Gisela Mayer ist Lehrerin an einer Schule im Süden Deutschlands. Und Gisela Mayer ist Mutter von Nina Mayer, der Referendarin, welche 2009 bei dem Amoklauf in Winnenden erschossen wurde. Mittlerweile ist Frau Mayer Pressesprecherin und im Vorstand im Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden. Und sie hat nach den Ereignissen 2009 ein Buch geschrieben.

Ihr Buch Die Kälte darf nicht siegen ist ein Plädoyer für Menschlichkeit und gegen Gewalt. Vieles davon ist nicht neu. Es geht darum, wie unsere Gesellschaft immer abgestumpfter wird gegen Sex und Gewalt. Wie Eltern immer verzweifelter werden, weil sie nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder erziehen sollen und wie Lehrer immer überforderter sind, weil ihnen mittlerweile mehr Aufgaben gegeben sind, als den Kindern und Jugendlichen ihr Lehrfach beizubringen.

Viele der Dinge, welche Frau Mayer in ihrem Buch anspricht sind richtig. Leider habe ich im Buch aber kaum Lösungswege gefunden, wie man das besser machen kann. Mir persönlich ist bewusst geworden, wie viel Glück ich in meiner eigenen Entwicklung habe und wie dankbar ich meinen Eltern sein kann. Denn sowohl meine Familie, als auch mein gesamtes Umfeld liegt in einer schönen, heilen Welt und nicht in dem Deutschland, welches Frau Mayer in ihrem Buch beschreibt. Das Buch ist nicht schlecht, aber die durch den Untertitel „Was Menschlichkeit gegen Gewalt bewirken kann“ suggerierten Lösungen habe ich nicht gefunden.

Wenn man Lehrer oder in irgendeiner Weise Pädagoge ist oder werden will, dann sollte man sich das Buch durchlesen und dann nochmal entscheiden, ob der Beruf Lehrer vielleicht doch nicht so einfach ist, wie man immer geglaubt hat. Jeder, der sich auch für das Thema interessiert, sollte dich auch durch die Seiten lesen. Und ich freue mich über jede Diskussion und jedes Nachdenken, welches daraus entsteht.

Was mich wirklich aufregt, ist die Werbepolitik von Ullstein. Es geht in dem Buch unter anderem um überforderte Eltern und überforderte Lehrer, die plötzlich die Kinder nicht nur unterrichten, sondern auch erziehen müssen. Und „müssen“ ist hier hervorgehoben. Ich glaube, kaum ein Lehrer übernimmt freiwillig auch noch die Aufgaben der Eltern. Nachdem man aber mit dem Buch durch ist, kommt eine Werbung für das Buch Eltern an die Macht: Warum wir es besser wissen als Lehrer, Erzieher und Psychologen. Unpassender kann man für verschiedene Bücher im eigenen Verlag nicht werben.

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