Hörbuch holen. Wir wollen eine Show erleben, Anekdoten hören und eine gemeinsame Erinnerung schaffen. Uhlmann ist Profi drin.
Die Lesepassagen behandelt er wie Songs, er liest das Buch nicht vor, er performt es. Er überspitzt die Figuren und die Stimmen, macht Sachen, die man als Sprecher nie machen würde, aber Thees auf der Bühne lebt das einfach und es macht unglaublich Spaß, ihm zuzusehen.
Zwischen den Lesestücken erzählt er. Kleine Geschichten, die ihm scheinbar spontan einfallen, aber auch, wie es überhaupt zu dem Buch gekommen ist und wie die gesamte Lesetour war. Stuttgart ist nämlich Abschluss einer wochenlangen Lesereise und Uhlmann lässt es extra krachen.

Insgesamt performt Uhlmann rund zweieinhalb Stunden mit einer kleinen Pause dazwischen, erzählt, liest, trinkt und hat Spaß. Im Laufe der Zeit wird immer klarer, wie professionell Uhlmann ist. Er weiß, wie er die Geschichten erzählen muss und er baut einen Bogen über den ganzen Abend und natürlich wurde keine Geschichte einfach so erzählt. Am Ende führen alle Fäden zusammen, was die Show umso größer macht. Gleichzeitig ist Uhlmann das beste Beispiel eines 12-jährigen im Körper eines knapp 42-jährigen. Er ist ein Lausbub, er freut sich, wenn wir uns freuen und er reagiert geil auf das Publikum.

Aber in wenigen Momenten überspannt er den Bogen. Nach der Pause kommt er mit der ganzen Weinflasche auf die Bühne und leert sie fast provokativ. Ich habe, wenn überhaupt, ein distanziertes Verhältnis zu Alkohol, aber wenn jemand trinken will, darf er das gerne tun. Problematisch wird es, wenn Menschen sich für ihr Verhalten verteidigen.

Als Uhlmann sich gerade wieder kräftig einschenkt, sieht er ins Publikum und blafft uns an, „bei Bukowski habt ihrs doch auch gefeiert!“ Ähnlich gab es Momente, in denen er seine Ausschweifungen verteidigt. Wir sitzen da und haben alle Spaß, wenn Thees Uhlmann auf der Bühne Spaß hat, aber in dem Moment, in dem er sagt, „vielleicht sabbel ich gerade ein bisschen viel, aber ich mache das heute Abend nur für mich!“, wird uns als Publikum eine Bewertung, eine Abwertung ihm gegenüber aufgedrückt, die wir davor nicht gehabt haben müssen.

Wie ähnlich der Abend einem Konzert ist, wird am Ende nochmal klar, weil sich keiner wundert, warum Thees Uhlmann keine Fragen beantwortet hat, sondern wir traurig waren, dass es keine Zugabe gab.

Thees Uhlmann macht aus einer Lesung eine Ein-Mann-Performance, einen geilen Abend, bei dem er in manchen Momenten leider ein wenig überdreht. Aber vielleicht gehört das auch zu einem geilen Abend.

PS: Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber ich ahne, dass das Hörbuch in diesem Fall die bessere Wahl ist, weil Thees Uhlmann das Werk durch seine Leseperformance um ein wichtige Ebene erweitert. Aber entscheidet selbst.

Sophia, der Tod und ich von Thees Uhlmann erschien bei KiWi, das Hörbuch  erschien bei Grand Hotel van Cleef. Danke an Chimperator Live für die Gästeliste. 

Max Herre auf dem Schloßplatz – ein Abend in 6 Szenen

1. Unterwegs

Ich schrieb Daniel, heute Abend spielt Max Herre kostenlos auf dem Schlossplatz, wollen wir gemeinsam hingehen? Auf dem Weg zum Eis holen hole ich das Telefon aus der Tasche, um zu sehen, ob er geantwortet hat. Genau in diesem Moment ruft er an!

2. Ein Konzert betrachten

Nach einer Zusage, einer Absage und einer erneuten Zusage stehen wir, die Bäuche voll mit Eis und die Finger kalt, kurz hinter dem ersten Brecher auf dem Schlossplatz. Es ist gerade so kalt, dass es unangenehm ist – wir wollten eigentlich nur kurz Eis holen und sind nicht angezogen für ein stundenlanges herumstehen – aber nicht kalt genug, als das wir nach Hause gehen würden wollen. Viel zu viel später beginnt das Konzert. Ich stehe da, Daniel neben mir, Chantal vor mir in meinen Armen. Sie sieht nur Köpfe von hinten und ich sehe mir nicht Max Herre an, sondern ein Konzert von Max Herre. Abgeschnitten durch einen Zaun und viel zu wenig Menschen im vorderen Bereich kommt nicht wirklich das Gefühl eines Konzertabends auf. Um uns herum gibt es auch höchstens ein wenig Kopfnicken, wenn überhaupt. Und direkt neben mir steht dieser Mann, der mindestens mein Vater sein kann. Was hat er hier zu suchen?

3. Tratschweiber

Im Laufe des Abends lichten und ordnen sich die Reihen, Chantal sieht genau zwischen zwei Mädels hindurch auf die Bühne. Diese beiden dagegen sehen sich an und plappern und gackern so laut, dass es zwar nicht verständlich, aber extrem störend ist. Dann beugt sich Chantal nach vorne und sagt:

„Voll dumm, die Musik ist so laut, ich verstehe gar nicht, was ihr erzählt!“

Die beiden sehen sie verständnislos an, dann reden sie weiter. Also spricht Chantal Klartext. Aber da treffen zwei Welten aufeinander. Die eine, die ein Konzert genießen will. Und die andere, die begeistert ein Foto von sich auf dem Konzert bei Facebook postet, aber selbst nichts von dem Moment mitbekommt.

4. A.N.N.A.

Die Weiber sind zwar noch da, aber jetzt kommen sie nicht mehr gegen die begeisterte Menge an. Daniel neben mir flippt aus und selbst der Mann neben mir grölt mit erhobener Hand den Refrain mit. Wow!

5. You are so beautiful

Im hinteren Drittel des Konzertes stehen nur noch Menschen um uns herum, die Musik genießen können. Und es ist nicht so, dass wir jetzt Max Herre oft zu Hause anhören. Dieser Abend aber ist dennoch ein wunderschöner.

6. Coda

Nach dem Konzert noch mit guten Menschen essen und trinken und Worte wechseln und danach erschöpft und stinkend, aber zufrieden ins Bett fallen. Danke.

Was lernt man eigentlich als Sprechkünstler und Kommunikationspädagoge?

Schon seit Wochen lang hier ein halbfertiger Artikel über meinen Studiengang „Sprechkunst und Kommunikationspädagogik“ in Stuttgart, irgendwie kam ich nie dazu, ihn fertig zu machen. Aber angetriggert durch den Artikel über den Medienmanagerstudiengang bei Melanie hab ich ihn jetzt fertig gemacht und erachte ihn als wichtig genug für eine eigene Unterseite. Viel Spaß. Und bei Fragen oder Anmerkungen, ich freue mich darauf.

Morgen geht’s los! Kunst im Club 2013!

Ab morgen 15 Uhr läuft im Zollamt in Stuttgart das Kunst im Club Festival. Ein Wochenende voller Musik und Kunst und Essen, unter anderem mit mir und meiner Straßenpoesie. Ich habe meine Schreibmaschine dort und tippe jedem Postkarten, der vorbeikommt.

Also, kommt vorbei!

Straßenpoesie beim Kunst im Club-Festival in Stuttgart

Yeai, schon viel zu lange saß ich nicht mehr an der Hermes Baby und habe Geschichten geschrieben. Ich habe hier noch einige Karten, die noch geschrieben werden müssen. Umso schöner die folgende Ankündigung: Ich werde bei Kunst im Club dabei sein und dort einen Tisch für meine Straßenpoesie haben! Auf der zugehören Kunst im Club-Seite habe ich meinen eigenen Eintrag, dort findet man auch all die anderen Künstler, welche an diesem Wochenende im Zollamt Stuttgart zu sehen sein werden.

Ich wollte schon immer auf einem Festivalplakat stehen. So, jetzt macht Werbung für das Festival, klickt euch auf facebook und natürlich: Kommt vorbei!

Zu vermieten: schöne 3-Zimmer-Wohnung mit guter Anbindung nach Stuttgart!

Den gleichen Text plus Bilder plus mehr Infos gibt’s auch auf WG-Gesucht:

Hallo!
Zu vermieten ist eine Dachgeschosswohnung im ruhigen Fellbach. Sie hat drei Zimmer, eine Küche, ein Bad und einen Flur, verteilt auf 63 Quadratmeter. Die Wohnung wurde vor knapp acht Jahren renoviert, deshalb verfügt sie über ein modernes, weißes Bad mit Dusche, neue Fenster und eine neue Gaszentralheizung mit Heizkörpern in jedem Raum. Auch die Türen – sowohl Wohnungstür, als auch Zimmertüren – sind neu.
Die Küche und das Bad sind gefliest, in einem Raum ist blauer Teppich verlegt, die anderen beiden Räume und der Flur sind mit PVC in Laminatoptik.
Die Küche haben wir damals samt Kühlschrank und Herd übernommen und dann durch eine weitere Arbeitsplatte und eine Spülmaschine erweitert. Gegen Vereinbarung kann die Spülmaschine übernommen werden. Der Rest bleibt auf jeden Fall in der Wohnung. Zusätzlich verfügt die Küche über viel Aufbewahrungsraum.
Ansonsten gehören ein Kellerraum und sowohl ein Anschluss für Trockner, als auch für die Waschmaschine im Waschkeller zur Wohnung.

Die Wohnung liegt in unmittelbarer Nähe zum Kappelberg und dennoch mit perfekter Verkehrsanbindung. Es ist sehr ruhig, da die Wohnung in einer Sackgasse liegt. Die Natur ist in wenigen Minuten zu erreichen.
Innerhalb von 10 Minuten ist man an der U-Bahnhaltestelle Lutherkirche. Mit der U1 ist man in 20 Minuten in Stuttgart in der Stadtmitte. Bis nach Bad Cannstatt sind es nur 10 Minuten. Die Ausfahrt Fellbach-Süd auf die B14 Richtung Stuttgart / Waiblingen ist in zwei Minuten zu erreichen, damit kommt man auch mit dem Auto schnellstmöglich nach Stuttgart und noch viel weiter. Für jemanden, der ein paar Minuten mehr Fahrtzeit gerne aus sich nimmt, ist das die perfekte Alternative zu einer Wohnung in Stuttgart.
Discounter (Norma), Apotheke und Bank sind in sieben Minuten erreichbar, zu Rewe, Kaufland, Lidl, DM und Aldi braucht man mit dem Auto 5 Minuten.
Das Haus hat drei Wohnungen, die zu vermietende liegt im Dachgeschoss. Hier besteht eine sehr ruhige und angenehme Nachbarschaft.

Interessenten sollten weder Raucher sein, noch Haustiere besitzen. Und je länger ihr vorhabt, hier zu leben, desto besser. Wenn ihr Interesse habt, meldet euch bitte per Mail und schreibt ein bisschen was über euch. Wir melden uns auf jeden Fall zurück, bitte nicht böse sein, wenn das aber ein bisschen dauert. Falls ihr noch fragen habt, fragt!

 

Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen. Die Hier Lies! Party.

Am 24. November 2012 veröffentliche ich als Indie-Autor ohne Verlag meinen ersten Roman „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen.“ Diese Serie berichtet von der Reise vom Text in meinem Rechner bis zum fertigen Buch in euren Händen.

Und noch eine Unterbrechung der Serie für eine wichtige Durchsage:

Am 24.11.  also wird der Roman „Das Leben ist ein Erdbeben und ich stehe neben dem Türrahmen“ von mir, Fabian Neidhardt, veröffentlicht. So als Indie Autor ohne Verlag, dafür mit unglaublich viel Liebe und Herzblut. Das wollen wir feiern mit einer Hier lies! Party.

Gefeiert wird im Set der Filmgalerie 451 in Stuttgart. Los geht’s um 20 Uhr. Wahrscheinlich. Wir lesen ein bisschen aus dem Roman, ich werde ein paar Exemplare dabei haben, und wir haben eine gute Zeit gemeinsam.

Eintritt ist frei, aber das Set freut sich über jeden Drink, den ihr zu euch nehmt.

Weitere Infos zum Programm folgen. Ideen dafür sind gern gesehen.

Ich freue mich auf euch!

Fabian.

Poetry: Slam in der Rosenau Stuttgart am Sonntag

Es scheint noch keine offizielle Ankündigung geben, – die Poetry Slam Stuttgart Seite ist down –  deshalb hier ein paar Infos. Es wird eh voll und ausverkauft, aber vielleicht wollt ihr ja dennoch dabei sein:

Sonntag, der 07.10.12
Poetry Slam in der Rosenau Stuttgart
Einlass: 18:00 Beginn: 20:00

Es wird wieder eine lustige Runde an alten Freunden und tollen, neuen Menschen, diesmal dabei:
Goldschläger, Josefine Bergholm, Kaleb Erdmann, Marvin Suckut, Ysmin Hafedh, Tobias Gralke, Lyrenbold und ich. Und als Special Guest Tobias Hoffmann. Die Moderation übernimmt Jan Siegert. Cool!

Ich freu‘ mich auf euch!

Poetry: Slam am Freitag in Marbach, am Samstag in Stuttgart und Esslingen

Da kommt ein volles Wochenende.

Freitag geht es nach Marbach, in die Schillerstadt. Nebenbei, dort steht das Literaturmuseum der Moderne, ein Museum voller Liebe für das geschriebene Wort. Zurück zum Thema, Freitag steigt dort der erste Poetry Slam der Stadt. Unter freiem Himmel. Auf dem Burghof. Die Liste der antretenden Slammer ist wie ein tolles Wiedersehen unter Freunden:

Moderiert wird der Open Air Slam von Alexander Willrich und Hanz. Als Slammer treten bis jetzt an: Marvin Suckut (Konstanz), WortArtiG (Malsch), Christoph Krause (Tübingen), Herr Taschenbier (Heidenheim), Fabian Neidhardt (Fellbach) und Beretta (Moers). Auch Tobias Kunze (Hannover), zurzeit einer der bekanntesten deutschen Slammer, wird mit dabei sein.

In Kurz:

Poetry Slam in Marbach am Neckar, Burghof.
Freitag, 20.07.12 Einlass 1900, Beginn 2000
Eintritt 5 / 4 Euro.

Samstag Nachmittag um 14:30 werde ich auf dem Marienplatzfest in Stuttgart sein. Dies ist das ganze Wochenende, Samstag gibt es zwischen der guten Musik ein bisschen Poesie, unter anderem auch von Nikita Gorbunov, Simon K. und Jonas Bolle. Soweit ich weiß, der Eintritt ist frei.

Samstag Abend steigt der Open Air Slam Esslingen am dortigen Stadtstrand, unter anderem mit Bench, Robin Mesarosch, Marvin Suckut und der wunderbaren Kathi Mock. 20 Uhr geht’s los. Eintritt ist frei.

Wow, viele Worte werden wieder Wege zu euren Ohren finden. Ich freu mich drauf 😉

 

Komparsen für Kurzfilm gesucht.

Franziska und Esther sind die beiden Mädels, die damals den Kurzfilm „Bahn-Seminar“ aus meiner Kurzgeschichte gemacht haben, der ja damals für den Filmpreis 2011 nominiert war. Damals hab ich die beiden kennengelernt und lieb gewonnen.

Und eben diese beiden machen nun einen neuen Film und suchen dafür noch Komparsen. Ich zitiere:

Liebe Freunde,

nach längerer Vorbereitung kommt unser Filmprojekt „Die Masken, die wir tragen“ endlich in die heiße Phase — die Dreharbeiten beginnen.

Der Kurzfilm beschäftigt sich mit der Suche nach der eigenen Identität und mit der Frage, wie eine bewusst inszinierte Außenwirkung – eine falsche Identität – die Gefühle und Gedanken anderer Menschen beeinflussen und gar manipulieren kann … sogar die Liebe.

Die Schlüsselszene unserer Geschichte spielt in einer Disco und was wäre eine Party, ohne tanzende Meute?
Daher suchen wir engagierte und interessierte Statisten, die am Samstag den 9. Juni einen ganzen Tag Zeit und Lust haben, uns in ihrer Komparsenrolle zu unterstützen.

Ihr seid die Partypeople: mal auf der Tanzfläche, mal an der Bar — wo ihr eben in der zu drehenden Szene eine gute Figur abgebt. 🙂
Ein paar Worte zum Dresscode: Es ist eine laue Sommernacht und ihr macht die Nacht zum Tag! Also ist trendiger Disco-Look angesagt.

Für ausreichend Nervennahrung & Erfrischungsgetränke während des Drehs ist natürlich gesorgt.

Wir freuen uns auf euch und auf einen spannenden und erfolgreichen Drehtag!

Liebe Grüße,
Esther und Franziska

Ich bin dabei und hüpfe mit rum. Wenn ihr mitmachen wollte, meldet euch bei Franziska per mail oder Telefon:  0160/93720066

Zusammengefasst:

Samstag, 9. Juni 10:00 Uhr – 18:00 Uhr

Partykeller in Ludwigsburg, Schorndorfer Str. 31

Wir freuen uns!

Poetry: Slam auf der Couch heute Abend im Club Zentral Stuttgart und am Samstag der 50. Goldstadt Poetry Slam im Kupferdächle Pforzheim.

Es steht schon alles in der Überschrift. Heute geht’s spontan zu Nikita. Heute ist auch noch Poetry Slam in den Straßenbahnwelten in Stuttgart, also wird das wieder eine kleine familiäre Gruppe, zu der ihr alle eingeladen seid.

Der Slam auf der Couch, Stuttgarts kleiner, gemütlicher, hochvergnüglicher Poetry-Slam, lädt wieder ein:

Donnerstag, 24.05. im Club Zentral. Beginn 20 Uhr, Einlass 19:15 Uhr

Diesmal unter anderen mit:
Alica aus dem Wunderland (aus Halle)
Jenny & Lena (Ditzingen)
Philipp Multhaupt (Tübingen)
Bench (Freiburg)
Paul (Stuttgart)

Und mit einem musikalischen Gast, der hübsch aussieht und im theater arbeitet
Und mit Spielen & Interviews
Und mit der Moderation von Nikita
Echt classy.

Da brauch ich ja nichts weiter zu sagen. Ich bin dabei und freu mich auf euch. Dann geht’s gleich weiter, denn mitten im Gute Töne Festival steigt der 50. Pforzheimer Poetry Slam.  Und da ich zwar nicht durchgehend, aber seit dem ersten dabei bin, ich auch diesmal dabei. Sonst kommen noch: Böni (Pforzheim), Sylvie le Bonheur (Mannheim), Harry Kienzler (Tübingen), Marvin Suckut (Konstanz), Tobias Gralke (Freiburg), Johannes Franzen (Freiburg), WortArtiG (Malsch), Phil Lorenz (Stuttgart) und Indiana Jonas (Landau).

Wird eine lustige Runde unter Freunden. Und es gib’t spezielle Gäste und und und und und. Samstag 20 Uhr im Kupferdächle Pforzheim.