Nicht falsch verstehen, ich habe kein Problem mit Schülern oder Pendlern, wenn ich in der U-Bahn sitze, schlummert der Großteil der Nation noch. Oder putzt sich mit verklebten Augen die Zähne. Oder steht radiohörend in der Küche und schlürft den ersten Kaffee. Tatsächlich sind es nur eine Dame, die morgens bei klirrender Kälte mit mir in die Bahn steigt. Aber da gibt es ein Geheimnis: In der U-Bahn gibt es einen Platz, unter dem die heiße Luft heraus kommt. Einen einzigen. Zumindest habe ich die anderen noch nicht gefunden. An dem Mittwoch, als ich sie zum ersten Mal traf, dachte ich nichts böses. Ich wartete neben ihr, stieg ein, ging auf meinen Platz zu und musste fassungslos ansehen, wie sie sich auf ebendiesen, unsichtbar von mir markierten, Platz setzte. Ich saß also hinter ihr und starrte sie an. Und seitdem tragen wir ihn aus, den täglichen Kampf um den Sitzplatz. Viele Faktoren spielen mit: Wer ist als erstes an der Station, wann kommt die Bahn, wer steht näher an der sich öffnenden Tür?

Wir sprechen nicht darüber. Ich weiß nichtmal, ob sie merkt, um was es hier geht. Um die paar Minuten, die man mit warmen Beinen geniessen kann, bevor es wieder raus in die Minusgrade geht. Ich glaube schon, dass sie unseren Kampf bemerkt hat. So fühlt es sich an. Sie weiß es. Ich weiß es. Wir wissen es. Aber wir brauchen nicht darüber sprechen. Mokita. Der derzeitige Stand: 3:2 – für mich 😉

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