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Straßenpoesie: Der letzte Moment

für Simon

Ich glaube, das große Problem war, dass wir ihn einfach verpasst haben. Es hätte so groß, so erinnerungswürdig, so merkwürdig im alten Sinn des Wortes sein können. Wir hatten nicht den perfekten, aber vollkommenen Abend mit anschließender Nacht erlebt. Wir hatten gelacht, geliebt, gefeiert, getanzt, geweint und gesungen. Wir hatten das große ungreifbare Ding namens Leben und Glück auf ein paar wenige Stunden eingekocht, komprimiert und verdichtet. Nur um dann zu merken, dass wir ihn verpasst hatten. Den letzten Moment.

Im Nachhinein war uns klar, wo er gewesen hätte sein müssen. Doch im Nachhinein ist alles immer viel klarer.

Jetzt aber waren wir nach dem letzten Moment. In der knacksenden Stimme, der Stille, wenn der letzte Ton der Musik endete und nur noch das Kratzen der Rille zu hören war.

Und jetzt, wo das Problem klar war, war die Frage, wie kamen wir da jetzt raus? Wie hört man auf, wenn das Ende hinter einem liegt?

Oder macht man ewig weiter? In einer endlosen Schleife wiederholter Erinnerung und Fehler, ohne Möglichkeit, daneben zu treten?

Ich denke, ich glaube, das große Problem ist, dass wir ihn verpassen. Immer und immer und immer und immer und immer und immer und immer und

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