Was übrig bleibt: „[…] aber ein Freund zeigte mir neulich einen ganz wunderbaren Ort, das Augusteum. Kaiser…“

“[…] aber ein Freund zeigte mir neulich einen ganz wunderbaren Ort, das Augusteum. Kaiser Augustus ließ es für seine sterblichen Überreste erbauen. Die Barbaren haben es zerstört, mitsamt allem anderen. Augustus, der erste große römische Kaiser. Wie hätte er sich vorstellen können, dass Rom, für ihn die ganze Welt, eines Tages in trümmern liegen würde?
Es ist einer der stillsten und einsamsten Orte Roms.
Die Stadt wuchs durch die Jahrhunderte um das Augusteum herum. Es erscheint einem wie eine kostbare Wunde. Wie Liebeskummer, an dem man festhalten will, weil er so angenehm schmerzt.
Wir alle wollen, dass immer alles so bleibt wie es ist. Wir nehmen es hin unglücklich zu sein aus Angst vor Veränderung. Aus Angst, alles könnte einstürzen. Und dann sah ich mich dort um. Sah die Spuren des Chaos, die es erlitten hatte. Wie es umfunktioniert wurde, verbrannt und geplündert und danach einen Weg fand wieder neu zu entstehen.
Und da war ich beruhigt. Vielleicht war mein leben gar nicht so chaotisch. Vielleicht ist es nur die Welt. Und die einzig wahre Falle ist, sich an irgendwas zu klammern.
Zerstörung ist ein Geschenk. Zerstörung ist der Weg zum Wandel.”

Eat Pray Love – Elizabeth Gilbert
Originalpost auf „was übrig bleibt“ http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/71850617373

Was übrig bleibt: „(…) und dann ging mir ‘Ich’ verloren, und mein Schweigen war komplett. Ich begann,…“

“(…) und dann ging mir ‘Ich’ verloren, und mein Schweigen war komplett. Ich begann, Bücher mit leeren Seiten mit mir herumzutragen, so wie dieses, und ich füllte sie mit allem, was ich nicht sagen konnte, so fing es an, wenn ich beim Bäcker zwei Brötchen kaufen wollte, schrieb ich auf die nächste leere Seite: ‘Zwei Brötchen, bitte’ und zeigte sie ihm, und wenn ich Hilfe brauchte, schrieb ich: ‘Hilfe’, und wenn ich über etwas lachen musste, schrieb ich ‘Ha, ha, ha!’ und statt unter der Dusche zu singen, schrieb ich die Texte meiner Lieblingslieder auf, die Tinte färbte das Wasser blau oder rot oder grün, und die Musik lief mir an den Beinen hinunter (…)”

Extrem laut und unglaublich nah – Jonathan Safran Foer
Originalpost auf „was übrig bleibt“ http://wasuebrigbleibt.tumblr.com/post/68691571623

Was übrig bleibt: „Terry dachte an das, was Ray Davies neulich mal gesagt hatte: dass er sich jedes Mal das Herz aus…“

“Terry dachte an das, was Ray Davies neulich mal gesagt hatte: dass er sich jedes Mal das Herz aus dem Leib heulen könnte, wenn er die Plattensammlung von jemandem sah – so bewegend war es, den ganz persönlichen Soundtrack eines Menschen vor sich ausgebreitet zu sehen, nackt, offen, mit den Jahren verblasst. Wer wollte, konnte in den zerkratzten Vinylscheiben und den zerknickten Plattenhüllen alles sehen, es war alles da: all die persönlichen Hoffnungen und Sehnsüchte, das ganze private Universum, alles war bloßgelegt was ein junges Herz wünschte oder brauchte oder sich ersehnte.”

Als wir unsterblich waren – Tony Parsons
Originalpost auf „was übrig bleibt