„Eselshure. Schlitzi. Nachgeburt der Hölle. Ich war schon von Anfang an so hässlich, dass meine eigene Mutter mich lieber hier abgelegt hat, statt mich zu behalten.“

Der erste Absatz aus Miroloi von Karen Köhler.

Eine Insel mit abgeschnittener Gesellschaft, eine junge Frau, die dort niemals willkommen war.

Schon in ihrer Geschichtensammlung Wir haben Raketen geangelt erzählt Karen Köhler mit schlichter, bildhafter Sprache, das passiert auch hier.

Obwohl schon der Anfang krass losgeht, schafft Karten Köhler mich, mit ihrer Sprache einzufangen und darüber hinaus, trotz des – mit Verlaub – beschissenen Lebens der Protagonistin, ihr Eigenheiten zu geben, die ich bewundere.

Ich komme aber auch nicht umhin, manche Facetten dieser Welt als fast zu plumpe Allegorien der unseren zu sehen. Vielleicht kann ich das als weißer Mann mit meinem Erfahrungshorizont nicht greifen, aber in einigen Momenten kann ich die eigentlich sehr kluge und raffinierte und selbstbewusste Protagonistin in ihrer Naivität und die Dinge, die im Dorf passieren, nicht ernst nehmen. Das wird im Laufe des Romanes immer schlimmer.

Schade, weil Köhler nicht nur eine sehr schöne Sprache hat, die ich gerne lese, sondern auch das Versprechen für mehr legt, das nicht eingehalten wird.

Besonders am Ende des Romanes habe ich das Gefühl, jetzt könnte es richtig losgehen. Diesen Teil der Geschichte muss ich mir aber ausdenken.

Miroloi von Karen Köhler erschien bei Hanser. Der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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