Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern von Stephen King gibt es in Billy Summers nur eine kurze Danksagung statt eines Nachwortes inklusive der Entstehungsgeschichte. Aber in einem Interview mit dem Esquire erzählt King, wie es zum Roman gekommen ist. Übersetzung ist von mir, immer her mit Verbesserungsvorschlägen:

Bücher kommen stückweise zu mir. Ich sammle nur die einzelnen Teile in meinem Kopf und irgendwann verbinden sie sich miteinander. Bei Billy Summers war das erste Stück dieses Bild: Ich habe einen Mann in einem Kellerapartment gesehen, wie er aus dem Fenster schaut, als wäre es ein Periskop, und er sieht die Füße der Menschen, die auf dem Bürgersteig vorbeigehen. Damit habe ich eine Weile rumgespielt. Was macht der Typ da? Warum ist er da? Was hat das alles zu bedeuten? Nach einer Weile damit rumspielen habe ich plötzlich den gleichen Typen in einem Büro gesehen, vielleicht im vierten oder fünften Stock, in der Nähe eines Gerichtsgebäudes. Was macht er da? Naja, er wird jemanden erschießen. Er wird einen schlechten Menschen erschießen.

Diese beiden Dinge haben sich miteinander verbunden. Ich dachte mir, „Er wird diesen schlechten Menschen erschießen und dann wird er sich in diesem Kellerapartment verstecken, wo all die Füße dran vorbeilaufen.“ Aus diesen beiden Dingen hat sich dann die ganze Geschichte entwickelt. Das läuft bei mir nicht immer so, aber diesmal hat es funktioniert und es ist ein Buch daraus geworden. Ergibt das irgendwie Sinn?

Ab hier wurde es richtig spaßig: Ich denke an den Typen im Bürogebäude und er wird von dort aus schießen. Ich sehe den Winkel des Schusses ganz klar vor mir. Und dachte ich, „Naja, wie kommt er danach da raus?“ Bevor ich mit dem Buch angefangen habe, hing ich an der Stelle – aber ich hatte immer noch Spaß, darüber nachzudenken. Stück für Stück setzte sich eine Idee zusammen, wie er entkommen könnte. Und dann dachte ich, „Du brauchst auch noch irgendeine Geschichte um diese beide Szenen herum. Was wäre, wenn der Typ einen richtig schlechten Menschen erledigen soll, aber dabei reingelegt wird?“ Dann dachte ich über diesen berühmten letzten Job nach. Es gibt so viele Bücher und Filme über diesen letzten Auftrag, der immer schief geht. Und ich dachte mir, „Warum mich nicht voll darauf einlassen und die Geschichte als Hardboiled Noir Story schreiben? Als ich jünger war, hab‘ ich solche Sachen sehr gern gelesen – Bücher von Jim Thompson und Elmore Leonard. Also hab‘ ich losgelegt.

Stepehen King im Esquire
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