Buch: Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky

Der erste Satz aus Das also ist mein Leben:

Lieber Freund,
ich schreibe Dir, weil sie meinte, dass Du zuhörst und verstehst und nicht versucht hast, auf dieser Party mit einer bestimmten Person zu schlafen, obwohl Du das gekonnt hättest.

Nachdem ich den andersnamigen aber dennoch zum Roman gehörendem Film gesehen hatte, wollte ich das Buch lesen. Getan! Und meine damaligen Hoffnungen haben sich erfüllt. Die Story ist die gleiche:

Charlie kommt auf die Highschool. Und Charlie ist die Art Mensch, die sich eher durch die Highschool kämpfen müssen, als sie genießen zu können. Aber Charlie kämpft sich eh schon durch sein Leben, hat doch sein bester Freund im letzten Jahr Selbstmord begangen. Charlie hat Glück, er lernt die Stiefgeschwister Sam und Patrick kennen. Die beiden nehmen ihn unter die Fittiche und bringen ihm dem echten Leben näher. In all seinen Einzelheiten, wie der guten Musik, den Drogen und natürlich diesem Ding namens Liebe. Und Charlie merkt, dass der Kampf durch das Leben nicht wirklich leichter wird.

Charlie ist ja 15. also ein Jahr älter als meine Schwester. Und ich bin 12 Jahre älter als diese. Besonders am Anfang liest sich das Buch auch wirklich wie die Beschreibungen eines kleinen Jungen. Aber im Laufe des Buches entwickelt man so etwas wie eine Meta-Ebene. Und bemerkt, dass es zwar die Worte eines fünzehnjährigen sind. Die Wahrheiten darunter aber zumindest zehn Jahre später immer noch genauso gültig sind. Das Buch liest sich schnell und gut. Es macht Spaß. Wirft Fragen auf, bestätigt in manchen Einstellungen und hinterlässt nach dem Lesen ein gutes Gefühl. Das also ist mein Leben ist ein Buch über das Erwachsenwerden, um die Liebe und so generell über das Leben. Und wenn man davor den Film sieht – der unter dem Namen „Vielleicht lieber morgen“ läuft – dann passen die Charaktere sehr gut rein.

Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky erschien bei Heyne und wurde übersetzt Oliver Plaschka.

Film: Vielleicht lieber morgen

Samstag hatte ich das Glück, „Vielleicht lieber morgen“ in der Preview zu sehen, bevor er am kommenden Donnerstag offiziell anläuft. Da aber alle Welt dann über den neuen James Bond schreiben wird, kann ich ein bisschen über diesen schreiben. Mir ist das Buch zum Film – sowohl als englisch, als auch auf deutsch – schon in der Buchhandlung aufgefallen und war deshalb umso erfreuter, den Film zu sehen.

Zum Inhalt:

Charlie kommt auf die Highschool. Und Charlie ist die Art Mensch, die sich eher durch die Highschool kämpfen müssen, als sie genießen zu können. Aber Charlie kämpft sich eh schon durch sein Leben, hat doch sein bester Freund im letzten Jahr Selbstmord begangen. Charlie hat Glück, er lernt die Stiefgeschwister Sam und Patrick kennen. Die beiden nehmen ihn unter die Fittiche und bringen ihm dem echten Leben näher. In all seinen Einzelheiten, wie der guten Musik, den Drogen und natürlich diesem Ding namens Liebe. Und Charlie merkt, dass der Kampf durch das Leben nicht wirklich leichter wird.

Ich habe das Buch nicht gelesen. Das kann man mir anlasten, aber ich glaube, damit gehöre ich zum größten Teil der Leute, die den Film sehen werden. Einerseits ist der Film ein typischer Teeniefilm mit all seinen Vor- und Nachteilen. Andererseits ist der Film in den 90ern angesiedelt, mit all der guten Musik der Jahrzehnte zuvor und ohne modernen Schnickschnack wie Facebook und Smartphones. Und dann sind da noch die echt guten Schauspieler. Ich mag Emma Watson in diesem Film sehr.

Für mich leidet der Film sehr darunter, dass er zu viel unterzubringen versucht. Sex, Drogen, psychische Probleme, sexuelle Belästigung und Homosexualität, nur um mal ein paar zu nennen. Ich kann mir gut vorstellen, dass im Buch alles besser zusammenpasst. Im Film wird viel zur angerissen und angedeutet, was das gesamte Machwerk wie all die Charaktere vage macht. Sehr schade.

Dazu kommt: Die offensichtliche Zielgruppe dieses Films – Teenies – kennt weder die Musik aus dem Film, noch die Art, zu leben. Sie kann den Film nicht verstehen! Oder wieviele 14 bis 16jährige kennen denn die Rocky Horror Picture Show?

Vielleicht lieber morgen ist ein schöner Film, der von seiner Zielgruppe erstmal erwischt werden muss. Und grundsätzlich hoffe ich, dass der Film, wenn man das Buch kennt, einfach nochmal um einiges besser funktioniert. Ab 1. November dann offiziell hoffentlich auch bei euch im Kino.

Achja und als  Beispiel echt schlechter deutscher Marketingarbeit: Vielleicht lieber morgen heißt im englischen „The perks of being a wallflower“ (auf deutsch etwa: „Die Vorzüge, ein Mauerblümchen zu sein“. Mal abgesehen davon, dass der Titel einfach viel schöner ist, die erste deutsche Buchausgabe kam unter dem Titel „Vielleicht lieber morgen“ heraus. Das war 1999. 2011 wird das Buch neu veröffentlicht unter dem Titel „Das also ist mein Leben“. 2012 kommt der Film raus und nutzt den Titel von vor 13 Jahren. Wenn da nicht gerade der Aufkleber auf dem Buch drauf ist, wie bitte soll man dann herausfinden, dass das zusammengehört? Selbst die Filmhomepage kommt damit nicht ganz klar:

VIELLEICHT LIEBER MORGEN ist die Verfilmung des gleichnamigen Briefromans, der hierzulande auch unter dem Titel „Das also ist mein Leben“ bekannt ist.

Ein echt verquerer Satz. Ich würde gern wissen, wer für all die verschiedenen Namen verantwortlich ist. Soviel zur deutschen Marketingarbeit und zu „Vielleicht lieber morgen“ für heute. Viel Spaß beim ansehen wünsche ich!

PS: Es kommen Schreibmaschinen vor.