Der erste Satz aus 1913:

Das ist der Monat, in dem sich Hitler und Stalin beim Spazierengehen im Schlosspark von Schönbrunn begegnen, Thomas Mann fast geoutet und Franz Kafka vor Liebe fast verrückt wird.

Florian Illies legt mit seinem Buch keinen Roman vor, sondern eine Sammlung und Verflechtung von Anekdoten und Geschichten vor, die sich im Jahr 1913 abspielen. Zeitlich geordnet und in Monate aufgeteilt erzählt er von all den Künstlern, die man kennt und kennen sollte, auf eine so lockere und heitere Art, als würde er Geschichten von Kumpels erzählen, in geselliger Runde. Manchmal ernsthaft, manchmal peinlich, aber immer menschlich.

Ich war begeistert von dem Buch. So viele schöne Geschichten und Worte und Kleinigkeiten, die auch ein wenig die überspitzte Ehrfurcht vor manchen Künstlern und Meistern nimmt. Weiter noch zeigen die Geschichten, dass viele große Künstler gar keine so großen Menschen waren. Toll.

Tatsächlich aber war dann nach etwa dem halben Jahr im August dann langsam die Luft raus. Natürlich, die Geschichten sind immer noch toll, aber irgendwann waren es dann auch genug. Und im Laufe des Buches kamen auch immer mehr Künstler zu, die ich bestenfalls vom Hören kannte. Und Geschichten über Fremde zu hören, ist nicht ganz so spannend. Deshalb musste ich mich trotz meiner anfänglichen Begeisterung in der zweiten Hälfte manchmal zum lesen zwingen. Dennoch, insgesamt ist 1913 eine tolle Sammlung schöner Geschichten, die aus Meistern wieder Menschen machen.

1913 von Florian Illies erschien beim Fischer Verlag.

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