Müde und abgekämpft sitzt man im Zug, meist im Fahrradabteil, denn dort hat man mit dem Rucksack am besten Platz. Egal, von welchem Festival man kommt, man hat auf jeden Fall besseres zu tun gehabt, als zu schlafen, so hängt man also erschöpft im Sitz, ist aufgrund seiner Unachtsamkeit fast schon unhöflich anderen gegenüber, wenn sie vorbeimüssen und es eng wird.

Je nachdem, von welchem Festival man kommt, hat man vielleicht schon ein paar Tage nicht geduscht. Man riecht vielleicht noch nicht, aber die Haare starren schon ein bisschen. Die Kleider sind schon ein bisschen länger am Körper, vielleicht dreckiger, auf jeden Fall aber lockerer oder auch schnodderiger.

All die anderen Gäste im Zug, die Schüler mit ihren Rucksäcken, die Anzugmänner mit ihren Aktenkoffern und die älteren Menschen mit ihren Einkaufstaschen, schauen mehr oder weniger verstohlen rüber. Missbilligen dein Aussehen, deinen Platzverbrauch und deine Haltung. Denken sich ihren Teil über deinen Drogengebrauch, deine Zeitberschwendung und deine Lebensart.

Vielleicht erzählen sie zu hause sogar von dir. Aufgebracht, abweisend und aufgeregt. Aber irgendwo fühlen sie sich unwohl und gegen ihren Willen fasziniert von dir.

Denn trotz deines abgefuckten Aussehens und all der negativen Assozationen, welche du in ihnen weckst, strahlst du eine gewisse Zufriedenheit, welche Sie entweder noch nie oder schon seit langem nicht mehr gespürt haben. Diese innere Ausgeglichenheit, bei der du, obwohl du müde, hungrig und dreckig bist, nichts brauchst, weil du einfach glücklich bist.

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