Dies ist mein Januarbeitrag für die Hörbuch-Challenge 2013

Der erste Absatz aus Das hier ist Wasser:

Schwimmen zwei junge Fische des Weges und treffen zufällig einen älteren Fisch, der in die Gegenrichtung unterwegs ist. Er nicht ihnen zu und sagt: „Morgen Jungs, wie ist das Wasser?“ Die zwei jungen Fische schwimmen eine Weile weiter und schließlich wirft der eine dem anderen einen Blick zu und fragt: „Was zum Teufel ist Wasser?“

Ich habe von David Foster Wallace noch nichts gelesen, Unendlicher Spaß hat mich immer von der Länge her abgeschreckt. Und dann fand ich dieses Hörbuch und dachte, das ist ein guter Einstieg. Wallace wurde 2005 gebeten, vor den Absolventen des Kenyon College Ohio zu sprechen. Dies ist die Rede, die er hielt.

Das erklärt einige Eigenheiten des Hörbuches. Einerseits ist es mit 49 Minuten extrem kurz. Andererseits ist es aufgeteilt in zwei Teile, wobei der erste Teil eine Aufnahme der Originalrede auf Englisch, gesprochen von David Foster Wallace selbst, ist. Dann folgt die deutsche Übersetzung, gesprochen von David Nathan. Man hört also den Text zweimal. Einerseits auf Englisch mit jeder Emotion von Wallace und den ganzen Lachern vom Publikum. Und dann, als saubere Studioaufnahme die deutsche Fassung.

Ich bin nicht immer mit der Übersetzung zufrieden, aber es ist sehr gut, die Rede zweimal zu hören. So kann man viel mehr darüber nachdenken. Und genau dazu soll diese Ansprache ja anstiften. Es ist ein Vortrag über den Trott des Alltags und die Windungen in unserem Hirn und wie wir uns immer wieder selbst aus dem Schlamm ziehen müssen, um nicht dem oben genannten Trott zu unterliegen.

Das ganze ist insofern ein wenig makaber, da Wallace selbst sich drei Jahre später nach jahrzehntelangen Depressionen das Leben nimmt. Was seine Worte im Nachhinein nicht abschwächt. Sondern nur umso viel deutlicher meint, dass er es ernst meint, was er sagt. Und genau das hat mir beim Hören genau der Stellen, an denen die jungen Absolventen lachen, eine Gänsehaut besorgt.

David Nathan ist gut. Nachdem ich mehrere hundert Stunden schon mit seiner Stimme in den unterschiedlichen Geschichten von Stephen King spazieren war, muss ich immer wieder an King denken. Natürlich hat er gegen die Emotionen von Wallaces Livevortrag keine Chance, aber er bringt die deutsche Fassung in einem guten Ton und ohne zu viel Pathos rüber, was sie menschlich lässt und sehr nahe bringt.

Auch wenn das nur knapp eine Dreiviertelstunde Programm ist, der Inhalt hängt mir jetzt schon seit Tagen nach. Im positivem Sinn.

Das hier ist Wasser von David Foster Wallace erschien gedruckt bei KiWi, die Übersetzung stammt von Ulrich Blumenbach und wurde gesprochen von David Nathan.

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