Am Donnerstag fand die Premiere des neuen Stücks von Sabine Wandelt-Voigt statt. Ich hatte damals bei dem Stück „Zwischenräume“ mitgemacht und es gerne wieder getan, aber leider keine zeit dazu.

Mut ³ ist eine Bühnenperformance die Slam Poetry und Lyrik verbindet und daraus ein 90 Minutenprogramm strickt. Und dieses wird definitiv besser als dieses internationale 90 Minutenprogramm der 22 Akteure, welches am gleichen Abend im Fernsehen und auf den Leinwänden der Gaststätten gezeigt wird!

Ich saß in der Premiere und es fuchste mich, nicht auf der Bühne sein zu können, weil es toll ist. Weil es Musik mit Worten macht. Mit Worten, mit dem Körper und mit Gitarre. Weil es ein Lächeln hinterlässt. Und da meine Erfahrung sagt, die zweite Aufführung ist die Beste, bin ich morgen Abend auch im Kupferdächle dabei. 20 Uhr geht’s los. Soweit ich weiß, ist der Eintritt kostenlos. Oder zumindest unglaublich niedrig. oder Spendenbasis. Irgendsowas. Kommt zahlreich!

Es folgt die offizielle Beschreibung:

„Ein Dichter braucht drei Arten von Mut:
– den Mut, er selbst zu sein
– den Mut, nichts umzulügen und die Dinge beim Namen
zu nennen
– den Mut, an die Anrufbarkeit des Anderen zu glauben.“

Hilde Domin

Woher nehmen wir den Mut
– trotz allem Zwang zur Individualität wir selbst zu sein?
– trotz aller Ohnmacht den entscheidenden Köpfen gegenüber,
trotz aller Fremdbestimmung über unsere Lebenszeit
die Welt wahrzunehmen,
unsere Um-welt,
unsere Natur,
trotz dem degenerierten „Puls der Zeit“
nach unserem eigenen Lebensrhythmus zu leben?

Und woher, bitte, nehmen wir trotz aller Verpflichtung zur Freiheit den Mut
– zu lieben?
– sich hinzugeben – ohne sich selbst aufzugeben?
– Fragen zu stellen – vielleicht ohne bereit zu sein für
die Antworten?

Wie haben sich zeitgenössische Autoren zu diesen Fragen geäußert? Welche Texte sind aus uns selbst heraus entstanden, die sich diese Fragen ebenfalls zum Gegenstand ihrer Überlegung gemacht haben?
Und welche Fragen sind – trotz allem scheinbaren Wandel der letzten 60 Jahre, immer noch die selben geblieben?

Was ist aus unserem Mut geworden?
Ratlosigkeit, die wir versucht haben mit „noch schneller!“, „noch komplizierter!“, „noch größer!“, „noch unübersichtlicher!“, „noch unabhängiger!“ zu beantworten.
Hat uns das weiter gebracht?
Weiter in Richtung Fortschritt – mag sein.
Weiter in Richtung Zukunft – bestimmt.
Weiter weg von uns selbst,
von der Menschlichkeit,
vom Mit-Fühlen – ganz sicher.

Welche Kraft liegt in Worten? Und wie können sie, (wenn nicht die Welt), so doch unsere eigene kleine beschränkte Lebenswelt verändern?

Mut ³ – Das ist unser Versuch Antworten zu finden.
Eine Bühnenperformance mit Worten, Schweigen, Liedern und ganz viel Gitarre.
Mit Texten von Hans Magnus Enzensberger, Günther Eich, Hilde Domin, Peter Härtling, José F. A. Oliver, Peter Schramm, Michael Ende, Helmut Heißenbüttel und von uns.

Weitere Aufführungstermine:
07.06. Kammermusiksaal der Hochschule für Musik
und Darstellende Kunst Stuttgart // Premiere!
21.06. Wilhelma Theater Stuttgart
30.06. Jugenkulturzentrum Kokolores in Künzelsau

Mitwirkende: Kamaldev J. Singh, Johanna Maria Zehendner, Lilian Mertz, Simon Kubat, Thilo Ruck, Susanne Alt.

Künstlerische Leitung: Sabine Wandelt-Voigt

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