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Max Herre auf dem Schloßplatz – ein Abend in 6 Szenen

1. Unterwegs

Ich schrieb Daniel, heute Abend spielt Max Herre kostenlos auf dem Schlossplatz, wollen wir gemeinsam hingehen? Auf dem Weg zum Eis holen hole ich das Telefon aus der Tasche, um zu sehen, ob er geantwortet hat. Genau in diesem Moment ruft er an!

2. Ein Konzert betrachten

Nach einer Zusage, einer Absage und einer erneuten Zusage stehen wir, die Bäuche voll mit Eis und die Finger kalt, kurz hinter dem ersten Brecher auf dem Schlossplatz. Es ist gerade so kalt, dass es unangenehm ist – wir wollten eigentlich nur kurz Eis holen und sind nicht angezogen für ein stundenlanges herumstehen – aber nicht kalt genug, als das wir nach Hause gehen würden wollen. Viel zu viel später beginnt das Konzert. Ich stehe da, Daniel neben mir, Chantal vor mir in meinen Armen. Sie sieht nur Köpfe von hinten und ich sehe mir nicht Max Herre an, sondern ein Konzert von Max Herre. Abgeschnitten durch einen Zaun und viel zu wenig Menschen im vorderen Bereich kommt nicht wirklich das Gefühl eines Konzertabends auf. Um uns herum gibt es auch höchstens ein wenig Kopfnicken, wenn überhaupt. Und direkt neben mir steht dieser Mann, der mindestens mein Vater sein kann. Was hat er hier zu suchen?

3. Tratschweiber

Im Laufe des Abends lichten und ordnen sich die Reihen, Chantal sieht genau zwischen zwei Mädels hindurch auf die Bühne. Diese beiden dagegen sehen sich an und plappern und gackern so laut, dass es zwar nicht verständlich, aber extrem störend ist. Dann beugt sich Chantal nach vorne und sagt:

„Voll dumm, die Musik ist so laut, ich verstehe gar nicht, was ihr erzählt!“

Die beiden sehen sie verständnislos an, dann reden sie weiter. Also spricht Chantal Klartext. Aber da treffen zwei Welten aufeinander. Die eine, die ein Konzert genießen will. Und die andere, die begeistert ein Foto von sich auf dem Konzert bei Facebook postet, aber selbst nichts von dem Moment mitbekommt.

4. A.N.N.A.

Die Weiber sind zwar noch da, aber jetzt kommen sie nicht mehr gegen die begeisterte Menge an. Daniel neben mir flippt aus und selbst der Mann neben mir grölt mit erhobener Hand den Refrain mit. Wow!

5. You are so beautiful

Im hinteren Drittel des Konzertes stehen nur noch Menschen um uns herum, die Musik genießen können. Und es ist nicht so, dass wir jetzt Max Herre oft zu Hause anhören. Dieser Abend aber ist dennoch ein wunderschöner.

6. Coda

Nach dem Konzert noch mit guten Menschen essen und trinken und Worte wechseln und danach erschöpft und stinkend, aber zufrieden ins Bett fallen. Danke.

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